Neue Folge: Täubling der Woche #28 *PIC*

Thüringer-Holz, (vor 6622 Tagen)

heute:

Russula parazurea Jul. Schäffer 1931 - Blaugrüner Reif-Täubling

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Da ich in letzter Zeit sehr häufig folgende Zeilen lese: „…außerdem gab es viele unbestimmte Täublinge…“
ist es mal wieder an der Zeit euch etwas auf die Sprünge zu helfen. Hier nun ein Vertreter aus der schwierigen
Untersektion „Griseinae“

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Russula parazurea ist im Raum Hannover einer der häufigsten Täublinge in diesem Jahr, dennoch macht die
Variabilität dieser Art die Bestimmung nicht einfach.
Im Folgenden seien nur typische, zweifelsfreie Kollektionen abgebildet.

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Hauptkennzeichen: mittelgroßer milder Täubling, mit schieferblauem, blaugrünem, graugrünem oder blaugrauem
Hut, der trocken wie bepudert oder bereift ist.

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Hut: trüb und dunkel blaugrün bis grünblau, schiefergrau, ultramarin, oft ganz bleigrau oder mit türkisem Anteil,
lange gewölbt, dann leicht trichterförmig, Mitte genabelt, Rand meist glatt oder kurz und schwach gerieft.
Bei Trockenheit wie schimmelig bereift, bei Nässe glänzend.

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Lamellen: erst blass, dann deutlich creme bis margarinenfarben, meist ohne Zwischenlamellen und sehr
homogen angeordnet, brüchig

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Stiel: rein weiß, niemals rot überhaucht, die Basis oft verjüngt, im Alter mit gelbbraunen Flecken

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Fleisch: weiß, mild, jung selten in den Lamellen schärflich, ohne Geruch

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[image]Bei allen typischen Kollektionen habe ich beobachten können, das die Reaktion auf dem Stiel mit Guajak
negativ ist! Die Tinktur bleibt lange hellbraun ehe sie nach 5-15 Minuten langsam nach türkis umschlägt. Bei
anderen Täublingen folgt nach dem Auftragen meist ein sehr schneller Umschlag nach dunkelgrün.

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Vorkommen: Juni bis Ende September meist unter Eiche, Linde und Birke in Parks, auf Friedhöfen und im
Laubwald auf saurem Boden. Bevorzugt sandige Untergründe des Flachlandes und ist im Norden D häufiger
als im Süden. Im Raum Erfurt z.B. fehlt er meines Wissens.

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Die Abgrenzung zu den nahe Verwandten wie R.ionochlora oder R.columbicolor sowie ähnlichen Arten
aus der Untersektion ist schwierig und selbst mikroskopisch nur mit viel Erfahrung erfolgreich.
Was die Abtrennung neuer Arten angeht ist bestimmt auch hier das letzte Wort noch nicht gesprochen.

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Wert: da mild: zum Verzehr geeignet und bei Massenaufkommen sogar lohnend.

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Sporenstaub: creme (IIb) bis dunkel creme (IIc-d)
Sporen nach MHK: blass, rundlich oder länglich 6-9 x 5-8 µm, punktiert bis kleinwarzig mit netzigen dünnen Graten

[image][image]

Typisches Merkmal der HDS sind die langen "peitschenartigen" Endzellen
der Haare, die leider nicht immer so ausfallen wie hier:

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Bis zum nächsten mal

Euer Felix

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Re: Neue Folge: Täubling der Woche #28

Thomas Pruß, (vor 6621 Tagen) @ Thüringer-Holz

Moin Felix,
wieder sehr eindrückliche Bilder. Dass der Täubling im Norden häufiger ist, kann ich nur bestätigen. Ich finde ihn in NF momentan "an jeder Ecke" (wenn ich denn richtig lag bei der Bestimmung).
Grüßlis
Thomas

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Re: Neue Folge: Täubling der Woche #28

Jochen Girwert, (vor 6621 Tagen) @ Thüringer-Holz

Ich kenne den Pilz ja nur als Exsikkat. Eine sehr schöne Zusammenstellung. Lob!!
Aber 3.30 Uhr!? Ich hätte die Gala auch einen Tag später mit Freude studiert.

Jochen.

heute: Russula parazurea Jul. Schäffer 1931 - Blaugrüner Reif-Täubling


Da ich in letzter Zeit sehr häufig folgende Zeilen lese: „…außerdem gab es
viele unbestimmte Täublinge…“
ist es mal wieder an der Zeit euch etwas auf die Sprünge zu helfen. Hier nun
ein Vertreter aus der schwierigen
Untersektion „Griseinae“

Russula parazurea ist im Raum Hannover einer der häufigsten Täublinge in
diesem Jahr, dennoch macht die
Variabilität dieser Art die Bestimmung nicht einfach.
Im Folgenden seien nur typische, zweifelsfreie Kollektionen abgebildet.

Hauptkennzeichen: mittelgroßer milder Täubling, mit schieferblauem,
blaugrünem, graugrünem oder blaugrauem
Hut, der trocken wie bepudert oder bereift ist.

Hut: trüb und dunkel blaugrün bis grünblau, schiefergrau, ultramarin, oft
ganz bleigrau oder mit türkisem Anteil,
lange gewölbt, dann leicht trichterförmig, Mitte genabelt, Rand meist glatt
oder kurz und schwach gerieft.
Bei Trockenheit wie schimmelig bereift, bei Nässe glänzend.

Lamellen: erst blass, dann deutlich creme bis margarinenfarben, meist ohne
Zwischenlamellen und sehr
homogen angeordnet, brüchig

Stiel: rein weiß, niemals rot überhaucht, die Basis oft verjüngt, im Alter
mit gelbbraunen Flecken

Fleisch: weiß, mild, jung selten in den Lamellen schärflich, ohne Geruch


Vorkommen: Juni bis Ende September meist unter Eiche, Linde und Birke in
Parks, auf Friedhöfen und im
Laubwald auf saurem Boden. Bevorzugt sandige Untergründe des Flachlandes und
ist im Norden D häufiger
als im Süden. Im Raum Erfurt z.B. fehlt er meines Wissens.


Die Abgrenzung zu den nahe Verwandten wie R.ionochlora oder R.columbicolor
sowie ähnlichen Arten
aus der Untersektion ist schwierig und selbst mikroskopisch nur mit viel
Erfahrung erfolgreich.
Was die Abtrennung neuer Arten angeht ist bestimmt auch hier das letzte Wort
noch nicht gesprochen.

Wert: da mild: zum Verzehr geeignet und bei Massenaufkommen sogar lohnend.

Sporenstaub: creme (IIb) bis dunkel creme (IIc-d)
Sporen nach MHK: blass, rundlich oder länglich 6-9 x 5-8 µm, punktiert bis
kleinwarzig mit netzigen dünnen Graten

Typisches Merkmal der HDS sind die langen "peitschenartigen"
Endzellen
der Haare, die leider nicht immer so ausfallen wie hier:

Bis zum nächsten mal
Euer Felix

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wieder erste Sahne, toll mit Microfotos , Danke *oT*

Ufo, (vor 6621 Tagen) @ Thüringer-Holz

- kein Text -

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Ah ja!

Kattugla, (vor 6621 Tagen) @ Thüringer-Holz

Danke, jetzt weiß ich wenigstens ansatzweise, welche blauen Täublinge mir vor Wochen in Massen in der Westruper Heide begegnet sind. Blaue/ schiefergraue Täublinge kenne ich aus meinem Revier kaum bis gar nicht.

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Mein Liebslingstäubling – hänge mir ins Wohnzimmer *oT*

olly, (vor 6621 Tagen) @ Thüringer-Holz

- kein Text -