Morcheln in Jena

ajuga, (vor 6764 Tagen)

Hallo!

Da will ich mich mal nach langer Abstinenz mit einem eigenen Beitrag zurückmelden, da stiehlt mir hier im Vorfeld einer nach dem anderen und insbesondere Felix die Show...

Naja, ich langweile euch trotzdem mit noch mehr GEMÖRCH!

Wie ihr meinem aktualisierten Profil entnehmen könnt, fehlt mir derzeit einfach die Zeit für das Morchelsuchen. Das gefällt mir naürlich gar nicht, zumal ich aufgrund des seit langer Zeit mal wieder sehr feuchten Frühjahrs schon seit Wochen ein Ausnahme-Morcheljahr wittere...

Jedenfalls habe ich bislang noch keine meiner Morchelstellen besucht. Aber wie das so ist in einem außerordentlich guten Morcheljahr, kommen also die Morcheln zu mir!

Das erste Exemplar fand ich letzten Freitag, direkt auf dem Gelände des Instituts in dem ich arbeite. Eine Spitzmorchel hat sich dort aus der Fuge zwischen Pflaster- und Bordsteinen herausgewagt. Seit diesem Tag habe ich das Gefühl, dass überall wo ich hinsehe Morcheln wachsen - und das mitten in Jena.

Einige Bilder mit erklärendem Text zu meinen Morchellaceen-Entdeckungen gibt es hier:
http://fotoalbum.web.de/gast/mariohebecker/Morcheln_in_Jena_April_2008/

Bis demnächst,

ajuga

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Re: Morcheln in Jena

Ingo, (vor 6763 Tagen) @ ajuga

Hallo Ajuga,

schöne Bilder. Mal wieder ein Beweis, dass die Teile überall wachsen können.
Auch ganz ohne Bäume und villeicht auch ohne Kalk. Morcheln gelten zwar als
Begleiter irgendwelcher Baumarten. Allerdings scheinen sie typische Folgezersetzer
zu sein. Lepista nuda zum Beispiel ist auch ein typischer Vertreter davon.
Die schönsten Hexenringe gibt's trotzdem meist bei Fichten.

*ggg* Ingo

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Re: Morcheln in Jena

ajuga, (vor 6763 Tagen) @ Ingo

Gerade die Morchella vulgaris hat Felix bei Erfurt auch auf Trockenrasen ohne Begleitbäume gefunden, wenn ich mich recht erinnere.

Und der Kalk, der macht das Ganze besser, ist aber vielleicht wirklich nicht zwingend erforderlich. Sonst könnte man ja in Brandenburg eigentlich nicht so viel finden...

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Re: Morcheln in Jena

Andreas ⌂, (vor 6763 Tagen) @ ajuga

Gerade die Morchella vulgaris hat Felix bei Erfurt auch auf Trockenrasen ohne
Begleitbäume gefunden, wenn ich mich recht erinnere.

Hallo,

die Speisemorcheln von Steppenrasen sind eine eigene Art: Morchella steppicola.
Das ist genetisch untersucht und auch morphologisch ("verschrumpelt" wirkende Grate zwischen kaum als solche erkennbaren Waben) und ökologisch abgesichert.

beste Grüße,
Andreas

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Re: Morcheln in Jena

Gábor, (vor 6763 Tagen) @ Andreas

Hallo,

die Morcheln im Fotoalbum sehen aber nicht sehr verschrumpelt aus - neben Spitzmorcheln kann ich noch graue Speisemorcheln erkennen.

Könnte es denn nicht evtl. sein, dass eine Esche noch in hinreichender Entfernung zu der Rasenfläche steht oder vielleicht vor Jahren hier gestanden hat?

LG, Gábor

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Re: Morcheln in Jena

Andreas ⌂, (vor 6763 Tagen) @ Gábor

Hallo Gabor,

ich persönlich halte diese Grauen Speisemorcheln (zumindest zum teil) auch für was eigenes. Aber das kann ich nur durch zeitliche und ökologische Gegebenheiten definieren und das ist halt ein bischen wenig und vielleicht auch nicht immer und überall wirklich trennend.

Ansonsten kommt die M. steppicola ja in Steppenrasen vor, nicht etwa in Rindenmulchbeeten oder Zierrasen vor Unigebäuden ...

beste Grüße,
Andreas

die Morcheln im Fotoalbum sehen aber nicht sehr verschrumpelt aus - neben
Spitzmorcheln kann ich noch graue Speisemorcheln erkennen.
Könnte es denn nicht evtl. sein, dass eine Esche noch in hinreichender
Entfernung zu der Rasenfläche steht oder vielleicht vor Jahren hier
gestanden hat?
LG, Gábor

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Re: Morcheln in Jena

ajuga, (vor 6763 Tagen) @ Andreas

Hallo!

Also was habe ich denn nun fotografiert?

Beim Rindenmulchspektakel von Felix ist meiner Meinung nach die gleiche Art/Variation dabei (die 5. von links auf dem letzten Bild im Beitrag vom 21.04.08).

ajuga

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Re: Morcheln in Jena

ajuga, (vor 6763 Tagen) @ Gábor

Also ich bin mir ziemlich sicher, dass die nächste Esche erst mehrere hundert Meter entfernt steht. Ich sehe mir das heute noch einmal an...

Aber ich denke auch, dass die Esche für die von mir gefundene Art/Variation nicht zwingend erforderlich ist. Immerhin wachsen alle Variationen der M. esculenta auch auf Rindenmulch...

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Re: Morcheln in Jena

Gábor, (vor 6763 Tagen) @ ajuga

Hallo Ajuga,

zum einen kann man Eschen, ähnlich wie auch z.B. Weide oder Hasel, bis auf den Stock nur knapp über dem Boden zurückschneiden.
Zum anderen sehe ich hier bei mir im Stadtpark großflächig noch junge Eschentriebe aus dem Boden hervorschießen, von einem Baum oder auch nur einem Stock ist allerdings nichts zu sehen.
Deshalb denke ich, dass auch Eschen nach dem Fällen noch aus vergrabenen Wurzelfragmenten weiterhin austreiben können.

LG, Gábor

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Re: Morcheln in Jena

Manfred, (vor 6763 Tagen) @ Gábor

Hallo Ajuga,
zum einen kann man Eschen, ähnlich wie auch z.B. Weide oder Hasel, bis auf
den Stock nur knapp über dem Boden zurückschneiden.
Zum anderen sehe ich hier bei mir im Stadtpark großflächig noch junge
Eschentriebe aus dem Boden hervorschießen, von einem Baum oder auch nur
einem Stock ist allerdings nichts zu sehen.
Deshalb denke ich, dass auch Eschen nach dem Fällen noch aus vergrabenen
Wurzelfragmenten weiterhin austreiben können.
LG, Gábor

Hi Gabor

Damit kommst Du der Wahrheit wohl recht nahe. Ich möchte noch dazufügen, dass
ja anscheinend auch Ulmen in Frage kommen - und (von mir selbst
festgestellt) auch Apfelbäume (und andere Obstbäume?)

LG
Manfred

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Zur Ernährungsweise der Morcheln

Andreas ⌂, (vor 6763 Tagen) @ Manfred

Hallo,

einige Fakten zur Ernährungsweise (und damit auch zum Vorkommen) von Speise- und Spitzmorchel:

Als Begleitpflanzen der Morcheln kommen alle Gewächse in Frage, die in der Lage sind, die von den Morcheln benötigten gelösten Zuckerstoffe in den Boden auszuscheiden.

Speise- und Spitzmorcheln benötigen verschiedene Zuckerverbindungen.

Bei den Speisemorcheln sind die Partnerbäume in erster Linie Esche und Kernobst, aber selbst Eiche wurde schon festgestellt. Bei den Spitzmorcheln sind es in erster Linie Nadelbäume. Bei der Steppenmorchel ist es vermutlich das Sonnenröschen (Helianthemum) oder eine andere Blütenpflanze.

Im Rindenmulch wird vermutlich besonders schnell besonders viel an diesen Zuckerverbindungen frei, daher die dort so extrem üppige Wachstumsweise. Dafür ist mit dem Zersetzen des Rindenschrots auch die Quelle erschöpft im Gegensatz zum Vorkommen unter lebenden Bäumen.

beste Grüße,
Andreas Gminder

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Re: Zur Ernährungsweise der Morcheln

Gábor, (vor 6763 Tagen) @ Andreas

Hallo Andreas,

genau das macht das Forum so lesenswert.
Man bekommt hier Top Insider Infos aus erster Hand :-)

Zumindest habe ich es so detailliert noch nirgends weder gehört, noch gelesen...

Vielen Dank und Schöne Grüße,
Gábor

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Re: Zur Ernährungsweise der Morcheln

42, (vor 6763 Tagen) @ Andreas

Speise- und Spitzmorcheln benötigen verschiedene Zuckerverbindungen.

[...]

Im Rindenmulch wird vermutlich besonders schnell besonders viel an diesen
Zuckerverbindungen frei, daher die dort so extrem üppige Wachstumsweise.
Dafür ist mit dem Zersetzen des Rindenschrots auch die Quelle erschöpft im
Gegensatz zum Vorkommen unter lebenden Bäumen.

He, Sie da! Ja, Sie mit dem Zuckerstreuer! Was machen Sie hier im
- Wald
- Rindenmulch
- Rasen
- Erdbeerbeet
- Vorgarten
- ... (wahlfreies Wort einsetzen)

mit diesem Zuckerstreuer? Und was verstreuen Sie da eigentlich? Und warum? Ich
hole gleich mal vorsichtshalber die Polizei ... oder besser noch die mit den
berühmten weißen Jacken ... und dazu noch die Feuerwehr ...

SCNR
Thomas '42' Wallner

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Quellenangabe

Andreas ⌂, (vor 6763 Tagen) @ Andreas

Hallo,

zu früh abgeschickt, ich will natürlich nicht versäumen, die Quelle hierfür anzugeben.

Und zwar bezieht sich das meiste darauf auf Diskussionen im Internet-Forum "mycologia-europaea", wo diese Diskussion 2005 (glaube ich, oder war's 2006) ziemlich ausführlich ablief. Federführend war dabei ein französisches Forschungsteam, namentlich P. Clowez, der auch mit Prof. Buscot zusammenarbeitete.
Auch prof. Buscot arbeitete viel über Morcheln, kam meines Wissens aber zuminest teils zu etwas anderen Ergebnissen. Meiner Erinnerung nach ging es bei den unterschiedlichen Meinungen um die Art der Aufnahme dieser Zucker: Direkt über eine Wurzelverbindung oder ohne diese aus dem Boden.

Folgender Artikel dürfte da interessant sein, ich habe ihn allerdings nicht:
Wipf D., Clowez P., Bedell J.P., Kochinsky S., Botton B. & Buscot F. (1997).
Recent advances in ecology and systematics of morels. Cryptogamie, Mycologie 18, 95-109.

Auch hier findet sich interessantes:
http://www.haraldkellner.com/html/morel_project.html

beste Grüße,
Andreas

Hallo,
einige Fakten zur Ernährungsweise (und damit auch zum Vorkommen) von Speise-
und Spitzmorchel: Als Begleitpflanzen der Morcheln kommen alle Gewächse in
Frage, die in der Lage sind, die von den Morcheln benötigten gelösten
Zuckerstoffe in den Boden auszuscheiden.
Speise- und Spitzmorcheln benötigen verschiedene Zuckerverbindungen.
Bei den Speisemorcheln sind die Partnerbäume in erster Linie Esche und
Kernobst, aber selbst Eiche wurde schon festgestellt. Bei den
Spitzmorcheln sind es in erster Linie Nadelbäume. Bei der Steppenmorchel
ist es vermutlich das Sonnenröschen (Helianthemum) oder eine andere
Blütenpflanze.
Im Rindenmulch wird vermutlich besonders schnell besonders viel an diesen
Zuckerverbindungen frei, daher die dort so extrem üppige Wachstumsweise.
Dafür ist mit dem Zersetzen des Rindenschrots auch die Quelle erschöpft im
Gegensatz zum Vorkommen unter lebenden Bäumen.
beste Grüße,
Andreas Gminder

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Re: Quellenangabe

Gernot, (vor 6763 Tagen) @ Andreas

Hallo Andreas,

Auch hier findet sich interessantes:
http://www.haraldkellner.com/html/morel_project.html

interessanter Link, vielen Dank! Aber wieso ist denn da Morchella steppicola nicht aufgeführt? Und ist Morchella spongiola was eigenes oder wieso werden dort explizit Bilder mit dieser Art gezeigt?

Schöne Grüße
Gernot

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Re: Morcheln in Jena

Gábor, (vor 6763 Tagen) @ Manfred

Hi Manfred,

das mit den Obstbäumen weiss ist, weil meine Großeltern einen Weingarten hatten und mein Großvater auch mehrmals Morcheln mitbrachte.

Neben den Weinreben hatten wir noch Apfel-, Kirsch- und auch Pfirsichbäume und der Boden war überall sehr sandig. Ach ja, und unser Nachbar hatte direkt am Zaun einen riesengroßen alten Walnussbaum, in dem Pirole nisteten.

Ich kann mich noch gut an die Bernsteinfarbe und die großen Waben der Morcheln erinnern.
Es gab da auch noch so ein Rezept mit gefüllten Morcheln im Backofen :-))

Na jedenfalls: das mit den Begleitbäumen finde ich gar nicht immer soo offensichtlich und trivial.

Hier macht dann natürlich Detektivarbeit besonders viel Spaß...

Schöne Grüße, Gábor

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Hallo Gàbor,das schönste daran ist doch die Pirsch

Hans hurter, (vor 6763 Tagen) @ Gábor

das Zusammenspielen von Intuition,Spürsinn,Klima und Wetterbeobachtung ,im richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort,das Glück beim Fund und der Frust beim Misserfolg, Durchhaltewille und natürlich die Bewegung in der Natur.Das gleiche galt für mich früher beim Forellen pirschen mit der künstlichen Fliege was leider heute sehr eingeschränkt ist durch die zunehmende Zahl der Fliegenfischer und die Verschmutzung der Gewässer!
Die grössten und für mich schönsten Morcheln (grösser als eine Männerfaust mit bernsteinfarbigen grosse Waben finde ich unter einem uralten nicht gepflegten Apfelbaum (die Äpfel sind nur sehr klein) auf einem Ast ist ein Nistkasten für Eulen angebracht in der Nähe stehen Bienenvölkerkasten.In dem angrenzenden Wald hat es uralte Eichen mit fast 4m Umfang und riesige Eschen.Hier finde ich fast alle Morchelspezies in Grossformat aber mehrheitlich unter jüngeren Bäumen! LG Hans

Ps habe leider kein senkrechtes à in der Tastatur

Hi Manfred
das mit den Obstbäumen weiss ist, weil meine Großeltern einen Weingarten
hatten und mein Großvater auch mehrmals Morcheln mitbrachte.
Neben den Weinreben hatten wir noch Apfel-, Kirsch- und auch Pfirsichbäume
und der Boden war überall sehr sandig. Ach ja, und unser Nachbar hatte
direkt am Zaun einen riesengroßen alten Walnussbaum, in dem Pirole
nisteten.
Ich kann mich noch gut an die Bernsteinfarbe und die großen Waben der
Morcheln erinnern.
Es gab da auch noch so ein Rezept mit gefüllten Morcheln im Backofen :-))
Na jedenfalls: das mit den Begleitbäumen finde ich gar nicht immer soo
offensichtlich und trivial.
Hier macht dann natürlich Detektivarbeit besonders viel Spaß...
Schöne Grüße, Gábor

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Re: Hallo Gàbor,das schönste daran ist doch die Pi

Michi, (vor 6762 Tagen) @ Hans hurter

Das klingt aber sehr idyllisch.

Pilzplätze und Ruheoasen.
Herrlich

Lg
Michi

das Zusammenspielen von Intuition,Spürsinn,Klima und Wetterbeobachtung ,im
richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort,das Glück beim Fund und der Frust
beim Misserfolg, Durchhaltewille und natürlich die Bewegung in der
Natur.Das gleiche galt für mich früher beim Forellen pirschen mit der
künstlichen Fliege was leider heute sehr eingeschränkt ist durch die
zunehmende Zahl der Fliegenfischer und die Verschmutzung der Gewässer!
Die grössten und für mich schönsten Morcheln (grösser als eine Männerfaust
mit bernsteinfarbigen grosse Waben finde ich unter einem uralten nicht
gepflegten Apfelbaum (die Äpfel sind nur sehr klein) auf einem Ast ist ein
Nistkasten für Eulen angebracht in der Nähe stehen Bienenvölkerkasten.In
dem angrenzenden Wald hat es uralte Eichen mit fast 4m Umfang und riesige
Eschen.Hier finde ich fast alle Morchelspezies in Grossformat aber
mehrheitlich unter jüngeren Bäumen! LG Hans
Ps habe leider kein senkrechtes à in der Tastatur

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Re: Hallo Gàbor,das schönste daran ist doch die Pi

Gábor, (vor 6762 Tagen) @ Hans hurter

Hallo Hans!

auch für mich hat die Pilzsuche unbestritten romantische Aspekte.

Die Euphorie eines Erstfundes ist manchmal überwältigend, jedoch kenne ich den Frust eigentlich nicht - schließlich bin ich meistens den ganzen Tag in der Natur und bislang habe ich immer etwas Spannendes erlebt unterwegs.

Wenn es auch nur diese mittelmäßigen Herzattacken sind, so wie neulich im Auwald, wenn urplötzlich sich duckende Feldhasen aufspringen oder Fasane vor einem auffliegen :-)

Sehr genieße ich natürlich auch diesen hypnotischen, tranceähnlichen Zustand des komplett-Abschalten-Könnens, hervorgerufen durch die hohe Aufmerksamkeit für die Umgebung.

LG, Gábor

p.s.: ist nicht weiter schlimm wegen des "á"...

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Re: Morcheln in Jena

ajuga, (vor 6762 Tagen) @ Gábor

Hallo!

Also Eschentriebe oder Stümpfe gibt es auf dem Stück Böschungswiese definitiv nicht. Ich habe es heute (am 23.04.2008) nocheinmal überprüft.

Zu meinem Entsetzen gab es jedoch eine Esche auf der anderen Straßenseite, in einer Entfernung zum Aufteten der Morcheln, die mich wirklich grübeln lässt, ob sie etwas damit zu tun hat oder nicht. Ich kann es mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, da es sich um gut 50 oder mehr Meter handelt. Dazwischen eine recht breite Straße inclusive Fusswegen auf beiden Seiten.

Es bleiben die Fragen, wie lang können Eschenwurzeln werden oder ist doch eine andere Pflanze beteiligt, die den Zucker absondert oder brauchen die Morcheln diesen doch nicht zwingend????????????

Ich habe meine Fotodokumentation heute um zwei Bilder mit der Esche erweitert:
http://fotoalbum.web.de/gast/mariohebecker/Morcheln_in_Jena_April_2008/

ajuga

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Re: Morcheln in Jena

Gábor, (vor 6762 Tagen) @ ajuga

Hallo Ajuga!

Warum denn entsetzt?
Die Esche wäre doch zumindest ein hervorragendes Alibi :-)

Ich finde die Entfernung auch ziemlich groß, auch wenn das Terrain auf Deinem Foto abschüssig ausschaut und die Morcheln quasi "schräg unterhalb" der Esche wachsen...

Hier steht noch etwas zu den Standortansprüchen und der Entwicklung der Eschenwurzeln:
http://www.lwf.bayern.de/imperia/md/content/lwf-internet/veroeffentlichungen/lwf-wissen...

LG, Gábor

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Esche

ajuga, (vor 6762 Tagen) @ Gábor

Entsetzt, weil ich zunächst absolut sicher davon ausgegangen war, dass "weit und breit" keine Esche steht.

Nun ist unklar, ob sie was damit zu tun hat oder nicht...

Laut deinem Link sollten die Wurzeln ja nicht so lang werden. Aber wer weiß??

Wenn auf der einen Seite ein Hindernis ist oder sogar der Untergrund steinig, wachsen die Wurzeln vielleicht jahrelang oberflächennah in eine Richtung?

ajuga

Hallo Ajuga!
Warum denn entsetzt?
Die Esche w�re doch zumindest ein hervorragendes Alibi :-)
Ich finde die Entfernung auch ziemlich gro�, auch wenn das Terrain auf Deinem
Foto absch�ssig ausschaut und die Morcheln quasi "schr�g
unterhalb" der Esche wachsen...
Hier steht noch etwas zu den Standortanspr�chen und der Entwicklung der
Eschenwurzeln:
http://www.lwf.bayern.de/imperia/md/content/lwf-internet/veroeffentlichungen/lwf-wissen...
LG, G�bor

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Bilder

ajuga, (vor 6736 Tagen) @ ajuga

Die Bilder befinden sich nun im separaten Thread #Ergänzungen zu "Morcheln in Jena"# vom 24.04.2008, der Web.de-Link funktioniert in Kürze nicht mehr.

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Bilder jetzt hier! *PIC*

ajuga, (vor 6736 Tagen) @ ajuga

Hallo!

Die Lösung mit dem Web.de-Fotoalbum war nur eine Übergangslösung, da ich die FTP-Zugangs-Daten für den PilzePilze-Server verlegt hatte. Der Link zum Fotoalbum wird ab sofort nicht mehr funktionieren.

Ich habe die Bilder samt Originaltexten nun hier eingestellt:

[image]
Wie aus dem Nichts: Spitzmorchel (Morchella conica Syn.: M. elata, M. deliciosa) auf dem Gelände des Hans-Knöll-Instituts in Jena. Fotografiert am Freitag, den 18.04.2008. Über meine erste Morchel 2008 bin ich quasi gestolpert...

[image]
Die gleiche Morchel am Montag, den 21.04.2008. Aus dieser Perspektive wird der merkwürdige Standort noch deutlicher. Mögliches Substrat: Rindenstücken oder oberflächliche Wurzeln eines abgeholzten Baumes.

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Am 21.04.2008 mit geschärften Augen auf dem Weg zur Mensa: Morchelbecherlinge (Disciotis venosa)!

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Immer mehr Morchelbecherlinge! Zwischen einer Straße und einem betonierten Parkplatz auf einem Stück Böschungswiese mehr als 50 Morchelbecherlinge!

[image]
Und dann auch noch das: Speise-Morcheln (Morchella esculenta var. vulgaris)! Eigentlich war ich doch nur auf dem Weg in die Mensa...

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Die gleiche Morchel in der Nahaufnahme. Sie wuchs zusammen mit zwei Artgenossen auf dem gleichen kleinen Stück Wiese, auf dem die zahlreichen Morchelbecherlinge standen!

[image]
Das ist der Standort. Unglaublich, dass es auf diesem Stück Wiese so viele Morchelbecherlinge und auch noch Morcheln gibt.

[image]
Der Standort aus der anderen Richtung. Direkt vor dem Zeiss-Werk in Jena. Übrigens: Keine Esche weit und breit!