Auf der Suche nach einem geeigneten Mikroskop,
habe ich noch folgende Frage an alle Mikroexperten: 1. Ist ein aufgesetzter
Objektführer (Tisch also feststehend)
im Vergleich zu einem Kreuztisch eine vernünftige Alternative?
2. Reicht für Routineuntersuchungen ein Hellfeldkondensor
mit einer Apertur von 0,9 oder sind 1,25 das Maß der Dinge?
Vielleicht kann mir ja jemand hierzu helfen.
Gruß,
AlexR
Hallo Alex,
zu (1): das Ding kenne ich nicht genau, es klingt aber nach einer gangbaren Notlösung. Wenn Du (nicht nur Pilze) mikroskopierst, ist Dein Objekt in ständiger Bewegung, weil Du im Präparat nach einem geegneten Ausschnitt suchst uns dabei laufend in der Höhe nach-fokussierst. Bei einem Kreuztisch sind alle drei Raumrichtungen bequem gemeinsam (ein- oder beidhändig) zu bedienen. Steht der Tisch fest und Du bewegst den Objektträger anders (wie auch immer), hast Du erstmal nur eine un-ergonomische Handhaltung mit den entsprechenden Ermüdungserscheinungen und langsamerem Fortschritt. An Funktion verlierst Du nichts.
zu (2):
Ich wette, dass 99% aller Pilz-Mikroskopiker gar nicht wissen, was sie tun müssten, um den nA=1,25 des Kondensors wirklich nutzen zu können, nämlich das Präparat auch von unten (!) mit Öl zu immergieren. Dann bleibt diese Auflösung immer noch der theoretische Wert bei komplett geöffneter Blende, während die meisten Pilzmikroskopiker dazu neigen, die Blende weit zu schließen, um die höhere Tiefenschärfe (auf Kosten der Auflösung) zu gewinnen.
Ich habe jahrelang mit einem Kondensor mit nA=0,9 gearbeitet, und konnte dennoch auch die Ornamente von Pilzsporen weitgehend erkennen.
Keinen Kompromiss kannst Du bei der nA des Objektives machen, da ist 100x/1,25 der notwendige Standard.
Für weiteres dazu empfehle ich die Mikrofibel der Münchner Mikroskopischen Gesellschaft.
Gruß,
Wolfgang