Verbreitungsatlas

Dirk, (vor 9418 Tagen)

Hallo allerseits,

hab mir letztens (nochmal Danke für den Tip, Dieter)den Verbreitungsatlas der Großpilze von Krieglsteiner besorgt und mich nach erstem Stöbern doch ziemlich gewundert:
Nicht nur dass mir einige Gebiete in meiner Nähe wie Ruhrgebiet, Bergisches Land und Sauerland verteufelt unterkartiert vorkamen, besonders irritiert hat mich, daß in manchen MTB, in denen ich regelmäßig suche, die häufigsten Arten, ja selbst typische Massenpilze, die unmöglich übersehen werden können, wie Paxillus involutus oder Russula nigricans (um nur einige zu nennen)nicht verzeichnet sind! Wie kann das sein? Die einzig einleuchtende Erklärung wäre, daß machnche MTB nicht begangen wurden. Hat vielleicht jemand mitgemacht und weiß was genaues?

Gruss
Dirk

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Re: Verbreitungsatlas

Huperzia ⌂, (vor 9418 Tagen) @ Dirk

Hallo allerseits,
hab mir letztens (nochmal Danke für den Tip, Dieter)den Verbreitungsatlas der
Großpilze von Krieglsteiner besorgt und mich nach erstem Stöbern doch
ziemlich gewundert: Nicht nur dass mir einige Gebiete in meiner Nähe wie
Ruhrgebiet, Bergisches Land und Sauerland verteufelt unterkartiert
vorkamen, besonders irritiert hat mich, daß in manchen MTB, in denen ich
regelmäßig suche, die häufigsten Arten, ja selbst typische Massenpilze,
die unmöglich übersehen werden können, wie Paxillus involutus oder Russula
nigricans (um nur einige zu nennen)nicht verzeichnet sind! Wie kann das
sein? Die einzig einleuchtende Erklärung wäre, daß machnche MTB nicht
begangen wurden. Hat vielleicht jemand mitgemacht und weiß was genaues?
Gruss
Dirk

Hallo Dirk,

die Gebiete sind wahrscheinlich auch unterkartiert und es gibt wohl keinen, der nicht was findet, was dort fehlt. Es wurdenn wohl auch nicht alle MTBs begangen. Vielleicht kommt ja noch eine Antwort von den Mitmachern.

Huperzia

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Re: Verbreitungsatlas

Karl Keck ⌂, (vor 9418 Tagen) @ Huperzia

G. J. Krieglsteiner schrieb "zwischen 1975 und 1979 über 700 Pilzfreunde und Mykologen persönlich an", um sie zur Mitarbeit an diesem Kartierungsprojekt zu gewinnen. Trotzdem sind natürlich zahlreiche MTBs nicht ausreichend kartiert.
Ich bin erst 1996 zur Kartierung gestoßen. Meine bisher etwa 10.000 Meldungen und die von vielen anderen Kartierern sind in die Bände "Die Großpilze Baden-Württembergs" eingeflossen. Wenn ihr die Karten in diesem Werk mit den Karten des Verbreitungsatlasses vergleicht, seht ihr schon einen deutlichen Fortschritt. Der neue Vorsitzende der DGfM (Deutsche Gesellschaft für Mykologie) regt an, künftig ausgewählte Biotope ausführlich zu kartieren. Da könnt Ihr ja dann auch noch mitmachen. Näheres unter http://www.dgfm-ev.de .
Viele Grüße
Karl Keck

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Re: Verbreitungsatlas

uli prokop, (vor 9417 Tagen) @ Dirk

hallo allerseits,

ich kenne diese problematik von verschiedenen ornithologischen verbreitungsatlanten - und in diesem bereich ist es vergleichsweise einfach, anwesenheit und qualität der anwesenheit einer art festzustellen. ( in diesen quadranten, die man selbst ebenfalls sehr gut kennt, merkt man, dass nicht alle angaben der eigenen erfahrung entsprechen ).

pilze, auch massenpilze, haben manchmal eine sehr kurze fruktifikationsperiode, da können sie schon übersehen worden sein - obwohl das gebiet gewissenhaft begangen wurde. oft können sie auch jahrelang in einem gebiet ausbleiben, und erscheinen dann bei entsprechenden klimatischen bedingungen wieder massenweise. ( ich z. b. fand den narzissengelben wulstling in wäldern, die ich in der saison fast täglich aufsuche in den letzten 10 jahren nur ganz vereinzelt. heuer war er neben a. citrina und a. rubescens der häufigste wulstling ).
maßgebend ist auch der beobachtungszeitraum, und der erstreckt sich oft nur über wenige jahre, weil die projekte eben geld kosten und weil die ergebnisse aktuell sein sollten.

selber mitmachen wäre ein vorschlag, wenn man glaubt, über die nötige fachliche qualifikation zu verfügen und die zeit dazu hat; eine wirklich gute ortskenntnis erhöht die qualität der gelieferten ergebnisse sicher sehr.

liebe grüße

uli

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Amanita gemmata (war Re: Verbreitungsatlas)

Andreas Gminder, (vor 9417 Tagen) @ uli prokop

hallo allerseits,
pilze, auch massenpilze, haben manchmal eine sehr kurze
fruktifikationsperiode, da können sie schon übersehen worden sein - obwohl
das gebiet gewissenhaft begangen wurde. oft können sie auch jahrelang in
einem gebiet ausbleiben, und erscheinen dann bei entsprechenden
klimatischen bedingungen wieder massenweise. ( ich z. b. fand den
narzissengelben wulstling in wäldern, die ich in der saison fast täglich
aufsuche in den letzten 10 jahren nur ganz vereinzelt. heuer war er neben
a. citrina und a. rubescens der häufigste wulstling ).

Hallo Uli,

interessante Bemerkung, denn auch im Nordschwarzwald war A. gemmata dieses Jahr auffallend häufig, selbst in Waldstücken die ich, wie Du, praktisch wöchentlich aufgesucht hatte in den letzten 5 Jahren. Vorher hatte ich sie noch nie (!) gefunden ....
Um so erstaunlicher diese Parallelität, weil Du ja, soweit ich weiß, in Kärnten sitzt, und das ist ja klimatisch und geologisch schon ein ganz anderes Gebiet als der Nordschwarzwald.

Gruß,
Andreas

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Re: Verbreitungsatlas

Dirk, (vor 9417 Tagen) @ uli prokop

hallo allerseits,
ich kenne diese problematik von verschiedenen ornithologischen
verbreitungsatlanten - und in diesem bereich ist es vergleichsweise
einfach, anwesenheit und qualität der anwesenheit einer art festzustellen.
( in diesen quadranten, die man selbst ebenfalls sehr gut kennt, merkt
man, dass nicht alle angaben der eigenen erfahrung entsprechen ).
pilze, auch massenpilze, haben manchmal eine sehr kurze
fruktifikationsperiode, da können sie schon übersehen worden sein - obwohl
das gebiet gewissenhaft begangen wurde. oft können sie auch jahrelang in
einem gebiet ausbleiben, und erscheinen dann bei entsprechenden
klimatischen bedingungen wieder massenweise. ( ich z. b. fand den
narzissengelben wulstling in wäldern, die ich in der saison fast täglich
aufsuche in den letzten 10 jahren nur ganz vereinzelt. heuer war er neben
a. citrina und a. rubescens der häufigste wulstling ).
maßgebend ist auch der beobachtungszeitraum, und der erstreckt sich oft nur
über wenige jahre, weil die projekte eben geld kosten und weil die
ergebnisse aktuell sein sollten.
selber mitmachen wäre ein vorschlag, wenn man glaubt, über die nötige
fachliche qualifikation zu verfügen und die zeit dazu hat; eine wirklich
gute ortskenntnis erhöht die qualität der gelieferten ergebnisse sicher
sehr.

hallo uli,

daß viel Arten manchmal über Jahre ausbleiben ist mir schon klar, doch Arten wie Kahler Krempling oder Dickblättriger Schwarztäubling gibts in den mir bekannten Bereichen eigentlich die komplette Saison jährlich sehr zahlreich (und das sind wirklich nur zwei Bespiele).
Das mit A. gemmata finde ich verblüffend (hab ich nur ganz sporadisch gefunden). Ähnlich gehts mir in letzter Zeit mit dem Halskrausenerdstern (Geastrum triplex), den ich nie gefunden habe, seit einem Jahr in Nordrhein-Westfalen aber ständig.
Viel Grüße
Dirk

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Re: Verbreitungsatlas

Andreas Gminder, (vor 9417 Tagen) @ Dirk

Hallo allerseits,
hab mir letztens (nochmal Danke für den Tip, Dieter)den Verbreitungsatlas der
Großpilze von Krieglsteiner besorgt und mich nach erstem Stöbern doch
ziemlich gewundert: Nicht nur dass mir einige Gebiete in meiner Nähe wie
Ruhrgebiet, Bergisches Land und Sauerland verteufelt unterkartiert
vorkamen, besonders irritiert hat mich, daß in manchen MTB, in denen ich
regelmäßig suche, die häufigsten Arten, ja selbst typische Massenpilze,
die unmöglich übersehen werden können, wie Paxillus involutus oder Russula
nigricans (um nur einige zu nennen)nicht verzeichnet sind! Wie kann das
sein? Die einzig einleuchtende Erklärung wäre, daß machnche MTB nicht
begangen wurden. Hat vielleicht jemand mitgemacht und weiß was genaues?
Gruss
Dirk

Hallo Dirk,

ja, Deine Schlußfolgerung ist fgenau richtig. Mangels Mitarbeitern bzw. mangels Mobilität derer sind nicht alle Gegenden gleich gut bearbeitet. Manche MTBs gar überhaupt nicht oder nur im Frühjahr. Ich war zwar auch nicht von Anfang an dabei (habe erst 1990 mit den Pilzen angefangen), habe aber mitbekommen, wieviele -zigtausende Kilometer Krieglsteiner für Exkursionen in Norddeutschland verfahren hat. Dort sähe es sonst noch schlimmer aus als es eh schon ist. Aber es blieben eben doch hie und da Löcher übrig.
In Ba.-Wü. war es übrigens zunächst auch so, dass manche Gegenden extrem gut bearbeitet waren, manche MTB's jedoch Datenmenge Null hatten. Hier haben die etwa 30-40 intensiveren Kartierer bzw. AGs aber ziemlich aufgeholt. Ba.-Wü. kartiert im Übrigen auf Quadranten-Basis, also Viertel-MTBs, das macht auch über 1100 für unser Gebiet. Das heißt dann aber auch, dass mehrere Leute seit drei Jahren systematisch zum Kartieren in die Gegenden fahren, die unterrepräsentiert sind. Das macht natürlich auch nicht immer Spaß. Manchmal würd' ich mich schon lieber im kühlen, feuchten, pilzreichen Schwarzwald tummeln, als mit Schnake und Brennnesseln kämpfend irgendwelchen MTBs am Rhein noch ein paar Funde abzuringen. Aber immerhin gibt's jetzt keine MTB-Quadranten mehr unter 180 Arten.
Dies aber auf die ganze BRD zu übertragen geht leider nicht, da in den meisten Gegenden die Kartiererdichte wesentlich geringer ist als in Ba.-Wü. und zudem nicht so viele Altdaten vorhanden sind (die AMO hat bereits ab den 70er-Jahren für ganz Ostwürttemberg genaue Daten erhoben!).
Ich sag' das alles nicht zur Selbstbeweihräucherung der Baden-Württemberger, sondern alleine deshalb, weil trotz dieser eigentliche immensen Anstrengungen trotzdem sehr viele Verbreitungskarten auch in der Ba.-Wü.-Flora kaum aussagekräftig sind und viele Arten weiterhin extrem unterkartiert bleiben mußten, weil sie zu selten gefunden werden, zu selten (richtig) bestimmt werden, in zu wenig begangenen Biotopen/Gebieten/Jahreszeiten vorkommen, usw. usw.

Es wäre aber schön, wenn Du Deine Funddaten der DGfM-Kartierung in irgendeiner Form zur Verfügung stellen würdest. Auf den web-Seiten der DGfM findest Du Hinweise und Ansprechpartner bzgl. der Kartierung.

Grüße,
Andreas

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Re: Verbreitungsatlas

Dirk, (vor 9417 Tagen) @ Andreas Gminder

Hallo Dirk,
ja, Deine Schlußfolgerung ist fgenau richtig. Mangels Mitarbeitern bzw.
mangels Mobilität derer sind nicht alle Gegenden gleich gut bearbeitet.
Manche MTBs gar überhaupt nicht oder nur im Frühjahr. Ich war zwar auch
nicht von Anfang an dabei (habe erst 1990 mit den Pilzen angefangen), habe
aber mitbekommen, wieviele -zigtausende Kilometer Krieglsteiner für
Exkursionen in Norddeutschland verfahren hat. Dort sähe es sonst noch
schlimmer aus als es eh schon ist. Aber es blieben eben doch hie und da
Löcher übrig.
In Ba.-Wü. war es übrigens zunächst auch so, dass manche Gegenden extrem gut
bearbeitet waren, manche MTB's jedoch Datenmenge Null hatten. Hier haben
die etwa 30-40 intensiveren Kartierer bzw. AGs aber ziemlich aufgeholt.
Ba.-Wü. kartiert im Übrigen auf Quadranten-Basis, also Viertel-MTBs, das
macht auch über 1100 für unser Gebiet. Das heißt dann aber auch, dass
mehrere Leute seit drei Jahren systematisch zum Kartieren in die Gegenden
fahren, die unterrepräsentiert sind. Das macht natürlich auch nicht immer
Spaß. Manchmal würd' ich mich schon lieber im kühlen, feuchten,
pilzreichen Schwarzwald tummeln, als mit Schnake und Brennnesseln kämpfend
irgendwelchen MTBs am Rhein noch ein paar Funde abzuringen. Aber immerhin
gibt's jetzt keine MTB-Quadranten mehr unter 180 Arten.
Dies aber auf die ganze BRD zu übertragen geht leider nicht, da in den
meisten Gegenden die Kartiererdichte wesentlich geringer ist als in
Ba.-Wü. und zudem nicht so viele Altdaten vorhanden sind (die AMO hat
bereits ab den 70er-Jahren für ganz Ostwürttemberg genaue Daten erhoben!).
Ich sag' das alles nicht zur Selbstbeweihräucherung der Baden-Württemberger,
sondern alleine deshalb, weil trotz dieser eigentliche immensen
Anstrengungen trotzdem sehr viele Verbreitungskarten auch in der
Ba.-Wü.-Flora kaum aussagekräftig sind und viele Arten weiterhin extrem
unterkartiert bleiben mußten, weil sie zu selten gefunden werden, zu
selten (richtig) bestimmt werden, in zu wenig begangenen
Biotopen/Gebieten/Jahreszeiten vorkommen, usw. usw.
Es wäre aber schön, wenn Du Deine Funddaten der DGfM-Kartierung in
irgendeiner Form zur Verfügung stellen würdest. Auf den web-Seiten der
DGfM findest Du Hinweise und Ansprechpartner bzgl. der Kartierung.
Grüße,
Andreas

Hallo Andreas,

besten Dank für die ausführlichen "Insider-Informationen". So ein Projekt flächendeckend mit der gleichen Aussagekraft durchzuziehen ist wohl unmöglich.
Filmreife Vorstellung übrigens: German Krieglsteiner tausende Kilometer allein durch norddeutsche Marschen zwischen Bleigrauer Zwergbovist und Feldschwindling - welch ein Road-Movie.
Was die DGfM-Kartierung 2000 betrifft, werde ich meine bescheidenen Daten sicher mal zuschicken - habe aber noch nicht das PC-Programm. Lohnt sich das eigentlich oder reichen auch eigene Ausdrucke? Die ökologischen Angaben exakt und vollständig zu gewährleisten, stelle ich mir für einen Laien allerdings mühsam vor. Und noch ne allerletzete Frage: Auf welchen Zeitraum ist das Projekt eigentlich datiert?
Gruß
Dirk

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Re: Verbreitungsatlas

Andreas Gminder, (vor 9417 Tagen) @ Dirk

Hallo Andreas,
besten Dank für die ausführlichen "Insider-Informationen". So ein
Projekt flächendeckend mit der gleichen Aussagekraft durchzuziehen ist
wohl unmöglich.
Filmreife Vorstellung übrigens: German Krieglsteiner tausende Kilometer
allein durch norddeutsche Marschen zwischen Bleigrauer Zwergbovist und
Feldschwindling - welch ein Road-Movie.

:-)

Was die DGfM-Kartierung 2000 betrifft, werde ich meine bescheidenen Daten
sicher mal zuschicken - habe aber noch nicht das PC-Programm. Lohnt sich
das eigentlich oder reichen auch eigene Ausdrucke?

Es reichen natürlich auch (hand-)schriftliche Angaben, die dann halt jemand in den Computer eingeben muss. Das war in Ba.-Wü. auch nicht anders und man kann ja nicht verlangen, dass sich mitarbeitswillige Leute (oft gesetzteren Alters) noch extra einen Computer kaufen und sich einarbeiten, bloss um dann Funde melden zu "dürfen".
Ich für meinen Teil finde, dass sich das PC-Programm lohnt. Mann kann damit so nebenbei auch seine Dias und Exsikkate verwalten, so man hat. Allerdings kostet es für Nicht-DGfM-Mitglieder erheblich mehr und ob es mir das wert wäre, wage ich zu bezweifeln. Der für mich große Nachteil liegt darin, dass man die Auswertungen nicht vernünftig in WORD o.ä. übertragen kann, sondern lediglich als Nur-Text-Format. Ferner sind die Autorennamen so besch.... abgekürzt und ohne Leerzeichen an die Klammer gesetzt, so dass man auch da für jede Art nacharbeiten muss wenn man ein vernünftiges Layout haben will.

Die ökologischen Angaben exakt und vollständig zu gewährleisten, stelle ich : mir für einen Laien allerdings mühsam vor.

Ein irgendwie unausrottbarer Einwand!!! Man muss doch nicht alle möglichen Ökoangaben komplett ausfüllen! Nur das was man sicher weiß, also z.B. sauer-basisch oder ob auf Holz oder Erdboden gewachsen etc.. Was man nicht sicher weiß läßt man eben frei. Jede einzelne sichere Angabe ist besser als keine!

Und noch ne allerletzete Frage: Auf welchen Zeitraum ist das Projekt : eigentlich datiert?

Da bin ich überfragt. Daten können immer gebraucht werden. Aber wann es eine Zwischenbilanz geben wird, ist nicht bekannt. Die deutschlandweite Kartierung lag jetzt einige Zeit (Jahre) etwas auf Eis, auch weil man sich nicht so recht mit den ex-DDRlern einigen konnte. Die kartieren schon lange ausgewählte Arten mit besonderer Bedeutung für bestimmte Biotope und etwas ähnliches war/ist wohl auch für Westdeutschland geplant. Aber soweit ich weiß, war man über die Liste in Zwist geraten ....
Naja, vielleicht tut's jetzt unter neuem Vorsitz in der DGfM wieder einen Ruck in der Kartierung.

Gruß,
Andreas

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Re: Verbreitungsatlas

Max Kronfeldner, (vor 9417 Tagen) @ Andreas Gminder

Hallo Dirk,
ja, Deine Schlußfolgerung ist fgenau richtig. Mangels Mitarbeitern bzw.
mangels Mobilität derer sind nicht alle Gegenden gleich gut bearbeitet.
Manche MTBs gar überhaupt nicht oder nur im Frühjahr. Ich war zwar auch
nicht von Anfang an dabei (habe erst 1990 mit den Pilzen angefangen), habe
aber mitbekommen, wieviele -zigtausende Kilometer Krieglsteiner für
Exkursionen in Norddeutschland verfahren hat. Dort sähe es sonst noch
schlimmer aus als es eh schon ist. Aber es blieben eben doch hie und da
Löcher übrig.
In Ba.-Wü. war es übrigens zunächst auch so, dass manche Gegenden extrem gut
bearbeitet waren, manche MTB's jedoch Datenmenge Null hatten. Hier haben
die etwa 30-40 intensiveren Kartierer bzw. AGs aber ziemlich aufgeholt.
Ba.-Wü. kartiert im Übrigen auf Quadranten-Basis, also Viertel-MTBs, das
macht auch über 1100 für unser Gebiet. Das heißt dann aber auch, dass
mehrere Leute seit drei Jahren systematisch zum Kartieren in die Gegenden
fahren, die unterrepräsentiert sind. Das macht natürlich auch nicht immer
Spaß. Manchmal würd' ich mich schon lieber im kühlen, feuchten,
pilzreichen Schwarzwald tummeln, als mit Schnake und Brennnesseln kämpfend
irgendwelchen MTBs am Rhein noch ein paar Funde abzuringen. Aber immerhin
gibt's jetzt keine MTB-Quadranten mehr unter 180 Arten.
Dies aber auf die ganze BRD zu übertragen geht leider nicht, da in den
meisten Gegenden die Kartiererdichte wesentlich geringer ist als in
Ba.-Wü. und zudem nicht so viele Altdaten vorhanden sind (die AMO hat
bereits ab den 70er-Jahren für ganz Ostwürttemberg genaue Daten erhoben!).
Ich sag' das alles nicht zur Selbstbeweihräucherung der Baden-Württemberger,
sondern alleine deshalb, weil trotz dieser eigentliche immensen
Anstrengungen trotzdem sehr viele Verbreitungskarten auch in der
Ba.-Wü.-Flora kaum aussagekräftig sind und viele Arten weiterhin extrem
unterkartiert bleiben mußten, weil sie zu selten gefunden werden, zu
selten (richtig) bestimmt werden, in zu wenig begangenen
Biotopen/Gebieten/Jahreszeiten vorkommen, usw. usw.
Es wäre aber schön, wenn Du Deine Funddaten der DGfM-Kartierung in
irgendeiner Form zur Verfügung stellen würdest. Auf den web-Seiten der
DGfM findest Du Hinweise und Ansprechpartner bzgl. der Kartierung.
Grüße,
Andreas

Hallo Andreas,

Deinen Ausführungen ist eigentlich nichts mehr hinzuzufügen!
Nur soviel: Wenn man erlebt hat (ich war/bin seit 1983 bei der Kartierung), wie begeistert German J. Krieglsteiner war und wie er Mitarbeiter begeistern konnte, ist klar, wie überhaupt erst der "Meilenstein" Verbreitungsatlas entstehen konnte.
Dennoch wurde von Kritikern vorgebracht, dass Verbreitungsschwerpunkte manchmal nur Kartierungsschwerpunkte wiedergeben.
Nichtsdestotrotz ist der Atlas eine unverzichtbare Arbeitsgrundlage für alle weiteren pilzfloristischen Arbeiten.

Servus

Max