Funde vom WE *PIC*

Thüringer-Holz, (vor 6737 Tagen)

Hallo Forum,

nach längere Pause nun mal wieder ein paar Pilze vom mir.
Jochen und ich waren am Sonntag mal wieder gemeinsam unterwegs und es gibt schon einiges zu sehen. Flockie's blieben aber noch aus!

Ein noch unbestimmter Dachpilz mit auffälligem "Blauen" an Druckstellen, gefunden an einem Stumpf im Laubwald (wahrscheinlich Eiche oder Hainbuche)

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Eine sehr schöne Kollektion Egerlinge aus einem Fichtenforst auf Kalk.
Schweinchenenrosa Lamellen, hängender Ring - optisch könnten es verirrte Wiesenegerlinge sein, jedoch vermuten wir Agaricus altipes (aestivalis) oder Ähnliches, leider passt der Ludwig-Schlüssel nicht wirklich.
Jochen hat die ersten mikroskopischen Ergebnisse, mal sehen ob er noch was sagt.

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Russula grisea im Dreierpack

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Die obligatorischen Mai-Vertreter

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Sehr häufig trafen wir auf Polyporus tuberaster den Sklerotien-Stielporling

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Frischer Schwefel:

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Stockschwämmchen

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Im Erlensumpf hätte Ingo Wagner seine Freude gehabt, auch wir haben mal
Stöckchen gedreht. Ich bin dabei auf folgende Winzlinge mit Hut & Stiel gestoßen:

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Die Teile waren kaum 1cm hoch, kann man da überhaupt was zu sagen?

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LG Jochen & Felix

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Re: Funde vom WE

michel, (vor 6737 Tagen) @ Thüringer-Holz

Ein noch unbestimmter Dachpilz mit auffälligem "Blauen" an
Druckstellen, gefunden an einem Stumpf im Laubwald (wahrscheinlich Eiche
oder Hainbuche)

das könte der graue Dachpilz sein, Pluteus salicinus.
VG, michel

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Re: Funde vom WE

Ingo Wagner, (vor 6737 Tagen) @ Thüringer-Holz

Hallo Felix!

Im Erlensumpf hätte Ingo Wagner seine Freude gehabt, auch wir haben mal
Stöckchen gedreht. Ich bin dabei auf folgende Winzlinge mit Hut & Stiel
gestoßen:
Die Teile waren kaum 1cm hoch, kann man da überhaupt was zu sagen?

Ist ja schön, dass du an mich denkst beim Stöckchendrehen!

Vom Habitus und Färbung möchte ich meinen, dass es sich um Mycena speirea (Bogenblättriger Helmling) handelt. Wenn das dünne Ästchen auf dem Boden gelegen hat, und der war feuchter als normal im Wald, also bei Bächlein, Tümpel oder "Dauerpfütze" würde ich mich nicht wundern, wenn ich recht hätte.

Bei so kleinen Fruchtkörpern ist´s nicht gut zu sehen, falls noch ein größerer dabei war, bitte mal Lamellenhaltung registrieren. Die wäre bei speirea leicht herablaufend, dadurch auch die bogigen (konkaven) Lamellen.
Gern bilden die Hüte auch winzige Papillen, muss aber nicht sein.

Mikroskopisch fallen die wellig-knorrigen Cheilozystiden auf.

VG Ingo W

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Re: Funde vom WE

Jochen Girwert, (vor 6737 Tagen) @ Thüringer-Holz

Hallo Forum,

es tut mir leid, dass ich zu den Champignons nicht viel Erhellendes beitragen kann. Mit dem alten "Handbuch für Pilzfreunde" kommt man zwanglos auf altipes. E. Ludwig hat seinen Schlüssel meines Erachtens unglücklich aufgebaut, weil er rötendes bzw. unveränderliches Fleisch im Anschnitt (!!) gilbendem Fleisch auf der Oberfläche (!!) als Alternative gegenüberstellt. Da fangen die Probleme schon am Anfang an, weil beides zutrifft. Die Ludwigsche Abbildung zeigt von altipes recht langstielige Frk, die sonst ganz gut passen.
Die Schäffer-Reaktion ist negativ, aber nach einigen Minuten kommt es doch zu orangeroter Fleckung.
Cheilozystiden habe ich nicht gesehen.

Alles Gute, Jochen.

Hallo Forum,
nach längere Pause nun mal wieder ein paar Pilze vom mir.
Jochen und ich waren am Sonntag mal wieder gemeinsam unterwegs und es gibt
schon einiges zu sehen. Flockie's blieben aber noch aus!
Ein noch unbestimmter Dachpilz mit auffälligem "Blauen" an
Druckstellen, gefunden an einem Stumpf im Laubwald (wahrscheinlich Eiche
oder Hainbuche)


Eine sehr schöne Kollektion Egerlinge aus einem Fichtenforst auf Kalk.
Schweinchenenrosa Lamellen, hängender Ring - optisch könnten es verirrte
Wiesenegerlinge sein, jedoch vermuten wir Agaricus altipes (aestivalis)
oder Ähnliches, leider passt der Ludwig-Schlüssel nicht wirklich.
Jochen hat die ersten mikroskopischen Ergebnisse, mal sehen ob er noch was
sagt.

Russula grisea im Dreierpack

Die obligatorischen Mai-Vertreter

Sehr häufig trafen wir auf Polyporus tuberaster den Sklerotien-Stielporling

Frischer Schwefel:
Stockschwämmchen

Im Erlensumpf hätte Ingo Wagner seine Freude gehabt, auch wir haben mal
Stöckchen gedreht. Ich bin dabei auf folgende Winzlinge mit Hut & Stiel
gestoßen:
Die Teile waren kaum 1cm hoch, kann man da überhaupt was zu sagen?

LG Jochen & Felix

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Re: Funde vom WE

Andreas ⌂, (vor 6737 Tagen) @ Jochen Girwert

Hallo Jochen,

Die Schäffer-Reaktion ist negativ, aber nach einigen Minuten kommt es doch zu
orangeroter Fleckung.

diese indifferente Reaktion ist sehr typisch für Agaricus albosericeus/aestivalis.

beste Grüße,
Andreas

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Re: Funde vom WE

Jochen Girwert, (vor 6737 Tagen) @ Andreas

Hallo Andreas,

ich sehe, Du hast Dich mit der Materie beschäftigt. Da Ludwig schrieb, man könne für die Schäffer-Reaktion auch 60%-ige Schwefelsäure verwenden, habe ich das auch probiert. Es kam zu sofortiger hellschokoladenfarbiger Reaktion; binnen einer Minute wurde der Kreuzungspunkt altrosa. So viel zur Information; ich vermute, es fehlen Vergleichsdaten, um daraus etwas machen zu können.

Gruß, Jochen.

Hallo Jochen,
diese indifferente Reaktion ist sehr typisch für Agaricus
albosericeus/aestivalis.
beste Grüße,
Andreas

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Re: Funde vom WE

Gernot, (vor 6736 Tagen) @ Thüringer-Holz

Hallo Felix,

beim Dachpilz denke ich ebenfalls an Pluteus salicinus. Die Grünverfärbung auf Druck (obwohl ich das so stark noch nicht gesehen habe) und die etwas dunkler geschuppte Hutmitte würden gut passen. Habt ihr den schon mikroskopiert? Er müsste, wenn es sich um salicinus handelt, Hakenzystiden und reichlich Schnallen in der HDS aufweisen.

Beim Helmling bin ich Ingos Meinung, es dürfte sich um Mycena speirea handeln. Brauner, breit geriefter Hut (lässt auf breite Lamellen schließen, was wiederum zu M. speirea passt) sowie bereifter Stiel (gut oft nur bei jungen Exemplaren zu sehen) mit flaumiger Basis sprechen m.E. für diese Art.
Der obere Teil des Stieles von Mycena speirea reagiert mit einem Tropfen Melzers Reagenz übrigens violettbraun bis dunkelrot, dazu müssen die Fruchtkörper aber relativ frisch sein.

Schöne Grüße
Gernot

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Re: Funde vom WE

Huperzia ⌂, (vor 6736 Tagen) @ Gernot

Hallo Felix,
beim Dachpilz denke ich ebenfalls an Pluteus salicinus. Die Grünverfärbung
auf Druck (obwohl ich das so stark noch nicht gesehen habe) und die etwas
dunkler geschuppte Hutmitte würden gut passen. Habt ihr den schon
mikroskopiert? Er müsste, wenn es sich um salicinus handelt, Hakenzystiden
und reichlich Schnallen in der HDS aufweisen.

Hallo Gernot,

Da du nun der zweite bist, der das schreibt, muß ich doch mal widersprechen ;-).

Das ist ganz sicher nicht salicinus, sondern irgendwas um den Rehbraunen. Hakenzystiden hat er 100%ig und Schnallen hat er vielleicht auch.

Viele Grüße,
Tanja Böhning

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Re: Funde vom WE

Gernot, (vor 6736 Tagen) @ Huperzia

Hallo Tanja

Das ist ganz sicher nicht salicinus, sondern irgendwas um den Rehbraunen.
Hakenzystiden hat er 100%ig und Schnallen hat er vielleicht auch.

so eine blaue Verfärbung kenne ich aber eigentlich nur von salicinus. Ist so eine von der cervinus-Gruppe auch bekannt?
Und hat die blaue Verfärbung nicht mit den in salicinus enthaltenen Stoffen (Psilocybin/Psilocin) zu tun?

Schöne Grüße
Gernot

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Sehr berechtigte Fragen, die ich mir auch

Thüringer-Holz, (vor 6736 Tagen) @ Gernot

stelle...
Bin mal gespannt was Hupi und oder Andreas noch dazu sagen.
Das Teil trocknet noch...Aber warum immer nur Russula mikroskopieren, schaue mir den noch an!

LG Felix

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Re: Sehr berechtigte Fragen, die ich mir auch

Andreas ⌂, (vor 6736 Tagen) @ Thüringer-Holz

stelle...
Bin mal gespannt was Hupi und oder Andreas noch dazu sagen.
Das Teil trocknet noch...Aber warum immer nur Russula mikroskopieren, schaue
mir den noch an!
LG Felix

Hallo Felix, Gernot,

als ich habe noch nie von einem blauenden Pluteus salicinus gehört, geschweige denn gesehen. So viel Psilocybin enthält der doch gar nicht. Und selbst wenn, dann sehe ich auf euerm Bild eher schwarze Striemen, aber keine blauen.
Also auch für mich ein ganz klarer, 100%iger Hirschbrauner Dachpilz (im weiteren Sinne). Die Verfärbung halte ich nicht für eine echte Verfärbung, sondern für irgendeine sekundäre Erscheinung, die ich allerdings nicht konkret erklären kann. Ich kenne sowas in eher gelb order rostgelb und hatte in diesem Fall schon das Gefühl, dass es mit Schneckenschleim zusammenhängt. Was das bei Deinem Pilz ist kann ich wirklich nicht sagen, aber ich denke jedenfalls nicht, dass es eine konstante Verfärbung aufgrund der Inhaltsstoffe des Pilzes ist, schon gar nicht Psilocybin.

beste Grüße,
Andreas

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danke für die aufklärenden Worte! *oT*

Gernot, (vor 6736 Tagen) @ Andreas

- kein Text -

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Re: Sehr berechtigte Fragen, die ich mir auch

Georg, (vor 6736 Tagen) @ Andreas

Hallo an alle,
für mich ist das auch ein Dachpilz aus der engeren cervinus-Gruppe und nicht salicinus.
Wo die Verfärbung herkommt, weiß ich nicht, aber vielleicht hat
der Kontakt des Fruchtkörpers mit dem Holz des Stumpfes irgendwas damit zu tun.

als ich habe noch nie von einem blauenden Pluteus salicinus gehört,
geschweige denn gesehen. So viel Psilocybin enthält der doch gar nicht.

Aber so richtig wenig auch nicht. Es gibt Angaben von 0,25 bis 1,5 % der Trockenmasse.
Der höhere Wert liegt schon im Bereich der "potenten" Psilo-Arten.
Blauen tut salicinus aber höchst selten und wenn dann nur als schwache
blaugrüne Verfärbung an der Stielbasis.

Interessant wäre beim vorliegenden Pilz der Geruch.
Ich finde man kann die mehr oder weniger graubraunen Dachpilze
um P. cervinus schon anhand des Geruchs in etwa eingrenzen:

rettich-erdartig: cervinus, primus
geruchlos: pouzarianus
geruchlos bis leicht stechend: salicinus
unangenehm süßlich, jedenfalls nicht rettichartig: brunneoradiatus

Weitere Klarheit bringt dann das Mikroskop.

Georg

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Ergebnis Dachpilz mit dunklen Flecken

Andreas 2, (vor 6716 Tagen) @ Thüringer-Holz

Hallo,

der Dachpilz von Felix ist auch im engeren Sinne nur Pluteus cervinus. Alle Mikromerkmale sprechen dafür und ich habe auch nach längerer Suche im gesamten Frk. keine Schnallen gefunden. Für die dunklen Striemen auf Hut und Stiel konnte ich auch keinerlei Anhaltspunkte bemerken. Die Ursache bleibt im wahrsten Sinne des Wortes im Dunklen.

Das was Georg zu den Gerüchen schreibt ist perfekt. Auch ich mikroskopiere nur Arten, die keinen Rettichgeruch haben. Das heißt aber nicht, dass bei abweichenden oder fehlendem Geruch kein normaler Rehbrauner das Ergebnis sein kann!

Gruß Andreas