Hallo Hermann,
Deine Kochzeitempfehlung ist definitiv zu kurz! Man sollte den Leuten schon
beibringen daß für Hallimasch 20 min. Erhitzen notwendig ist. Ein
vorheriges Abbrühen braucht man eigentlich nicht.
Naja, das ist halt so eine Sache. Ich schmeiß' viele Pilze durch kochendes Wasser (so fern das kulinarisch noch vertretbar ist, bei den etwas dezenteren ist das natürlich keine gute Idee), und in kochendem Wasser ist natürlich eine durchgehende Erhitzung des Fruchtkörpers schneller gegeben als in der Pfanne. Zum einen werden viele Pilze dadurch im Volumen besser zu handhaben und verlieren massig Wasser, zum anderen bleibt im Kochwasser oft noch jede Menge Sand, was den Zähnen beim Essen dann durchaus bekömmlich ist.. ;)
Wer große Pilze in der Pfanne brät, sollte schon wissen, daß ähnlich wie bei Fleisch die Hitze nur langsam nach innen dringt. Beim Hallimasch würde sich eine reine "Bratzeit" natürlich entsprechend erhöhen.
Auch bei anderen Arten - von Schopftintlingen vielleicht mal abgesehen - ist
es keinesfalls ausreichend, die nur 5-10 Minuten in der Pfanne zu haben.
Dazu haben wir schon genügend Vergiftungsfälle durch ungenügend gegarte Pilze
gehabt.
Das ist klar, aber meine Angaben bezogen sich auf's Kochen und nicht auf's Braten in der Pfanne. Ich gebe keine Kurse oder organisiere Wanderungen, aber wenn Bekannte auch mal "mit auf die Pirsch" gehen wollen, dann ist einer der ersten Sprüche von mir: "Alle Pilze sind giftig! Aber ein paar sind gut durchgekocht eßbar." Stimmt zwar nicht so wirklich, aber sensibilisiert doch etwas.
Wer als Sammler mit Lamellenpilzen im Korb durch den Wald läuft, wird ja automatisch von anderen Sammlern "zum Ekschpärten", so daß man trotz Beteuerung, man wäre auch nur ein Hobbysammler, immer wieder einen "Mini-PSV" im Wald spielen darf und da auch nicht selten Rauhköpfe, A. vernas und Konsorten verbannt. Eigentlich wundert es mich, daß sich nicht mehr Leute vergiften, denn was ich schon alles in den Körben gefunden habe ist schon erschreckend. Die Gallenröhrlinge lass ich dann immer gezielt im Korb, die Leute müssen ja wenigstens irgendwie auch was lernen.. ;) Generell informiere ich aber stets, daß bei so unsicherem Sammeln der Gang zu einem örtlichen PSV obligatorisch sein sollte.
Haben PSVs eigentlich einen extra Biocontainer, oder wohin kommt das ganze aussortierte Sammelgut? ^^