Risspilze 2007 - I. vaccina *PIC*

interhias ⌂, (vor 6796 Tagen)

Hallo zusammen,

nachdem sich derzeit schon vorjährige Wasserköpfe hier herumtreiben, wage ich es doch mal, noch einen 2007er Risspilz vorzustellen:

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Gefunden habe ich diese schön orangebraun gefärbten Inocyben bei Tanne und Buche auf einer schottrigen Wegböschung. Ich denke, dass es sich um dieselbe Art handeln könnte, die in Pilze der Schweiz unter Nr. 64 als Inocybe vaccina dargestellt ist. Das Aquarell von J. Stangl passt nicht so gut auf den Fund wie die Fotos in PdS.
Falls jemand aus der Runde diese Art kennt, wäre ich für Hinweise dankbar, ob die Bestimmung passen könnte.

Hier noch ein paar Infos zu dem Fund:
Funddaten: 10.08.2007; MTB 8136/3/4/2, 770 m, Taubenberg, am Rand der Forststraße, bei großen Buchen und einer Tanne auf sehr schottriger Wegböschung; gesellig (>10 Fk); Hut: 2,5 bis 4 cm breit, mit stumpfem, bisweilen warzenförmigem, oft auch nur schwach ausgeprägtem Buckel, angedrückt kleinschuppig, Schuppung zum Rand hin etwas gröber, abstehend und Schuppen weiter auseinanderstehend, konzentrisch angeordnet, haselnussbraun, jung und im Zentrum etwas dunkler orangebraun, zu Rand hin durch das Aufreißen der Hutschuppung heller wirkend, nur bei extrem jungen Exemplaren sind Velumspuren am Hutrand zu sehen, sowie Cortinafäden, die den Hutrand mit dem Stiel verbinden; Stiel: 2,5-4 cm lang, bis 0,5 cm breit, zylindrisch, manchmal verbogen, basal höchtens schwach verdickt, aber nie knollig, apikal leicht brechend, apikal schwach beschürfelt, bis unter die Mitte feinst bereift, im unteren Stielabschnitt häufig weißlich befilzt, Stielfarben hellbraun, orangebraun, gelblichbraun, von oben nach unten heller werdend, Basis cremefarben und weißfilzig; Lamellen: mäßig gedrängt, schwach ausgerandet und ziemlich breit angewachsen, jung cremeweiß, später blass graubraun, alt ockerbraun, oft rostfleckig, Schneiden weißflockig; Fleisch: im Hut wässerig grau, bisweilen mit weißlicher Kernzone, im Stielinnern weißlich, Stielrinde rosa- bis orangebräunlich; Geruch: jung schwach pilzig, später schwach spermatisch; Cheilozystiden: metuloid, spindelig bis spindelig-bauchig (im Schnitt relativ schlank), dickwandig (1-3), vermischt mit teils recht langen keuligen bis blasigen Zellen (28-40 x 13-20), 48-70 x 11-20; Pleurozystiden: wie die Cheilos, ca. 70-75 x 10-16; Kaulozystiden: auch unterhalb der Stielmittel echte, metuloide Kaulos, vermischt mit dünnw., keuligen Zellen, ca. 60-72 x 12-17, Wandstärke 1-3; Basidien: -; Sporen: mandelförmig, dickwandig, 9,3 x 5,3 (9-10 x 5-6), Q=1,75 (1,6-1,9);

Mikrofotos zu dem Fund findet ihr hier auf meiner Homepage.

Beste Grüße
Hias

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Re: Risspilze 2007 - I. vaccina

Helmut, (vor 6780 Tagen) @ interhias

Servus Hias,

habe schon länger nicht mehr in den Pilz-Foren gesurft, weshalb mir Dein Beitrag erst jetzt begegnete. Ich denke, Du liegst richtig. In diesem Fall stimmt die Art in "Pilze der Schweiz" mit anderen kompetenten Quellen überein (z. B. E. Ferrari: Inocybe alpine e subalpine, Fungi non delineati 2006).

Warum Stangl sie mit "ockerlichen" Farben beschreibt und abbildet ist mir auch ein Rätsel. Ansonsten passt seine Kollektion schon zur viel freudiger gefärbten I. vaccina.

In jedem Fall ist die Art selten, mir ist sie - leider - auch noch nicht untergekommen.

Gruß

Helmut

Hallo zusammen,
nachdem sich derzeit schon vorjährige Wasserköpfe hier herumtreiben, wage ich
es doch mal, noch einen 2007er Risspilz vorzustellen:

Gefunden habe ich diese schön orangebraun gefärbten Inocyben bei Tanne und
Buche auf einer schottrigen Wegböschung. Ich denke, dass es sich um
dieselbe Art handeln könnte, die in Pilze der Schweiz unter Nr. 64 als
Inocybe vaccina dargestellt ist. Das Aquarell von J. Stangl passt nicht so
gut auf den Fund wie die Fotos in PdS.
Falls jemand aus der Runde diese Art kennt, wäre ich für Hinweise dankbar, ob
die Bestimmung passen könnte.
Hier noch ein paar Infos zu dem Fund: Funddaten: 10.08.2007; MTB
8136/3/4/2, 770 m, Taubenberg, am Rand der Forststraße, bei großen Buchen
und einer Tanne auf sehr schottriger Wegböschung; gesellig (>10 Fk);
Hut: 2,5 bis 4 cm breit, mit stumpfem, bisweilen warzenförmigem, oft auch
nur schwach ausgeprägtem Buckel, angedrückt kleinschuppig, Schuppung zum
Rand hin etwas gröber, abstehend und Schuppen weiter auseinanderstehend,
konzentrisch angeordnet, haselnussbraun, jung und im Zentrum etwas dunkler
orangebraun, zu Rand hin durch das Aufreißen der Hutschuppung heller
wirkend, nur bei extrem jungen Exemplaren sind Velumspuren am Hutrand zu
sehen, sowie Cortinafäden, die den Hutrand mit dem Stiel verbinden;
Stiel: 2,5-4 cm lang, bis 0,5 cm breit, zylindrisch, manchmal verbogen,
basal höchtens schwach verdickt, aber nie knollig, apikal leicht brechend,
apikal schwach beschürfelt, bis unter die Mitte feinst bereift, im unteren
Stielabschnitt häufig weißlich befilzt, Stielfarben hellbraun,
orangebraun, gelblichbraun, von oben nach unten heller werdend, Basis
cremefarben und weißfilzig; Lamellen: mäßig gedrängt, schwach
ausgerandet und ziemlich breit angewachsen, jung cremeweiß, später blass
graubraun, alt ockerbraun, oft rostfleckig, Schneiden weißflockig;
Fleisch: im Hut wässerig grau, bisweilen mit weißlicher Kernzone, im
Stielinnern weißlich, Stielrinde rosa- bis orangebräunlich; Geruch: jung
schwach pilzig, später schwach spermatisch; Cheilozystiden: metuloid,
spindelig bis spindelig-bauchig (im Schnitt relativ schlank), dickwandig
(1-3), vermischt mit teils recht langen keuligen bis blasigen Zellen
(28-40 x 13-20), 48-70 x 11-20; Pleurozystiden: wie die Cheilos, ca.
70-75 x 10-16; Kaulozystiden: auch unterhalb der Stielmittel echte,
metuloide Kaulos, vermischt mit dünnw., keuligen Zellen, ca. 60-72 x
12-17, Wandstärke 1-3; Basidien: -; Sporen: mandelförmig, dickwandig,
9,3 x 5,3 (9-10 x 5-6), Q=1,75 (1,6-1,9);
Mikrofotos zu dem Fund findet ihr hier auf meiner Homepage .
Beste Grüße
Hias

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Re: Risspilze 2007 - I. vaccina

interhias ⌂, (vor 6780 Tagen) @ Helmut

Servus Hias,
habe schon länger nicht mehr in den Pilz-Foren gesurft, weshalb mir Dein
Beitrag erst jetzt begegnete. Ich denke, Du liegst richtig. In diesem Fall
stimmt die Art in "Pilze der Schweiz" mit anderen kompetenten
Quellen überein (z. B. E. Ferrari: Inocybe alpine e subalpine, Fungi non
delineati 2006).
Warum Stangl sie mit "ockerlichen" Farben beschreibt und abbildet
ist mir auch ein Rätsel. Ansonsten passt seine Kollektion schon zur viel
freudiger gefärbten I. vaccina.
In jedem Fall ist die Art selten, mir ist sie - leider - auch noch nicht
untergekommen.
Gruß
Helmut

Servus Helmut,

dank dir für die Einschätzung. Gut, dass du mich auf die Fungi-non-delineati-Arbeit von Ferrari hingewiesen hast, von der wusste ich noch gar nichts. Auf die Dauer ist die Risspilzbestimmerei nur mit dem Stangl und PdS doch mühsam. Gibt's noch irgendwas Aktuelles (nicht Vergriffenes) an Inocybe-Literatur, was du mir empfehlen kannst?

Klar, wenn du oder vielleicht noch der Müller Girgel oder Andreas Vesper nicht gerade mitlesen, gehen Inocybe-Beiträge leicht unter im Forum. Deshalb stelle ich die Beschreibungen ja auch auf meiner Website zusammen. Schau einfach mal rein, wenn du Lust und Zeit hast.

Ciao
Hias

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Inocybe-Literatur

Helmut, (vor 6780 Tagen) @ interhias

Servus Hias,

die Arbeit von Ferrari ist das Aktuellste an Risspilz-Literatur der letzten Jahre. Aber: Alles in italienisch! Überhaupt sind die Italiener in der Gattung recht rührig und bringen immer wieder kleinere Beiträge in Zeitschriften. Ich sollte doch mal die Sprache lernen.

Die Bestimmerei wird aber oft mühsam bleiben - manchmal auch umso mühsamer, je mehr Literatur zur Verfügung steht :-)

Gruß

Helmut

Servus Helmut,
dank dir für die Einschätzung. Gut, dass du mich auf die
Fungi-non-delineati-Arbeit von Ferrari hingewiesen hast, von der wusste
ich noch gar nichts. Auf die Dauer ist die Risspilzbestimmerei nur mit dem
Stangl und PdS doch mühsam. Gibt's noch irgendwas Aktuelles (nicht
Vergriffenes) an Inocybe-Literatur, was du mir empfehlen kannst?
Klar, wenn du oder vielleicht noch der Müller Girgel oder Andreas Vesper
nicht gerade mitlesen, gehen Inocybe-Beiträge leicht unter im Forum.
Deshalb stelle ich die Beschreibungen ja auch auf meiner Website
zusammen. Schau einfach mal rein, wenn du Lust und Zeit hast.
Ciao
Hias

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Italienische Pilzliteratur

interhias ⌂, (vor 6780 Tagen) @ Helmut

Servus Hias,
die Arbeit von Ferrari ist das Aktuellste an Risspilz-Literatur der letzten
Jahre. Aber: Alles in italienisch! Überhaupt sind die Italiener in der
Gattung recht rührig und bringen immer wieder kleinere Beiträge in
Zeitschriften. Ich sollte doch mal die Sprache lernen.
Die Bestimmerei wird aber oft mühsam bleiben - manchmal auch umso mühsamer,
je mehr Literatur zur Verfügung steht :-)
Gruß
Helmut

Servus Helmut,

die Ferrari-Arbeit habe ich gerade bestellt. Wenn du mal was Bestimmtes daraus brauchst, kann ich's dir gerne übersetzen. Mein selbstgestricktes Italienisch ist zwar mehr auf Straßenpalaver und Weinverkostungen adaptiert, aber da die neuere Pilzliteratur zu gefühlten 90% in Italienisch erscheint, wird's mit dem Schwammerl-Italienisch auch langsam besser.
Man kann sich auch immer mit dem Gedanken trösten, dass ein nicht pilzkundiger gelernter Italienisch-Übersetzer bei der Übersetzung einer Risspilzarbeit vermutlich auch erstmal mit dem Ofenrohr ins Gebirge schauen würde.

Gruß
Hias