Meripilus giganteus an Apfelbaum? *PIC*

Krötenhocker, (vor 6615 Tagen)

Hallo zusammen,
eine Bekannte hat mir dieses Bild eines ca. 10 jährigen Apfelbaumes mit Befall gemailt. Ich nehme an, dass es sich um den Riesenporling handelt. Die Breite des Pilzes auf dem Foto soll etwa 30 cm betragen. Ursprünglich stand mal eine große Kastanie in der Nähe und der Baum wurde vor 2 Jahren mitten zwischen die alten Wurzeln (waren zu dick zum Entfernen) gepflanzt. Nun sieht einerseits nach Ihrer Aussage der Apfelbaum gesund aus und trägt auch gut, andererseits soll M.g. selten auch als Schwächeparasit fungieren. Kann man hier annehmen, das M.g. aus den alten Kastanienwurzeln wächst? Sollte man die Fruchtkörper entfernen?
Viele Grüße aus'm Pott, Jens

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Re: Meripilus giganteus an Apfelbaum?

zuehli ⌂, (vor 6614 Tagen) @ Krötenhocker

Hallo Jens,

das kann man natürlich nicht so ohne weiteres beurteilen, ob der auf dem Apfel oder der alten Kastanie wächst. Ich kann mich jetzt auf die Schnelle eigentlich nicht erinnern, daß ich den Riesenporling schon mal auf lebenden Bäumen gesehen habe.
Wenn der Apfelbaum gesund ist, wird er wohl dem Pilz widerstehen können. Wenn er schon geschwächt ist, ist er natürlich auch anfällig für weitere Pilze, wie z.B. den Zottigen Schillerporling. Allerdings wird er sicher auch mit Pilz noch ein paar Jahre durchhalten.
Den Fruchtkörper zu entfernen bringt nur in dem Maße etwas, indem man dem Pilz die Sporenverteilung (= Fortpflanzung) einschränkt, der Pilz ansich wächst ja im Holz weiter.
Gruß Harald

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Re: Meripilus giganteus an Apfelbaum?

Krötenhocker, (vor 6614 Tagen) @ zuehli

Hallo Harald,
vielen Dank für Deine Enschätzung. Ich kenne den Riesenporling nur von Buchenstümpfen. Die Frage zur Fruchtkörperentfernung schrieb ich, weil ich nicht weiss, ob der Pilzfruchtkörper nicht womöglich irgendwelche Stoffe absondert, die den Apfelbaum (falls er nicht der Wirt ist), im Stamm-Wurzel-Übergang angreifen könnten (ich dachte da an an irgendwelche Toxine o.ä.) und dadurch viellicht die Borke/Rinde schädigt. Womöglich macht man aber auch bei der Entfernung des Riesenporlings mehr am Apfelbaum kaputt, als wenn man nur grob die Hüte entfernt. Das wäre alles auch gar nicht so schlimm, wenn die beiden nicht von der Stadt deftige Auflagen (Hochstamm und Mindestgröße des Apfelbaumes und eines weiteren Baumes als Ausgleich für die Kastanie) bekommen hätten. Dadurch war der Apfelbaum wohl richtig teuer und die Beiden hatten schon mit der Baumschule (war ja erst 2 Jahre her) zwecks Reklamation des (befallenen?) Baumes telefoniert. Die hatte natürlich alles von sich gewiesen.
Im Falle eines Befalls und/oder einer Fällung wären sie gezwungen, wieder einen neuen Baum gleicher Größe zu pflanzen.
Ich werde mir den Pilz jetzt aber wahrscheinlich am Sonntag mal anschauen fahren und dann mit den Besitzern vorsichtig ein wenig rumbuddeln.

Viele Grüße ausm' Pott,
Jens

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Re: Meripilus giganteus an Apfelbaum?

Piwo, (vor 6614 Tagen) @ zuehli

Hallo Jens,
das kann man natürlich nicht so ohne weiteres beurteilen, ob der auf dem
Apfel oder der alten Kastanie wächst. Ich kann mich jetzt auf die Schnelle
eigentlich nicht erinnern, daß ich den Riesenporling schon mal auf
lebenden Bäumen gesehen habe.
Wenn der Apfelbaum gesund ist, wird er wohl dem Pilz widerstehen können. Wenn
er schon geschwächt ist, ist er natürlich auch anfällig für weitere Pilze,
wie z.B. den Zottigen Schillerporling. Allerdings wird er sicher auch mit
Pilz noch ein paar Jahre durchhalten.
Den Fruchtkörper zu entfernen bringt nur in dem Maße etwas, indem man dem
Pilz die Sporenverteilung (= Fortpflanzung) einschränkt, der Pilz ansich
wächst ja im Holz weiter.
Gruß Harald

hallo Harald,

auf dem Alten Friedhof steht eine superdicke vor Leben strotzende Buche, die alljährlich vom Riesenporling angeknabbert wird.

Gruß
Piwo

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Re: Meripilus giganteus an Apfelbaum?

t.marxi, (vor 6614 Tagen) @ Piwo

Hallo Piwo,

die Betonung liegt hier ganz klar auf "noch".
So ein Riesenporling ist der Vitaliät einer Buche nicht unbedingt abträglich. Bei Deiner Friedhofsbuche kann es so sein, dass der Pilz bloß im innern der Buche sein Unwesen treibt und die Lebensfunktionen des Baumes unangetastet bleiben. Durch die Aktivitäten des Pilzes wird aber ganz sicher Schritt für Schritt die Stabilität des Baumes beeinträchtigt. Und eines Tages fällt der Osteoporose-Baum dann eben um, obwohl seine Lebenskraft eigentlich nicht geschwächt ist.

Grüße

marxi