Vorschriften!.... schon mal sowas erlebt?

Huperzia ⌂, (vor 6607 Tagen)

Hallo,

Vielleicht könnt ihr uns ja noch vor der groteskesten Exkursion unseres Lebens retten ;-).
Wir sollen nächste Woche mit einer 7. Klasse in den Wald ziehen - allein ohne Pilzberater darf die Biolehrerin nämlich nicht. Was wir heute erst mitbekommen haben, die Schüler dürfen die Pilze nicht direkt anfassen und werden also Schutzhandschuhe tragen. Ich fänd´s ja komisch, wenn´s nicht so albern wär.
Die Lehrerin fand das auch doof, aber sie meinte, daß das Vorschriften seien. Da sie erst Referendarin ist, wird sie sich sicher nicht über irgendwelche Vorschriften hinwegsetzen, wie es vermutlich 100% der anderen Biolehrer täten.

Vermutlich wird unsere Kleine während der Exkursion unbehandschuht auf dem Waldboden herumkrabbeln und kleine Helmlinge knabbern *ggg*
*Seufz* ....Vorschriften! Als wenn man sich mit Handschuhen keine Psilos in den Mund stecken könnte ;-).

Bin ja mal gespannt und wenn es wirklich so grotesk wird, werd ich berichten!

VG, Tanja

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...aber bitte nicht den Mundschutz vergessen! *fg* *oT*

Joachim, (vor 6607 Tagen) @ Huperzia

- kein Text -

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Re: Vorschriften!.... schon mal sowas erlebt?

Thomas Pruß, (vor 6607 Tagen) @ Huperzia

Moin Tanja,
der größte Schwachsinn seit der Erfindung von Brot in Scheiben. Wer erlässt solche Vorschriften? Ich hatte letztes Jahr auch eine Schulklasse geführt, und die hatten fleißig jeden Pilz in die Hände genommen, den ich ihnen gezeigt hatte.
Wäre mal auf die Reaktionen der Kinder und der Referendarin gespannt, wenn die sehen, wie eure Lütte sich unbehandschuht durch den Wald wühlt.
Grüßlis
Thomas

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Re: Vorschriften!.... schon mal sowas erlebt?

Waldschrat, (vor 6607 Tagen) @ Huperzia

Hallo Tanja,
sicher ist sicher! Vielleicht läßt sich noch erreichen, daß ein Förster mit Flinte im Anschlag vorausgeht und die Schüler Pollenmasken und Schutzhelme tragen. :-) Mich graust nachträglich, wie meine Generation im Wald umenand ging.
Gruß - Waldschrat

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Re: Vorschriften!.... schon mal sowas erlebt?

Christoph G, (vor 6607 Tagen) @ Waldschrat

Hallo Tanja,
sicher ist sicher! Vielleicht läßt sich noch erreichen, daß ein Förster mit
Flinte im Anschlag vorausgeht

Nicht mit der Flinte besser mit der Buechse, oder OK: Drilling waer ein Kompromiss..:-))

Mich graust nachträglich, wie meine Generation im Wald umenand
ging.

Wieso? Sell verschtoh ich etzt itte, wie isch sie denn im Wald umenand gloffe dini Generation??

Gruß - Waldschrat

Ho Narro Christoph

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Re: Vorschriften!.... schon mal sowas erlebt?

Waldschrat, (vor 6607 Tagen) @ Christoph G

Wieso? Sell verschtoh ich etzt itte, wie isch sie denn im Wald umenand gloffe
dini Generation??

Hallo Christoph,
z allererscht mol barfuß.
Gruß - Waldschrat

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Re: Vorschriften!.... schon mal sowas erlebt?

Gábor, (vor 6607 Tagen) @ Waldschrat

Hallo Waldschrat,

so ein Schutzhelm ist gerade jetzt, wo die Kastanien und Eicheln fallen, doch sehr praktisch.

Denn dass Newtonsche Gesetz gilt natürlich auch hier.
Und alte Rosskastanienbäume / Eichen erreichen bisweilen eine stattliche Höhe...

LG, Gábor

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So wird...

Kattugla, (vor 6607 Tagen) @ Huperzia

...den Kids schon zeitig genug beigebracht, dass die Natur gefährlich, unkontrollierbar und auf jeden Fall dem kultivierten Menschen feindlich gesinnt ist und es in jedem Fall sinnvoller ist, drei Wochen nachgereifte Äpfel oder überalte Kulturchampis im Supermarkt zu kaufen, da bleiben dann alle bösen Ungeheuer vor der Lichtschranke draußen.

*seufz*

Bei Erwachsenen langt dann ja immernoch der Fuchsbandwurm dafür.

Mannomann. Ihr habt mein aufrichtiges Mitgefühl. Sowas würde bei mir deutlich subversive Tendenzen bei der Veranstaltung wecken.

herzliche Grüße aus dem Taunus,
wo morgen beim NABU-Erntefest auf der Streuobstwiese der frischgekelterte Apfelsaft fließt und wir uns schon auf "Süßen" freuen.

Kattugla

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Re: Vorschriften!.... schon mal sowas erlebt?

Waldschrat, (vor 6607 Tagen) @ Gábor

so ein Schutzhelm ist gerade jetzt, wo die Kastanien und Eicheln fallen, doch
sehr praktisch.

Eben Gabor,
erst recht ein plötzlicher Lothar II (Windbruch) wäre für Kinder lebensgefährlich. Da muß man vorbeugen.
Gruß - Waldschrat

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Re: Vorschriften!.... schon mal sowas erlebt?

Hagen Graebner, (vor 6606 Tagen) @ Huperzia

Und das Euch.
Da bin ich ja richtig froh. Als ich letztes Jahr mit Drittklässlern den Schulhof durchbotanisiert habe, hat uns keiner gesagt, was wir nicht anfassen dürfen. Den Schlafmohn hab ich auch nur dem Hausmeister gezeigt und erklärt, der fand´s lustig. Den Kindern hab ich nur gesagt "Das ist Mohn, guck mal, die Königskerze da ist viel größer". Meinem Kleinen hab ich diverse, nicht so schnell verderbende Pilze mit in die Schule gegeben, zum Anschauen, die brachte er nach einer Woche wieder mit: " Die anderen haben gesagt, die stinken jetzt." Gut, bisschen gerochen haben sie schon.

Kurz formuliert, den Leuten fehlen völlig die Realitäten, echte Gefahren werden völlig ignoriert, eigentlich harmloses Zeug völlig überbewertet.
Meine Kinder wußten, dass man nicht alles kritiklos in den Mund steckt, das man aber ein paar Stechapfelsamen gefahrlos in die Hand nehmen kann.
Was allgemein fehlt ist naturwissenschaftliches Grundverständnis, das ist das Hauptproblem.

Gruß

Hagen

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die rettung: absage

coco, (vor 6606 Tagen) @ Huperzia

hallo hupi,

zunächst zum lachen, eigentlich zum heulen.

ich würde, ganz im ernst, diesen käse absagen. unbedingt. man sollte sich nicht zum handlanger der entfremdung mschen. das dient unserer sache auch nicht.

lg coco

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Re: die rettung: absage

Der Juergen, (vor 6606 Tagen) @ coco

hallo coco,

ich würde, ganz im ernst, diesen käse absagen. unbedingt. man sollte sich
nicht zum handlanger der entfremdung mschen. das dient unserer sache auch
nicht.

Ich würde auch begründet absagen. Wenn man nämlich die Veranstaltung nach eigenem Ermessen durchführt, und es geschieht doch irgend etwas, dann bekommt man Probleme (Versicherungsschutz, Aufsichtspflicht ... eben der ganze Käse). Auf der anderen Seite ist es sicher eine Erinnerung wert, mit einer Wandergruppe steriler Gummihandschuhfetischisten unterwegs gewesen zu sein: Das Fotoalbum des Grauens braucht Futter :-)

Grüßle
Juergen

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Re: die rettung: absage

Huperzia ⌂, (vor 6606 Tagen) @ Der Juergen

hallo coco,
Ich würde auch begründet absagen. Wenn man nämlich die Veranstaltung nach
eigenem Ermessen durchführt, und es geschieht doch irgend etwas, dann
bekommt man Probleme (Versicherungsschutz, Aufsichtspflicht ... eben der
ganze Käse). Auf der anderen Seite ist es sicher eine Erinnerung wert, mit
einer Wandergruppe steriler Gummihandschuhfetischisten unterwegs gewesen
zu sein: Das Fotoalbum des Grauens braucht Futter :-)
Grüßle
Juergen

Wir werden´s auf jeden Fall machen - vielleicht kann man die Handschuhe so doch noch verhindern helfen oder zumindest werden wir unsere Meinung dazu äußern können. Ich vermute weder die Kinder noch die Lehrerin kapieren die Handschuhe und wenn wir dann kommen und sie noch weniger kapieren.....
Die Lehrerin ist natürlich dabei, sie darf nur nicht ohne Pilzberaterbegleitung im Wald anch Pilzen schauen ...auch ne Vorschrift.

Naja klar, Fotoaparat kommt natürlich mit und wird´s festhalten ....außerdem will ich auch noch in Erfahrung bringen, was für Vorschriften das sein sollen.

VG, Tanja

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Re: Dazu ein Text, den einige zwar kennen, trotzde

Huperzia ⌂, (vor 6606 Tagen) @ olly

http://www.nikola-hahn.com/niemandschuld.htm

....da wunder ich mich nicht mehr, warum es heute so wenig Kinder gibt. Wenn ich überleg, wieviel einfacher es früher war, Kinder zu haben...

VG, Tanja

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Re: die rettung: absage

Heinz Ebert ⌂, (vor 6606 Tagen) @ Huperzia

Naja,
ich hab auch am Mittwoch eine Veranstaltung mit einer 7.Klasse. Vorschriften kenne ich nicht, interessieren mich auch nicht. Ich werd es so machen wie ich es für gut und richtig halte. PUNKT.
Früher (schätze bis 1914) gehörte Pilzkunde zum Unterricht in Schulen und in gesteigerter Form zur Ausbildung von Apothekern. Seither Pustekuchen. Sucht Euch mal heute einen Apotheker, der Pilze kennt, dürfte 'ne absolute Rarität sein. Meiner hat seit mindestens 25 Jahren die 4 Cetto-Bände im Regal, und die sind wie neu!
Ich werd jedenfalls am kommenden Mittwoch versuchen, zunächst die wichtigste Theorie rüberzubringen, und dann bei der anschließenden Exkursion alles umzusetzen; angesetzt ist eine Ganztagsveranstaltung.
Wenn Ihr wollt, dann berichte ich.
Beste Grüße,
Heinz Ebert

Wir werden´s auf jeden Fall machen - vielleicht kann man die Handschuhe so
doch noch verhindern helfen oder zumindest werden wir unsere Meinung dazu
äußern können. Ich vermute weder die Kinder noch die Lehrerin kapieren die
Handschuhe und wenn wir dann kommen und sie noch weniger kapieren.....
Die Lehrerin ist natürlich dabei, sie darf nur nicht ohne
Pilzberaterbegleitung im Wald anch Pilzen schauen ...auch ne Vorschrift.
Naja klar, Fotoaparat kommt natürlich mit und wird´s festhalten ....außerdem
will ich auch noch in Erfahrung bringen, was für Vorschriften das sein
sollen.
VG, Tanja

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Re: die rettung: absage

Huperzia ⌂, (vor 6606 Tagen) @ Heinz Ebert

ich hab auch am Mittwoch eine Veranstaltung mit einer 7.Klasse. Vorschriften
kenne ich nicht, interessieren mich auch nicht. Ich werd es so machen wie
ich es für gut und richtig halte. PUNKT.

Hallo Heinz,

uns interessieren die auch nicht - naja, irgendwie "interessieren" täten die mich schon, sonst gäb´s nicht dieses Posting - aber die Referendarin wird das natürlich tun müssen. Für sie hängt, im Gegensatz zu uns, auch eher etwas davon ab und wir wollen ihr ja auch nichts Böses.

Bei uns in Thüringen sind Pilze in der 7. Klasse übrigens mit sieben Unterrichtsstunden vorgesehen - ist doch traumhaft und dies Jahr haben wir insgesamt 6 siebte Klassen, vermutlich nur die eine mit Handschuhen (wenn überhaupt - glaube das irgendwie noch nicht)....nächstes Jahr wird das eingeschränkt wegen Streß ;-)

VG, Tanja

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Bericht (7. Klassen mit Handschuhen)

Huperzia ⌂, (vor 6601 Tagen) @ Huperzia

Hallo,

Heute, gestern und vorgestern hatten wir nun die 7. Klassen im Wald und eigentlich war alles halb so schlimm.
Wir hatten zuvor noch die "Vorschrift" entdeckt, eine Broschüre über Sicherheitsmaßnahmen im Unterricht und im Kapitel "Über den Umgang mit Pflanzen und Pilzen" waren die Handschuhe im Zusammenhang mit Kontaktallergien erwähnt... und daß man bei einer Pflanzenexkursion den Bärenklau besser mit Handschuhen anfaßt, ist ja auch nachvollziehbar.
Nun gut, die Handschuhe waren nun im Konzept der Referendarin drin und da man mit zusätzlichen Sicherheitsmaßnahmen eher besser dasteht, als eventuell mit zu wenigen, naja, das kennen wir ja von den Pilzberaterprüfungen. Sei ihr zu wünschen, daß niemand mit mykologischem Verstand ihre Arbeit bewerten muß ;-).... aber so groß wie andersrum ist das Risiko vermutlich nicht.

Die Lehrerin, die uns an den ersten beiden Tagen begleitet hatte, hatte über Handschuhe ähnliche Ansichten wie wir und man merkte, daß sie außerhalb der schulischen Exkursionen schon öfters im Wald war. Die Klasse hingegen war ein S**haufen und cool, wer sich eben nicht gerade zu interessiert zeigte. Da die Schüler wohl schon vorinformiert waren, baten sie selbst um die Handschuhe. Die Lehrerin stellte es ihnen die Benutzung frei und fast alle wollten welche haben. Nach der 20minütigen Suchphase (wir mußten ziemlich weit laufen), sah man dann, daß Latexhandschuhe doch etwas doller beißen können als Pilze. *schadenfrohkicher*
Nach diesem Tag mehr als geschafft, schleppten wir uns weniger motiviert zur zweiten Exkursion. Uns erwartete eine waldinteressierte und auch recht kompetente Klasse. Hier war die Struktur so, daß man eben keine Ansehensnachteile erwarten mußte, wenn man sich interessiert zeigte. Diese Exkursion machte schnell richtig Spaß. Die Handschuhe wurden deutlich weniger angenommen. Man brachte sogar Lepiota fulvella, Hymenoscyphus fructigenus, Trechispora vaga und all so nettes kleines Zeugs...
So, die dritte Klasse lag irgendwo zwischen den anderen beiden; die Lehrerschaft war aber waldferner. Da sowieso alles einen klaren Konzeptrahmen haben mußte (wegen der Referendariatsarbeit), hat auch jeder seinen Handschuh tragen müssen. Man wurde ausgeschickt, Röhren- und Lamellenpilze zu suchen. Daß wir aber nur den Krempling als "Röhrenpilz" fanden, war dann angeblich "zu verwirrend" für die Schüler. Also fanden wir nur Lamellenpilze. Naja und Porlinge und so natürlich...

Die Waldfremdheit der Jugend wird von den waldfremderen Lehrern übrigens mehr beklagt als von der, die deutlich "waldnäher" ist. Vielleicht spiegelt sich hier was?

Hjördis ist übrigens alle drei Tage meist (es war kalt) unbehandschuht durch den wald gekrabbelt und hat es den Pilzen gleichgetan und Streuzersetzer gespielt.

Viele Grüße,
Tanja (und Andreas)

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Re: Bericht (7. Klassen ohne Handschuhe)

Heinz Ebert ⌂, (vor 6601 Tagen) @ Huperzia

Bericht:
Es war die 7. Klasse einer Förderschule (10 SchülerInnen, 2 Lehrkräfte), und sie waren ganz gut vorbereitet. Eine Lehrerin hatte am Tag zuvor sogar Pilze gesammelt und mitgebracht, und die konnte ich gut gebrauchen, als ich zunächst mal die verschiedenen Fruchtschichten erklärte.
Zwischen den Kindern entwickelte sich bei der Exkursion ein kleiner Disput, als ein Mädchen einen Jungen zurechtwies, als dieser durch das Zertreten von reifen Stäublingen Sporenwolken erzeugte. Ich erklärte ihnen, dass man in diesem Fall etwas zertreten darf. Es wurden eine ganze Menge Pilze gesammelt, von denen ich die wichtigsten bis zum Mittagessen noch erklärte. Dann gab's Spagetti mit Tomatensoße und Salat. Anschließend noch Beantwortung von Fragen im Klassenzimmer.
Beste Grüße,
Heinz

Hallo,
Heute, gestern und vorgestern hatten wir nun die 7. Klassen im Wald und
eigentlich war alles halb so schlimm.
Wir hatten zuvor noch die "Vorschrift" entdeckt, eine Broschüre
über Sicherheitsmaßnahmen im Unterricht und im Kapitel "Über den
Umgang mit Pflanzen und Pilzen" waren die Handschuhe im Zusammenhang
mit Kontaktallergien erwähnt... und daß man bei einer Pflanzenexkursion
den Bärenklau besser mit Handschuhen anfaßt, ist ja auch nachvollziehbar.
Nun gut, die Handschuhe waren nun im Konzept der Referendarin drin und da man
mit zusätzlichen Sicherheitsmaßnahmen eher besser dasteht, als eventuell
mit zu wenigen, naja, das kennen wir ja von den Pilzberaterprüfungen. Sei
ihr zu wünschen, daß niemand mit mykologischem Verstand ihre Arbeit
bewerten muß ;-).... aber so groß wie andersrum ist das Risiko vermutlich
nicht.
Die Lehrerin, die uns an den ersten beiden Tagen begleitet hatte, hatte über
Handschuhe ähnliche Ansichten wie wir und man merkte, daß sie außerhalb
der schulischen Exkursionen schon öfters im Wald war. Die Klasse hingegen
war ein S**haufen und cool, wer sich eben nicht gerade zu interessiert
zeigte. Da die Schüler wohl schon vorinformiert waren, baten sie selbst um
die Handschuhe. Die Lehrerin stellte es ihnen die Benutzung frei und fast
alle wollten welche haben. Nach der 20minütigen Suchphase (wir mußten
ziemlich weit laufen), sah man dann, daß Latexhandschuhe doch etwas doller
beißen können als Pilze. *schadenfrohkicher*
Nach diesem Tag mehr als geschafft, schleppten wir uns weniger motiviert zur
zweiten Exkursion. Uns erwartete eine waldinteressierte und auch recht
kompetente Klasse. Hier war die Struktur so, daß man eben keine
Ansehensnachteile erwarten mußte, wenn man sich interessiert zeigte. Diese
Exkursion machte schnell richtig Spaß. Die Handschuhe wurden deutlich
weniger angenommen. Man brachte sogar Lepiota fulvella, Hymenoscyphus
fructigenus, Trechispora vaga und all so nettes kleines Zeugs...
So, die dritte Klasse lag irgendwo zwischen den anderen beiden; die
Lehrerschaft war aber waldferner. Da sowieso alles einen klaren
Konzeptrahmen haben mußte (wegen der Referendariatsarbeit), hat auch jeder
seinen Handschuh tragen müssen. Man wurde ausgeschickt, Röhren- und
Lamellenpilze zu suchen. Daß wir aber nur den Krempling als
"Röhrenpilz" fanden, war dann angeblich "zu
verwirrend" für die Schüler. Also fanden wir nur Lamellenpilze. Naja
und Porlinge und so natürlich...
Die Waldfremdheit der Jugend wird von den waldfremderen Lehrern übrigens mehr
beklagt als von der, die deutlich "waldnäher" ist. Vielleicht
spiegelt sich hier was?
Hjördis ist übrigens alle drei Tage meist (es war kalt) unbehandschuht durch
den wald gekrabbelt und hat es den Pilzen gleichgetan und Streuzersetzer
gespielt.
Viele Grüße,
Tanja (und Andreas)

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Re: Bericht (7. Klassen ohne Handschuhe)

Martl, (vor 6600 Tagen) @ Heinz Ebert

Liebe Hupi, lieber Heinz,

vielen Dank für Eure Berichte!

Der Sohn einer Kollegin war letzten Montag ebenfalls auf so einer Exkursion.
Ich hatte ihm im Vorfeld schon ein Pilzbuch geliehen, das er wohl das ganze Wochenende nicht mehr aus der Hand legte. :o)
Hier ist wohl wieder einer angefixt mit dem Pilz-Such(t)-Virus...

Meine Kollegin erzählte mir dann, dass die 7. Klassen in der Schule sogar eine Pilzausstellung in der Aula veranstaltet haben.
Ich kann mich aus meiner Schulzeit und auch aus der meiner Töchter nicht erinnern, dass auf Pilze ein solcher Fokus gesetzt wurde.

Schön, dass es jetzt so ist.

Herzliche Grüße
Martl

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Bericht (drei andere 7. Klassen ohne Handschuhen)

Huperzia ⌂, (vor 6595 Tagen) @ Huperzia

Hallo,

Da wir letzten montag wieder mit drei 7. Klassen unterwegs waren, soll auch der Kurzbericht hier nicht fehlen.
Drei Klassen, die in zwei Gruppen geteilt wurden und jeweils drei Schulstunden Zeit hatten.
Es ging jeweils im Stechschritt in den Wald und dort wurde eine halbe Stunde ausgeschwärmt und gesammelt - selbstverständlich ohne Handschuhe. Gefunden wurden schöne Sachen und vor allem den Halskrausenerdstern gab es in beiden Gruppen fast kiloweise in alle Altersstadien. Als Aufgabe hatten die Kinder, einen Pilz mit Röhren und einen mit Ring zu finden ..... Röhren gab es keine, mit Ring immerhin zwei Arten, den Grünen Knolli (der wurde dem Geschichtslehrer zubereitet) und den Getropften Schleimschirmling.
Dann ging es jeweils im Stechschritt zurück in die Schule und es wurden dort die Pilze ausgelegt, besprochen, mikroskopiert .... mit genialen Zeiss-Stereolupen und etwas weniger genialen Durchlichtmikroskopen, wobei für jedes Kind eins vorhanden war.
Der Bioraum war hinterher schwarz von Erdsternstaub ;-). Sogar Pilze probieren durften die Schüler und nach Geschmacksproben vom Buchenspeitäubling und dem Gallenbraunsporstacheling (Sarcodon scabrosus) wurde eifrig zum Waschbecken des Bioraumes gerannt ....

So geht es also auch :-).

Viele Grüße,
Tanja