Taunus = trocken --> Frage zur Suchvorbereitung

MrKern, (vor 6612 Tagen)

Hallo Zusammen,

nachdem meine normalen Reviere im Vordertaunus mittlerweile vollkommen ausgetrocknet zu sein scheinen, war ich gestern auf dem Feldberg. Auch hier herrschte beinahe vollkommene Trockenheit.

Mit Sicherheit gibt es auch dort Hänge, wo man Glück hat (?).

Dies führt mich zu einer Frage an die erfahrene Runde hier:

- Wie bereitet Ihr eine Exkursion unbekannter Reviere vor?

a) Nutzt ihr Karten (welche? Baumtypen, Bodenbeschaffeneit)?
b) Machen bestimmte Hanglagen mehr Sinn (Nord)?

Viele Grüße

MrKern

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Re: Taunus = trocken --> Frage zur Suchvorbereitun

Stephan Weißer, (vor 6611 Tagen) @ MrKern

Dies führt mich zu einer Frage an die erfahrene Runde hier: - Wie bereitet
Ihr eine Exkursion unbekannter Reviere vor?
a) Nutzt ihr Karten (welche? Baumtypen, Bodenbeschaffeneit)?

Vorschläge von mir:
1. Leute, die diese Gegenden aus ihrer Anschauung kennen, fragen, wo es besonders gut ist
2. hier im Forum aufmerksam mitlesen - oft ist von ganz bestimmten Wäldern/Revieren die Rede
3. nach schon kartierten Gebieten forschen (z. B. in Krieglsteiner: Großpilze Baden-Württemberg; da sind z. T. sehr präzise Fundortangaben gemacht)
4. Microsoft Maps / Google Earth nutzen (Wachholderheiden, alte Laubwaldbestände usw. sind gut zu erkennen!)
5. Bodenfeuchteprofil auf agrowetter.de: da sieht man, wo es in Deutschland knochentrocken ist und wo es sich eher lohnen könnte

mit etwas mehr Übung sieht man dann schon beim Durchfahren von Waldgebieten potentiell gute Stellen (Kalkbuchenhänge, dichte Nadelwälder, Kiefernheiden...)

ich hoffe, ich konnte dir weiterhelfen!

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Re: Taunus = trocken --> Frage zur Suchvorbereitun

Kattugla, (vor 6611 Tagen) @ Stephan Weißer

mit etwas mehr Übung sieht man dann schon beim Durchfahren von Waldgebieten
potentiell gute Stellen (Kalkbuchenhänge, dichte Nadelwälder,
Kiefernheiden...)
ich hoffe, ich konnte dir weiterhelfen!

*g* - Mit Kalkbuchenhängen und Kiefernheiden isses hier (Hintertaunus) nicht so dolle.
Der Feldberg wird regelmäßig "abgegrast", der Dreh ist den meisten Pilzsammlern - ob für die Bratpfanne oder die Linse - bekannt.

Ich habe tatsächlich gute Erfahrungen mit den Nordhängen (und Nordwest) gemacht, der Tip mit agrowetter.de ist gut.
Ansonsten kommts drauf an, wonach Du suchst. Ich kenne hier hinten wahre Totholzparadiese, habe dort allerdings noch nie einen Steinpilz gesehen. Und umgekehrt.

Da, wo der Wald lichter ist, finde ich mehr als "im dunklen Tann", mit Einschränkungen, denn teilweise sind meine durch Kyrill und Emma ausgelichteten Lieblingsreviere mit Brombeeren überwuchert und Pilzfinderei da so gut wie erfolglos.

Wenn Du etwas weiter fahren möchtest: die Wälder rund um Wehrheim sind toll, verschiedene geschlossene Baumbestände auf relativ kleinem Raum, mit feuchten Senken dazwischen. Auch die Saalburg und der Herzberg sind schön - und erfolgversprechend. Die Weiße Mauer (Oberursel nördlich) ebenso.
Im Prinzip lohnt es sich auch, den Wäldern im Verlauf der großen Quarzitader zu folgen (auf der Karte nach den Steinbrüchen schauen und den alten Flurnamen wie "weißer Stein" oder ähnlichem, die Ader verläuft gut erkundbar zwischen Grävenwiesbach und dem Köpperner Tal).

Und ganz unlogisch, aber bei mir funktionierts: ich habe eine Schwäche für die alten Kultstätten, wie Ringwälle, Keltenschanzen und Hügelgräber. Und bin immer fündig geworden. ;-)

Ansonsten hilft tatsächlich nur Erfahrung, die Bereitschaft, auch mal ohne "Beute" im Korb nach hause zu kommen und die völlige Abwesenheit von Leistungsdruck. :-D

herzliche Grüße aus dem Taunus
Kattugla

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"Orte mit Pilzgefühl"

MrKern, (vor 6611 Tagen) @ Kattugla

Und ganz unlogisch, aber bei mir funktionierts: ich habe eine Schwäche für
die alten Kultstätten, wie Ringwälle, Keltenschanzen und Hügelgräber. Und
bin immer fündig geworden. ;-)

Finde ich übrigens sehr interessant und gar nicht so abwägig. Viele Hügelgräber und Schanzen sind doch an Orten angelegt, die eine gewisse Grundstimmung vermitteln und ich bilde mir zumindest ein, dass auch die lieben Steinpilze gerne an Orten wachsen, die eine gewisse Stimmung haben. Das mag im ersten Moment ein wenig merkwürdig und unempirisch/wissenschaftsfremd klingen - doch vielleicht vermittelt eine bestimmte Kombination von Einflussfaktoren (Licht, Feuchtigkeit, Bodenbeschaffenheit, "Pilzgeruch" etc.) diese Atmosphäre und könnte ein guter Prädiktor sein. Vielleicht aber auch nur selektive Wahrnemung und Selbstbestätigung...

Ansonsten hilft tatsächlich nur Erfahrung, die Bereitschaft, auch mal ohne
"Beute" im Korb nach hause zu kommen und die völlige Abwesenheit
von Leistungsdruck. :-D

Das Stimmt. Am Ende steht dann immer noch ein interessanter Spaziergang.

Danke auf jeden Fall für die netten Hinweise!

Nutzt/kennt denn jemand Karten mit Bodenbeschaffenheit oder Baumarten?

Viele Grüße aus dem MTK

MrKern

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Re: Pilze im Taunus

Dirk S aus W, (vor 6611 Tagen) @ MrKern

Hallo,

also ich gucke jetzt seit ca. drei Wochen im Taunus aber mehr in und um Wiesdbaden herum. Habe so das Gefühl, dass es jetzt erst so richtig gut werden könnte. Gerade heute früh (23.9.) habe ich auf dem Weg zur Arbeit einen "Hexenring" Birkenpilze gesehen und alte, vergammelte Steinies gab es hier sowieso noch nicht. Das weist hoffentlich darauf hin, dass ich a) weder zu spät dran, noch b) blind bin....:-)

Auch kamen am Sonntag viele junge Parasole heraus - also geht's hoffentlich jatzt im Taunus so richtig los.

Am Sonntag war ich auch mal im Raum Bad Homburg suchen, dort war es aber knochentrocken und es gab kaum Pilze.

Zur Suche nach guten (Stein)Pilzstellen bin ich mir auch nicht sicher wie das genau gehen soll. Bei manchen Stellen bin ich mir vorher fast sicher, dass es Steinies geben müsste weil sie ideal aussehen (ideal heisst für mich, dass manche Walsdtücke ähnlich aussehen wie solche, in denen ich schon gut gefunden habe) und andere wirken vom ersten Blick her wie ausgestorben, und dann findet man hervorragend. Wobei die Stellen, die ich noch aus der Kindheit her als gute Steinpilzstellen kenne heute keinerlei Fruchtkörper mehr hervorbringen.

Kompliziert mit den Pilzlein...

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Re: geologische Karte Hessen und mehr

Kattugla, (vor 6587 Tagen) @ MrKern

: Nutzt/kennt denn jemand Karten mit Bodenbeschaffenheit oder Baumarten?

[quote]Viele Grüße aus dem MTK
MrKern[/quote]

Das, worauf ich in der Zwischenzeit gestoßen bin, ist die geologische Übersichstskarte von Gesamthessen beim hessischen Landesamt für Umwelt und Geologie.
Die Karte ist im PDF-Format, müßte ausgedruckt sowas um das Format A1 sein und recht detailliert. Abgleich mit den topographischen Karten 1:25 000 ist möglich, nicht doll, aber machbar.
Bei gleicher Stelle (Umweltatlas) gibt es eine grobe Übersichtskarte (1:500 000) zu den hessischen Bodendaten (links auf "Geologie und Boden"/"Boden" klicken), genauere Karten sind dort ebenfalls erhältlich, ganz blicke ich aber noch nicht durch, für wen und zu welchen Konditionen.

viel Spass!
Herzliche Grüße
Kattugla