Manche Leute sagen 1 Seifenritterling im Essen verbessert den Geschmack -
leider habe ich solche Giftpilze noch nie riskiert, weil ich lieber
bauchwehfrei bleiben möchte.
Hallo Wolfgang, habe verstanden. Allerdings suche ich noch immer nach einer
einwandfrei belgten Vergiftungsmeldung mit einem zweifelsfrei nachgewiesenen
T. saponaceum. In einem meiner Ritterlingsbeiträge hatte ich einen Beitrag
aus den "Westfählischen Pilzbriefen" verlinkt, in dem es um die Giftigkeit von
Ritterlingen ging. Dabei wurde herausgestellt, daß Seifenritterlinge zwar nicht
der kulinarische Hammer seien. Immerhin sollen aber bis zum Zeitpunkt des
Erscheinens dieses Artikels keine akuten Vergiftungsfälle belegt worden zu sein.
Nach Bon gibt es zwei eindeutig giftige Ritterlingsarten.
1. Tigerritterling
Hier ist die Wahrscheinlichkeit groß, die Art mit Formen von Seifenritterlingen
und Erdritterlingen zu verwechseln.
2. Heideritterling (T. josserandi)
Hier ist ebenfalls Verwechslungsgefahr mit Erdritterlingen und T. portentosum gegeben.
Und nun, weil bei Bon nicht ganz klar herausgestellt, der dritte Giftritterling:
Ich bezeichne ihn mal mit Neuhoff's Kiefernritterling, weil es sich um einen
braunen Ritterling handelt, der T. ustale ähnlich ist, aber im Nadelwald
wächst.
die Art hat rötlichbraune Huthaut, nahezu ohne Fasern, und keine farblich
eindeutig abgesetzte Stielspitze.
Und ist vermutlich dafür verantwortlich, daß folgende Tricholomen in der
Literatur mal als giftig oder auch nicht eingestuft werden:
T. ustale
T. pessundatum
T. albobrunneum
T. focale
T. stans
Nach meiner Ansicht sind die genannten Arten aber nicht wirklich giftig,
sondern nur die von mir schon öfters beschriebene Art:
![[image]](/archiv/extern/ingo/2007/tricholoma/T103.JPG)
![[image]](/archiv/extern/ingo/2007/tricholoma/T105.JPG)
![[image]](/archiv/extern/ingo/2007/tricholoma/T110.JPG)
Arbeitstitel: Tricholoma Neuhoffii
Solange da keine Klarheit geschaffen wurde, rate ich davon ab, irgendwelche der
genannten Ritterlinge zu verwerten. Dafür sind viele dieser Arten auch zu selten.
Man bekommt ja kaum genügend Exemplare für eine Untersuchung zusammen.
Vielleicht kann mir jemand hier aus der Leserschaft einen Vergiftungsnachweis
für Seifenritterlinge angeben. Die Zeit bleibt ja nicht stehen.
Ansonsten würde ich in jedem Fall dem Rat der neueren Literatur folgen, und
alle Ritterlinge meiden. Wer weiß schon, was in denen so alles steckt - siehe Grünling.
Viele Grüße Ingo