Das Problem mit der Pseudoringzone *PIC*

Thüringer-Holz, (vor 6561 Tagen)

hatte ich am Wochenende mal wieder.
Unter Kiefern auf Kalk standen diese stark mehligen Teile:

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[image]
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Ihr erinnerd euch - darunter waren auch die Zungen!

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Es hat lange gedauert bis ich mir wirklich sicher war, dass das nur Tricholoma fracticum sein kann.

80% der vielen vielen Fruchtkörper hatten keine Pseudoringzone mehr.

[image]

Bei einigen fand ich es dann doch ziemlich eindeutig.

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Liebe Grüße

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Re: Das Problem mit der Pseudoringzone

Andreas ⌂, (vor 6561 Tagen) @ Thüringer-Holz

Hallo Felix,

darüber hatten wir uns ja auch schon unterhalten, dass z.B. am Singer Berg, wo Massen von fracticum wachsen, bei den alten keine Pseudorigzone mehr vorhanden ist. Dass die alten sozusagen als T. striatum bestimmt werden würden und die jungen als fracticum. Oder auch ganz provokativ gesagt: Striatum habe ich bisher nur alte Exemplare gesehen, aber noch nie einen jungen, fracticum dagegen immer nur junge und noch nie einen alten ;-)

beste Grüße,
Andreas

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T. striatum *PIC*

Helmut, (vor 6560 Tagen) @ Andreas

ist in den sauren, sandigen Kiefernforsten des Oberpfälzer Waldes ein Massenpilz (T. fracticum dagegen in den Kalkgebieten westlich von Regensburg eher selten).

Gruß

Helmut

Hallo Felix,
darüber hatten wir uns ja auch schon unterhalten, dass z.B. am Singer Berg,
wo Massen von fracticum wachsen, bei den alten keine Pseudorigzone mehr
vorhanden ist. Dass die alten sozusagen als T. striatum bestimmt werden
würden und die jungen als fracticum. Oder auch ganz provokativ gesagt:
Striatum habe ich bisher nur alte Exemplare gesehen, aber noch nie einen
jungen, fracticum dagegen immer nur junge und noch nie einen alten ;-)
beste Grüße,
Andreas

[image]

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Hallo Helmut

Thüringer-Holz, (vor 6560 Tagen) @ Helmut

Ich bin zwar kein Experte bei Braunen Ritterlingen aber hat sich da nicht
ein Pappel-Ritterling verirrt? Ein Espenblatt sehe ich liegen.....

Ingo wo bleibst du?

Liebe Grüße

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Re: T. striatum

Andreas ⌂, (vor 6560 Tagen) @ Helmut

ist in den sauren, sandigen Kiefernforsten des Oberpfälzer Waldes ein
Massenpilz (T. fracticum dagegen in den Kalkgebieten westlich von
Regensburg eher selten).
Gruß
Helmut

Hallo Helmut,

der ist aber arg fleischfarben! Den würde ich nicht als albobrunneum-Abkömmling akzeptieren, tut mir leid.

beste Grüße,
Andreas

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T. populinum *PIC*

Helmut, (vor 6560 Tagen) @ Andreas

Servus Andreas und Thüringer Holz,

der ist wirklich untypisch und außerdem schon recht alt. Habe noch ein jüngeres Bild eingestellt. Mikroskopisch geben die Arten ja nicht viel her.

Und hier noch ein Bild von populinum.

Gruß

Helmut

Hallo Helmut,
der ist aber arg fleischfarben! Den würde ich nicht als
albobrunneum-Abkömmling akzeptieren, tut mir leid.
beste Grüße,
Andreas

[image]

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Re: T. striatum *PIC*

Helmut, (vor 6560 Tagen) @ Helmut

nochmal ein Bild.

ist in den sauren, sandigen Kiefernforsten des Oberpfälzer Waldes ein
Massenpilz (T. fracticum dagegen in den Kalkgebieten westlich von
Regensburg eher selten).
Gruß
Helmut

[image]

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Re: T. striatum

Andreas ⌂, (vor 6560 Tagen) @ Helmut

nochmal ein Bild.

Hallo Helmut,

ja klar, das ist kein populinum.
Aber ist das T. striatum? Der heißt so, weil er eine auffallend eingewachsen-faserige Hutoberfläche hat. Das kann ich nun gar nicht erkennen. Die Pilze scheinen auch eher klein zu sein. Wären sie etwas dunkler bzw. "grauer" braun, dann würde ich sie ohne Zögern als T. stans ansprechen. Sie scheinen auch, wenn ich den Stiel richtig deutet, durchaus zur Fleckigkeit zu neigen, was ja ebenfalls ein Merkmal von T. stans ist.

beste Grüße,
Andreas

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Re: T. striatum

Ingo, (vor 6560 Tagen) @ Andreas

Hallo Helmut,
ja klar, das ist kein populinum.
Aber ist das T. striatum? Der heißt so, weil er eine auffallend
eingewachsen-faserige Hutoberfläche hat. Das kann ich nun gar nicht
erkennen. Die Pilze scheinen auch eher klein zu sein. Wären sie etwas
dunkler bzw. "grauer" braun, dann würde ich sie ohne Zögern als
T. stans ansprechen.

Hallo Andreas,

eben dieses Merkmal weist Tricholoma stans auch auf. Der hat immer eine stark
faserige Hutoberfläche, ohne Pseudoringzone. Vor allem ist er auch schon recht
früh voll aufgeschirmt. Ich hatte schon Ex. mit 1 cm Hutdurchmesser, die kein
bisschen eingerollt waren.

*ggg* Ingo

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Re: T. striatum

Andreas ⌂, (vor 6560 Tagen) @ Ingo

Hallo Andreas,
eben dieses Merkmal weist Tricholoma stans auch auf. Der hat immer eine stark
faserige Hutoberfläche, ohne Pseudoringzone. Vor allem ist er auch schon
recht
früh voll aufgeschirmt. Ich hatte schon Ex. mit 1 cm Hutdurchmesser, die kein
bisschen eingerollt waren.
*ggg* Ingo

Hallo Ingo,

Du würdest den also auch T. stans benennen?

beste Grüße,
Andreas

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Re: eher nicht

Ingo, (vor 6560 Tagen) @ Andreas

Ich kenne die Art mittlerweiler SEHR genau. Der Fekix zeigt auch sehr schöne
Exemplare. Für mich sind das UMO's, oder besser UMR's. Leider!
Also Tricholoma pessundatum spez.

*ggg*

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Re: T. striatum

Ingo, (vor 6560 Tagen) @ Helmut

Hallo Helmut,

Tricholoma striatum ist das (sehr wahrscheinlich) nicht. Es sind wohl sicher Ritterlinge.
Und auch braune. das war's dann aber.
Ganz unkühn würde ich auch noch behaupten wollen, dass sie in die Subsektion
pessundata gehören. Damit scheidet T. striatum definitiv aus, Denn der gehört
in die Subannulata.

Wenn deine Funde wirklich in den Nadelwald gehören, wird das Problem nicht
wirklich kleiner. Man kann nun auch T. usale und T. populinum ausschließen.
Wäre da nicht die kleine Espe, nur 20m hinter den 20 Kiefern gewesen, die du
noch nicht kennst. ;-)

Aber Spass beiseite:
M. Bon BERICHTET in seiner Monographie (bei Andreas für gut 20€), dass für die
Pessundatum-Gruppe einige Kollektionen mit verschiedenen Sporenmaßen registriert
wurden. Dazu sollen auch einige KOLLEKTIONEN Gastro-Vergiftungen hervorgerufen
haben. Wenn M. Bon sowas schreibt, erstaunt mich das ein wenig. Als anerkannter
Mykologe hätte er das auch auf folgenden Punkt bringen können:

Es gibt mehrere verschiedene, recht ähnliche braunweiße Ritterlings-ARTEN
in Nadelwäldern, alle mit dem üblichen Mehlgeruch, die momentan nicht geklärt werden
können.

Vermutlich ist das der Seltenheit dieser Arten geschuldet. Es bleibt wohl nur
übrig, das Geschehen über mehrere Jehre zu verfolgen.

Über ein aktuelles Ritterlingstraktat denke ich jedenfalls erstmal nur nach.
Das einzige, was wirklich eindeutig geklärt zu sein scheint, ist T. stans.
Nur darf man nicht bei BW Pilze und RM Dähncke nachschlagen.
Dort sind m. E. eindeutige T. pessundatum beschrieben.

Viele Grüße Ingo

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Re: Das Problem mit der Pseudoringzone *PIC*

Stephan Weißer, (vor 6560 Tagen) @ Thüringer-Holz

Da gibt's ja die Theorie mit dem Untergrund: kalkig streng für T. fracticum/batschii, sauer streng für T. striatum/albobrunneum. Meiner Erfahrung nach sehen beide gleich aus. Diese Teile z. B. stammen aus dem Altdorfer Wald (sauer-sandiger Flechtenkiefernwald, Gesellschaft von T. focale, T. pessundatum, T. equestre).
Ich hätte sie achtlos als fracticum abgelegt, hätte mich nicht eines meiner Bestimmungsbücher (war es nicht der BON?) auf dieses einzige für mich nachvollziehbare Bestimmungsmerkmal hingewiesen. Hat das deiner Meinung nach überhaupt Hand und Fuß, Andreas?

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Re: Das Problem mit der Pseudoringzone

Andreas ⌂, (vor 6560 Tagen) @ Stephan Weißer

Da gibt's ja die Theorie mit dem Untergrund: kalkig streng für T.
fracticum/batschii, sauer streng für T. striatum/albobrunneum. Meiner
Erfahrung nach sehen beide gleich aus. Diese Teile z. B. stammen aus dem
Altdorfer Wald (sauer-sandiger Flechtenkiefernwald, Gesellschaft von T.
focale, T. pessundatum, T. equestre).
Ich hätte sie achtlos als fracticum abgelegt, hätte mich nicht eines meiner
Bestimmungsbücher (war es nicht der BON?) auf dieses einzige für mich
nachvollziehbare Bestimmungsmerkmal hingewiesen. Hat das deiner Meinung
nach überhaupt Hand und Fuß, Andreas?

Hallo Stephan,

da fühle ich mich nicht berufen genug, zu antworten. Gerade von den sauren Böden kenne ich kaum Ritterlinge, weil mir die Flechten-Kiefernwälder bis auf wenige Stippvisiten in den unmöglichsten Teilen Europas weitgehend verschlossen geblieben sind. Ich meine den kleinen T. stans ganz gut zu kennen und T. fracticum sowieso. Aber das, was ich bisher alles an fracticum gesehen habe (und ich gehe davon aus, dass es alles fracticum war), das lässt mir keine Vorstellung mehr frei, wie den striatum aussehen soll. Aber ich habe viel zu selten striatum-ähnliche Ritterlinge, die nicht stans waren im Sand-Kiefernwald gefunden, deshalb kann ich nicht urteilen.

beste Grüße,
Andreas

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Aha!

Helmut, (vor 6560 Tagen) @ Andreas

Servus Andreas,

da wird es interessant. T. stans scheint eine T. striatum sehr nahestehende, wenn nicht sogar identische Art zu sein. Hauptmerkmal soll die abgegrenzte hellere Stielspitze sein. Bresinsky & Einhellinger (1987, S. 453) schreiben: "Weitere Untersuchungen zur Unterscheidung beider Arten in unserer Region sind erforderlich."

T. striatum habe ich - nach anfänglichen erheblichen Bestimmungsschwierigkeiten - zwischenzeitlich in Hunderten von Exemplaren gesehen. Eine T. stans konnte ich bisher nicht davon abgrenzen. Das zugrunde liegende Artkonzept würde mich schon sehr interessieren.

Kennst Du meine Abhandlung über die Ritterlinge im Oberpfälzer Wald aus der Mycologia Bavarica 7 (2005)?

Gruß

Helmut

Hallo Stephan,
da fühle ich mich nicht berufen genug, zu antworten. Gerade von den sauren
Böden kenne ich kaum Ritterlinge, weil mir die Flechten-Kiefernwälder bis
auf wenige Stippvisiten in den unmöglichsten Teilen Europas weitgehend
verschlossen geblieben sind. Ich meine den kleinen T. stans ganz gut zu
kennen und T. fracticum sowieso. Aber das, was ich bisher alles an
fracticum gesehen habe (und ich gehe davon aus, dass es alles fracticum
war), das lässt mir keine Vorstellung mehr frei, wie den striatum aussehen
soll. Aber ich habe viel zu selten striatum-ähnliche Ritterlinge, die
nicht stans waren im Sand-Kiefernwald gefunden, deshalb kann ich nicht
urteilen.
beste Grüße,
Andreas

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Re: Aha!

Thüringer-Holz, (vor 6560 Tagen) @ Helmut

Hallo Helmut,

schau dir das mal an, vielleicht wird dann alles etwas klarer:

Beitrag 150715

Liebe Grüße Felix

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Re: Aha!

Andreas ⌂, (vor 6560 Tagen) @ Thüringer-Holz

Hallo Helmut,
schau dir das mal an, vielleicht wird dann alles etwas klarer:
Beitrag 150715
Liebe Grüße Felix

Hallo Felix,

leider nein, denn es fehlt der direkte Vergleich zwischen stans und striatum. Das ist ja nun grad der Knackpunkt.

beste Grüße,
Andreas

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Ok - aber da ist der "echte T.stans" schön zu

Thüringer-Holz, (vor 6560 Tagen) @ Andreas

sehen...
Mehr wollte ich Helmut nicht zeigen....
War etwas unglücklich von mir ausgedrückt.

LG Felix

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Re: Aha!

Helmut, (vor 6560 Tagen) @ Andreas

Die hier abgebildeten Fruchtkörper von T. stans entsprechen optisch "meiner" T. striatum. Die kann aber auch recht groß werden, dunkler oder heller rotbraun sein, eine scharf abgegrenzte Farbzone am Stiel haben oder auch nicht. Beim Namen kommt es darauf an, auf welche Literatur man sich bezieht. Es wird wohl darauf hinauslaufen, welcher Name der ältere ist oder andere Vorrechte hat (da bin ich aber nicht so firm).

Gruß

Helmut

Hallo Felix,
leider nein, denn es fehlt der direkte Vergleich zwischen stans und striatum.
Das ist ja nun grad der Knackpunkt.
beste Grüße,
Andreas

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Re: Aha!

Andreas ⌂, (vor 6560 Tagen) @ Helmut

Servus Andreas,
da wird es interessant. T. stans scheint eine T. striatum sehr nahestehende,
wenn nicht sogar identische Art zu sein. Hauptmerkmal soll die abgegrenzte
hellere Stielspitze sein. Bresinsky & Einhellinger (1987, S. 453)
schreiben: "Weitere Untersuchungen zur Unterscheidung beider Arten in
unserer Region sind erforderlich."
T. striatum habe ich - nach anfänglichen erheblichen
Bestimmungsschwierigkeiten - zwischenzeitlich in Hunderten von Exemplaren
gesehen. Eine T. stans konnte ich bisher nicht davon abgrenzen. Das
zugrunde liegende Artkonzept würde mich schon sehr interessieren.
Kennst Du meine Abhandlung über die Ritterlinge im Oberpfälzer Wald aus der
Mycologia Bavarica 7 (2005)?
Gruß
Helmut

Hallo Helmut,

klar kenne ich Deine Ritterlings-Arbeit.

Ich vermute fast, dass wir vom selben Pilz reden, aber unterschiedliche Namen dafür verwenden. Denn das Bild in Deinem Artikel zeigt jedenfalls klar rotbräunlich verfärbende Stiele und wäre für mich somit T. stans.

Das Problem der Artabgrenzung dieser beiden Arten (stans und striatum) ist ja nicht neu. Und irgendwie machts jeder Mykologe anders. Wenn man sich die Publikationen so durchliest und vergleicht, dann ist für die meisten die Pseudoringzone das ausschlaggebende Merkmal. Wie ich aber bei meinen hunderten oder eher tausenden von fracticums schon erfuhr, ist diese Pseudoringzone durchaus altersabhängig. Alte fracticum zeigen dieses Merkmal in der Mehrheit der Fälle nicht mehr. Nach den meisten Bestimmungsschlüsseln müsste ich die dann als stans bestimmen! Andere Autoren nehmen die Hutgröße (bis 6 cm = stans, bis 12 cm = striatum) her, wieder andere die Deutlichkeit bzw. Färbung der eingewachsenen Hutfasern (deutlich und dunkel braun = striatum, weniger deutlich und heller braun = stans) und letztlich gibt es da auch noch das Merkmal der Fleisch- bzw. Stieloberflächenverfärbung (braunrot verfärbend = stans, ohne Verfärbung = striatum). Da ich mit der mehr oder weniger deutlichen Hutbefaserung auch nicht wirklich gut zurechtkam, blieb mir das Merkmal der Flesichverfärbung, das bei meinen bisherigen Funden auch immer zu relativ kleinen Fruchtkörpern korrelierte. Daher sind diese Pilze für mich Tricholoma stans. Unter T. striatum stelle ich mir einen größeren Pilz im Habitus und Aussehen von T. fracticum vor, der wohl lediglich durch das Fehlen des Hautbändchend an der Farbgrenze des Stiels und durch stärker eingewachsen-faserige Hutoberfläche abzutrennen ist. Abgesehen von den ökologischen Differenzen Kalkmagerrasen mit Kiefern und Kiefernsteppenheide gegenüber Flechten- und Sand-Kiefernwald.

Du vermerkst ja für deine striatum-Kollektionen auch schon, dass diese Pseudoringzone offenbar recht variabel ist und wohl doch nicht so als tolles Merkmal taugt, wie es so klar in den bestimmungsschlüsseln steht. Wenn sie da ist, wunderbar! Wenn sie nicht das ist, tja .....

Ums nochmal kurz zusammenzufassen: Entscheidend für mich für die Benennung meiner Sandkiefernwald-Rotbraunhütigen Ritterlinge war die immer vorhandene recht deutliche Fleckung beim Handling mit den Pilzen und auch eine rosabraune Tönung beim Anschnitt alleine. Solche Verfärbung ist für T. striatum in der Literaur meines Wissen nirgends berichtet und auch die unter diesem Namen abgebildeten Pilze zeigen das nicht. Zweiter Hinweis war für mich die Größe, denn meine Kollektionen waren eigentlich mit wenigen Ausreißer-Einzelfruchtkörpern stets kleinwüchsige Pilze, insgesamt der kleineste der rotbraunen Ritterlinge für mein Empfinden. Generell noch kleiner als T. ustale. Und tendenziell hatten die Fruchtkörper innerhalb einer Kollektion jeweils mehrheitlich keine Pseudoringzone, was eben auch für stans spricht.
Aber wie gesagt, es kamen auch welche mit Pseudringzone vor, es war auch mal einer mit fast 10 cm Hutdurchmesser dabei und die Hutfaserung war eh variabel. Nur das Verfärben war bei praktisch jedem Fruchtkörper zu beobachten.

beste Grüße,
Andreas

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Re: Tricholoma striatum

Ingo, (vor 6560 Tagen) @ Stephan Weißer

Hallo Stephan,

ein eindeutigeres Bild von dieser Art habe ich noch nie gesehen!
Die Unterschiede zu T. fracticum scheinen eindeutig. Deutliche Ringzone - Standort
und Farben passen auch.

Hier nochmal die Mutter aller Striaten.

Das was der Helmut da zeigt, ist mir eigentlich auch zu hell.
Zumal da Espenblätter im Bild sind. Aber...ich kann auch gerippte Hutränder
erkennen. Das schließt Pappelritterlinge eigentlich aus.
Man sollte aber auch irgenwo die deutliche Ringzone beobachten können.
Vor allem bei Jungpilzen. Eine deutlich erkennbare faserige Hutoberfläche wäre
auch Pflicht.

Mein Fazit: Hier sind eindeutig T. striatum im Sinne des Erfinders zu sehen.

@Helmut: T. stans ist hier im Flachland häufig, wird aber gerne übersehen.
Es ist eine kleine Art mit fast faseriger Hutoberfläche, rotbräunlich gefärbt
und NIEMALS mit deutlichem Farbübergang an der Stielspitze.

Grüßlis Ingo

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Re: Tricholoma striatum

Andreas ⌂, (vor 6560 Tagen) @ Ingo

Hallo,

ein eindeutigeres Bild von dieser Art habe ich noch nie gesehen!
Die Unterschiede zu T. fracticum scheinen eindeutig. Deutliche Ringzone -
Standort
und Farben passen auch.

Nun, dann dürfte Helmuts Bild in der Myc. Bav. doch auch striatum darstellen. Die fleckend wirkenden Stiele haben mich mächtig irritiert.

Aber jetzt erkläre mir doch einer mal den Unterschied zwischen nicht mehr ganz so jungen fracticum und striatum - abgesehen von der Ökologie.

beste Grüße,
Andreas

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fracticum / batschii *PIC*

Helmut, (vor 6560 Tagen) @ Andreas

da fällt mir auf Anhieb der viel deutlichere und schönere Farbunterschied zwischen Hut und Lamellen bei fracticum ein. Aber wie gesagt: Die Art kenne ich noch kaum in ihrer Variabilität.

[image]

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Re: fracticum / batschii

Andreas ⌂, (vor 6560 Tagen) @ Helmut

da fällt mir auf Anhieb der viel deutlichere und schönere Farbunterschied
zwischen Hut und Lamellen bei fracticum ein. Aber wie gesagt: Die Art
kenne ich noch kaum in ihrer Variabilität.

Hallo Helmut,

hmmm, das ist aber auch wiederum kein Merkmal, das ich benutzen würde. Ich denke, alle diese Ritterlinge haben jung schön weiße Lamellen die mit dem Hut kontrastieren. Der alte Name für die striatum/stans-Gruppe war ja nicht umsosnt "albo-brunneum".

beste Grüße,
Andreas

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striatum / stans Unterschied?

Thüringer-Holz, (vor 6560 Tagen) @ Andreas

Ja ich noch mal,

was ich bei Ingo gelernt habe:

der kleine rotbraune T.Stans (max 6cm HD)
hat NIE eine Pseudoringzone!!
Und er schmeckt Gallebitter!! Bitterer als der Gallenröhrling.
Die anderen albobrunneum sl. haben immer nach Mehl/Gurke geschmeckt und gerochen.

Das viel mir gerade noch ein.

T.fracticum ist ebenso mild und schmeckt nach Mehl!!

@Helmut: wie ist das bei deinen T.striatum?

Liebe Grüße FELIX

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Re: striatum / stans Unterschied?

Andreas ⌂, (vor 6560 Tagen) @ Thüringer-Holz

Hallo Felix,

T.fracticum ist ebenso mild und schmeckt nach Mehl!!

T. fracticum ist für die meisten Zungen definitiv NICHT mild, sondern bitter.
Aber vielelicht gibt es hier auch dieselben Unterschiede in der Stärke der Bitterkeit wie bei ustale/ustaloides: Erster etwas bitter, letzterer gallenbitter.

beste Grüße,
Andreas

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Re: striatum / stans Unterschied?

Thüringer-Holz, (vor 6560 Tagen) @ Andreas

Also jetzt klinke ich mich auch aus!!
Die in meinem Startbeitrag gezeigten Teile unter
Kiefer/Kalk waren MILD/MEHLIG!!
ich habe mehrere FK durchgekaut....
Die kleinen T.stans bei Ingo waren durch die Bank extrem galle bitter und ohne
Mehl/Gurke Geruch...
Der Pappelritterling z.B. ist erst mild und hat einen bitteren Nachgeschmack (vor
allen bei älteren FK)
Das sind meine Erfahrungen...

N8

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Re: Das Problem mit der Pseudoringzone

Ingo, (vor 6560 Tagen) @ Thüringer-Holz

Es hat lange gedauert bis ich mir wirklich sicher war, dass das nur
Tricholoma fracticum sein kann.

Hallo Felix,

irgendwann verliert selbst der dickste Ringritterling denselben.
Ich habe auch schon Halsbänder ganz ohne gesehen. Abgeknabbert, weggefault...

*ggg* Ingo

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Re: Das Problem mit der Pseudoringzone

Andreas ⌂, (vor 6560 Tagen) @ Ingo

Hallo Felix,
irgendwann verliert selbst der dickste Ringritterling denselben.
Ich habe auch schon Halsbänder ganz ohne gesehen. Abgeknabbert, weggefault...
*ggg* Ingo

Hallo,

naja, es geht ja schon um etwas mehr als dass nur das Halsbändchen verlustig gegangen ist. Der ganze Kontrastbereich ist flöten, die Pilze lassen sich im Alter schlicht nicht mehr unter der Rubrik "abgesetzte Stielspitze" einordnen.

beste Grüße,
Andreas

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Re:Ja schon...

Ingo, (vor 6560 Tagen) @ Andreas

was ich meinte...

es gibt da Halsbandritterlinge, die können schon von oben als solche einwandfrei
als solche identifiziert werden. Was die unten rum noch haben, ist eigentlich
egal. Manchmal sind es halt nur noch weiße Stielfragmente.
Bei den Braunen geht sowas leider nicht.

*ggg*

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Re: Das Problem mit der Pseudoringzone

Ingo, (vor 6560 Tagen) @ Thüringer-Holz

Hallo Leute,

ich klinke mich an dieser Stelle für heute aus. Für morgen habe ich einen neuen
Fred vorbereitet. Er wird uns mit Sicherheit auch nicht weiter bringen.
Was soll's.

Nachti ins Ländle!