Zauberpize in Deutschland
Ich interessiere mich für Zauberpilze, welche wachsen in unserer Gegend?
Wie siehts mit den Chancen welche zu finden und der Verwechslungsgefahr aus?
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olli, (vor 9334 Tagen)
Ich interessiere mich für Zauberpilze, welche wachsen in unserer Gegend?
Wie siehts mit den Chancen welche zu finden und der Verwechslungsgefahr aus?
Alfons, (vor 9334 Tagen) @ olli
Also: Zauberpize gibts überhaupt nicht, Zauberpilze vielleicht. Aber was soll das heißen: In unserer Gegend? Wo soll das sein!? Das kann man nur wissen, wenn man zaubern oder hellsehen kann. Und dann braucht man eben keine Zauberpize oder -pilze. Im übrigen fällt die Anfrage deutlich unter das Betäubungsmittelgesetz.
Trotzdem zum Schluss ein kleiner Tipp: Achte mal auf coprophile Arten.
MfG
Alfons
Also: Zauberpize gibts überhaupt nicht, Zauberpilze vielleicht. Aber was soll
das heißen: In unserer Gegend? Wo soll das sein!? Das kann man nur wissen,
wenn man zaubern oder hellsehen kann. Und dann braucht man eben keine
Zauberpize oder -pilze. Im übrigen fällt die Anfrage deutlich unter das
Betäubungsmittelgesetz.
Trotzdem zum Schluss ein kleiner Tipp: Achte mal auf coprophile Arten.
MfG
Alfons
Hallo Jungs,
also eine Anfrage fällt m. W. nicht unter das Betäubungsmittelgesetz, sondern allenfalls der Besitz oder der Handel mit solchen Pilzen. Coprophile Arten sind in Deutschland nicht interessant. Diese Mär rührt von Stropharia (Psilocybe) cubensis her, einer außereuropäischen Art, die auf Dung vorkommt. Es gibt einige Arten auch in D, die Psilocybin enthalten (darum geht es ja wohl), am ehesten ist der Spitzkegelige Kahlkopf (Psilocybe semilanceata) interessant. Dieser wächst auf mäßig nährstoffreichen Wiesen, z. B. extensiven Kuhweiden auf sauren Böden, vor allem in etwas niederschlagsreicheren Regionen. Wer allerdings keine gute Pilzkenntnis hat, sollte keine Selbstversuche unternehmen, da es sehr viele Verwechslungsmöglichkeiten gibt, darunter auch giftige Arten. Ein anderes Problem ist die richtige Dosierung, da der Wirkstoffgehalt regional stark schwanken kann.
Gruß von
Lothar
Alfons, (vor 9334 Tagen) @ Lothar
Hallo Olli,
ich gebe ja zu, dass das mit dem Betäubungsmittelgesetz etwas hoch gegriffen war. Und wenn Lothar meint, coprophile Arten seien uninteressant, o.k., wird wohl stimmen. Psilocbye semilanceata ist schon in Ordnung. Nur noch etwas zu früh. Aber du wirst sie dir ja ohnehin nur ansehen oder gar etwa fotografieren wollen? Wie ich auf die absonderliche Idee gekommen bin, dass jemand diese Pilze sogar zu sich nehmen könnte -in welcher Form auch immer- weiss ich aber auch nicht. Wahrscheinlich stand ich da noch unter dem Einfluss dieses Tütchens mit sogenannten MAGIC MUSHROOMS, die ich mir bei meinem letzten Segelurlaub auf dem Issel-Meer aus den Nederlanden mitgebracht habe. Also, nichts für ungut.
Alfons
Angela, (vor 9333 Tagen) @ Alfons
Hi Alfons,
auf Koh Samui habe ich im März mit grossem Staunen eine Speisekarte betrachtet auf der es tatsächlich - und das gan offiziell - noch Magic Mushrooms gab.
Angela
Hallo Olli,
ich gebe ja zu, dass das mit dem Betäubungsmittelgesetz etwas hoch gegriffen
war. Und wenn Lothar meint, coprophile Arten seien uninteressant, o.k.,
wird wohl stimmen. Psilocbye semilanceata ist schon in Ordnung. Nur noch
etwas zu früh. Aber du wirst sie dir ja ohnehin nur ansehen oder gar etwa
fotografieren wollen? Wie ich auf die absonderliche Idee gekommen bin,
dass jemand diese Pilze sogar zu sich nehmen könnte -in welcher Form auch
immer- weiss ich aber auch nicht. Wahrscheinlich stand ich da noch unter
dem Einfluss dieses Tütchens mit sogenannten MAGIC MUSHROOMS, die ich mir
bei meinem letzten Segelurlaub auf dem Issel-Meer aus den Nederlanden
mitgebracht habe. Also, nichts für ungut.
Alfons
tommy, (vor 9332 Tagen) @ Angela
ja, in thailand ist das alles etwas anders. die machen da omlettes und alles mögliche mit diesen netten pilzen.
wachsen bei uns (also in ganz deutschland) ausser den psilocybe semilanceata noch andere psilocybe oder andere psilocybinhaltige arten?
die p. semilanceata fangen doch frühestens ab august an zu wachsen, oder täusche ich mich da?
Angela, (vor 9332 Tagen) @ tommy
ja, in thailand ist das alles etwas anders. die machen da omlettes und alles
mögliche mit diesen netten pilzen.
wachsen bei uns (also in ganz deutschland) ausser den psilocybe semilanceata
noch andere psilocybe oder andere psilocybinhaltige arten?
die p. semilanceata fangen doch frühestens ab august an zu wachsen, oder
täusche ich mich da?
ICH kann Dir gar nix zu Magic Mushrooms und Verwandtschaft in Deutschland sagen. Ich rühr das zeug nicht an. Und in Thailand habe ich es vorher auch noch NIE auf ner Speisekarte gesehen. Auf Bali - vor 20 Jahren! - gab es an jeder Ecke Omelettes und O-Saft und Marmelade etc. Dazu natürlich Ruheräume ob man dann abhängen konnte. Beim letzten Mal auf Bali - 1997 - habe ich nichts mehr davon gesehen. Auf Bali und in Thailand sind jetzt auch "modernere" Drogen in wie Crack, Ekstasy and the like. Die gibts dann zu den Full Moon, Half Moon, New Moon und Bright Stars Parties (die spinnen die Thais).
Angela
tommy, (vor 9332 Tagen) @ Angela
schade eigentlich....hab öfters gehört, dass auf diesen parties eigentlich die pilze die droge nummer eins wären.....wenn die jetzt stattdessen auf crack zurückgreifen....das ist einfach traurig. aber wir sind hier ja nicht im drogenforum 
Alfons, (vor 9332 Tagen) @ tommy
Eben; und wie schon Olli meinte: Wie kann man bei einer solchen Anfrage überhaupt darauf kommen, dass einer diese Dinger essen will!?! Er müsste nämlich in Kauf nehmen, mindestens die nächsten 5-6 Stunden nicht vernünftig mikroskopieren zu könnnen. Unerträglicher Gedanke!!
Im übrigen glaube ich auch, dass P.semilanceata frühestens vom Sommer an fruktifizieren dürfte. Andererseits wenn ich hier lese, dass bereits Lepista nuda gefunden wird ...
Alfons, der psilocybenlose ...
Angela, (vor 9332 Tagen) @ Alfons
Armer Alfons! Du findest anscheinend gar nichts?
)
Angela die morchelreiche, die mit Sehnsucht die Steinpilze erwartet
Eben; und wie schon Olli meinte: Wie kann man bei einer solchen Anfrage
überhaupt darauf kommen, dass einer diese Dinger essen will!?! Er müsste
nämlich in Kauf nehmen, mindestens die nächsten 5-6 Stunden nicht
vernünftig mikroskopieren zu könnnen. Unerträglicher Gedanke!!
Im übrigen glaube ich auch, dass P.semilanceata frühestens vom Sommer an
fruktifizieren dürfte. Andererseits wenn ich hier lese, dass bereits
Lepista nuda gefunden wird ...
Alfons, der psilocybenlose ...
Alfons, (vor 9332 Tagen) @ Angela
Danke, Angela! Soviel Mitgefühl tut gut. Aber ich will ja nicht über- bzw. untertreiben. Bis du deine ersten Steinpilze in diesem Jahr erblickst, werde ich wohl auch mal fündig geworden sein.
Gefunden habe ich auf jeden Fall schon mal den nachfolgenden Beitrag auf der TINTLING-webside.
" Achtung: Die nachfolgenden Ausführungen werden ab Mitte 2001 voraussichtlich überholt sein, denn es wurde eine Erweiterung des Gesetzes zur Vorlage gebracht, die demnächst beschlossen werden wird. Danach ist eine erneute Verschärfung insofern zu erwarten, als dann Sporen und Mycel auch vom BTMG erfasst werden. Sobald uns Neuigkeiten bekannt werden, werden diese auf der Hauptseite angekündigt werden. " (Kommentar K. Montag)
Zur gesetzlichen Einordnung der psilocybinhaltigen Pilze in Deutschland
Von Dr. habil. Jochen Gartz, Georg-Schumann-Str. 1, 04105 Leipzig
Seit vielen Jahren sind einige psychoaktive Pflanzen und völlig getrennt davon ihre Wirkstoffe im Betäubungsmittelgesetz konkret fixiert und verboten: Hanf und der Wirkstoff THC, Mohn-Opium und Morphin sowie dessen Abkömmlinge Heroin und andere, sowie Cocablätter und Kokain. Dadurch wird sichtbar, dass nur das verboten ist, was auch benannt wird. Für den Umgang mit diesen Pflanzen und Wirkstoffen ist eine Sondergenehmigung nötig. Der sehr THC-arme Faserhanf zur landwirtschaftlichen Nutzung wurde kürzlich aus dem Gesetz herausgenommen.
Andere psychoaktive Substanzen, die ursprünglich aus Pilzen oder Pflanzen isoliert wurden, standen dagegen ohne natürliche Quelle im Gesetz: Psilocybin/Psilocin (Pilze), Meskalin (Kakteen) und Cathinon (Khatblätter).
Psilocybinhaltige Pilze waren völlig legal, wenn keine Herstellung (Extraktion) des Psilocybins in signifikanten Mengen jenseits der Spuren für chemische Analysen vorgenommen wurde, was verboten ist. Es existiert dazu eine völlig kompetent-analoge Aussage von H.H. Körner, dessen Kommentar zum Gesetz die Gerichtspraxis bestimmt. Ein weiterer analoger Fall war die jahrelange und legale Abfertigung von, tonnenweisen Khatblättern auf dem Flughafen Frankfurt mit Weiterbestimmung Skandinavien.
Seit 1995/96 werden in Holland Psilocybe cubensis und in kleineren Masse Panaeolus cyanescens auf Kompost technisch wie der Champignon kultiviert und in über 100 "Öko-Shops" verkauft. Ab dem 18.11.97 werden dort nur noch Frischpilze verkauft, nachdem durch politischen Druck der Nachbarländer die Trockenpilze als haltbare Handelsform verboten wurden. Es werden soviele Pilze kultiviert, dass in Publikationen von einem "Pilzberg" gesprochen wird, der nicht getrocknet werden darf.
Als Resultat dieser holländischen Entwicklung wurden schliesslich in Deutschland in der "10. Durchführungsbestimmung zur Änderung betäubungsmittelrechtlicher Vorschriften" vom Januar 1998 erstmalig die Pilze als Betäubungsmittel benannt und neben anderen Pflanzen verboten. Das Verbot gilt aber nur bei bestimmungsgemässem Gebrauch als Betäubungsmittel. Wissenschaftlich lässt sich dieser Begriff für die Halluzinogene aber nicht halten: sie sollten besser psychoaktive Substanzen genannt werden.
Der Bezug ist wichtig für den mykologisch Forschenden, vom organisierten Laien bis zum Mykologen: es ist keine Sondergenehmigung nötig, um die Pilze aufzusammeln, taxonomisch zu vergleichen und als Herbarmaterial aufzubewahren. Das gleiche gilt für Kakteenzüchter in Bezug auf Meskalin enthaltene Kakteen.
Ich beobachte seit drei Jahren eine explosive Ausbreitung des Vorkommens von Psilocybe cyanescens durch die Verwendung von Holzresten und Rindenmulch als Abdeckmaterial in Parks und Siedlungen, nicht nur hier im Osten Deutschlands, sondern auch in der Schweiz. Eine verstärkte Aufmerksamkeit für diese Spätherbstpilze hinsichtlich der Kartierung ist daher wünschenswert. Es sollte auch erwähnt werden, dass entgegen mancher Meinung bisher keine bleibende Psychose nach Pilzverwendung in der Literatur dokumentiert ist. Dies geht aus der Studie über "Psychoaktive Pflanzen- und Pilzprodukte" im Auftrag des holländischen Ministeriums für Gesundheit im Jahre 1997 hervor, an der ich als ausländischer Gutachter mitgearbeitet habe.
Literatur:
Jochen Gartz (1998): Psilocybe cyanescens in Europa und Nordamerika. Jahrbuch des Europäischen Kollegiums für Bewusstseinsstudien (ECBS)
Das Betäubungsmittelgesetz
tommy, (vor 9332 Tagen) @ Alfons
wenn die das ändern, dann wird die jetzt schon etwas verwirrende rechtliche situation zwar einfacher, weil man sich kaum mehr um die verschwommene grenze zwischen legalität und illegalität bei der recht beliebten zucht von psilocybe arten streiten kann, weil sie ja durch mycel- und sporenverbot quasi unmöglich gemacht wird (ausser man gibt diese privat aber trotzdme illegal im freundeskreis weiter), aber dadurch geht die aszinierende möglichkeit der privaen zucht verloren. man könnte zwar auch champignongs oder andere pilze bei sich zuhause züchten, aber das wäre nicht dasselbe, denn die psilocybe erwecken das interesse an pilzen bei einem personenkreis, der sonst nie etwas damit zu tun gehabt häte. ich bin das beste beispiel. ich habe irgendwann mal was über "psilos" gepostet, hier im forum, hab dann aber entdeckt, dass pilze eigentlich allgemein interessant sind. auch wenn ich wohl nie mykologe werde oder tiefergehendes fachwissen was pilze angeht haben werde, so lese ich doch immer wieder den einen oder anderen beitrag mit interesse.
Frank Adam, (vor 9332 Tagen) @ tommy
Siehste Thomas, und schon bist Du infiziert. Pilze sind halt was interessantes!
Gruss:Frank
olli, (vor 9334 Tagen) @ Alfons
Na sicher mein ich Zauberpilze, und die Gegend dürfte dir auch klar sein
wenn ich Zauberpilze in Deutschland schreibe.
PS: Wer hat gesagt dass dich sie essen will?