pilzchen suchen

tommy, (vor 9373 Tagen)

hi, ich habe folgendes problem, ich würde im herbst, also wenn die lustigen kleinen viecher (psilocybe semilanceata, magic mushrooms) bei uns wachsen, gern mal welche suchen gehen. kann mir jemand sagen worauf man bei der suche achten muss, wo man am besten suchen sollte, was man gegen die verwechslung mit anderen arten tun kann und vielleicht weiß ja sogar jemand wo man in hessen gut suchen kann, also quasi gute fundstellen in hessen.

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Re: pilzchen suchen

Huperzia ⌂, (vor 9373 Tagen) @ tommy

hi, ich habe folgendes problem, ich würde im herbst, also wenn die lustigen
kleinen viecher (psilocybe semilanceata, magic mushrooms) bei uns wachsen,
gern mal welche suchen gehen. kann mir jemand sagen worauf man bei der
suche achten muss, wo man am besten suchen sollte, was man gegen die
verwechslung mit anderen arten tun kann und vielleicht weiß ja sogar
jemand wo man in hessen gut suchen kann, also quasi gute fundstellen in
hessen.

Hallo tommy,

du solltest darauf achten, sehr darauf achten!!, daß du sie nicht mit dem stark giftigen Wiesenhäubling, Galerina pratensis, verwechselst. Er ist zwar in der Regel recht selten - viel seltener als der semilanceata sonst - aber grad im Hessischen Hügelland stark verbreitet. Das ergab eine pilzfloristische Untersuchung der hessischen Mykologen. Dieser ist ähnlich wie der semilanceata leicht blauend und dem anderen im Habitus auch sonst recht ähnlich. Eine Schrift zu diesem Pilz, deren Gefahr erst jetzt erkannt wurde, ist im Druck.

Bis jetzt sind noch keine Vergiftungen durch diesen Pilz bekannt, aber das mag auch an seinem bisher geringen Bekanntheitsgrad liegen, so daß Vergiftungen durch ihn wahrscheinlich bisher auf andere Arten zurückgeführt wurden.

Er enthält, wie auch der recht bekannte Gifthäubling Amanitin, was schwere Vergiftungen auslöst und auch zum Tode führen kann. Beim Wiesenhäubling liegt es allerdings nicht gar so stark konzentriert vor wie im Gifthäubling - Todesfälle sind bei einem Verzehr von 100 - 200g Frischpilz durchaus möglich.

Hmm, um dich nicht zu gefährden, möchte ich dir jetzt auch lieber keine genaueren Tips zum semilanceata geben.

Viele Grüße,

Huperzia

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Ja genau, das ist eine riskante Sache! *oT*

Jens ⌂, (vor 9373 Tagen) @ Huperzia

- kein Text -

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Was ist das denn?

Georg, (vor 9372 Tagen) @ Huperzia

Hi Huperzia,
Galerina pratensis? Nie davon gehört. Und soll noch dazu aussehen wie
Ps. semilanceata? Der arme tommy, wenn der das glaubt und weitererzählt!
Ps. semilanceata ist in seiner typischen Form kaum zu verwechseln, mit
gefährlichen Giftpilzen schon gar nicht. Bilder in der Galerie:

http://www.pilzepilze.de/piga/zeige.htm?name=psilocybe_semilanceata

Da sind die wichtigsten Merkmale recht gut zu erkennen:
Feucht brauner Hut, trocken ockergelblich ausblassend. Mit Papille.
Leicht schmierige, abziehbare Huthaut.
Stiel meist wellig verbogen, hohl, Basis teilweise leicht blauend. In der
oberen Hälfte mit flüchtigen Velumresten, vielfach durch ausfallende Sporen dunkel
gefärbt (Sporenpulver purpurbraun, wichtiges Merkmal!).
Lamellen graubräunlich, schmal am Stiel angeheftet (nicht breit angewachsen).

Er wächst auf ehemaligen Kuhweiden, gerne in Bachnähe oder in der Nähe
von Wäldern, aber immer im Gras.

Ich finde den Leuten sollte korrekte Information geliefert
und nicht irgendwelche erfundenen Lügengeschichten verbreitet werden.
Was die mit dem Wissen dann anstellen ist deren Sache.
Desinformation gibt es jedenfalls schon mehr als genug auf dem Gebiet.

Georg

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Re: Was ist das denn?

Knud L., (vor 9372 Tagen) @ Georg

Hi Georg,

was den kennst du noch nicht??? Galerina pratensis den Schrecken der nördlichen Halbkugel? Nach neuesten erkentnissen der archeologischen Wissenschaft ist es anzunehmen, dass die Saurierspezies Fungisammlus saurus, durch Abweiden einiger Galerina-Weiden ausstarb! Versteinerte Mageninhalte führten Prof. Dr. Ernesto Psilius zu den Sporen dieser in neuester Zeit wiederentdeckten Pilzart.

PS: haben wir nun eigentlich erst März? (.)..(_)

Knud

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Re: Was ist das denn?

tommy, (vor 9372 Tagen) @ Georg

danke georg!
das war so ziemlich das erste mal, dass ich infos bekommen hab die mir echt weiterhelfen! besonders das bild ist praktisch!

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Re: Was soll das denn?

Wolfgang F., (vor 9372 Tagen) @ Georg

Ps. semilanceata ist in seiner typischen Form kaum zu verwechseln, mit
gefährlichen Giftpilzen schon gar nicht. [...]
Ich finde den Leuten sollte korrekte Information geliefert
und nicht irgendwelche erfundenen Lügengeschichten verbreitet werden.
Was die mit dem Wissen dann anstellen ist deren Sache.
Desinformation gibt es jedenfalls schon mehr als genug auf dem Gebiet.
Georg

Hi Georg,

mit Deiner Aussage, Psilos seien kaum zu verwechseln, setzt Du eine sehr viel gefährlichere Lügengeschichte in die Welt als Huperzia!!

Für einen Hobbymykologen ist P.semilanceata tatsächlich gut zu erkennen, aber die meisten Psilo-Sammler können nicht einmal einen Steinpilz von einem Pfifferling unterscheiden. Und Du sagst, diese Leute könnten gefahrlos kleine braune Dunkelsporer bestimmen. Das kann doch nicht Dein Ernst sein??

Tatsache ist: bei mir in der Pilzberatung hatte ich schon einen Fall, wo ein Psilo-Freak halbverweste Rettichhelmlinge (die deswegen alle rot/violett-Töne verloren hatten) als Psilos gegessen hat. Ich konnte nicht mehr sagen, ob die Vergiftungserscheinungen vom Muscarin oder von der Lebensmittelvergiftung durch das verweste Eiweiß stammten. In einem anderen Fall hatten die Kids alle Pilze aufgegessen und damit jede Hoffnung auf eine Bestimmung zerstört. Denen wurde halt kurzerhand der Magen ausgepumpt - ganz bestimmt ein Flash von bleibender Erinnerung.

Wer anhand Deiner Bilder Psilos sammeln geht und vorher noch nie einen Pilz bestimmt hat, der wird im günstigsten Fall mit allen möglichen Düngerlingen (Panaeolus), Häublingen (Galerina), Sammethäubchen (Conocybe), Schnitzlingen (Tubaria, Alnicola) und was weiß ich noch alles nach Hause kommen. Von kleinen braunen Dunkelsporern gibt es Hunderte, die auch von Fachleuten meist nicht bestimmt werden können, und von den meisten dieser Pilze ist die Giftigkeit unbekannt. Wie kannst Du behaupten, es gäbe da keinen gefährlichen Giftpilz 'drunter?

Wolfgang F.

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Re: Was soll das denn?

Georg, (vor 9371 Tagen) @ Wolfgang F.

Hi Wolfgang,

mit Deiner Aussage, Psilos seien kaum zu verwechseln, setzt Du eine sehr viel
gefährlichere Lügengeschichte in die Welt als Huperzia!!

Welcher gefährliche Giftpilz wächst denn auf Wiesen, sieht aus wie
Psilocybe semilanceata und hat purpurbraunes Sporenpulver? Den gibt es schlichtweg nicht.

Für einen Hobbymykologen ist P.semilanceata tatsächlich gut zu erkennen, aber
die meisten Psilo-Sammler können nicht einmal einen Steinpilz von einem
Pfifferling unterscheiden. Und Du sagst, diese Leute könnten gefahrlos
kleine braune Dunkelsporer bestimmen. Das kann doch nicht Dein Ernst
sein??

Klar, ich hatte vorausgesetzt, dass Grundkenntnisse vorhanden sind.
Keiner sollte Pilze essen, die er nicht sicher kennt. Das gilt
für 'normale'
Speisepilzsammler genauso wie für Sammler der 'verbotenen Früchte'.
Wäre denn die Reaktion hier genauso ausgefallen wenn einer z.B. nach dem
Nelkenschwindling gefragt hätte? Nein, dann wären selbstverständlich
die Merkmale aufgezählt worden und alles wäre OK gewesen. Obwohl da
die Verwechslungsmöglichkeiten mit Giftpilzen viel reeller sind als bei
Spitzkegeligen Kahlköpfen. Ist halt ein Reizthema, ich weiss. 'Psilos'
sind aber auch Pilze, zumindest für mich.

Tatsache ist: bei mir in der Pilzberatung hatte ich schon einen Fall, wo ein
Psilo-Freak halbverweste Rettichhelmlinge (die deswegen alle
rot/violett-Töne verloren hatten) als Psilos gegessen hat.

Solche Fälle gibt es nicht nur unter Psilofreaks. Sonst gäbe es ja
keine Pilzvergiftungen.

Wer anhand Deiner Bilder Psilos sammeln geht und vorher noch nie einen Pilz
bestimmt hat, der wird im günstigsten Fall mit allen möglichen
Düngerlingen (Panaeolus), Häublingen (Galerina), Sammethäubchen
(Conocybe), Schnitzlingen (Tubaria, Alnicola) und was weiß ich noch alles
nach Hause kommen.

Wer noch nie vorher Pilze gesammelt hat, sollte keine essen bevor er
nicht einen guten Überblick über ähnliche giftige Arten hat.

Ich habe nur gesagt, dass P. semilanceata gut im Feld zu erkennen ist,
wenn auf die grundlegendsten Merkmale geachtet wird und dann die
Gefahr der Verwechslung mit Giftpilzen gering ist. Und dazu steh ich
nach wie vor.

Georg

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Re: Was soll das denn?

Wolfgang F., (vor 9371 Tagen) @ Georg

Hi Georg,

meine Reaktion war recht heftig, das stimmt. Grund dafür ist tatsächlich vor allem die Tatsache, daß Du jemanden, der gesagt hat, daß er KEINE Vorkenntnisse hat, mit Infos versorgt hast, die nur von jemanden MIT Vorkenntnissen richtig gelesen werden können.

Im Moment werden reihenweise Kids in Krankenhäuser eingeliefert, weil sie Datura und ähnliche gefährliche Giftpflanzen zu sich genommen haben. In dem Maße, wie der Psilo-Boom weitergeht, wird gleichzeitig von totalen Pilz-Ignoranten ein gigantischer Feldversuch zur Giftigkeit von kleinen braunen Pilzen gestartet, um die sich bisher kein Speisepilzsammler oder Wissenschaftler gekümmert hat.

Wenn Du sagst, es gibt keinen giftigen Wiesenpilz mit violettschwarzem Sporenpulver, ist das falsch. Richtig ist, dass wir heute keinen kennen . Kannst Du mir z.B. eine wissenschaftliche Untersuchung nennen, die Organschäden bei Genuss von Panaeolus cinctulus (Dunkelrandiger Düngerling) ausschließt? Der gefährlichste Pilz ist aber sicher P. semilanceata selbst, da (Psilo-)Trips ein auslösender Faktor für psychische Störungen wie Schizophrenie sein können, sofern entsprechende Anlagen (genetische und/oder psychische) vorhanden sind.

Kurz gesagt - das eine oder andere Versuchskaninchen wird sich in der Klapse wiederfinden, andere werden mit unheilbaren Leber- oder Nierenschäden "davonkommen".

Ich denke, daß Du als Betreiber der meistgelesenen Pilz-Webseite Deutschlands (Europas??) in einer besonderen Verantwortung stehst, noch Schlimmeres zu verhindern.

Gleichzeitig birgt der Naturdrogen-Boom auch die Chance, dass sich ein Personenkreis, der sonst mit Natur, Pflanzen, Pilzen wenig am Hut hätte, intensiv mit den Merkmalen von bestimmten Arten befasst und dann wahrscheinlich von unserer Artenvielfalt überrascht ist. Dieses Wissenserlebnis erweitert den Horizont wahrscheinlich mehr als der darauffolgende Konsum der "Beute".

Genau wie Du bin ich der Ansicht, daß gezielte Information besser ist als Verschleierung. Vielleicht schaffen wir es mit dem geballten Knowhow im Forum, eine wirklich informative Zusammenstellung der häufigsten kleinen braunen Wiesenpilze zu machen und möglichst objektiv die Risiken der Selbstversuche zusammenzufassen.

Wolfgang Finckh

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Re: Was soll das denn?

abraxas, (vor 9369 Tagen) @ Wolfgang F.

Hi Wolfgang,
das bezieht sich jetzt nicht alles auf deine Nachricht, ich wollte es nur bei der Gelegenheit mal sagen weil es mich in der Sensationspresse immer stört:
Muß man denn immer alles was wächst und irgendwie dröhnt ("Biodrogen") in einen Topf werfen? Mit Tropanalkaloiden aus Nachschattengewächsen hat Psilocybin wirklich nichts gemeinsam. Von Leber und Nierenschäden ist da (im Gegensatz zum Alkohol) auch nichts bekannt. Ist auch nicht sehr wahrscheinlich, da dieser Stoff bestimmten körpereigenen Neurotransmittern so ähnlich ist, daß er mangels spezifischer Eigenschaften bei keinem gängigen Drogenscreening festgestellt werden kann. Was Drogenpsychosen betrifft würde mich interessieren ob schon oft jemand mit einer Psychose eingeliefert wurde, die ausschließlich auf den Konsum von Psilos in moderater Dosierung (ich meine ohne Kombination mit anderen Substanzen und ohne langer Vorgeschichte mit anderen Drogen) zurückzuführen ist. Interessanterweise sorgt der Gesetzgeber immer konsequent dafür dass relativ ungiftige psychoaktive Substanzen wie THC und Psilocybin schön verboten sind, während akut gefährliche Sachen wie Stechapfel oder auch Schnüffelkram wie Toluol und Chloroform leicht verfügbar bleiben. Offensichtlich geht es nicht um Leben und Gesundheit sondern ums Prinzip.
Grundsätzlich kann man was die möglichen Gefahren betrifft nur aufklären. Wenn die Leute merken daß da unverhältnismässig übertrieben oder auch gelogen wird (was in der Regel der Fall ist), glauben naivere Leute diesbezüglich womöglich überhaupt nichts mehr und das kann erst recht fatal sein.
Was das Sammeln und ausprobieren von irgendwelchen kleinen Wiesenpilzen betrifft gebe ich dir 100% recht, man muß sich schon völlig sicher sein. Allerdings glaube ich daß die Idioten unter den Psilosuchern längst alle Arten probiert haben, so daß wohl kein akut gefährlicher dabei sein dürfte. Was langfristige Gefährlichkeit betrifft, sind die vermeintlichen Speisepilze auch manchmal für eine Überraschung gut (Kahler Krempling). Ich bin auch immer verwundert wenn ich in einem Pilzbuch zu einem als essbar gekennzeichneten Pilz lese, daß er irgendein Antibiotikum oder sonstwas seltsames enthält, was sicher auch nicht gut untersucht ist. Oder diese "gelegentlichen Unverträglichkeiten", "leicht Blutdrucksenkend" etc., da steht dann wiederum meist nicht woran das liegt. Weil man's nicht weiß? Könnten doch genausogut z.B. krebserregende oder erbgutverändernde Stoffe enthalten sein, was aber sehr schwer feststellbar wäre. Da sind wohl fast alle Pilzsammler sowas wie Versuchskaninchen, solange man sich nicht nur an die "Klassiker" unter den Speisepilzen hält.
Ohne Panik:

Abraxas

Hi Georg,
meine Reaktion war recht heftig, das stimmt. Grund dafür ist tatsächlich vor
allem die Tatsache, daß Du jemanden, der gesagt hat, daß er KEINE
Vorkenntnisse hat, mit Infos versorgt hast, die nur von jemanden MIT
Vorkenntnissen richtig gelesen werden können.
Im Moment werden reihenweise Kids in Krankenhäuser eingeliefert, weil sie
Datura und ähnliche gefährliche Giftpflanzen zu sich genommen haben. In
dem Maße, wie der Psilo-Boom weitergeht, wird gleichzeitig von totalen
Pilz-Ignoranten ein gigantischer Feldversuch zur Giftigkeit von kleinen
braunen Pilzen gestartet, um die sich bisher kein Speisepilzsammler oder
Wissenschaftler gekümmert hat.
Wenn Du sagst, es gibt keinen giftigen Wiesenpilz mit violettschwarzem
Sporenpulver, ist das falsch. Richtig ist, dass wir heute keinen kennen
. Kannst Du mir z.B. eine wissenschaftliche Untersuchung nennen, die
Organschäden bei Genuss von Panaeolus cinctulus (Dunkelrandiger
Düngerling) ausschließt? Der gefährlichste Pilz ist aber sicher P.
semilanceata selbst, da (Psilo-)Trips ein auslösender Faktor für
psychische Störungen wie Schizophrenie sein können, sofern entsprechende
Anlagen (genetische und/oder psychische) vorhanden sind.
Kurz gesagt - das eine oder andere Versuchskaninchen wird sich in der Klapse
wiederfinden, andere werden mit unheilbaren Leber- oder Nierenschäden
"davonkommen".
Ich denke, daß Du als Betreiber der meistgelesenen Pilz-Webseite Deutschlands
(Europas??) in einer besonderen Verantwortung stehst, noch Schlimmeres zu
verhindern.
Gleichzeitig birgt der Naturdrogen-Boom auch die Chance, dass sich ein
Personenkreis, der sonst mit Natur, Pflanzen, Pilzen wenig am Hut hätte,
intensiv mit den Merkmalen von bestimmten Arten befasst und dann
wahrscheinlich von unserer Artenvielfalt überrascht ist. Dieses
Wissenserlebnis erweitert den Horizont wahrscheinlich mehr als der
darauffolgende Konsum der "Beute".
Genau wie Du bin ich der Ansicht, daß gezielte Information besser ist als
Verschleierung. Vielleicht schaffen wir es mit dem geballten Knowhow im
Forum, eine wirklich informative Zusammenstellung der häufigsten kleinen
braunen Wiesenpilze zu machen und möglichst objektiv die Risiken der
Selbstversuche zusammenzufassen.
Wolfgang Finckh

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Re: Was soll das denn?

tommy, (vor 9368 Tagen) @ abraxas

hi, wollte auch mal wieder was sagen. vielleicht schätzt mich hier der ein oder andere falsch ein. ich bin zwar erst 16, kann aber dennoch recht gut mit drogen umgehen. ich nehme drogen z.b. nicht wie das viele andere (LEIDER!) tun auf partys oder so, sonder benutze sie (meist nur einmal) in einer ruhigen umgebung nachdem ich mich gut (meist mehrere wochen lang) über den richtigen umgang (safer use) und mögliche gefahren informiert habe. ich benutze sie auch nicht als nette kleine spaßmacher, sondern als einmalige und meist auch wertvolle erfahrung.
es sind also, wie vielleicht manche denken, nicht alle jugendliche die pilze testen wollen kleine drogenjunkies, sondern es gibt auch einige die sich intensiv damit auseinandersetzen.

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Re: pilzchen suchen

Lothar, (vor 9365 Tagen) @ Huperzia

Hallo liebe Huperzia,
also: eine Galerina pratensis ist mir überhaupt nicht bekannt. Es gibt eine G. praticola, die zur Gruppe um G. marginata gehört - ein zweifelhaftes Taxon. Blauende Galerina ist mir nur eine einzige bekannt (psilocybinhaltig), und das ist die nur in Gewächshäusern bekannte G. steglichii Besl.
Also: über dieses Phänomen/Phantom aus hessischen Wiesen mußt Du mich aufklären. Häufige Wiesen-Galerinen sind z. B. G. laevis, G. vittiformis oder auch G. clavata. Von denen ist aber kein Amanitin bekannt. Insofern kann ich den Tommy beruhigen. Psilocybe semilanceata mit einer Galerina zu verwechseln ist auch nicht unbedingt notwendig, schon die viel dunklere Sporenpulver (und damit Lamellen-)farbe von P. semilanceata trennt doch deutlich. Aber verwechseln kann man die semilanceata schon. Z. B. mit schmächtigen Frk. von Psilocybe (Stropharia) luteonitens (ohne nennenswerten Hutbuckel). Oder mit Panaeolus acuminatus (muß eigentlich auch nicht sein). Auch manche Helmlinge (weißes Sporenpulver) können makroskopisch auf den ersten Blick sehr ähnlich aussehen.
Viel Spaß beim Suchen wünscht
Lothar
Frei nach dem Motto: dabeisein ist alles.
P.S. Liebe Huperzia: wer sind denn die "hessischen Mykologen"? Und wo ist diese Arbeit in Druck?

Hallo tommy,
du solltest darauf achten, sehr darauf achten!!, daß du sie nicht mit dem
stark giftigen Wiesenhäubling, Galerina pratensis, verwechselst. Er ist
zwar in der Regel recht selten - viel seltener als der semilanceata sonst
- aber grad im Hessischen Hügelland stark verbreitet. Das ergab eine
pilzfloristische Untersuchung der hessischen Mykologen. Dieser ist ähnlich
wie der semilanceata leicht blauend und dem anderen im Habitus auch sonst
recht ähnlich. Eine Schrift zu diesem Pilz, deren Gefahr erst jetzt
erkannt wurde, ist im Druck.
Bis jetzt sind noch keine Vergiftungen durch diesen Pilz bekannt, aber das
mag auch an seinem bisher geringen Bekanntheitsgrad liegen, so daß
Vergiftungen durch ihn wahrscheinlich bisher auf andere Arten
zurückgeführt wurden.
Er enthält, wie auch der recht bekannte Gifthäubling Amanitin, was schwere
Vergiftungen auslöst und auch zum Tode führen kann. Beim Wiesenhäubling
liegt es allerdings nicht gar so stark konzentriert vor wie im
Gifthäubling - Todesfälle sind bei einem Verzehr von 100 - 200g Frischpilz
durchaus möglich.
Hmm, um dich nicht zu gefährden, möchte ich dir jetzt auch lieber keine
genaueren Tips zum semilanceata geben.
Viele Grüße,
Huperzia

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Re: Was soll das denn?

Lothar, (vor 9365 Tagen) @ Wolfgang F.

Also Wolfgang,
jetzt aber mit Deinem moralischen Zeigefinger mal halblang. Zunächst: Leber- und Nierenschäden wegen Psilocybin sind definitiv nicht zu befürchten. Aus toxikologischer Sicht ist Psilocybin ungiftig. In der Klapse wiederfinden: gut, das kann vielleicht bei labilen Personen nicht völlig ausgeschlossen werden. In der Literatur gibt es aber nur ganz wenige Berichte über negative Erfahrungen mit Psilocybin. Das muß m. E. auch einmal gesagt sein. Ich bin auch dagegen, daß jeder dahergelaufene meint, er muß sich seine Psilos sammeln. Trotzdem sollten auch keine unrealistischen Horrorgeschichten in die Welt gesetzt werden.
Euer aller
Lothar

P.S. Panaeolus cinctulus enthält wie Psilocybe semilanceata Psilocybin. Andere Giftstoffe (wohl) nicht. Es ist bisher aus keiner Psilocybin-haltigen Pilzart ein anderer Giftstoff nachgewiesen worden. So enthalten z. B. auch Inocybe corydalina und I. aeruginascens nachweislich kein Muscarin und Galerina steglichii kein Amanitin.
P.S. Daß Du schreibst, man könne sich den Horizont mit Psilos nicht erweitern, beweist nur, daß Du noch nie welche genommen hast.

Hi Georg,
meine Reaktion war recht heftig, das stimmt. Grund dafür ist tatsächlich vor
allem die Tatsache, daß Du jemanden, der gesagt hat, daß er KEINE
Vorkenntnisse hat, mit Infos versorgt hast, die nur von jemanden MIT
Vorkenntnissen richtig gelesen werden können.
Im Moment werden reihenweise Kids in Krankenhäuser eingeliefert, weil sie
Datura und ähnliche gefährliche Giftpflanzen zu sich genommen haben. In
dem Maße, wie der Psilo-Boom weitergeht, wird gleichzeitig von totalen
Pilz-Ignoranten ein gigantischer Feldversuch zur Giftigkeit von kleinen
braunen Pilzen gestartet, um die sich bisher kein Speisepilzsammler oder
Wissenschaftler gekümmert hat.
Wenn Du sagst, es gibt keinen giftigen Wiesenpilz mit violettschwarzem
Sporenpulver, ist das falsch. Richtig ist, dass wir heute keinen kennen
. Kannst Du mir z.B. eine wissenschaftliche Untersuchung nennen, die
Organschäden bei Genuss von Panaeolus cinctulus (Dunkelrandiger
Düngerling) ausschließt? Der gefährlichste Pilz ist aber sicher P.
semilanceata selbst, da (Psilo-)Trips ein auslösender Faktor für
psychische Störungen wie Schizophrenie sein können, sofern entsprechende
Anlagen (genetische und/oder psychische) vorhanden sind.
Kurz gesagt - das eine oder andere Versuchskaninchen wird sich in der Klapse
wiederfinden, andere werden mit unheilbaren Leber- oder Nierenschäden
"davonkommen".
Ich denke, daß Du als Betreiber der meistgelesenen Pilz-Webseite Deutschlands
(Europas??) in einer besonderen Verantwortung stehst, noch Schlimmeres zu
verhindern.
Gleichzeitig birgt der Naturdrogen-Boom auch die Chance, dass sich ein
Personenkreis, der sonst mit Natur, Pflanzen, Pilzen wenig am Hut hätte,
intensiv mit den Merkmalen von bestimmten Arten befasst und dann
wahrscheinlich von unserer Artenvielfalt überrascht ist. Dieses
Wissenserlebnis erweitert den Horizont wahrscheinlich mehr als der
darauffolgende Konsum der "Beute".
Genau wie Du bin ich der Ansicht, daß gezielte Information besser ist als
Verschleierung. Vielleicht schaffen wir es mit dem geballten Knowhow im
Forum, eine wirklich informative Zusammenstellung der häufigsten kleinen
braunen Wiesenpilze zu machen und möglichst objektiv die Risiken der
Selbstversuche zusammenzufassen.
Wolfgang Finckh

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Re: pilzchen suchen

Huperzia ⌂, (vor 9365 Tagen) @ Lothar

Hallo lieber Lothar,

Kennst du denn nicht das Werk von G.J.Hertz?
Ich zitiere mal: "Manchmal ist er lieb und brav, und manchmal ist er unartig. Am Montag trägt er einem kleinen Negermädchen den schweren Korb.(...)Am Dienstag bespritzt er das Zebra mit Schlamm, bis sein schönes Fell lauter Flecken hat."
(Quelle: G.J.Hertz: Der kleine rote Elefant. 3.Aufl.1977; Reinbek bei Hamburg)

Viele Grüße,

Huperzia

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Re: Was soll das denn?

Birgit, (vor 9365 Tagen) @ Lothar

Hallo Lothar,

jetzt aber mit Deinem moralischen Zeigefinger mal halblang.

Find ich auch.

In der Klapse wiederfinden:
gut, das kann vielleicht bei labilen Personen nicht völlig ausgeschlossen
werden. In der Literatur gibt es aber nur ganz wenige Berichte über
negative Erfahrungen mit Psilocybin.

Was ist eine labile Person?? Hier sind der eigenen, subjektiven Interpretation leider Tür und Tor geöffnet. Aus eigener Erfahrung weiß ich leider, daß die Grenze zwischen psychischer Gesundheit und psychischer Krankheit oder Störung fließend sind, auch wenn dies hier in Deutschland noch immer tabuisiert und meist nicht erkannt wird ( Keiner sollte sich auf diesem Gebiet sicher fühlen. Ich werde sicherlich niemals Psilos konsumieren ;-)). Die "Ausrede", daß eine Person ja psychisch labil gewesen sei, trifft m.E. mindestens auf 30% der Bundesbürger zu, es gibt z.B. viele Leute, die schon mal eine depressive Störung hatten. Also sollten die lieben Wissenschaftler da schon etwas genauer differenzieren (ich bin übrigens auch eine von der Wissenschaftlersorte ;-)). Psilocybin und auch LSD wurden ja auch als Droge begleitend zu Psychotherapien eingesetzt, dann aber (hoffentlich ;-)) mit genauer und gewissenhafter therapeutischer Begleitung und Anleitung. Dort hat es vielleicht auch einen therapeutischen Nutzen, wurde aber auf Grund der allgemeinen Drogenhysterie verboten.

Das muß m. E. auch einmal gesagt
sein. Ich bin auch dagegen, daß jeder dahergelaufene meint, er muß sich
seine Psilos sammeln. Trotzdem sollten auch keine unrealistischen
Horrorgeschichten in die Welt gesetzt werden.

Bezüglich der "physischen" toxischen Effekte gebe ich dir hundertprozentig Recht. Ich hab hier auch schon mal ergebnislos nach "richtig" giftigen Psilodoppelgängern gefragt.

P.S. Panaeolus cinctulus enthält wie Psilocybe semilanceata Psilocybin.
Andere Giftstoffe (wohl) nicht.

Panaeolus cinctulus soll eine gastrosintestinale Wirkung haben. Weißt du näheres? Wie stehts eigentlich mit dem Krönchenträuschling (Stropharia coronilla), der soll ja angeblich auch Psilocybin enthalten?

Birgit

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Re: Was soll das denn?

Lothar, (vor 9364 Tagen) @ Birgit

Hallo Birgit,
Stropharia coronilla enthält kein Psilocybin. Gastrointestinale Wirkung: das heißt ja, kein Giftstoff ist bekannt. Der eine hat einen empfindlichen Magen, der andere nicht. Jedenfalls gibt es keine schweren g.i. Vergiftungen wie etwa bei Tigerritterling oder Riesenrötling (auch dort: kein Giftstoff bekannt!).
Was labil ist und was nicht, kann ich auch nicht beantworten. Ich sagte nur, daß ich nicht ausschließen kann, daß man nicht mehr runterkommt vom Trip, obwohl mir ehrlich gesagt von Psilocybin (allein) kein Fall bekannt ist, wo dies passiert sei. Immerhin habe ich (allerdings schon vor etwa 10 Jahren) diesbezüglich im Rahmen einer Semesterarbeit in Toxikologie einmal ausführlich recherchiert.
Grüße von
Lothar

Hallo Lothar,
Find ich auch.
Was ist eine labile Person?? Hier sind der eigenen, subjektiven
Interpretation leider Tür und Tor geöffnet. Aus eigener Erfahrung weiß ich
leider, daß die Grenze zwischen psychischer Gesundheit und psychischer
Krankheit oder Störung fließend sind, auch wenn dies hier in Deutschland
noch immer tabuisiert und meist nicht erkannt wird ( Keiner sollte sich
auf diesem Gebiet sicher fühlen. Ich werde sicherlich niemals Psilos
konsumieren ;-)). Die "Ausrede", daß eine Person ja psychisch
labil gewesen sei, trifft m.E. mindestens auf 30% der Bundesbürger zu, es
gibt z.B. viele Leute, die schon mal eine depressive Störung hatten. Also
sollten die lieben Wissenschaftler da schon etwas genauer differenzieren
(ich bin übrigens auch eine von der Wissenschaftlersorte ;-)). Psilocybin
und auch LSD wurden ja auch als Droge begleitend zu Psychotherapien
eingesetzt, dann aber (hoffentlich ;-)) mit genauer und gewissenhafter
therapeutischer Begleitung und Anleitung. Dort hat es vielleicht auch
einen therapeutischen Nutzen, wurde aber auf Grund der allgemeinen
Drogenhysterie verboten.
Bezüglich der "physischen" toxischen Effekte gebe ich dir
hundertprozentig Recht. Ich hab hier auch schon mal ergebnislos nach
"richtig" giftigen Psilodoppelgängern gefragt.
Panaeolus cinctulus soll eine gastrosintestinale Wirkung haben. Weißt du
näheres? Wie stehts eigentlich mit dem Krönchenträuschling (Stropharia
coronilla), der soll ja angeblich auch Psilocybin enthalten?
Birgit