August - Tiefschlaf hier und Lichtblicke dort *PIC*

Klaas, (vor 6638 Tagen)

Nabend zusammen,

meine Stammwälder im Hessischen Spessart befinden sich wohl noch im Tiefschlaf, im August gab
es bisher nicht viel Aufregendes zu entdecken. Aber immerhin ein paar Pilze, die ich noch nicht kannte
- ich war ja schon glücklich, überhaupt irgendetwas zu finden.
Naja, seht selbst, Hinweise jedweder Art sind wie immer erwünscht.
(Und ja, es sind wieder zu viele Bilder, aber wenn ich schon so viel (für mich) Interessantes finde,
fällts schwer, auszuwählen.)

1. Ende Juli die ersten Blutroten Filzröhrlinge - Xerocomus rubellus, inzwischen an zig Stellen gefunden,
ich glaube aber, sie lassen langsam nach:
[image]

2. Stockschwämmchen - Kuehneromyces mutabilis - nicht sehr häufig, aber wenn, dann richtig:
[image]

3. Das sollten Stinkschirmlinge - Lepiota cristata sein:
[image]

4. Zierlicher Mehlschirmling - Cystolepiota seminuda
[image]
[image]

5. Blutblättriger Zwergschirmling, B. Bunt-Körnchenschirmling - Melanophyllum haematospermum
[image]

6. Ganz sicher bin ich nicht, da sie eigentlich ganz angenehm und nach frischem Kohl rochen, ich glaube aber
an Blätter-Stinkschwindlinge - Micromphale brassicolens:
[image]

7. Zwei Löwengelbe Dachpilze - Pluteus leonius (rechts oben) hatten vergeblich versucht, sich unter
Behangenen Faserlingen zu tarnen, das musste auffallen:
[image]

8. Diese beiden 1-Cent-großen, bläulich-schwarze Pilze auf im Inneren völlig zerfallenen Buchenast kann ich
nicht zuordnen, vielleicht eine Entoloma (nitidum)?
[image]
[image]

Ansonsten gabs noch massenhaft Behangene Faserlinge, einige Samtfußkremplinge und Krause Glucken,
ordentliche Riesen-Porlinge, wenige Herbst-Rotfußröhrlinge und ein paar Täublinge, vor allem R. violepes
und einige R. virescens, inzwischen wachsen die Rotfüße, Goldröhrlinge und anderes Kleinzeugs, aber alles
recht zerstreut und wenig abwechslungsreich.

Aber jetzt zu den Lichtblicken (manchmal lohnt es sich sogar, mal über den Tellerrand hinaus zu schauen):
Etwas gefrustet mit wenig Zuversicht im Gepäck fuhr ich vorletztes Wochenende mal ein Stückchen näher an
die Bayrische Grenze (von dort zieht normalerweise das schlechte Wetter zu uns rüber...;-)) und war vergangenes
Wochenende gleich wieder dort.
Nur 10 km weiter entfernt - verglichen mit meinem üblichen Suchgebiet - ein wahres Dorado:

9. Das müssten Kupferrote Gelbfüße - Chroogomphus rutilus gewesen sein:
[image]

10. Direkt gegenüber Gebänderte Dauerporlinge - Coltricia perennis:
[image]

11. Etwas weiter weg, Fichtenreizker - Lactarius deterrimus:
[image]

12. Da bin ich nicht wirklich sicher, hänge aber am Reifpilz - Cortinarius caperatus (Rozites caperatus)?
[image]
[image]

13. Ganz unsicher: Weinrötlicher Zwergchampignon - Agaricus semotus?
Der süße, anisartige Geruch war da:
[image]
[image]

14. Neben ein paar Becherlingen und Langfüßlern gabs noch diese Unbekannten,
vielleicht Öhrlinge/Otidea spec.:
[image]

15. Perlpilze gabs überall, oft waren sie aber schon weg, bevor sich die Maden darum kümmern konnten:
[image]

- Täublinge:
Massenhaft, inzwischen versuche ich, einen kleinen Bogen um die Gattung zu machen,
da ich sie ohnehin nicht bestimmen kann, dort fiel es schwer.

16. Für die reichts vielleicht gerade noch, Speise-Täubling - Russula vesca:
[image]

17. Bei denen wirds schon eng, Orangeroter Graustiel-Täubling - R. decolorans?:
[image]

18. Da hörts bereits auf, auf dem Weg zwischen versch. Laub- und Nadelhölzern, bereift, scharf:
[image]

- Pfiffis:
19. Zerstreut ein paar davon:
[image]

20. Ein großes Gebiet voll mit jungen Trompeten-Pfifferlingen - Cantharellus tubaeformis:
[image]

21. Wo ich eine Woche zuvor nur eine handgroße Fläche entdeckt habe, wachsen die
Krausen Leistlinge - Pseudocraterellus undulatus großflächig an einem Hang nach:
[image]

- Röhrlinge:
Sehr viele. Eigentlich stand alle paar Schritt ein Grüppchen oder wenigstens Einzelne rum.
Zwar nichts wirklich Berauschendes, aber über einen hab ich mich sehr gefreut.

22. Auf dem Hinweg übersehen, auf dem Rückweg fiel er sofort zwischen den Goldröhrlingen auf,
Hohlfuß-Röhrling, Hohlfuß-Schuppenröhrling - Boletinus Cavipes:
[image]
[image]

23. Mit denen habe ich immer Probleme, vielleicht Brauner Filzröhrling - Xerocomus ferrugineus,
vielleicht auch X. subtomentosus o.ä.:
[image]

24. Der rote Hut verunsichert mich etwas, wird aber wohl ein Netzstieliger Hexen-Röhrling - Boletus luridus
sein (in näherer und weiterer Umgebung gabs einige, deren Hutfarbe mir besser dazu gefällt, zudem hielt
ich mich letztes Jahr noch von den Rotporigen fern, daher die Unsicherheit):
[image]
[image]

25. Zwischendurch mal ab und zu ein Düsterer Röhrling, Porphyr-Röhrling - Porphyrellus porphyrosporus:
[image]

26. Auch hier Blutrote Filzröhrlinge - Xerocomus rubellus, meistens am Wegrand im Gras, dieser hats
mal woanders versucht:
[image]

27. Auch etwas unsicher, wäre mein erster (bewusst wahrgenommener) Schönfußröhrling - Boletus calopus,
gelbe Poren, schwach blauend:
[image]

28. Die kennt man ja inzwischen ausreichend aus anderen Beiträgen, aber so viele wie an diesen 2 Wochenenden
hatte ich in gesamt 2007 nicht gefunden - das Sammeln lohnt allerdings nicht, die Maden sind schon in den Kleinsten:
[image]

29. Zu Sammelzwecken sind mir die vielen Flockis lieber, in denen habe ich noch keine einzige Made gesehen:
[image]

Die jungen Maronen sehen auch ganz ordentlich aus, ebenso die Goldröhrlinge, die Birkenpilze sind dort auch schon
am Kommen und Gehen.

Was ich aber im Vorbeilaufen mit ein paar Blicken in die Körbe einiger (inzwischen häufiger anzutreffenden) Sammler
erhaschen konnte, war erschreckend: Die Körbe randvoll gefüllt mit halbvergammelten Rotfüßen, ausgelutschten Maronen,
Falschen Pfifferlingen, ein paar Gallenröhrlinge waren bestimmt auch dabei. Dem ersten Sammelwütigen mit solcher
Fracht wollte ich noch einen Hinweis dazu geben, der ergriff aber gleich die Flucht, wohl aus Angst, ich könnte ihn seiner
Kostbarkeiten berauben.
Ein seltsames Völkchen, diese Pilzesammler - im Geschäft würden sie, schätze ich, Pilze solchen Aussehens dem
Verkäufer um die Ohren hauen, aber die Befriedigung des Selber-Pflückens macht blind und die Qualität offenbar
zur Nebensache. Naja, hoffentlich befand sich nicht noch Schlimmeres in den Körben...

Was mich aber richtig sauer macht, ist, dass jetzt schon (bisher zwar nur entlang der Hauptwege) viele Pilz-Leichen den Weg pflastern.
Hauptsächlich die, an denen scheinbar was dran ist, die man vielleicht in die Pfanne hauen könnte. Nicht nur Einzelne oder ein
paar, nein, man muss erst alle der Gruppe rausreißen, um dann zu kapieren, dass man sie wirklich nicht kennt und daher vielleicht
besser nicht eintüten sollte.
Pilzen, die nicht unbedingt so aussehen, als könnte man sie essen, ergeht es nicht besser: Pilz-Fußball, Pilz-Golf, Pilze-Überfahren
und Pilze-Zertrampeln scheinen auch beliebte Saisonsportarten zu sein.
Nächstens gehe ich mit nem Knüppel in den Wald - ich denke, damit kann ich meinen Standpunkt zu dieser Sache recht einfach und
schnell vermitteln...

Viele Grüße,
Klaas

Eintrag gesperrt
12 Aufrufe

Deine Entolomas …

Thomas Pruß, (vor 6638 Tagen) @ Klaas

…finde ich auch jedes Jahr regelmäßig. Aber unter Eschen. Mit denen komme ich aber auch nicht weiter.
Grüßlis
Thomas

Eintrag gesperrt
10 Aufrufe

Re: Deine Entolomas …

Andreas ⌂, (vor 6638 Tagen) @ Thomas Pruß

…finde ich auch jedes Jahr regelmäßig. Aber unter Eschen. Mit denen komme ich
aber auch nicht weiter.
Grüßlis
Thomas

Hallo Klaas und Thomas,

Rötlingsarten mit blauen Farben gibts viele. Ich denke sicherlich an die 30 oder noch mehr Arten können blaue Farbtöne auf Hut und Stiel haben, da hilft nur das Mikroskop!
Aber alle sind relativ selten. Entoloma nitidum ists jedenfalls sicher nicht, das ist übrigens die einzige ganz blaue Art die im sauren Nadelwald wächst.

beste Grüße,
Andreas

Eintrag gesperrt
10 Aufrufe

Also Andreas …

Thomas Pruß, (vor 6638 Tagen) @ Andreas

… die nächsten schick ich dir. Und dann lass mich (uns alle) nicht dumm sterben ;-)
Aber wie ich mein Glück kenne, finde ich sie ausgerechnet dieses Jahr nicht :(
Grüßlis
Thomas

Eintrag gesperrt
9 Aufrufe

nur 30, das geht ja noch..;) danke f.d. Hinweis! *oT*

Klaas, (vor 6638 Tagen) @ Andreas

- kein Text -

Eintrag gesperrt
11 Aufrufe

Re: Deine Entolomas …

Wolfgang P., (vor 6638 Tagen) @ Andreas

Hallo Klaas und Thomas,
Rötlingsarten mit blauen Farben gibts viele. Ich denke sicherlich an die 30
oder noch mehr Arten können blaue Farbtöne auf Hut und Stiel haben, da
hilft nur das Mikroskop!
Aber alle sind relativ selten. Entoloma nitidum ists jedenfalls sicher nicht,
das ist übrigens die einzige ganz blaue Art die im sauren Nadelwald
wächst.
beste Grüße,
Andreas

Hallo Andreas,

ich will Dir leicht widersprechen: blaue Entolomen gibt es viele, aber die meisten sind strenge Magerrasen-Bewohner.

Auf verrottendem Buchenholz bleiben letztlich dichroum, placidum und coelestinum in der engeren Auswahl, und ich tendiere hier wegen der Farben zu dem seltensten der drei, nämlich coelestinum.

An einem Exsikkat hätte ich Interesse (Erstfund für Deutschland??)

Gruß,

Wolfgang

Eintrag gesperrt
12 Aufrufe

Re: Deine Entolomas …

Andreas ⌂, (vor 6638 Tagen) @ Wolfgang P.

Hallo Andreas,
ich will Dir leicht widersprechen: blaue Entolomen gibt es viele, aber die
meisten sind strenge Magerrasen-Bewohner.
Auf verrottendem Buchenholz bleiben letztlich dichroum, placidum und
coelestinum in der engeren Auswahl, und ich tendiere hier wegen der Farben
zu dem seltensten der drei, nämlich coelestinum.
An einem Exsikkat hätte ich Interesse (Erstfund für Deutschland??)
Gruß,
Wolfgang

Hallo Wolfgang,

da widerspricht aber meine Erfahrung, dass Saftlinge, Rötlinge, Wiesenkorallen und ähnliches, das landläufig als Magerrasenbewohner gilt, nicht selten in "Pionierwäldern" (artenreiche Laubgehölze mit Esche und Zitterpappel, auwaldähnlich) vorkommen. Das konnte ich schon des öfteren beobachten und auch H.-D. Zehfuß hat solche Beobachtungen gemacht. Interessanterweise sind diese Standorte gar nicht mal sooo nährstoffarm.

Ich glaube nicht, dass der Wuchs auf stark verrottetem Buchenholz unbedingt bedeuten muss, dass der Pilz holzabbauend ist. Dichroum und placidum fällt für diesen Pilz definitiv aus, die kenne ich beide gut. Coelestinum dagegen nicht, glaube aber nicht so recht dran. Wäre schön, wenn Du den Fund untersuchen könntest und es würde mich nicht wundern wenn nachher lepidissimum rauskommt. Übrigens auch eine Art, die nicht selten in Wäldern und sogar in der Nadelstreu vorkommt ...

beste Grüße,
Andreas

Eintrag gesperrt
10 Aufrufe

Re: Deine Entolomas …

Wolfgang P., (vor 6638 Tagen) @ Andreas

Hallo Wolfgang,
da widerspricht aber meine Erfahrung, dass Saftlinge, Rötlinge,
Wiesenkorallen und ähnliches, das landläufig als Magerrasenbewohner gilt,
nicht selten in "Pionierwäldern" (artenreiche Laubgehölze mit
Esche und Zitterpappel, auwaldähnlich) vorkommen. Das konnte ich schon des
öfteren beobachten und auch H.-D. Zehfuß hat solche Beobachtungen gemacht.
Interessanterweise sind diese Standorte gar nicht mal sooo nährstoffarm.
Ich glaube nicht, dass der Wuchs auf stark verrottetem Buchenholz unbedingt
bedeuten muss, dass der Pilz holzabbauend ist. Dichroum und placidum fällt
für diesen Pilz definitiv aus, die kenne ich beide gut. Coelestinum
dagegen nicht, glaube aber nicht so recht dran. Wäre schön, wenn Du den
Fund untersuchen könntest und es würde mich nicht wundern wenn nachher
lepidissimum rauskommt. Übrigens auch eine Art, die nicht selten in
Wäldern und sogar in der Nadelstreu vorkommt ...
beste Grüße,
Andreas

Hallo Andreas,

hmmm, lepidissimum sollte nach Lit. einen polierten Stiel haben, oder?

Ich kenne weder lepidissimum noch coelestinum aus eigener Anschauung. Jedenfalls sollte man mikroskopieren, und die "typischen Holzbewohner" unter den blauen Rötlingen tun uns ja den Gefallen, sich von den "typischen Magerrasenbewohnern" auch durch das Auftreten von Schnallen zu unterscheiden (und hier wette ich auf Schnallen, was aber lepidissimum mit einschließt, der sich nach Noordeloos auch mal vom Holz auf einen Magerrasen verirrt...)

E. dichroum würde ich nicht kategorisch ausschließen, schau Dir mal das Bild in FE 5A, S. 1276 unten an.

Gruß,

Wolfgang Prüfert

Eintrag gesperrt
10 Aufrufe

Re: Deine Entolomas …

Klaas, (vor 6638 Tagen) @ Wolfgang P.

An einem Exsikkat hätte ich Interesse

Hallo Wolfgang!

Ich glaube, das wird nichts - die zu Stecknadelgröße geschrumpften Reste sind am Sonntag mit vielen anderen Trockenpilzen auf dem Komposthaufen gelandet (hatte keinen Platz mehr für neue...) - könnte sein, dass ich sie mit der Lupe wiederfinde, aber ob das was bringt? Ich kann aber am Wochenede nochmal am Fundort vorbeischauen, da standen noch ein paar weitere, vielleicht gibts noch immer oder wieder welche.

Weiterhin zum Ast: ich habe mir gerade nochmal meine unscharfen Standortfotos angeschaut. Die Rinde war zwar noch da, beim Anfassen zerfiel die Hülle allerdings in Einzelteile und das Innere quasi zu Erde - die Stielbasis kam nicht aus der Rinde, sondern aus einem Spalt in der Rinde.
Ich sehe gerade auch noch Sandkörner, vielleicht auch möglich, dass da von außen was in den Ast gekommen ist. Kurzum: ob wirklich Holzbewohner oder nicht, traue ich mich inzwischen nicht mehr zu sagen...

Grüße,
Klaas

Eintrag gesperrt
12 Aufrufe

Re: August - Tiefschlaf hier und Lichtblicke dort

Waldschrat, (vor 6638 Tagen) @ Klaas

Hallo Klaas,
zu Deinem Beitrag fällt mir, weiß nicht warum :-), ein abgewandeltes Sprichwort meines Vaters ein:
"Wenn der Barmer wenig fand, fand der Prahler gar nichts". Appropos Maden. Wie, vor allem in welchem Pilzstadium gelangen sie dort hinein und welchen Weg nehmen sie darin?. Mein langjähriger Eindruck: von unten nach oben.
Gruß - Waldschrat

Eintrag gesperrt
11 Aufrufe

sehr interessant...

Klaas, (vor 6638 Tagen) @ Waldschrat

Hallo Waldschrat,
danke für die Aufklärung - vorher war mir rätselhaft, wie die Maden den Weg vom Hut in den Stiel meistern, ohne Spuren im Hut zu hinterlassen... ;)
Gruß, Klaas

Eintrag gesperrt
12 Aufrufe

Re: Wenn das ernst gemeint sein sollte...

Ingo, (vor 6638 Tagen) @ Klaas

danke für die Aufklärung - vorher war mir rätselhaft, wie die Maden den Weg
vom Hut in den Stiel meistern, ohne Spuren im Hut zu hinterlassen... ;)

...dann sollte man sich einige Vertreter der Untergattung Xerocomus spez.
mal genauer anschauen. Da marschiert das Gelege nämlich zuerst über die Röhren
in den Hut, und von dort aus weiter. Böse Pilzmücke!

Wenn es ein Scherz war, dann vergesst meinen Schrieb ganz schnell. ;o)

*ggg* Ingo

Eintrag gesperrt
10 Aufrufe

Re: Wenn das ernst gemeint sein sollte...

Klaas, (vor 6638 Tagen) @ Ingo

Wenn es ein Scherz war, dann vergesst meinen Schrieb ganz schnell. ;o)

Hallo Ingo,
ich glaube fast, das war eine kleine Stichelei mit darauffolgendem (und zweifellos misslungenem) Scherzversuch meinerseits - aber dank Elfi wissen nun alle Bescheid - danke Elfi!

Viele Grüße und gute Nacht,
Klaas

Eintrag gesperrt
10 Aufrufe

Re: sehr interessant...

Waldschrat, (vor 6638 Tagen) @ Klaas

Nein, nein, Klaas, das war positiv gemeint. Dein Funde (Bilder) sprechen eine andere Sprache wie eingangs Deine Worte.
Gruß - Waldschrat

Eintrag gesperrt
11 Aufrufe

Re: August - Tiefschlaf hier und Lichtblicke dort *PIC*

elfi ⌂, (vor 6638 Tagen) @ Waldschrat

Hallo Waldschrat,
Pilzfliegen, ich denke, es gibt da auch etliche Arten, haben sehr unterschiedliche Gelüste.
Meist sind die Maden von unten nach oben unterwegs. z.B. in jugendlichen Steinpilzen
und das schon in den ganz winzigen!
In älteren Pilzexemplaren werden die Eier in den bereits geweiteten Röhren abgelegt.
Gerne wird dann auch der Hut angestochen, es gibt Steinpilze, Rotkappen, oder Birkenpilze
die noch recht knackig im Hut sind, aber jede Menge Einstiche haben.
Darunter befinden sich klassische hellgelb gefärbte Eiablagen.
Kleine Birkenpilze sind in den noch dünnen Röhren oft übersät von Einstichen mit
bis zu 50 Einlagen,
ich habe das schon oft gezählt!
Die Einstiche sind leicht zu erkennen, kleine braune Punkte.
Ich denke sie stammen von Springschwänzen, denn die Maden sind winzig und leicht im
Pilzfleisch zu übersehen.
Eine seltene Art der Eiablege erfolgt zwischen Stiel und Röhrenschicht. Diese Maden,
fressen sowohl nach unten und nach oben.
Die Flockis sind meist madenfrei, außer sie sind schon älter, dann ist der Hut madig,
weil die Pilzfliege die Eier in die Röhren abgelegt hat, der Stiel ist dann noch ok.
Ich habe einen Waldrand der voller Flockis stehen kann, da befinden sich immer
so drahtige Maden im Stiel, die große braune Löcher bohren. Immer eine Made pro Pilz!
Welche Larven das sind, weiß ich noch nicht, ich denke, es ist ein Falter oder
Ähnliches, das mit einer dort wachsenden Pflanze vergesellschaftet ist.

Vorgestern habe ich einen Parasolpilz, absolut madenfrei, paniert.
Plötzlich schwamm im verklepperten Ei ein Minitausendfüßler um sein Leben....
So viel zu dem, was wir oft verspeisen.
Mahlzeit.
Beste Grüße
elfi [image]

Eintrag gesperrt
9 Aufrufe

Re: August - Tiefschlaf hier und Lichtblicke dort

Waldschrat, (vor 6637 Tagen) @ elfi

Moin Elfi,
zunächst gelüstet es mich, Dir zu danken. Du hast bezüglich Pilzmaden den Unwissenheitsschleier etwas geliftet und darüberhinaus auf bislang übersehene weitere Unappetitlichkeiten verwiesen. Das hat allerdings auch die Gelüste auf Pilzfleisch zusätzlich gedämpft. Aber das ist Kummers Kleinster bei unserem Hobby, nicht wahr? :-).
Gruß - Waldschrat

Eintrag gesperrt
9 Aufrufe

Re: August - Tiefschlaf hier und Lichtblicke dort

Ingo Wagner, (vor 6637 Tagen) @ elfi

Hallo elfi!

Finde deine Erfahrungen bezüglich der Eiablage in Pilzen äußerst interessant.
Wenn du da noch ein paar Erkenntnisse zusammenträgst, wäre das doch auch mal einen Artikel (vielleicht im TINTLING mit Beispielfotos??) wert, oder?

VG Ingo W

Eintrag gesperrt
9 Aufrufe

Thema Madenbefall *PIC*

Ingo Wagner, (vor 6637 Tagen) @ elfi

Halo elfi!

Nochmal ich. Habe gerade im "pilzforum" folgendes Bild von deep7 entdeckt:

[image]

Wo mögen denn da die Maden eingestiegen sein? Und warum ist das äußere Stielfleisch hier noch intakt? Vielleicht über den Hut eingestiegen und sich im Stiel vollgefressen? Ist ja aber auch unwahrscheinlich, dann müssten ja mehr Fraßgänge in die Richtung des Stieles gehen.
Was denkst du?

VG Ingo W

Eintrag gesperrt
11 Aufrufe

Re: Thema Madenbefall

AK_CCM, (vor 6637 Tagen) @ Ingo Wagner

Hallo Ingo,

Und warum ist das äußere Stielfleisch hier noch intakt?

bin zwar nicht elfi, aber ich hatte schon einen Bilderbuch-Steinpilz als Fotomotiv, der von außen keinen Makel zeigte, aber nach dem Abschneiden staunte ich nicht schlecht, dass der Stiel komplett ausgehölt war:

http://www.fotocommunity.de/pc/pc/mypics/526673/display/3860863

Erklärungsversuch: Wenn die Maden zu viel Fleisch nahe der Stielrinde fressen, gefährden sie die Statik des Fruchtkörpers. Ob das nur ein Zufall war oder ob die Maden das instinktiv machen, kann ich Dir aber nicht verraten.

Elfi, hast Du das auch schon beobachtet?

Gruß, Andreas

Eintrag gesperrt
10 Aufrufe

Re: Thema Madenbefall

ziggi, (vor 6636 Tagen) @ AK_CCM

Erklärungsversuch: Wenn die Maden zu viel Fleisch nahe der Stielrinde
fressen, gefährden sie die Statik des Fruchtkörpers. Ob das nur ein Zufall
war oder ob die Maden das instinktiv machen, kann ich Dir aber nicht
verraten.

Hallo Andreas,

bin zwar auch nicht die Elfi, aber Zufall war das sicher nicht, eher typisch. Ich habe heuer sehr viele Sommersteinis gefunden und bei fast allen war dasselbe zu beobachten. Egal wie alt, ca 0,5 cm unberührte Restwand gab es immer. Die Statiktheorie find ich gar nicht so schlecht, auch wenn so ein Pilz nicht zusammenstürzt wie ein Hochhaus. Aber vielleicht finden die Maden das Stielfleisch am Rand auch einfach nur zu holzig. Sicher ist, dass sie von unten nach oben gehen. Wie sie allerdings da rein kommen, ist mir auch ein Rätsel. Wenn man den Pilz vorsichtig rausdreht und ganz dünn die Erde abschabt, sind die Pilze äußerlich eigentlich immer makellos. Die Maden müssen meiner Meinung nach von Anfang an drin sein, also letztendlich irgendwie den Weg über das Myzel genommen haben. Und noch was zu der Dicke der Gänge. Die wächst meines Erachtens mit dem Pilz mit.
Das alles gilt aber wohlgemerkt nur für die Sommersteinis und da gibt es doch bestimmt auch schon Untersuchungen drüber, oder?

Liebe Grüße

Markus

Eintrag gesperrt
10 Aufrufe

Re: Thema Madenbefall

Waldschrat, (vor 6636 Tagen) @ ziggi

Die Maden müssen meiner Meinung nach von Anfang an drin sein, also
letztendlich irgendwie den Weg über das Myzel genommen haben.:

Hallo Markus,
solche Gedanken halten sich auch hartnäckig in meinem Grind.
Gruß - Waldschrat

Eintrag gesperrt
11 Aufrufe

Hallo Aki, *PIC*

elfi ⌂, (vor 6636 Tagen) @ AK_CCM

Siehe Antwort auf Ingo W.
Da habe ich all mein Wissen über die "Gemeine Pilzfliege" geschrieben.
Guten Morgen
elfi [image]

Eintrag gesperrt
9 Aufrufe

meine kleine Madentheorie

Gábor, (vor 6636 Tagen) @ Ingo Wagner

Hallo Ingo,

was das gezeigte Bild angeht, kann es natürlich auch sein, dass ein Paar Madenfraßgänge die bis zur äußeren Stiel- oder Hutschicht verlaufen, nicht in der Schnittebene lagen.

Und dann gibt es da auch noch so hauchfeine Fraßgänge, dass man sie nur mit Mühe erkennen kann.
Beim späteren Trocknen des Pilzes hingegen wundert man sich, woher diese großen fetten Maden herkommen, die aus dem Trockengut panisch die Flucht ergreifen.

Ich denke, wenn die sich so richtig wohl fühlen und ordentlich Futter bekommen, dürfen sie auch schon mal wachsen.
Dann sieht man auch ihre Fraßgänge entsprechend deutlicher...

LG, Gábor

Eintrag gesperrt
11 Aufrufe

Ob es so etwas schon gibt?

Gábor, (vor 6636 Tagen) @ Ingo Wagner

Nur mal so als kleine Idee für Bastler und Hobbyfilmer:

ich stelle mir gerade vor wie es wäre, ein Stück eines Pilzfruchtkörpers abzuschneiden und an die Schnittstelle ein Glasplättchen zu plazieren.

Anschließend könnte man ja im Zeitraffermodus die Aktivitäten im Inneren aufnehmen.

Heraus käme ein wunderbarer Film über das emsige Wirken unseren kleinen possierlichen Nahrungskonkurrenten :-)

LG, Gábor

Eintrag gesperrt
13 Aufrufe

Re: Thema Madenbefall *PIC*

elfi ⌂, (vor 6636 Tagen) @ Ingo Wagner

Hallo Ingo W,
DIE da kommen sicher von unten, das sieht man man am Typ =
Durchmesser der Madengänge.
Warum sich die Maden immer in der Mitte des Pilzes aufhalten,
weiß ich nicht, sie vermeiden jeden Austritt an die Außenwelt.
Selbst wenn der Pilz im Kühlschrank quer lagert, erfolgt kein
Madengang "nach oben", also seitwärts aus dem Pilz.
Oft sind solche Pilze nur bis zur Verengung im Hutansatz madig.

Das sieht dann immer aus, als stauen sich die Maden im Hutansatz
und die Pilzfliege tritt bereits fertig aus dem Pilz.
Doch machmal finden eine paar Maden, sollen ja Larven sein, den Weg durch die Engstelle
und vernichten gnadenlos den Hut, durch den sie sich durch die ganze Rundung fressen.
Möglicherweise sind die Pilzzellen innerhalb des Pilzes nicht so hart,
wie die des äußeren Randes, dort sind die Zellwände zu fest um von den Maden geknackt zu werden.
Wir wissen doch, dass sich die Natur in den kleinsten Sachen eingerichtet hat.
Also kann erst die fertige Fliege diese harten Zellwände knacken, um aus dem
Pilz zu entkommen; um weitere Pilze anzustechen und ihre Eier abzulegen...
Ach ja, um auf den Einstieg zurück zu kommen, es empfieht sich, Pilze, die man
über Nacht in den Kühlschrank legt, um sie morgen zu essen, immer das untere
Drittel abzuschneiden. Meist befindest sich dort das "Gelege" der Pilzfliege.

Dieses Drittel kann man im Kühlschrank mit aufbewahren und am nächsten Tag auf
scheiden, hat es keine Madengänge, ist es mitzuessen, wenn doch,
leicht zu entfernen, und der obere Teil des Pilzes kann mit Hochgenuss gegessen werden.

Madige Grüße (Pfui Greier...)
elfi [image]

Eintrag gesperrt
11 Aufrufe

Re: Thema Madenbefall *PIC*

elfi ⌂, (vor 6635 Tagen) @ Ingo Wagner

Hallo Ingo,
hier noch ein Bild zum Thema.
Birkenpilzhut mit Eiablage der Pilzfliege in den Röhren!
[image]
Grüße
elfi [image]

Eintrag gesperrt
10 Aufrufe

Re: Thema Madenbefall

Ingo Wagner, (vor 6635 Tagen) @ elfi

Hallo Ingo,
hier noch ein Bild zum Thema.
Birkenpilzhut mit Eiablage der Pilzfliege in den Röhren!

Grüße
elfi

Hallo elfi!

Finde deine Beobachtungen hochinteressant. An "Elfi´s kleines Pilzmadenbüchlein" melde ich jetzt schon meine Kaufgelüste an (natürlich mit persönlicher Widmung) :-).

VG Ingo W

Eintrag gesperrt
10 Aufrufe

Re: August - Tiefschlaf hier und Lichtblicke dort

Schnuffel, (vor 6636 Tagen) @ elfi

Hallo Waldschrat,
Pilzfliegen, ich denke, es gibt da auch etliche Arten, haben sehr
unterschiedliche Gelüste.
Meist sind die Maden von unten nach oben unterwegs. z.B. in jugendlichen
Steinpilzen und das schon in den ganz winzigen!
In älteren Pilzexemplaren werden die Eier in den bereits geweiteten Röhren
abgelegt.
Gerne wird dann auch der Hut angestochen, es gibt Steinpilze, Rotkappen, oder
Birkenpilze die noch recht knackig im Hut sind, aber jede Menge Einstiche haben.
Darunter befinden sich klassische hellgelb gefärbte Eiablagen.
Kleine Birkenpilze sind in den noch dünnen Röhren oft übersät von Einstichen mit
bis zu 50 Einlagen, ich habe das schon oft gezählt!
Die Einstiche sind leicht zu erkennen, kleine braune Punkte. Ich denke,
sie stammen von Springschwänzen, denn die Maden sind winzig und leicht
im Pilzfleisch zu übersehen.
Eine seltene Art der Eiablege erfolgt zwischen Stiel und Röhrenschicht. Diese Maden
fressen sowohl nach unten und nach oben.
Die Flockis sind meist madenfrei, außer sie sind schon älter, dann ist der Hut madig,
weil die Pilzfliege die Eier in die Röhren abgelegt hat, der Stiel ist dann noch ok.
Ich habe einen Waldrand der voller Flockis stehen kann, da befinden sich immer so
drahtige Maden im Stiel, die große braune Löcher bohren. Immer eine Made pro Pilz!
Welche Larven das sind, weiß ich noch nicht, ich denke, es ist ein Falter oder
Ähnliches, das mit einer dort wachsenden Pflanze vergesellschaftet ist.
Vorgestern habe ich einen Parasolpilz, absolut madenfrei, paniert.
Plötzlich schwamm im verklepperten Ei ein Minitausendfüßler um sein Leben....
So viel zu dem, was wir oft verspeisen.
Mahlzeit.
Beste Grüße
elfi

Hallo Elfi,

Du hast uns mal wieder gezeigt, dass Du außer Morcheln auch anderes genau beobachtest. Der Befall von Hexenröhrlingen mit "drahtigen Maden" und großen braunen Fraßgängen ist typisch. Es handelt sich hierbei aber nicht um Schmetterlingslarven, sondern um Käferlarven, die im Gegensatz zu den beinlosen Fliegenmaden mit 3 Beinpaaren ausgestattet sind. Das Vorkommen von Larven widerlegt somit eigentlich nicht die die oft geäußerte Meinung, dass Hexenröhrlinge madenfrei seien.
Im Gegensatz zu all diesem Getier finde ich die dicken schwarzen Milben, die oft zahlreich im Innern von Morcheln versammelt sind, ohne dort sichtbares Unheil zu verursachen, als richtig eklig.

Gruß - Schnuffel

Eintrag gesperrt
11 Aufrufe

Maden und anderes Getier

Klaas, (vor 6636 Tagen) @ Schnuffel

Hallo,
schöne und Informative Beiträge kommen hier zusammen!

Ich bin ohnehin kein großer Pilze-Esser, vor nem Jahr noch war ich ein Pilze-im-Essen-Hasser, seit ich auf die Pirsch gehe, probier halt mal, wenn ich was neues Essbares finde. Getrocknet mag ich Pilze lieber, wohl nicht nur weil intensiver im (sicher verfälschten) Geschmack, vielleicht aber auch, weil ich bis dahin vergessen habe, was sich darin vorm Trocknen so alles getummelt hatte.

Halbwegs zurück zu den Mädchen: eine Erklärung für deren Verhalten und Einsatzorte habe ich natürlich nicht, denke aber, wir unterschätzen allzu oft die Intelligenz und kognitiven Fähigkeiten von vermeintlich niederen und dummen Tieren. Die wissen sehr genau, was sie da tun und wie. Leider reicht unsere "hohe" Intelligenz (und unser Interesse) nicht dafür aus, das zu begreifen. Eine für uns komplizierte statische Berechnungen mag in deren Denke Pillepalle sein, keine Ahnung. Leider.
Vielleicht sind sie auch einfach nur nett und lassen uns auch einen Happen übrig, wer weiß das schon...;)

Um völlig vom ursprünglichen Thema abzukommen, darf ich vielleicht noch eine Buchempfehlung abgeben?
"Knaur. Einstein im Aquarium. Die faszinierende Intelligenz der Tiere." Das wird die Maden zwar auch nicht erklären, ist aber trotzdem interessant.

Und Schnuffel, gerade dieses scheinbar Madenfreie und doch irgendwie Angefressene finde ich irgendwie ekelig, wohingegen ich mir einbilde, wenn ich die Milben von der Oberfläche der Morcheln gepustet habe, sie frei von größerem Getier seien...

Viele Grüße,
Klaas

Eintrag gesperrt
11 Aufrufe

Re: August - Tiefschlaf hier und Lichtblicke dort *PIC*

elfi ⌂, (vor 6635 Tagen) @ Schnuffel

Hallo Schnuffel,
in Morcheln tummelt sich alles was man sich nur vorstellen kann:
Ameisen, Asseln, Käferlein, Milben; wie Du schreibst und Schnecken.
Nackte Schecken, mit der Farbe der Morchel getarnt und ganz winzige
Schnecken mit Haus. Ich denke, dass solche Häuschenschnecken oft
mitgegessen werden, dann meinen die Leute die Pilze wären nicht richtig
gereinigt und sie würden auf Sand beißen. Hähä!
Bei mir wird jede Morchel gründlich gebürstet und
der Länge nach durchgeschnitten!
Beste Grüße
elfi [image]

Eintrag gesperrt
9 Aufrufe

Re: OT: Mail

42, (vor 6636 Tagen) @ Klaas

Hallo Klaas,

ich hatte Dir zu diesem Posting eine Mail geschrieben - ist die vielleicht
im Spam untergegangen?

Beste Grüße
Thomas '42' Wallner

Eintrag gesperrt
10 Aufrufe

@ 42

Klaas, (vor 6636 Tagen) @ 42

ich hatte Dir zu diesem Posting eine Mail geschrieben - ist die vielleicht
im Spam untergegangen?

Hallo Thomas,

ja, war bei den Blauen-Pillen-Mails gelandet, hast Antwort.

Viele Grüße,
Klaas