Cortinarius caesiogriseus *PIC*

interhias ⌂, (vor 6551 Tagen)

Servus zusammen,

nachdem es nun endlich zu schneien beginnt und man nicht mehr ständig das Gefühl haben muss, man könnte "draußen" was verpassen, kann man sich mal in Ruhe mit den bisherigen Funden der Saison beschäftigen.

Dieser Klumpfuß stammt aus einem Kalkbuchenwald an der Isarleite südlich von München (September 2008):

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Der Pilz passt ziemlich gut auf eine Beschreibung von C. caesiogriseus J. Schff. ap. Mos., die E. Garnweidner in einem Büchlein des Vereins für Pilzkunde München 1998 ausgeführt hat.

Es wäre interessant, ob jemand diesen Pilz kennt, da er z. B. mit dem Schlüssel in Moser 1983 kaum bestimmbar ist. Mein Vereinskollege Werner E. hat ihn heuer auch entdeckt. Kennt jemand von euch dieses Schwammerl? Vielleicht gibt es ja auch andere Namen dafür.

Hier noch eine Beschreibung, Funddaten und Mikros:

Funddaten: 14.09.2008; MTB 7934-4-4-2, 550 m, Baierbrunn, Isarleite, im Buchenwald; auf nackter Erde an einem Wurzelausläufer; bei Buche; gesellig (3 Fk); verges. mit Clavariadelphus pistillaris; Hut: bis 5 cm breit, befeuchtet klebrig, eingewachsen faserig, dunkelbraun, am Hutrand ist ein Lilastich höchstens zu erahnen (rührt vermutl. von den durchsch. Lamellen), mit ockerbraunem Velum flockig bedeckt, die Flocken bisweilen rostbraun verfärbt; Stiel: bis 4 x 1,8, Knolle bis 2,5, gerandet knollig, Färbung ziemlich undefinierbar bräunlich, an der Spitze lila durchscheinend, silbrig längsfaserig, Knolle unterseits mit ockerbraunem Velum bedeckt; Lamellen: ausgebuchtet angewachsen, dunkel lila und lange so bleibend, mit fein gekerbten weißlichen Schneiden; Fleisch: schmutzig weiß, am Rand der Stielspitze lila, in der Knolle ockerlich durchgefärbt; Geruch: schwach süßlich; Geschmack: -; Chemie: KOH (30%): auf Huthaut dunkelbraun (aur den Velumschüppchen dunkler kastanienbraun); auf Hutfleisch blass bräunlich; auf Velum (an der Knolle) kastanienbraun; HDS: -; Sporen: mandelförmig bis subcitriform, recht gedrungen, grobwarzig, in KOH ockerbraun, 8,4 x 5,2 (7,5-9 x 5-5,5), Q=1,62 (1,5-1,7);

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Sporen in KOH:
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Gruß aus München
Hias

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Re: Cortinarius caesiogriseus

Andreas ⌂, (vor 6551 Tagen) @ interhias

Hallo Hias,

ich glaube, den hast Du mit "Cortinarius caesiogriseus ss. garnweidner" richtig bestimmt. Diese Art heißt heute Cortinarius luhmannii.
Sicherlich wird sich Günter Saar dazu zu Wort melden. Als einer der Autoren wird er eine sicherere Auskunft geben können.

beste Grüße,
Andreas

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Re: Cortinarius caesiogriseus

Günter Saar, (vor 6550 Tagen) @ Andreas

Hallo Hias,
ich glaube, den hast Du mit "Cortinarius caesiogriseus ss.
garnweidner" richtig bestimmt. Diese Art heißt heute Cortinarius
luhmannii.
Sicherlich wird sich Günter Saar dazu zu Wort melden. Als einer der Autoren
wird er eine sicherere Auskunft geben können.
beste Grüße,
Andreas

Hallo Hias, Andreas,

schöner Fund von C. luhmannii!! Die Art ist in Kalk-Buchenwäldern nicht selten, kommt aber oft nur als Einzelexemplar vor und wenn das Stück dann schon etwas älter ist, steht man wirklich auf dem Schlauch.
Ich kenne die Art seit fast 20 jahren, aber bis vor 5 Jahren halt immer nur in Einzelstücken gefunden. Man hat den Eindruck, daß ihre Myzelien vitaler werden.

In der JEC 6 haben wir auch das Bild von E. Garnweidner aus der ZMykol 41 als Referenzbild aufgeführt. Im Breit./Kr. Band 5 kann man sie als C. subarquatus bewundern.

Was gab's noch in Bayern an spektakulären Funden, Hias, oder am Singer Berg, Andreas?????

liebe Grüße
Günter

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Re: Cortinarius caesiogriseus

Andreas ⌂, (vor 6550 Tagen) @ Günter Saar

Hallo Hias, Andreas,
schöner Fund von C. luhmannii!! Die Art ist in Kalk-Buchenwäldern nicht
selten, kommt aber oft nur als Einzelexemplar vor und wenn das Stück dann
schon etwas älter ist, steht man wirklich auf dem Schlauch.
Ich kenne die Art seit fast 20 jahren, aber bis vor 5 Jahren halt immer nur
in Einzelstücken gefunden. Man hat den Eindruck, daß ihre Myzelien vitaler
werden.
In der JEC 6 haben wir auch das Bild von E. Garnweidner aus der ZMykol 41 als
Referenzbild aufgeführt. Im Breit./Kr. Band 5 kann man sie als C.
subarquatus bewundern.
Was gab's noch in Bayern an spektakulären Funden, Hias, oder am Singer Berg,
Andreas?????
liebe Grüße
Günter

Hallo Günter,

bei uns in Thüringen ist die Saison komplett ausgefallen, ab den Speisemorcheln gab es hier bis Anfang November überhaupt keine Pilze. Singer Berg mehrfach besucht, meist ohne einen einzigen Pilzfruchtkörper, wenn man von vorjährigen Erdsternen mal absieht.

Ansonsten einen zweiten reichhaltigen Standort von Cortinarius quarciticus in einem schönen Kiefernwald mit tausenden von Zigeunern und südlich des Thüringer Waldes in der Meiniger Ecke gabs noch als Überraschung Cortinarius subelegantior. Ach ja, Cortinarius subporphyropus war in einem der Kurse noch in einem Einzelexemplar angeschleppt worden und einen zweiten Standort von Cortinarius scaurus habe ich im Thüringer Wald entdeckt.
Du siehst, wenn man so Zeugs schon als Saisonhöhepunkte bezeichnen muss, dann wars zum vergessen ....

beste Grüße,
Andreas

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Re: Cortinarius caesiogriseus

Günter Saar, (vor 6550 Tagen) @ Andreas

Hallo Günter,
bei uns in Thüringen ist die Saison komplett ausgefallen, ab den
Speisemorcheln gab es hier bis Anfang November überhaupt keine Pilze.
Singer Berg mehrfach besucht, meist ohne einen einzigen Pilzfruchtkörper,
wenn man von vorjährigen Erdsternen mal absieht.
Ansonsten einen zweiten reichhaltigen Standort von Cortinarius quarciticus in
einem schönen Kiefernwald mit tausenden von Zigeunern und südlich des
Thüringer Waldes in der Meiniger Ecke gabs noch als Überraschung
Cortinarius subelegantior. Ach ja, Cortinarius subporphyropus war in einem
der Kurse noch in einem Einzelexemplar angeschleppt worden und einen
zweiten Standort von Cortinarius scaurus habe ich im Thüringer Wald
entdeckt.
Du siehst, wenn man so Zeugs schon als Saisonhöhepunkte bezeichnen muss, dann
wars zum vergessen ....
beste Grüße,
Andreas

Hi Andreas, was verstehst Du unter C. subelegantior?????
Günter

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Re: Cortinarius caesiogriseus

Andreas ⌂, (vor 6550 Tagen) @ Günter Saar

Hi Andreas, was verstehst Du unter C. subelegantior?????
Günter

Hallo Günter,

sorry, den Namen hätte ich natürlich in "" setzen sollen. Das ist ein Arbeitsname für einen Pilzes, den ich dieses Jahr zwei Mal fand und der auch in der Landesausstellung in Erfurt lag. Sieht extrem ähnlich aus wie elegantior, ist aber (bei gleicher Größe) etwas schlankstieliger und höher, hat einen glatteren und etwas helleren Hut (wirklich nur eine Nuance anders), aber zeigt halt keine Reaktion im Fleisch der Stielbasis mit Ammoniak oder KOH. Es ist sicher was anderes als elegantior, denn ich hatte die sogar schon trotz der nur leichten Farbunterschiede aus der Schale mit elegantior rausgefischt. Die Chemie bestätigte dann, dass es nicht elegantior war. Vorkommen im Nadelwald unter Fichte auf Kalk.
Nie mikroskopiert, deshalb kann ich Dir auch keine Angaben zur Sporengröße machen, aber vermutlich habe ich ein Exsikkat gemacht. Während der Kurse kommt man halt leider zu fast gar nix.

beste Grüße,
Andreas