Unbekannte Conocybe (Samthäubchen) *PIC*

Gernot, (vor 6731 Tagen)

Hallo Freunde kleiner brauner Pilze,

hab' gestern eine Conocybe (Samthäubchen) gefunden.

Standort: Ca. 1500 müM, auf Erde zwischen Gras in einer Waldstraße.
Hut: Kegelig, Rand gerieft, braun, sehr hygrophan (heller ausblassend), 2 cm Durchmesser.

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Stiel: Auf ganzer Länge gerieft, hutfarben, nach unten hin dunkler, Spitze weiß bereift.

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Lamellen: Rostbraun, Schneiden etwas heller.

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Fleisch: Geruchlos, Geschmack nicht getestet.

Sporen: Elliptisch, helbbraun, dickwandig, mit Keimporus, 10-12 x 6-7 µm, in 5%iger KOH dunkelbraun.

In Wasser:

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In KOH:

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Cheilozystiden: Lecythiform, 14-23 µm lang, die Basis 7-11 µm breit, der Kopf 4-7 µm breit.

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Basidien: 4-sporig, keulig.

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Kaulozystiden; Gleich wie die Cheilozystiden.

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Hutdeckschicht: Aus rundlichen Zellen aufgebaut.

[image]

Kann man anhand meiner Daten vielleicht eine Eingrenzung schaffen?

Schöne Grüße
Gernot

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Re: Unbekannte Conocybe (Samthäubchen)

Oktober, (vor 6730 Tagen) @ Gernot

Hallo Gernot,

die Stielbasis wäre noch wichtig und ob das Pilzchen eine NH3 Reaktion zeigt.
Meine (reine) Vermutung wäre irgend etwas um C.tenera.

Gruß
Manfred

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Re: Unbekannte Conocybe (Samthäubchen)

pilzmel ⌂, (vor 6730 Tagen) @ Gernot

Hallo Gernot,
ich habe momentan auch keine andere Option als tenera in petto, höchstens noch juniana.
Sind die Zystidenköpfe tatsächlich bis 7 µm breit oder ist das nur ein absoluter Ausreißer? Bei tenera kommen die kaum über 5 µm hinaus. Auch scheinen die Zystiden (Ch und Ka) generell ein wenig zu massiv. Keine anderen Elemente der Stielbekleidung gesichtet?
Beste Grüße!
Andreas

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Re: Unbekannte Conocybe (Samthäubchen) *PIC*

Gernot, (vor 6730 Tagen) @ pilzmel

Hallo Gernot,
ich habe momentan auch keine andere Option als tenera in petto, höchstens
noch juniana.
Sind die Zystidenköpfe tatsächlich bis 7 µm breit oder ist das nur ein
absoluter Ausreißer? Bei tenera kommen die kaum über 5 µm hinaus. Auch
scheinen die Zystiden (Ch und Ka) generell ein wenig zu massiv. Keine
anderen Elemente der Stielbekleidung gesichtet?
Beste Grüße!
Andreas

Hallo Andreas, hallo Manfred,

danke für euer Interesse an meinem Fund. NH3 hab' ich leider nicht, kann also keine Reaktionen überprüfen. Die Stielbasis war nicht irgendwie auffällig (also der Stiel fast gerade in den Boden übergehend).

@Andreas: Hab' mir eben nochmals die Stielbekleidung angeschaut und doch noch was anderes gefunden:

[image]

Die keuligen Elemente waren nur selten zu beobachten.

Nachgemessen hab' ich die Köpfe der Zystiden auch noch mal. Die Cheilozystiden messen 3-4 (6) µm, wohingegen die Kaulozystiden um einiges größer sind und die Köpfe (5) 6 - 8 (9) µm messen. Conocybe tenera sollte also wohl eher nicht in Frage kommen? Gibt es jetzt überhaupt noch Alternativen?

Schöne Grüße
Gernot

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Re: Unbekannte Conocybe (Samthäubchen)

Andreas ⌂, (vor 6729 Tagen) @ Gernot

Hallo Andreas, hallo Manfred,
danke für euer Interesse an meinem Fund. NH3 hab' ich leider nicht, kann also
keine Reaktionen überprüfen. Die Stielbasis war nicht irgendwie auffällig
(also der Stiel fast gerade in den Boden übergehend).
@Andreas: Hab' mir eben nochmals die Stielbekleidung angeschaut und doch noch
was anderes gefunden:
Die keuligen Elemente waren nur selten zu beobachten.
Nachgemessen hab' ich die Köpfe der Zystiden auch noch mal. Die
Cheilozystiden messen 3-4 (6) µm, wohingegen die Kaulozystiden um einiges
größer sind und die Köpfe (5) 6 - 8 (9) µm messen. Conocybe tenera sollte
also wohl eher nicht in Frage kommen? Gibt es jetzt überhaupt noch
Alternativen?
Schöne Grüße
Gernot

Hallo Gernot,

warum kommt tenera nicht mehr in Frage? Es passt meiner Meinung nach alles. Schade, dass Du die Kristallbildung in Ammoniak nicht überprüfen kannst, dann würde man sicher gehen können.

beste Grüße,
Andreas

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Re: Unbekannte Conocybe (Samthäubchen)

Gernot, (vor 6729 Tagen) @ Andreas

Hallo Andreas,

warum kommt tenera nicht mehr in Frage?

das dachte ich, weil pilzmel vorher schrieb, dass bei tenera die Zystidenköpfe kaum über 5 µm hinauskommen und die Köpfe meiner Kaulozystiden fast immer und meist deutlich über 5 µm lagen.
Danke dass du dir den Fund angesehen hast, ich werde den Pilz dann mal unter Conocybe tenera ablegen.

Schöne Grüße
Gernot

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Re: Unbekannte Conocybe (Samthäubchen)

pilzmel ⌂, (vor 6729 Tagen) @ Gernot

Hallo Gernot, Andreas und zusammen,
auch wenn ich vielleicht den Pokal für Bockbeinigkeit überreicht bekomme: Der Fund gehört m. M. nach nicht zu tenera. Es fehlt das obligate Basalknöllchen (kann evtl. abgebrochen sein), aber vor allem sind die Zystidenköpfe viel zu groß. Die weisen schon eher in die magnicapitata-Gruppe. Könnte durchaus juniana sein. Jaaa, ich höre schon, der ist mal wieder paranoid.
Beste Grüße!
Andreas

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Re: Unbekannte Conocybe (Samthäubchen)

Waldschrat, (vor 6729 Tagen) @ pilzmel

...auch wenn ich vielleicht den Pokal für Bockbeinigkeit überreicht bekomme...:

Hallo pilzmel,
der Pokal gefällt mir. Werd´ ihn vermerken. :-))
Gruß - Waldschrat

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Re: Unbekannte Conocybe (Samthäubchen)

Gernot, (vor 6729 Tagen) @ pilzmel

Hallo Gernot, Andreas und zusammen,
auch wenn ich vielleicht den Pokal für Bockbeinigkeit überreicht bekomme: Der
Fund gehört m. M. nach nicht zu tenera. Es fehlt das obligate
Basalknöllchen (kann evtl. abgebrochen sein), aber vor allem sind die
Zystidenköpfe viel zu groß. Die weisen schon eher in die
magnicapitata-Gruppe. Könnte durchaus juniana sein. Jaaa, ich höre schon,
der ist mal wieder paranoid.
Beste Grüße!
Andreas

Hallo Andreas,

den Pilz also vorläufig wieder entnamst...

Gibt es noch irgendwas, wonach ich suchen/etwas das ich messen könnte, damit doch noch eine Bestimmung möglich ist? Irgendwie möchte ich jetzt umso mehr wissen, worum es sich letzendlich handelt...
Achja, noch eine Frage: Wo soll das Basalknöllchen sein? Ich kann ja nochmals auf die Suche gehen.

Schöne Grüße
Gernot

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Re: Unbekannte Conocybe (Samthäubchen)

Andreas ⌂, (vor 6729 Tagen) @ pilzmel

Hallo Gernot, Andreas und zusammen,
auch wenn ich vielleicht den Pokal für Bockbeinigkeit überreicht bekomme: Der
Fund gehört m. M. nach nicht zu tenera. Es fehlt das obligate
Basalknöllchen (kann evtl. abgebrochen sein), aber vor allem sind die
Zystidenköpfe viel zu groß. Die weisen schon eher in die
magnicapitata-Gruppe. Könnte durchaus juniana sein. Jaaa, ich höre schon,
der ist mal wieder paranoid.
Beste Grüße!
Andreas

Hallo Andreas,

Bockbeinigkeit ist kein Nachteil :-))

Ich bin dennoch für tenera, weil die 7 µm breiten Zystidenköpfe von den Caulozystiden stammen, nicht von den Cheilozystiden.
Vielleicht kann Gernot die Cheilos nochmal vermessen, was die für ne Köpfchengröße haben (ups, hätte grad fast "Körbchengröße" geschrieben ...).

Ansonsten kann ich mit Deinen Einwänden gegenüber tenera leben, will auch gar nicht behaupten dass der Tipp von mir eine gegen dreistellig tendierende Sicherheit hätte, bleibe aber dennoch bei tenera - es sei denn die Cheilozystidenköpfe waren tatsächlich mehrheitlich so groß.

beste Grüße,
Andreas

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Re: Unbekannte Conocybe (Samthäubchen)

Gernot, (vor 6728 Tagen) @ Andreas

Hallo Andreas,

Ich bin dennoch für tenera, weil die 7 µm breiten Zystidenköpfe von den
Caulo zystiden stammen, nicht von den Cheilo zystiden.
Vielleicht kann Gernot die Cheilos nochmal vermessen, was die für ne
Köpfchengröße haben (ups, hätte grad fast "Körbchengröße"
geschrieben ...).

hab' ich vorhin schon geschrieben: "Die Cheilozystiden messen 3-4 (6) µm, wohingegen die Kaulozystiden um einiges größer sind und die Köpfe (5) 6 - 8 (9) µm messen."
Die Cheilozystiden waren also fast immer unter 5 µm, es gab' nur den einen Ausreißer in Klammer mit 6 µm.

Schöne Grüße
Gernot

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Re: Unbekannte Conocybe (Samthäubchen)

pilzmel ⌂, (vor 6728 Tagen) @ Gernot

Hallo Gernot,
vielleicht beginnt jetzt Waldschrat den Pokal ins Kupfer zu treiben, aber zu den Zystidenköpfen noch ein paar Anmerkungen.
C. tenera hat kleine Köpfe, sowohl bei den Cheilos als auch den Kaulos.Ich gebe allerdings gerne zu, nur über wenige Beschreibungen zu verfügen und erst drei Aufsammlungen von tenera begutachtet zu haben.
ENDERLE (Z. Mykol. 1999): Ch-Köpfe 4-5(5,5) µm, keine Angabe zu Kaulos (sollen durchschnittlich größer sein und längere Hälse haben).
HAUSKNECHT (ÖZP 2000): Für den Typus gibt er Köpfe von 4-5 µm an, in der ausführlichen kompilierten Beschreibung findet sich seltsamer Weise keine Angabe. Es wird aber betont, dass tenere eine kleinkopfige Art sei.
Meine eigenen Messungen (Ch/Ka): 2,7-5/2,5-3,7 µm, max. 3/max. 3 µm, max. 3/max. 3,5 µm. Leider nur mit dem 40er gemessen, aber großkopfig waren die auf keinen Fall.
Im übrigen fehlt das typische Stiel(Basal)knöllchen. Das kann aber, wie erwähnt, abgebrochen sein.
Beste Grüße!
Andreas

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Re: Unbekannte Conocybe (Samthäubchen)

Gernot, (vor 6728 Tagen) @ pilzmel

Hallo Gernot,
vielleicht beginnt jetzt Waldschrat den Pokal ins Kupfer zu treiben, aber zu
den Zystidenköpfen noch ein paar Anmerkungen.
C. tenera hat kleine Köpfe, sowohl bei den Cheilos als auch den Kaulos.Ich
gebe allerdings gerne zu, nur über wenige Beschreibungen zu verfügen und
erst drei Aufsammlungen von tenera begutachtet zu haben.
ENDERLE (Z. Mykol. 1999): Ch-Köpfe 4-5(5,5) µm, keine Angabe zu Kaulos
(sollen durchschnittlich größer sein und längere Hälse haben).
HAUSKNECHT (ÖZP 2000): Für den Typus gibt er Köpfe von 4-5 µm an, in der
ausführlichen kompilierten Beschreibung findet sich seltsamer Weise keine
Angabe. Es wird aber betont, dass tenere eine kleinkopfige Art sei.
Meine eigenen Messungen (Ch/Ka): 2,7-5/2,5-3,7 µm, max. 3/max. 3 µm, max.
3/max. 3,5 µm. Leider nur mit dem 40er gemessen, aber großkopfig waren die
auf keinen Fall.
Im übrigen fehlt das typische Stiel(Basal)knöllchen. Das kann aber, wie
erwähnt, abgebrochen sein.
Beste Grüße!
Andreas

Hallo Andreas,

danke für deine Bemühungen.
An ein Basalknöllchen kann ich mich nicht erinnern, habe aber auch nicht bewusst darauf geschaut, vielleicht hab' ich es schlichtweg übersehen. Der Größenunterschied zwischen Kaulos und Cheilos war jedenfalls beachtlich, das sollte dann wohl eher weniger zu tenera passen.

Tja, bleibt wohl eine unbestimmte Sache...

Schöne Grüße
Gernot

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Ich gebe mich geschlagen (beinahe)

Andreas ⌂, (vor 6728 Tagen) @ pilzmel

Hallo Andreas, Gernot,

Da ich zugeben muss, die Caulozystiden von tenera nie selbst untersucht zu haben, hat pilzmel natürlich den entscheidenden Pluspunkt. Ich bin davon ausgegangen, dass die Caulozystidenköpfe bei tenera durchaus etwas größer sind als die der Cheilozystiden (siehe ENDERLE 1999). Da dies nach pilzmels Beobachtungen nun nicht der Fall sein soll, würde ich das als gewichtig genug ansehen, dass es sich wohl doch nicht um tenera handelt.

beste Grüße,
Andreas

Hallo Gernot,
vielleicht beginnt jetzt Waldschrat den Pokal ins Kupfer zu treiben, aber zu
den Zystidenköpfen noch ein paar Anmerkungen.
C. tenera hat kleine Köpfe, sowohl bei den Cheilos als auch den Kaulos.Ich
gebe allerdings gerne zu, nur über wenige Beschreibungen zu verfügen und
erst drei Aufsammlungen von tenera begutachtet zu haben.
ENDERLE (Z. Mykol. 1999): Ch-Köpfe 4-5(5,5) µm, keine Angabe zu Kaulos
(sollen durchschnittlich größer sein und längere Hälse haben).
HAUSKNECHT (ÖZP 2000): Für den Typus gibt er Köpfe von 4-5 µm an, in der
ausführlichen kompilierten Beschreibung findet sich seltsamer Weise keine
Angabe. Es wird aber betont, dass tenere eine kleinkopfige Art sei.
Meine eigenen Messungen (Ch/Ka): 2,7-5/2,5-3,7 µm, max. 3/max. 3 µm, max.
3/max. 3,5 µm. Leider nur mit dem 40er gemessen, aber großkopfig waren die
auf keinen Fall.
Im übrigen fehlt das typische Stiel(Basal)knöllchen. Das kann aber, wie
erwähnt, abgebrochen sein.
Beste Grüße!
Andreas