An alle Führer...

AK_CCM, (vor 6610 Tagen)

...von Pilzlehrwanderungen und dergleichen, seht mir bitte den "reißerischen" Betreff nach, um eure Aufmerksamkeit zu gewinnen. ;-)

Haltet ihr ausführliche Fundbesprechungen am Ende von Pilzlehrwanderungen für sinnvoll oder beschränkt ihr euch auf den Zeitraum der Wanderung?

Hintergrund: Bei uns im Verein gibt es zumindest einen Kollegen, der nach einer Wanderung und dem anschließenden Mittagessen eine ausführliche Fundbesprechung zelebriert. Doch bei den meisten habe ich nach 10 bis 15 Minuten das Gefühl, dass sie keine Informationen mehr aufnehmen können. Etwas schockiert war ich über die Aussage eines Pilzfreunds, dass er nach der Wanderung und Fundbesprechung jetzt genauso schlau ist wie zuvor.

Für mich habe ich festgestellt, dass es mehr Sinn macht, die Pilzinteressierten bei einem interessanten Fund zusammenzurufen und vor Ort auf den Pilz einzugehen - dann hat man auch die Ökologie vor Augen. Ein anderer Kollege benutzt hierzu glaube ich sogar eine Trillerpfeife, da er nicht so "stimmgewaltig" ist.

Was meint ihr zu dem Thema bzw. wie handhabt ihr das bei den Wanderungen?

Gruß, Andreas

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Re: An alle Führer...

Huperzia ⌂, (vor 6610 Tagen) @ AK_CCM

Hallo Andreas,

Beides macht Sinn.
Pilzbesprechungen direkt vor Ort, wenn was interessantes da ist und am Ende nochmal Fundbesprechung, wo wiederholt wird. Man darf es natürlich nicht zu langatmig oder kompliziert machen, bzw. muß sich dem "Publikum" anpassen.

VG, Tanja

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So versuch ich das auch zu machen. Gruß T. *oT*

ThomasHofheim, (vor 6609 Tagen) @ Huperzia

- kein Text -

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Re: An alle Führer...

Jochen Girwert, (vor 6610 Tagen) @ AK_CCM

Hallo Andreas,

ich halte es so, dass die Funde auf Tellern ausgelegt und beschriftet werden. Alle. Bei der Fundbesprechung gehe ich jedoch nur auf die wichtigsten/markantesten Arten ein. Geht jemand mit einer neuen Art im Kopf nach Hause ist das gut, viel mehr als 3 - 5 neue Arten sind wohl unrealistisch. Trotzdem ist es gut, wenn die gesamte Vielfalt einmal ausgebreitet wird.

Jochen.

...von Pilzlehrwanderungen und dergleichen, seht mir bitte den
"reißerischen" Betreff nach, um eure Aufmerksamkeit zu gewinnen.
;-)
Haltet ihr ausführliche Fundbesprechungen am Ende von Pilzlehrwanderungen für
sinnvoll oder beschränkt ihr euch auf den Zeitraum der Wanderung?
Hintergrund: Bei uns im Verein gibt es zumindest einen Kollegen, der nach
einer Wanderung und dem anschließenden Mittagessen eine ausführliche
Fundbesprechung zelebriert. Doch bei den meisten habe ich nach 10 bis 15
Minuten das Gefühl, dass sie keine Informationen mehr aufnehmen können.
Etwas schockiert war ich über die Aussage eines Pilzfreunds, dass er nach
der Wanderung und Fundbesprechung jetzt genauso schlau ist wie zuvor.
Für mich habe ich festgestellt, dass es mehr Sinn macht, die
Pilzinteressierten bei einem interessanten Fund zusammenzurufen und vor
Ort auf den Pilz einzugehen - dann hat man auch die Ökologie vor Augen.
Ein anderer Kollege benutzt hierzu glaube ich sogar eine Trillerpfeife, da
er nicht so "stimmgewaltig" ist.
Was meint ihr zu dem Thema bzw. wie handhabt ihr das bei den Wanderungen?
Gruß, Andreas

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Re: An alle F�hrer...

Hagen Graebner, (vor 6610 Tagen) @ AK_CCM

Wir machen das unterschiedlich, einzelne Funde werden direkt vor Ort besprochen und erklärt, bei entsprechendem Publkumsvekehr (wenn der Schwerpunkt eher auf Speisepilzen liegt) gibt es noch mal eine kurze Besprechung im Anschluss, da kann z.B. gut Gattungen erklären, vor allem, wenn mehrere Arten vorliegen. Ansonsten nehmen wir das meiste mit zum Bestimmungsnachmittag - da kann man sich dann auch mal einzelne Arten genauer vornehmen.

Gruß

Hagen

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Re: An alle Führer...

AK_CCM, (vor 6610 Tagen) @ AK_CCM

Hallo zusammen,

danke erstmal für euer Interesse.

Wie ich euren Antworten durchweg entnehmen kann, machen Fundbesprechungen generell Sinn. Allein das ist schon eine wichtige Erkenntnis.

Die Frage ist jetzt, wie man das richtige Maß findet, denn zur Hauptsaison bekommt man bei einer Wanderung +/- 80 Arten zusammen. Jeden Pilz jetzt zu beschriften, halte ich für zu viel des Guten. Aber die Idee mit den Tellern und Namensschildern finde ich gut, das habe ich kürzlich erst bei einer bekannten Pilzfreundin und ihrer VHS-Gruppe beobachtet. Ansonsten würde ich halt bei den Röhrlingen beginnen. Da geht es schon los: Was interessiert einen Speisepilzsammler, wie er den Braunen Filzröhrling von einer echten Ziegenlippe unterscheiden kann?! Für die langjährigen Sammler bleibt das sowieso eine Ziegenlippe.

Hm...also so richtig weiß ich noch nicht, was der richtige Weg ist.

Gruß, Andreas

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Re: An alle Führer...

hoennetaler, (vor 6609 Tagen) @ AK_CCM

Hallo Andreas!

Ich denke, es kommt auf die Führung an. Wenn wir von unserem Pilzverein eine Exkursion machen, halte ich eine ausführliche Fundbesprechung für sinnvoll. Obwohl auch da meistens (leider) der kulinarische Aspekt im Vordergrund steht. Bei meinen VHS-Seminaren wollen die Teilnehmer abends etwas auf dem Teller haben. Bei der abschließenden Kontrolle der Funde gehen ich da dann auch nur näher auf die Speisepilze und die ungenießbaren/giftigen Doppelgänger ein. Bei Schleierlingen z. B. erkläre ich nur kurz die Gattungsmerkmale und bitte die Teilnehmer, diese Pilze beim nächsten mal direkt im Wald zu lassen. Beim VHS-Anfängerseminar letztes Wochenende habe ich es hoffentlich geschafft, dass die Teilnehmer den Steinpilz vom Gallenröhrling, den Pfifferling vom falschen Pfifferling und essbare Champignons von Knollenblätterpilzen und Karbolegerlingen unterscheiden können.

Man muss die Art der Fundbesprechung halt dem Wissensstand der Teilnehmer anpassen. Und das ist oft schwierig genug...

Gruß
Jürgen

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Re: An alle Führer...

Thomas Pruß, (vor 6609 Tagen) @ AK_CCM

Moin Andreas,
ich würde mal sagen: Vertrau’ deinem "Bauchgefühl"!
Ich richte mich bei meinen Führungen danach, was das Publikum am ehesten erwartet. Klar, die meisten wollen wissen, welche Pilze man essen kann, und das ist auch ganz natürlich. Bevor wir in den Wald stiefeln, erkläre ich kurz etwas zu dem Gebiet, in dem wir sammeln und welche Pilzarten man dort erwarten kann (manchmal auch, welche wir finden werden). Während des Sammelns erkläre ich die Arten vor Ort und weise auf Zusammenhänge mit der Flora hin (z. B. Gold- und Hohlfußröhrling -> Lärche). Nach dem Sammeln, wenn wir wieder zuhause sind, gibt es sowieso erst mal Kaffee und Kuchen, dann ist der Kopf wieder frei, und dann werden alle Pilze nochmals "durchgehechelt". Meistens übenimmt dann auch meine Frau das Kommando, weil sie beim anschließenden Putzen auf Besonderheiten hinweist.
Wie tief man in die Materie eintauchen will, daran muss man sich herantasten und schauen, wie weit einem die Leute folgen mögen. Da ich mich leicht im mykologischen Elfenbeinturm verliere, holt mich meine Frau bei Bedarf auf den Boden der Realität zurück ;-)
Jeder Teilnehmer bekommt nach der Exkursion auch eine Liste mit den gefundenen Pilzen, in die ich auch Abbildungen mit einschließe. Das funktioniert sehr gut, und die Leute sind danach auch sehr zufrieden.

Grüßlis
Thomas

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Re: An alle Führer...

Stephan Weißer, (vor 6608 Tagen) @ AK_CCM

Bei uns wollen die Leute immer schon zur Mittagszeit zu Hause sein. Außerdem laufen immer nur um die sechs Leute mit, die entweder schon gute Kenntnisse haben oder die direkt beim Führer bleiben. Aus diesen Gründen gibt es nach der Wanderung normalerweise keine Besprechung mehr, sondern zu Beginn werden die Teilnehmer aufgefordert, mit dem, was sie interessant finden und besprochen haben wollen, zum Führer oder einem anderen mitlaufenden PSV zu gehen. Wer einen Speisepilzkorb gesammelt hat, erhält natürlich noch eine Pilzberatung.

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Re: An alle Führer...

Heinz Ebert ⌂, (vor 6608 Tagen) @ AK_CCM

"Man muss die Art der Fundbesprechung halt dem Wissensstand der Teilnehmer anpassen. Und das ist oft schwierig genug..."

Dem möchte ich mich absolut anschließen. In meiner PSV-Anfängerzeit habe ich manchmal zig-mal den Hallimasch erklärt. Das war bei Wanderungen mit Leuten, die von Pilzen NULL-Ahnung hatten. Jeder hat sich nur für diejenigen Pilze interessiert, die im eigenen Korb waren, und die Aufsammlungen von den anderen interessierten nicht, denn deren Pilze "gehörten einem ja nicht" und waren daher uninteressant. So was mache ich nicht mehr mit! Heute lasse ich einen oder zwei Tische aufstellen und lege die bereits erklärten Pilze hin. Wenn die gleiche Art dann wieder kommt, dann lege ich sie zu den bereits erklärten dazu. Die Teilnehmer erkennen dann auch die Variabilität einer Art, und man kann ähnliche Arten nebeneinander setzen und die Unterschiede erklären. Und mit dieser Methode geht es ganz gut.
Beste Grüße,
Heinz Ebert

...von Pilzlehrwanderungen und dergleichen, seht mir bitte den
"reißerischen" Betreff nach, um eure Aufmerksamkeit zu gewinnen.
;-)
Haltet ihr ausführliche Fundbesprechungen am Ende von Pilzlehrwanderungen für
sinnvoll oder beschränkt ihr euch auf den Zeitraum der Wanderung?
Hintergrund: Bei uns im Verein gibt es zumindest einen Kollegen, der nach
einer Wanderung und dem anschließenden Mittagessen eine ausführliche
Fundbesprechung zelebriert. Doch bei den meisten habe ich nach 10 bis 15
Minuten das Gefühl, dass sie keine Informationen mehr aufnehmen können.
Etwas schockiert war ich über die Aussage eines Pilzfreunds, dass er nach
der Wanderung und Fundbesprechung jetzt genauso schlau ist wie zuvor.
Für mich habe ich festgestellt, dass es mehr Sinn macht, die
Pilzinteressierten bei einem interessanten Fund zusammenzurufen und vor
Ort auf den Pilz einzugehen - dann hat man auch die Ökologie vor Augen.
Ein anderer Kollege benutzt hierzu glaube ich sogar eine Trillerpfeife, da
er nicht so "stimmgewaltig" ist.
Was meint ihr zu dem Thema bzw. wie handhabt ihr das bei den Wanderungen?
Gruß, Andreas