Mainz-Gonsenheimer Sand von vorgestern

Stephan Weißer, (vor 6570 Tagen)

Hallo,
meine Lust auf sandige Kiefernheiden ist noch lange nicht gestillt, denn da ist noch sehr viel Interessantes zu finden. Da ich mich am WE ohnehin im Rhein-Main-Gebiet aufhielt, nutzte ich die Gelegenheit und besuchte erstmals den Gonsenheimer Sand am westlichen Stadtrand von Mainz. Es handelt sich dabei um ein teilweise unter Naturschutz gestelltes Flugsanddünengebiet (ehemaliges Militärgebiet) mit offenen Sanddünen, Wintergrün-Kiefernwald (Pyrolo-Pinetum) und Solitäreichen. Der Sand scheint mir ziemlich basisch zu sein, jedenfalls gab es dort reichlich kalkliebende Pilze wie z. B. Suillus collinitus, Helvella crispa und Russula sanguinaria, wohingegen die von mir in saureren Sänden angetroffenen Amanita muscaria, Amanita pantherina, Gyroporus castaneus oder gar Cortinarius mucosus oder Tricholoma equestre nicht vertreten waren. Von den Ritterlingen ließen sich nur graue Erdritterlinge (augenscheinlich T. scalpturatum) und eine weißbraune, stark nach Mehl-Gurke riechende Art (T. stans?) blicken. Vieles habe ich identifizieren können, aber eben nicht alles. Daher folgen hier wieder einige von mir nicht zu benennende Funde. Vielleicht erkennt die jemand oder kann zumindest sagen, wo die hingehören.

Freundliche Grüße
Stephan

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Freudig gelber Klumpfuß *PIC*

Stephan Weißer, (vor 6570 Tagen) @ Stephan Weißer

Makroskopie:
Für einen Klumpfuß durchschnittlich groß. Schleimige Hutoberfläche, Hutfarbe freudiges Goldgelb mit kleinen rostbräunlichen Verfärbungen und weißen Velumflecken in der Hutmitte. Fleisch und Lamellen jung tonblass, nicht gelb oder gelbgrünlich, auch nicht mit Violettstich. Lamellenschneide nicht gesägt. Geruch unauffällig.

Fundort:
Auf einer Binnendüne (Sandboden) unter Kiefern (Pyrolo-Pinetum). Gesellig (mehrere 180°-Hexenringe).

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Noch ein Cortinarius (oder Hebeloma?) *PIC*

Stephan Weißer, (vor 6570 Tagen) @ Stephan Weißer

Bei dem kann ich nicht mal einschätzen, ob Cortinarius oder Hebeloma.

Makroskopie:
Ausgewachsene Exemplare in gewöhnlicher Schleimkopf-/Klumpfußgröße, aufgrund des Wachsens im dichten Fallaub relativ langstielig. Hutoberfläche schleimig, Hutfarbe kalkweiß, grauweiß (in der Tönung an Bleiweiße Trichterlinge erinnernd). Lamellen jung hell tonbräunlich (an einen Fälbling erinnernd), im Alter zunehmend schartig und rostfleckig. Stiel wie der Hut gefärbt, (durch ausfallendes Sporenpulver?) stellenweise kräftig rostbraun gefärbt.

Sehr weit unten am Stiel eine bräunlich faserige Zone (Cortina?). Stielbasis mit deutlich ausgeprägtem wurzelnden Fortsatz. Geruch streng rettichartig (ähnlich wie bei vielen Fälblingen).

Fundort:
in der Sandheide unter Eiche, im Fallaub wachsend.

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Hebeloma

Wolfgang P., (vor 6570 Tagen) @ Stephan Weißer

Zur Gattung Hebeloma bin ich mir recht sicher.

Die dort vorkommenden Arten habe ich noch nicht mikroskopiert, daher keine Aussage.

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Re: Noch ein Cortinarius (oder Hebeloma?)

Andreas ⌂, (vor 6570 Tagen) @ Stephan Weißer

Bei dem kann ich nicht mal einschätzen, ob Cortinarius oder Hebeloma.
Makroskopie: Ausgewachsene Exemplare in gewöhnlicher
Schleimkopf-/Klumpfußgröße, aufgrund des Wachsens im dichten Fallaub
relativ langstielig. Hutoberfläche schleimig, Hutfarbe kalkweiß, grauweiß
(in der Tönung an Bleiweiße Trichterlinge erinnernd). Lamellen jung hell
tonbräunlich (an einen Fälbling erinnernd), im Alter zunehmend schartig
und rostfleckig. Stiel wie der Hut gefärbt, (durch ausfallendes
Sporenpulver?) stellenweise kräftig rostbraun gefärbt.
Sehr weit unten am Stiel eine bräunlich faserige Zone (Cortina?). Stielbasis
mit deutlich ausgeprägtem wurzelnden Fortsatz. Geruch streng rettichartig
(ähnlich wie bei vielen Fälblingen).
Fundort: in der Sandheide unter Eiche, im Fallaub wachsend.

Hallo Stephan,

ich glaube eher an einen Schleierling, genauer an einen Schleimfuß, irgendwas aus der verwandtschaft von Cortinarius ochroleucus.

beste Grüße,
Andreas

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Dünenpilz *PIC*

Stephan Weißer, (vor 6570 Tagen) @ Stephan Weißer

Bei dem tippe ich mal frech die Gattung Adermoosling. Habe allerdings noch nie etwas aus der Gattung gesehen und hoffe auf Bestätigung durch entsprechende Experten.

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Re: Dünenpilz

Wolfgang P., (vor 6570 Tagen) @ Stephan Weißer

Bei dem tippe ich mal frech die Gattung Adermoosling. Habe allerdings noch
nie etwas aus der Gattung gesehen und hoffe auf Bestätigung durch
entsprechende Experten.

Du hast Recht. Arrhenia spathulata.

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Re: Mainz-Gonsenheimer Sand von vorgestern

Wolfgang P., (vor 6570 Tagen) @ Stephan Weißer

Hallo Stephan,

hast Du denn wenigstens auch die eine oder andere Tulostoma (Stielstäubling) gefunden, in meinem "Pilz-Vorgarten"?

Die hab' ich dort gestern wieder begrüßt - recht früh im Jahr dieses Mal.

P.S.: Hasenröhrlinge gibt's dort schon.

Gruß,

Wolfgang

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Re: Mainz-Gonsenheimer Sand von vorgestern *PIC*

Stephan Weißer, (vor 6569 Tagen) @ Wolfgang P.

Aber ja, gleich als erste markante Art an diesem Nachmittag. Es war der mit dem braunweiß gefaserten Stiel und dem zimtbraunen Sporenpulver, wie auch immer der lateinisch heißt.

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Re: Bin ich neugierig...

Ingo, (vor 6569 Tagen) @ Stephan Weißer

und eine weißbraune, stark nach
Mehl-Gurke riechende Art (T. stans?) blicken. Vieles habe ich
identifizieren können, aber eben nicht alles.

zeig doch mal! Vielleicht bekommen wir das Fragezeichen noch wegradiert.

GRIngo

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Re: Bin ich neugierig... *PIC*

Stephan Weißer, (vor 6569 Tagen) @ Ingo

Nicht so die Toppqualität, das Foto. Wurde um ca. 17:15 Uhr aufgenommen, da war es schon ziemlich duster. Vielleicht sieht man aber doch was.

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Re: Fragwürdig...

Ingo, (vor 6568 Tagen) @ Stephan Weißer

Nicht so die Toppqualität, das Foto. Wurde um ca. 17:15 Uhr aufgenommen, da
war es schon ziemlich duster. Vielleicht sieht man aber doch was.

Hallo Stephan,

vom Habitus her sollte es sich um Tricholoma stans handeln.
Nur - die Größe bereitet mir Kopfschmerzen. Wenn ich mal mit den Kiefernnadeln
vergleiche, die im Schnitt etwa 6 cm lang sein sollten, könnte es sich um wahre
Monster-Stans handeln. Der eine Hut dürfte deutlich über 10 cm Durchmesser gehabt
haben. Meine Größten hatten bisher max. 6-8 cm.

Außerdem erkenne ich deutlich schmierige Hutoberflächen. Das habe ich bei T. stans,
auch bei Regenwetter, bisher noch nie beobachtet. Vielleicht kannst du, bei Wiederfund,
mal kleine Kostprobe nehmen. Sollte es sich um T. stans handeln, wirst du sie
sofort wieder loswerden wollen - weil unmittelbar und furchterregend bitter.

Wenn wir mit dem Thema ernsthaft vorankommen wollten, hälfe auch noch Folgendes:
Fotos aus allen Lagen und Positionen; Schnittbilder; Nahaufnahmen von Lamellenansätzen;
Größenangaben etc.

Grüßlis Ingo