Hymenochaete tabacina? *PIC*

hoennetaler, (vor 6866 Tagen)

Hallo in die Runde!

Um Pilze an Holz habe ich bis jetzt meist einen Bogen gemacht, aber in dieser Jahreszeit bietet es sich ja an, auch mal in diesen Bereich einzusteigen. Nachfolgenden Pilz habe ich gestern an der Schnittfläche eines nicht mehr bestimmbaren Laubbaums fotografiert. Ich denke, es könnte Hymenochaete tabacina (Tabakbrauner Borstenscheibling) sein. Gibt es Einwände?

Gruß
Jürgen

[image]

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Re: Hymenochaete tabacina?

UweL, (vor 6866 Tagen) @ hoennetaler

Hallo Jürgen, waren denn mit der 10fach Lupe borstige Setae auf dem Hymenophor sichtbar? Außerdem gibt es meines Wissens auch ein paar recht ähnliche Arten bei den Borstenscheiblingen, so dass eine mikroskopische Analyse wohl nötig ist. Aber vielleicht können die Spezialisten ja Genaueres sagen...
VG UweL

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Re: Hymenochaete tabacina?

Andreas ⌂, (vor 6866 Tagen) @ hoennetaler

Hallo in die Runde!
Um Pilze an Holz habe ich bis jetzt meist einen Bogen gemacht, aber in dieser
Jahreszeit bietet es sich ja an, auch mal in diesen Bereich einzusteigen.
Nachfolgenden Pilz habe ich gestern an der Schnittfläche eines nicht mehr
bestimmbaren Laubbaums fotografiert. Ich denke, es könnte Hymenochaete
tabacina (Tabakbrauner Borstenscheibling) sein. Gibt es Einwände?
Gruß
Jürgen

Hallo Jürgen,

ich kenne die tabacina eigentlich nur von Weide und nur von nicht allzudicken Ästen. Da läuft sie dann so halbpileat dem ganzen Ast entlang, der dadurch dann recht und links zwei Flügelleisten bekommt.

Von der Wuchsform her würde ich eher sagen, das ist Hymenochaete rubiginosa. Kann Dein Holz nicht vielleicht eher Eiche gewesen sein als Weide?

beste Grüße,
Andreas

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Re: Hymenochaete tabacina?

hoennetaler, (vor 6866 Tagen) @ UweL

Hallo Uwe!

Na super! Ich dachte, dieser Pilz wäre auf Grund seiner Wuchsform, Farbe und der hell(gold)gelben Zuwachskante hinreichend makroskopisch bestimmbar! Vielleicht komme ich am Wochenende nochmal hin und kann eine Probe zur weiteren Untersuchung mit nach Hause nehmen.

Gruß
Jürgen

Hallo Jürgen, waren denn mit der 10fach Lupe borstige Setae auf dem
Hymenophor sichtbar? Außerdem gibt es meines Wissens auch ein paar recht
ähnliche Arten bei den Borstenscheiblingen, so dass eine mikroskopische
Analyse wohl nötig ist. Aber vielleicht können die Spezialisten ja
Genaueres sagen...
VG UweL

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Re: Hymenochaete tabacina?

hoennetaler, (vor 6866 Tagen) @ Andreas

Hallo Andreas!

Eiche kann durchaus sein, in dem Wald wächst fast alles (Eiche, Buche, Hainbuche, Birke, Fichte und div. Kleingehölz). Werde am Wochenende noch mal nachschauen.

Gruß
Jürgen

Hallo Jürgen,
ich kenne die tabacina eigentlich nur von Weide und nur von nicht allzudicken
Ästen. Da läuft sie dann so halbpileat dem ganzen Ast entlang, der dadurch
dann recht und links zwei Flügelleisten bekommt.
Von der Wuchsform her würde ich eher sagen, das ist Hymenochaete rubiginosa.
Kann Dein Holz nicht vielleicht eher Eiche gewesen sein als Weide?
beste Grüße,
Andreas

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Re: Hymenochaete tabacina?

Ingo Wagner, (vor 6866 Tagen) @ hoennetaler

Hallo in die Runde!
Um Pilze an Holz habe ich bis jetzt meist einen Bogen gemacht, aber in dieser
Jahreszeit bietet es sich ja an, auch mal in diesen Bereich einzusteigen.
Nachfolgenden Pilz habe ich gestern an der Schnittfläche eines nicht mehr
bestimmbaren Laubbaums fotografiert. Ich denke, es könnte Hymenochaete
tabacina (Tabakbrauner Borstenscheibling) sein. Gibt es Einwände?
Gruß
Jürgen

Hallo Jürgen!

Ich glaub´ beinahe gar nicht, dass das eine Hymenochaete ist. H. rubiginosa bildet eigentlich gleich mützenförmige Hütchen, und H. tabacina kenne ich auch nicht von so dickem Substrat, außerdem wäre mindestens die Hutoberseite leicht zonig tabakbraun/orangebraun (rechts bei einem etwas abgelöstem Frk. kann man drauf schauen).
Erinnert mich mehr an eine Stereum (Schichtpilz)- oder verwandte Art.

VG Ingo W

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Ist für mich ein Stereum, vermutlich St. rugosum

Dedimyk, (vor 6865 Tagen) @ hoennetaler

Hallo Jürgen,

auch für mich ist das keine Hymenochaete, sondern klar ein Stereum.

Vom makroskopischen Aussehen und der Wuchsform könnte es Stereum rugosum - Runzeliger Schichtpilz sein, der praktisch an allem gängigen sowohl totem stehenden oder liegendem berindetem und unberindetem Laubholz gefunden werden kann.

Versuche mal, ob Du an frischen oder feuchten Fruchtkörpern eine Verletzung erzeugen kannst, die müßte sich dann rot verfärben.

Herzliche Grüße Detlef

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Re: Hymenochaete tabacina?

Huperzia ⌂, (vor 6865 Tagen) @ hoennetaler

Hallo Andreas!
Eiche kann durchaus sein, in dem Wald wächst fast alles (Eiche, Buche,
Hainbuche, Birke, Fichte und div. Kleingehölz). Werde am Wochenende noch
mal nachschauen.
Gruß
Jürgen

ne Hymenochaete halte ich für ziemlich sicher. Welche kann ich allerdings nicht sagen.

VG, Tanja

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Re: Hymenochaete tabacina?

DirkW, (vor 6865 Tagen) @ hoennetaler

hallo detlef, hallo alle,

mir kam auch sofort stereum in den sinn, aber die tiefschwarze farbe der hutkantenoberseite passt meiner meinung nach nicht im geringsten zu stereum. am besten aber zu rubuginosa, da würde ich mich andreas anchließen.
viele grüße
dirk

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Re: Hymenochaete tabacina? *PIC*

Ingo Wagner, (vor 6865 Tagen) @ DirkW

hallo detlef, hallo alle,
mir kam auch sofort stereum in den sinn, aber die tiefschwarze farbe der
hutkantenoberseite passt meiner meinung nach nicht im geringsten zu
stereum. am besten aber zu rubuginosa, da würde ich mich andreas
anchließen.
viele grüße
dirk

Hallo Dirk, hallo Pilzler!

Ich seh´ das eigentlich gerade umgekehrt: St. rugosum hat doch eine schwärzlich/bräunliche Hutkanten-Oberseite, wenn Kanten gebildet werden:

[image]
Ist natürlich schon ein älteres Stück.

H. rubiginosa habe ich allerdings +- völlig resupinat, also total ohne richtig deutlich abstehende Hutkanten bisher nur an der Unterseite gefunden, dann müsste der Stamm bewegt worden sein, an senkrechten Substrat bildet der meiner Meinung nach immer gleich diese nach unten gerichteten Kapuzen oder wenigstens nach unten abgeknickte "Dachvorsprünge".

Schade, dass es kein Nadelholz ist, St. sanguinolentum würde mir am besten gefallen. Aber rugosum muss ja auch mal jung und dünn sein.

VG Ingo W

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Re: Hymenochaete tabacina?

Ingo Wagner, (vor 6865 Tagen) @ Ingo Wagner

Hallo schon wieder!

Ich nehme alles zurück und behaupte das Gegenteil, etwas rechts der Mitte ist ja so eine "Kapuze", also schließe ich mich uneingeschränkt Andreas´ Meinung mit Hymenochaete rubiginosa an.

(Ist aber auch leicht zu übersehen!)
Ingo W

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so seh ich das auch

phragmobasidie, (vor 6865 Tagen) @ Ingo Wagner

Hallo,

oben rechts sind noch weitere (bläulich farbverfälschte) Kapuzen zu sehen

schöne Grüße
Robin

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Hymenochaete rubiginosa! *PIC*

hoennetaler, (vor 6865 Tagen) @ hoennetaler

Hallo!

Erst mal Dank an alle! Andreas hat den richtigen Riecher gehabt. Habe mich mal eingelesen (besondres bei Jahn in den Westfälischen Pilzbriefen) und war noch mal am Fundort. Bei der Nachsuche habe ich am selben Stamm (ob wirklich Eiche, kann ich nicht mehr festellen, ist aber durchaus möglich) typisch effus-reflex bis pileate Basidiocarpien gefunden. Ebenso waren diese sehr starr und brüchig und nicht lederig weich. Farbe passte auch zu rubiginosa und nicht zu tabacina.

Dass es die richtige Gattung ist, zeigt die nachfolgende Mikro-Aufnahme. Dort sind die für diese Gattung typischen Setae erkennbar (400fache Vergrößerung, 1 Teilstrich=2,5µm). Leider bekomme ich keinen richtig dünnen Schnitt hin. Kann mir da jemand einen Tipp geben?

Nochmals vielen Dank an alle, wieder viel gelernt.

Gruß
Jürgen

[image]

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Re: Hymenochaete rubiginosa!

Ingo Wagner, (vor 6865 Tagen) @ hoennetaler

Hallo!
Erst mal Dank an alle! Andreas hat den richtigen Riecher gehabt. Habe mich
mal eingelesen (besondres bei Jahn in den Westfälischen Pilzbriefen) und
war noch mal am Fundort. Bei der Nachsuche habe ich am selben Stamm (ob
wirklich Eiche, kann ich nicht mehr festellen, ist aber durchaus möglich)
typisch effus-reflex bis pileate Basidiocarpien gefunden. Ebenso waren
diese sehr starr und brüchig und nicht lederig weich. Farbe passte auch zu
rubiginosa und nicht zu tabacina.
Dass es die richtige Gattung ist, zeigt die nachfolgende Mikro-Aufnahme. Dort
sind die für diese Gattung typischen Setae erkennbar (400fache
Vergrößerung, 1 Teilstrich=2,5µm). Leider bekomme ich keinen richtig
dünnen Schnitt hin. Kann mir da jemand einen Tipp geben?
Nochmals vielen Dank an alle, wieder viel gelernt.
Gruß
Jürgen

Hallo Jürgen!

Wenn man sich einen Überblick verschaffen will, behandele ich mit KOH (das killt die zähen Strukturen und dann lässt es sich besser quetschen), wässere und färbe danach wieder an.

VG Ingo W