Alles klar mit den Braunen Ritterlingen ?! *PIC*

Ingo, (vor 6559 Tagen)

Hallo Pilzfreunde,

es hat mich schon ein wenig Überwindung gekostet. Aber die gestrige Ritterlingsdiskussion
verlief mir doch etwas zu glatt. Es wurden viel zu viele Fragen geklärt.
Die gesamte Subsektion der SUBANNULATA scheint jetzt enträtselt.
Mal schauen, ob das mit der PESSUNDATA auch so glatt verläuft.

Zur Erinnerung hier noch mal die sicheren Arten nach Bon/Riva:

Tricholoma populinum (Begleiter von Weidengewächsen)
Tricholoma ustale (Begleiter von Buchenarten)
Tricholoma tridntinum / pessundatum (Begleiter von Nadelgehölzen – saurer Boden)
Tricholoma stans (Begleiter von Nadelgehölzen, angeblich kalkhold)

Der Status von T. ustale scheint sicher zu sein,
Nach Riva (mehrere Beiträge von Felix und mir) ist auch T. stans sicher
Da auch der Pappelritterling eine gute und eindeutig kenntliche Art zu sein scheint, dürfte für alles andere
nur noch eines übrig bleiben. Nett, so ein Ausscheidungsrennen, nicht?

Schauen wir uns mal die Pappelteile näher an. In diesem Jahr waren sie wieder massenhaft bei uns
vertreten. Hier die Vertreter von einem Parkplatz, der mit riesigen Kulturpappeln zugestellt ist - 2 Wochen her das Bild:

[image]

Leider sind die Büschel allerorten durch und weitestgehend vergammelt.

[image]
[image]

Nur wenige Exemplare waren am vergangenen WE noch fotogen genug.

Außerhalb des Parkplatzes hatte es aber auch mächtig gepappelt. Die meisten Vertreter waren aber
auch schon dahin. Allerdings gibt es da noch einen besonderen Ort. Einen Wanderweg an einem Waldsee,
wo am Rande eines von Kiefern gesäumten Ufergürtels, im märkischen Sand, eine fette Pappel steht.

In der Nähe der Pappel selbst fanden sich überhaupt keine Pilze.
Etwa 10m entfernt dieses Büschel aus Pappelritterlingen hier:

[image]

Die wuchsen wohl über der Wurzel entlang

Noch weiter weg, bis hin zu 20m Entfernung standen dann EINZELEXEMPLARE herum, deren direkte
Nachbarschaft aus Amanita citrina und Suillus luteus bestand. Strenge Pappelbegleiter, wie jeder weiß.

[image]
[image]

Die täuschten doch tatsächlich vor, eine faserige Huthaut zu haben.

Ein weiteres Märchen ist die Tatsache, daß Pappelritterlinge keinen gerippten Hutrand haben.

[image]
[image]

Die meisten gängigen Beschreibungen schließen dieses Merkmal für T. populinum aus.

Am konsequentesten erschien mir der Ritterling, der noch in sage und schreibe 40 METER
Entfernung von der dicken Pappel wohl einen Wurzelrest derselben ergattert haben muß.

[image]
[image]

Er stand keinen Meter neben einer Kiefer, über einer dicken Wurzel derselben. Dieser Täuscher!

40 Meter sind schon ein ganze Ende! Am besten gefielen mir aber die Pappelritterlinge, die es geschafft
hatten, ca. 150 m zur Wurzel einer 1,5 m hohen, mickrigen Espe zu überbrücken.

[image]

Schön anzuschauen waren sie aber nicht mehr.

Ich hoffe, der Pappelritterling ist damit hinreichend geklärt. Wer noch mehr Bedarf an Informationen zu
diesem Thema hat, der schaue sich nochmal kurz den Beitrag von Felix zur Thüringer Pilzausstellung 2008 an.

Grüßlis Ingo

p.s.: Sollte sich hier irgendwer finden, der Zweifel an meiner Bestimmung hat, dann möge er/sie
bitte eine Alternative aufzeigen. Es ist alles erlaubt außer T. albobrunneum. ;o))

Viele Grüße Ingo

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Re: Alles klar mit den Braunen Ritterlingen ?!

Gábor, (vor 6559 Tagen) @ Ingo

Hallo Ingo,

Du bist doch ein Schelm :-)

Ich fühlte mich kürzlich auch ziemlich ver(pa)ppelt, als ich die ersten Grünlinge meines Lebens, und dann auch noch in inflationärer Menge hier am Seeufer fand.

Die nächste Pappel ca. 200m weit und Kiefern gab es da überhaupt nicht.

Ich habe ja diese eine Salweide in ca. 10m schwer im Verdacht.
Aber nächstes Jahr werde ich den Burschen auf die Schliche kommen...

Nächtle,
Gábor

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Re: Alles klar mit den Braunen Ritterlingen ?!

Andreas ⌂, (vor 6559 Tagen) @ Ingo

Hallo Ingo,

40 Meter sind schon ein ganze Ende! Am besten gefielen mir aber die
Pappelritterlinge, die es geschafft
hatten, ca. 150 m zur Wurzel einer 1,5 m hohen, mickrigen Espe zu
überbrücken.

da hab' ich aber Schwierigkeiten, dran zu glauben. Nicht an der Bestimmung, sondern an der Entfernung. Du wirst mir natürlich versichern, dass Du alles genauestens abgesucht hast, aber ich werde solche Entfernungen erst dann glauben, wenn ich den Standort selbst gesehen habe und auch im Frühjahr nochmal nachgeschaut habe, ob da nicht irgendwo aus dem Stock schießende Pappelschößlinge hochkommen.

beste Grüße,
Andreas

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Re: Alles klar mit den Braunen Ritterlingen ?! *PIC*

Ingo, (vor 6558 Tagen) @ Andreas

Hallo Ingo,
da hab' ich aber Schwierigkeiten, dran zu glauben. Nicht an der Bestimmung,
sondern an der Entfernung. Du wirst mir natürlich versichern, dass Du
alles genauestens abgesucht hast, aber ich werde solche Entfernungen erst
dann glauben, wenn ich den Standort selbst gesehen habe und auch im
Frühjahr nochmal nachgeschaut habe, ob da nicht irgendwo aus dem Stock
schießende Pappelschößlinge hochkommen.

Hallo Andreas, ich habe da noch ein Bildchen für dich gemalt. Hoffentlich gefällt es dir.

[image]

Es gab imho nur eine fette Pappel vor Ort. Die war allerdings riesig.
Die anderen kleinen Kreise kennzeichnen die Standorte der Kiefern.
Die Sternchen stellen die Fundorte dar. Vorne können es wohl noch Pappelritterlinge
gewesen sein. 40 m sind aber schon eine Menge Holz. Mit zunehmender Entfernung von
der Pappel wurden die Hüte der Fruchtkörper auch immer streifiger.

Mittlerweile glaube ich fast, dass Pappelritterlinge in der Lage sind, sich in
Notzeiten andere Wirtsbäume auszusuchen. Dann hätten wir allerdingd richtige
Probleme. Immerhin habe ich von allen Kollektionen Sporen genommen.
Ob es was bringt?

Möglicherweise gehört ja die gesamte Pessundatum-Gruppe revidiert.

Grüßlis Ingo

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Re: Alles klar mit den Braunen Ritterlingen ?!

Andreas ⌂, (vor 6558 Tagen) @ Ingo

Hallo Ingo,

Hallo Andreas, ich habe da noch ein Bildchen für dich gemalt. Hoffentlich
gefällt es dir.

Sehr hübsch! Gerade in der jetzigen zeit solltest Du es Dir vielleicht als Weihnachtsgeschenkpapierdesign rechtlich sichern, bevor jemand das abkupfert und gnadenlos Kasse macht damit.

Es gab imho nur eine fette Pappel vor Ort. Die war allerdings riesig.
Die anderen kleinen Kreise kennzeichnen die Standorte der Kiefern.
Die Sternchen stellen die Fundorte dar. Vorne können es wohl noch
Pappelritterlinge
gewesen sein. 40 m sind aber schon eine Menge Holz. Mit zunehmender
Entfernung von
der Pappel wurden die Hüte der Fruchtkörper auch immer streifiger.
Mittlerweile glaube ich fast, dass Pappelritterlinge in der Lage sind, sich
in
Notzeiten andere Wirtsbäume auszusuchen. Dann hätten wir allerdingd richtige
Probleme. Immerhin habe ich von allen Kollektionen Sporen genommen.
Ob es was bringt?
Möglicherweise gehört ja die gesamte Pessundatum-Gruppe revidiert.

Mit Sicherheit wäre das kein Fehler und mittlerweile gibt es doch einige, die sich dafür Interessieren. Warum nicht mal bei der DGfM anklopfen: http://www.dgfm-ev.de/forum/thread.php?threadid=878
Warum nicht eine AG* gründen und mal systematisch die Funde der verschiedenen Gebiete zusammentragen. Und vielleicht haben wir ja Glück, dass sich eine Uni da zur Mitarbeit bereiterklärt, bzw. sich des Themas annimmt (ich denke da speziell an Prof. Kost in Marburg, der ja schon über Tricholoma s.l. promoviert hat!) und die Teile mal sequenziert.

beste Grüße,
Andreas

* AG = Arbeitsgemeinschaft - nicht Aktiengesellschaft und auch nicht Andreas Gminder

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Nachtrag *PIC*

Thüringer-Holz, (vor 6559 Tagen) @ Ingo

Schön hast du die typischen Pappel-Teile zeigst, aber einige hast du vergessen

zum Beispiel:

Papperlritterlinge mit Pseudoringzone:

[image]

Pappelritterlinge forma pessundatum also getropfte:

[image]
[image]

Hier noch mal welche mit geripptem Hutrand

[image]

getropft und Preudoringzone

[image]

fleischrosa Espenritterlinge bei Kiefern

[image]

und Abschließend

Rötender Büscheliger (Langstieliger) Pappelritterling

[image]

Nur mal so am Rande......

Wer hat eine Foto vom "echten" T.pessundatum??
Würd ich gerne mal sehen...

Liebe Grüße

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Tricholoma pessundatum? Kollektion 1 *PIC*

Stephan Weißer, (vor 6558 Tagen) @ Thüringer-Holz

Wer hat eine Foto vom "echten" T.pessundatum??
Würd ich gerne mal sehen...

Das hier Gezeigte stammt auch alles aus dem Altdorfer Wald.
T. striatum/albobrunneum kann man m. E. sicher ausschließen - Huthaut ist nicht radialstreifig, Stiel nicht nur ohne Subannulatum-Zone, sondern fast komplett ohne die bräunlichen Schüppchen. Eine weiter unten gezeigte Kollektion hat übrigens weiße Schüppchen. T. stans ist auch auszuschließen - Hutrand lange eingerollt, Hüte auch bei ausgewachsenen Exemplaren nicht "hochgeschlagen", Trama sehr fest, trotz eintägiger Lagerung keine rotbraunen Flecken an den Druckstellen.

Bei dieser Kollektion fielen mir der konzentrisch punktierte (getropfte?) Hut, der praktisch unbeschuppte seidig glänzende, rillig verdrehte Stiel und der Wuchsort (bis an den Hut eingesenkt, mitten im lockeren Sand, die nächste schmächtige Kiefer mindestens 8 m entfernt) auf.

[image]

Eintrag gesperrt

So könnte ich mir

Thüringer-Holz, (vor 6558 Tagen) @ Stephan Weißer

pessundatum vorstellen.

Vielen Dank fürs zeigen!

LG Felix

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Tricholoma pessundatum? Kollektion 2 *PIC*

Stephan Weißer, (vor 6558 Tagen) @ Thüringer-Holz

Bei dieser Kollektion fiel mir wiederum der absolut nicht radialfaserige Hut sowie das Fehlen brauner Stielschuppung auf. Der Hut wies einige weißlich ausgeblasste Stellen auf, und auf ihm befand sich eine braunschmierige (nicht glasig-durchsichtig-schleimige) Schicht.

[image]

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Tricholoma pessundatum? Kollektion 3 *PIC*

Stephan Weißer, (vor 6558 Tagen) @ Thüringer-Holz

Auch hier wieder kein noch so kleines Anzeichen einer Radialfaserung auf dem Hut. Dass der Stiel hier so bräunlich rüberkommt, ist dem Unstand geschuldet, dass diese Pilze beim Transport einen mehrstündigen Dauerregen und eine anschließende Dusche zum Sandentfernen abbekamen. Beim Aufnehmen waren diese Stiele weißschuppig ohne jede Andeutung einer Subannulatum-Zone.
Auf diese drei Kollektionen beziehe ich mein Konzept von T. pessundatum - andere Meinungen bin ich aber gespannt zu hören.

[image]

Eintrag gesperrt
ein View

Nicht Tricholoma pessundatum! Kollektion 4 *PIC*

Stephan Weißer, (vor 6558 Tagen) @ Thüringer-Holz

Und das hier sind auf keinen Fall Tricholoma pessundatum, so wie ich sie mir vorstelle - obschon mit den anderen fröhlich durcheinander gewachsen. Das müssten typische Tricholoma stans sein (oder ich müsste mein Konzept von denen wieder mal umschmeißen): ziemlich schmächtig (zumindest ausgewachsen auffallend kleiner als striatum - albobrunneum - pessundatum); Hutrand nur sehr jung eingerollt, relativ bald aber hochgeschlagen wie ein Regenschirm, der bei Sturmwetter "umschlägt"; ausgesprochen weichfleischig und im Gegensatz zu den anderen das Regenwasser geradezu aufsaugend, was bei einem Längsschnitt besonders in der oberen Stielhäfte feststellbar ist; nach einiger Lagerzeit ausgesprochen braunfleckend; Hutfarbe ein etwas "kälteres" Braun als das warme Rotbraun bei striatum - albobrunneum - fracticum; Huthaut schwarz radialfaserig.

[image]

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Prima, auch das für mich eindeutig T.stans!! *oT*

Thüringer-Holz, (vor 6558 Tagen) @ Stephan Weißer

- kein Text -

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Re: Nicht Tricholoma pessundatum! Kollektion 4

Ingo, (vor 6558 Tagen) @ Stephan Weißer

Hallo Stephan,

wie der Felix schon sagte: das sind eindeutig Tricholoma stans!
Wir hatten sie bei unserer kleinen Exkursion Mitte Oktober hier häufiger.
Und sie wuchsen auch in Nähe von T. pessundatum, den ich besser in einem
neuen Thread zeige.

Grüßlis Ingo

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Re: Nicht Tricholoma pessundatum! Kollektion 4

Stephan Weißer, (vor 6558 Tagen) @ Ingo

Au ja, mach mal! Damit ich nicht immer im eigenen Saft schmore, sondern auch mal deine Pessundata sehe.

Ich habe sowieso das Gefühl, dass die "Weißbraune-Ritterlings-Fraktion" mal ein Symposium veranstalten sollte, am besten Ende Oktober in einem tollen Gebiet, in dem alles zusammen wächst.

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Re: Alles klar mit den Braunen Ritterlingen ?!

Stephan Weißer, (vor 6558 Tagen) @ Ingo

Noch ein Nachtrag zu den von mir im betreffenden Suchgebiet gemachten Beobachtungen (2 Exkursionen am 02.11.2007 und 23.10.2008):

- am häufigsten waren die kleinen wässrig-weichen Braunfleckenden. Diese wuchsen dort sozusagen massenhaft und flächendeckend, aber stets vereinzelt, höchstens immer mal drei bis vier zusammenstehend, wie etwa die ebenfalls dort vorkommenden Grünlinge. Bevorzugt im nackten Sand, doch fast immer nahe bei Begleitbäumen

- nicht flächendeckend, aber doch mit zahlreichen (und dann sehr individuenstarken, hexenringartigen, so wie man das vom Maipilz kennt) Kollektionen die großen rotbraunen Radialfaserigen mit deutlicher Subannulatum-Zone und kräftig braunschuppiger Stielbasis. Nie im nackten Sand, sondern an etwas wasserzügigeren, feuchteren Stellen (Mulden, Gräben) im Moos

- sehr selten, seltener beispielsweise als die ebenfalls dort angetroffenen T. focale- und T. portentosum-Kollektionen, die nicht radialfaserigen Festfleischigen mit den weißen Stielen. Nach denen musste man wirklich lange suchen! Stets im nackten, lockeren Sand und fern von Begleitbäumen - an Stellen, von denen man im Sommer gar nicht glauben mag, dass da überhaupt Pilze wachsen können

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Re: Alles klar mit den Braunen Ritterlingen ?!

Ingo, (vor 6558 Tagen) @ Stephan Weißer

Noch ein Nachtrag zu den von mir im betreffenden Suchgebiet gemachten
Beobachtungen (2 Exkursionen am 02.11.2007 und 23.10.2008): - am
häufigsten waren die kleinen wässrig-weichen Braunfleckenden. Diese
wuchsen dort sozusagen massenhaft und flächendeckend, aber stets
vereinzelt, höchstens immer mal drei bis vier zusammenstehend, wie etwa
die ebenfalls dort vorkommenden Grünlinge. Bevorzugt im nackten Sand, doch
fast immer nahe bei Begleitbäumen
- nicht flächendeckend, aber doch mit zahlreichen (und dann sehr
individuenstarken, hexenringartigen, so wie man das vom Maipilz kennt)
Kollektionen die großen rotbraunen Radialfaserigen mit deutlicher
Subannulatum-Zone und kräftig braunschuppiger Stielbasis. Nie im nackten
Sand, sondern an etwas wasserzügigeren, feuchteren Stellen (Mulden,
Gräben) im Moos
- sehr selten, seltener beispielsweise als die ebenfalls dort angetroffenen
T. focale- und T. portentosum-Kollektionen, die nicht radialfaserigen
Festfleischigen mit den weißen Stielen. Nach denen musste man wirklich
lange suchen! Stets im nackten, lockeren Sand und fern von Begleitbäumen -
an Stellen, von denen man im Sommer gar nicht glauben mag, dass da
überhaupt Pilze wachsen können

Hallo nochmal,

vielleicht sollte man sich das im nächsten Jehr mal antun. Der Felix isst ja noch recht reiselustig...

*ggg' Ingo

Eintrag gesperrt

*lol*

Stephan Weißer, (vor 6557 Tagen) @ Ingo

Der Felix isst ja
noch recht reiselustig...
*ggg' Ingo

Na ja, essen wird er die weißbraunen Teile hoffentlich nicht, da müsste er schon sehr, sehr mutig sein.

Vielen Dank Ingo für deine Sichtweise der Dinge! Mir ist schon aufgefallen, dass die T. focale, die ich bisher gesehen habe, auf dem Hutrand eine girlandenförmig-rosettenartige Zeichnung haben (--> "Sandröschen"). Ob man den für den Verkauf bestimmten T. focale früher wohl das Halsband abgeschabt hat, oder ob es beim Wareumschlagen einfach abgefallen ist...?

Eintrag gesperrt

Re: Gute Frage..

Ingo, (vor 6557 Tagen) @ Stephan Weißer

"Sandröschen"). Ob man den für den Verkauf bestimmten T. focale
früher wohl das Halsband abgeschabt hat, oder ob es beim Wareumschlagen
einfach abgefallen ist...?

Moin!

Vielleicht gibt es hier ja noch einen Mitleser älteren Semesters,
der sich daran erinnert.

GRingo

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Aber jetzt zur spannendsten Frage überhaupt:

Stephan Weißer, (vor 6558 Tagen) @ Ingo

Welcher von denen ist denn nun der giftige? Jetzt kommt ein bisschen freies Schwadronieren.

Der festfleischige Weißstielige ohne Radialstreifen ("T. pessundatum") hat m. E. am Ehesten das Zeug zum Marktpilz, der der "Weißbraune Ritterling" in früheren Zeiten wohl mal gewesen war, denn er sieht ohne Frage am leckersten und vertrauenswürdigsten aus. Zu diesem passt auch m. E. am besten der durch die Literatur geisternde Begriff "Sandröschen". Wenn das, wie ich annehme, der langjährige Marktpilz war, kann es nicht der Giftpilz sein, denn sonst wäre er ja bei den ersten Unbekömmlichkeiten bald wieder vom Markt genommen worden. Auch von T. striatum kann man annehmen, dass er in diesem Sinne marktfähig ist.

Am wenigsten als Marktpilz würde sich m. E. der kleine Weichfleischige ("T. stans") eignen, der meiner Erfahrung nach nicht allzu haltbar sein kann. Bei diesem haben wir hier schon verschiedene Meinungen zu seiner Bitterkeit gehört. Wäre T. stans grundsätzlich wohlschmeckend, so wäre zu erwarten, dass in den teilweise harten Zeiten der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts dieser Pilz - er scheint mir ein Massenpilz zu sein - von vielen Pilzsammlern privat verwertet worden wäre. Dann wäre aber nicht so lange (erst in den 50er Jahren meinte NEUHOFF in den Westfälischen Pilzbriefen, auf die Problematik hinweisen zu müssen) der breiten Masse unbekannt geblieben, dass er giftig ist. Dadurch, dass der Pilz aber von allen "Weißbraunen" wohl der bitterste ist (von T. ustaloides mal abgesehen, den ich selber schon vor Jahren mal gekostet habe), blieb die Giftigkeit unentdeckt.

Ich erkläre mir es so, dass die Leute früher als "weißbraune Ritterlinge" T. pessundatum und T. striatum gesammelt und folgenlos konsumiert haben. Als die Zeiten härter und die Mägen leerer wurden (die Literatur spricht von einem Vorfall in den frühen 30er Jahren - Hungersnot wegen der Weltwirtschaftskrise - und von einem aus dem Jahr 1943, als der Krieg in vollem Gange war und es sicher auch nicht mehr viel zu beißen gab), wuchs die Versuchung, in dem massenhaft vorkommenden T. stans die beiden nützlichen Ritterlingsarten zu sehen. In dieser Zeit wurde T. stans dann eben auch mitverspeist und da fiel er dann endlich als Giftpilz auf.

Meiner Meinung nach müsste T. stans, so wie wir ihn hier diskutieren, der Giftpilz sein.

Eintrag gesperrt

Das ist eine gute Frage

Thüringer-Holz, (vor 6558 Tagen) @ Stephan Weißer

die ich mit Ingo schon Stundenlang diskutiert habe.
Hier überlasse ich Ingo das Wort!!

Liebe Grüße

Eintrag gesperrt

Re: Nein - meine Theorie.. *PIC*

Ingo, (vor 6558 Tagen) @ Stephan Weißer

Hallo Stephan, hat dich jemand angesteckt? -Schön!
Meine Theorie ist folgende:

Der Speisepilz war mit ziemlicher Sicherheit Tricholoma focale. Und dann passiert
etwas, was mir vor zwei Jahren wiederfuhr: man beachte den Pilz im Vordergrund.

[image]

Wenn man die Überlegungen von W. Neuhoff mehrmals liest, und ich habe sie
bestimmt 10 mal gelesen, dann erscheint mir folgendes Szenario am
wahrscheinlichsten:

Möglicherweise war T. focale mal eine häufige Sammelart. Nicht ganz unähnlich
sind aber auch noch die anderen Ritterlinge, die ich IMMER auch in Nähe von T. focale fand.
Wenn du meine Beiträge kennst, war es für mich eher ein Bildungsprozess. Aber der
Pilz im Vordergrund dürfte genau die Art abbilden, die jene Probleme verursacht hatte.

Das teuflische - mal sind sie bitter und mal wieder total mild.
Tricholoma focale an sich ist übrigens fast immer mild, während T. stans immer
furchtbar bitter ist. Den wird wohl kaum einer verschlingen wollen.

Abschließend ist das Ganze aber nicht - eher eine Arbeitstheorie.
Mit jedem Jahr mache ich aber mehr Funde. Irgendwann knacken wir die Teile schon!

*ggg* Ingo

Eintrag gesperrt

Ich dachte die Theorie *PIC*

Thüringer-Holz, (vor 6558 Tagen) @ Ingo

dreht sich um diesen hier, der nicht richtig zugeordent werden kann,
von verschiedenen Mykologen als T.albobrunneum s.l. angeprochen wird - und eventuell der Giftpilz
NEUHOFFS sein kann.....

Auf jeden Fall finde ich das wir doch schon ein kleines Stück weiter gekommen
sind und das find ich wirklich Klasse!

Liebe Grüße

[image]

Eintrag gesperrt

Re: Ich dachte die Theorie

Andreas ⌂, (vor 6558 Tagen) @ Thüringer-Holz

dreht sich um diesen hier, der nicht richtig zugeordent werden kann,
von verschiedenen Mykologen als T.albobrunneum s.l. angeprochen wird - und
eventuell der Giftpilz
NEUHOFFS sein kann.....
Auf jeden Fall finde ich das wir doch schon ein kleines Stück weiter gekommen
sind und das find ich wirklich Klasse!
Liebe Grüße

Hallo,

und was ist das, doch auch pessundatum, oder?

beste Grüße,
Andreas

Eintrag gesperrt

Re: Ich dachte die Theorie

Thüringer-Holz, (vor 6558 Tagen) @ Andreas

ich weiß es nicht,

aber Ingo meinte zu mir letztens das er die mittlerweile auch zu pessundatum
stellen würde....Sind leider schon ziemlich hin.
Aber das starke röten....???

Liebe Grüße Felix

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Re: Genaukorrekt ;-)

Ingo, (vor 6557 Tagen) @ Andreas

...was mich momentan verunsichert, ist das ganze verrückte Pappelzeugs.
Die UR-Pessundatum von E. fries erinnern rein vom Bild her nicht an unsere
pessuntaten hier. Eher an welche von meinen "Pappelritterlingen".

Man wird am Ende wohl nur mit Hilfe der Sequenzierung zu Ergebnissen kommen.
Auf jeden Fall benötigt man eine Menge Literatur, um überhaupt zu einigermaßen
stabilen Ergebnissen zu kommen.

Die hier als T. pessundatum geoutete Art stimmt übrigens weitestgehend mit der
in den BW Pilzen beschriebenen T. stans überein.

Der von uns für aktuell befundene T. stans ist in den BWP nicht beschrieben.

In den 1500 von RM Dähncke passen T. cedretorum und T. albobrunneum ganz gut zu
unseren Pessundaten.
Die Abbildung von T. Stans in diesem Werk ist mir ein Rätsel. Bei genauerem
Hinschauen hat der obere Pilz aus der abgebildeten Kollektion eine Art Cortinarest am Stiel.
Die Beschreibung passt allerdings zu T. pessundatum.

Grüßlis Ingo

Eintrag gesperrt

Re: Genaukorrekt ;-)

Andreas ⌂, (vor 6557 Tagen) @ Ingo

Hallo,

Die hier als T. pessundatum geoutete Art stimmt übrigens weitestgehend mit
der
in den BW Pilzen beschriebenen T. stans überein.

stimmt, sehe ich auch so. Wird ja auch als Synonym "T. pessundatum p.p." erwähnt.

Der von uns für aktuell befundene T. stans ist in den BWP nicht beschrieben.

Doch, meiner Meinung nach bezieht sich die Beschreibung von T. albobrunneum auf T. stans, zumindest mehrheitlich. Das einzige was mir in der Beschreibung fehlt, ist die Tendenz zum Röten.

beste Grüße,
Andreas

Eintrag gesperrt

Re: Nicht ganz! *PIC*

Ingo, (vor 6556 Tagen) @ Andreas

Doch, meiner Meinung nach bezieht sich die Beschreibung von T. albobrunneum
auf T. stans, zumindest mehrheitlich. Das einzige was mir in der
Beschreibung fehlt, ist die Tendenz zum Röten.

Beschreibung Nummer 63.2: Tricholoma albobrunneum
Synonym: Tricholoma striatum (Schäffer 1762)

...Spitze weiß, durch eine haselnußbraune Pseudoringzone deutlich abgesetzt...

Ich finde, Die Beschreibung passt ganz wunderbar zu Tricholoma striatum

T. stans sieht so aus.

Grüßlis Ingo

[image]

Eintrag gesperrt

Re: Ich dachte die Theorie

Stephan Weißer, (vor 6557 Tagen) @ Thüringer-Holz

Den würde ich jetzt auch unter pessundatum einordnen. Aber das "Röten" scheint mir eher beginnende Verwesung zu sein.

Eintrag gesperrt

Rückfrage zum Verständnis

Stephan Weißer, (vor 6557 Tagen) @ Ingo

Hallo Ingo,
schreibst du bitte noch dazu, welche Art (Arten?) deines Erachtens auf diesem Foto abgebildet sind? Du scheinst ja den im Vordergrund für den giftigen zu halten.

Eintrag gesperrt

Re: Rückfrage zum Verständnis

Ingo, (vor 6557 Tagen) @ Stephan Weißer

Hallo Ingo,
schreibst du bitte noch dazu, welche Art (Arten?) deines Erachtens auf diesem
Foto abgebildet sind? Du scheinst ja den im Vordergrund für den giftigen
zu halten.

Der ist mit hoher Wahrscheinlichkeit der gleiche, den ich oben im neuen Thread zeige.
Mittlerweile habe ich eine brauchbare Bilderserie mit verschiedenen Wachstumsstadien zusammen.
Was mich noch verunsichert:
Die kleineren (jungen?) Fruchtkörper hatten immer einen deutlich bitteren
Nachgeschmack. Die von Felix gezeigten (älteren?) waren mild und schmeckten angenehm.

Wie schrieb W. Neuhoff noch: ...wir haben immer nur die milden (nicht bitteren) Exemplare verwendet.

Für einen Selbstversuch fehlt mir allerdings (noch) der Mut.

*ggg* Ingo

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Re: Aber jetzt zur spannendsten Frage überhaupt:

Gernot, (vor 6557 Tagen) @ Stephan Weißer

Hallo Freunde der essbaren Ritter,

Gröger schreibt in seinem Werk, dass T. populinum essbar und T. pessundatum giftig sei. Vielleicht hilft es euch etwas.

Schöne Grüße
Gernot (der vom braunen Ritterlingsfieber angesteckt wurde und sich morgen auf die Suche nach ihnen macht)

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Re: Aber jetzt zur spannendsten Frage überhaupt:

Ingo, (vor 6556 Tagen) @ Gernot

Schöne Grüße
Gernot (der vom braunen Ritterlingsfieber angesteckt wurde und sich morgen
auf die Suche nach ihnen macht)

Nein, hilft es nicht. Es kommt darauf an, welche Art Gröger unter T. pessundatum versteht.

Quelle sind hier vermutlich allein die beschriebenen Vergiftungsfälle aus dem
"Mittelalter".
Diese führten in der Literatur wohl zur derzeit bestehenden Sippenhaft.
So sind folgende Arten abwechseld als Giftpilz genannt:

Tricholoma albobrunneum
Tricholoma fracticum
Tricholoma pessundatum
Tricholoma ustale (giftverdächtig)
Tricholoma stans
Tricholoma focale !!!

Pappelritterlinge halte ich übrigens für ungenießbar, weil bitter.
Das gilt übrigens mindestens auch für alle anderen genannten Arten.

Grüßlis Ingo