Alles klar mit den Braunen Ritterlingen ?! *PIC*
Hallo Pilzfreunde,
es hat mich schon ein wenig Überwindung gekostet. Aber die gestrige Ritterlingsdiskussion
verlief mir doch etwas zu glatt. Es wurden viel zu viele Fragen geklärt.
Die gesamte Subsektion der SUBANNULATA scheint jetzt enträtselt.
Mal schauen, ob das mit der PESSUNDATA auch so glatt verläuft.
Zur Erinnerung hier noch mal die sicheren Arten nach Bon/Riva:
Tricholoma populinum (Begleiter von Weidengewächsen)
Tricholoma ustale (Begleiter von Buchenarten)
Tricholoma tridntinum / pessundatum (Begleiter von Nadelgehölzen – saurer Boden)
Tricholoma stans (Begleiter von Nadelgehölzen, angeblich kalkhold)
Der Status von T. ustale scheint sicher zu sein,
Nach Riva (mehrere Beiträge von Felix und mir) ist auch T. stans sicher
Da auch der Pappelritterling eine gute und eindeutig kenntliche Art zu sein scheint, dürfte für alles andere
nur noch eines übrig bleiben. Nett, so ein Ausscheidungsrennen, nicht?
Schauen wir uns mal die Pappelteile näher an. In diesem Jahr waren sie wieder massenhaft bei uns
vertreten. Hier die Vertreter von einem Parkplatz, der mit riesigen Kulturpappeln zugestellt ist - 2 Wochen her das Bild:
Leider sind die Büschel allerorten durch und weitestgehend vergammelt.
Nur wenige Exemplare waren am vergangenen WE noch fotogen genug.
Außerhalb des Parkplatzes hatte es aber auch mächtig gepappelt. Die meisten Vertreter waren aber
auch schon dahin. Allerdings gibt es da noch einen besonderen Ort. Einen Wanderweg an einem Waldsee,
wo am Rande eines von Kiefern gesäumten Ufergürtels, im märkischen Sand, eine fette Pappel steht.
In der Nähe der Pappel selbst fanden sich überhaupt keine Pilze.
Etwa 10m entfernt dieses Büschel aus Pappelritterlingen hier:
Die wuchsen wohl über der Wurzel entlang
Noch weiter weg, bis hin zu 20m Entfernung standen dann EINZELEXEMPLARE herum, deren direkte
Nachbarschaft aus Amanita citrina und Suillus luteus bestand. Strenge Pappelbegleiter, wie jeder weiß.
Die täuschten doch tatsächlich vor, eine faserige Huthaut zu haben.
Ein weiteres Märchen ist die Tatsache, daß Pappelritterlinge keinen gerippten Hutrand haben.
Die meisten gängigen Beschreibungen schließen dieses Merkmal für T. populinum aus.
Am konsequentesten erschien mir der Ritterling, der noch in sage und schreibe 40 METER
Entfernung von der dicken Pappel wohl einen Wurzelrest derselben ergattert haben muß.
Er stand keinen Meter neben einer Kiefer, über einer dicken Wurzel derselben. Dieser Täuscher!
40 Meter sind schon ein ganze Ende! Am besten gefielen mir aber die Pappelritterlinge, die es geschafft
hatten, ca. 150 m zur Wurzel einer 1,5 m hohen, mickrigen Espe zu überbrücken.
Schön anzuschauen waren sie aber nicht mehr.
Ich hoffe, der Pappelritterling ist damit hinreichend geklärt. Wer noch mehr Bedarf an Informationen zu
diesem Thema hat, der schaue sich nochmal kurz den Beitrag von Felix zur Thüringer Pilzausstellung 2008 an.
Grüßlis Ingo
p.s.: Sollte sich hier irgendwer finden, der Zweifel an meiner Bestimmung hat, dann möge er/sie
bitte eine Alternative aufzeigen. Es ist alles erlaubt außer T. albobrunneum. ;o))
Viele Grüße Ingo

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