Cortinarius volvatus Smith *PIC*

interhias ⌂, (vor 6550 Tagen)

Hallo zusammen,

dieser schöne, amthystblaue Klumpfuß wuchs im September im Mangfallgebirge auf einer Viehweide mit lockerem Fichtenbestand:

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Es dürfte sich ziemlich sicher um C. volvatus Smith (Contr. Univ. Mich. Herb 2, 1939:12) handeln, der in der Moserschen Phlegmacien-Monagrafie und in dem schon im gestrigen Beitrag über C. caesiogriseus erwähnten Phlegmacien-Heft von E. Garnweidner beschrieben ist. Ohne einen Tipp des Letzteren wäre ich auch nie auf die Bestimmung gekommen.

Wie schon bei C. caesiogriseus erhebt sich auch bei diesem Pilz die Frage, ob er womöglich noch mit anderen Namen durchs Land geistert. In der Online-Pilzkartierung finde ich zum Beispiel keine Möglichkeit zur Kartierung. Wer hat ihn schon gefunden? Bitte melden;-)

Hier noch die Beschreibung und ein paar weitere Fotos:

Funddaten: 17.09.2008; MTB 8337-2-1-4, 900 m, im lockeren Fichtenbestand auf einer Viehweide; verges. mit Russula queletii und Hebeloma laterinum; Hut: 4,5 cm breit, ziemlich trocken, befeuchtet schwach klebrig, am Scheitel, jung auch am Rand mit dickem, grob scholligen ockergrauem Velum bedeckt, das bisweilen rostocker verfärbt, Hutfärbung violettbraun, Hutrand jung durch weiße Cortina mit dem Stiel verbunden; Stiel: ca. 3,5 x 1 cm, von oben nach unten breiter werdend und gerandet knollig, Knolle knapp 2 cm breit, Stieloberfläche längsfaserig, lila, unterhalb der Cortinazone auch ockerbräunlich durchzogen, Knollenrand häutig, darunter mit dickem blassocker bis ockerbräunlichem Velum überzogen; Lamellen: ausgebuchtet und ziemlich breit angewachsen, mäßig gedrängt, jung lilagrau (Lilastich beim jungen Exemplar nur am Hutrand zu sehen), später hellbraun; Schneiden glatt; Fleisch: in der Knolle olivocker bis ockerbraun, im Hut blass olivockerlich, in der Stielrinde violett, im Stielkern wässerig ockerbraun; Geruch: typischer, leicht süßlicher Phlegmaciengeruch, nicht sehr intensiv; Geschmack: -; Chemie: KOH (30%): auf Hutfleisch haselnussbraun bis rötlichbraun; auf der Huthaut kastanienbraun bis schwarzbraun; auf dem Velum am Knollenrand ockerbraun; HDS: -; Sporen: mandelförmig, Enden selten schwach subcitriform ausgezogen, grobwarzig, Warzen ziemlich hoch, 9,9 x 6,1 (9-10,5 x 5,5-6,5), Q=1,64 (1,5-1,8);

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KOH-Reaktionen:
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KOH-Reaktionen:
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Gruß aus München
Hias

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Re: Cortinarius volvatus Smith

Günter Saar, (vor 6550 Tagen) @ interhias

Hallo zusammen,
dieser schöne, amthystblaue Klumpfuß wuchs im September im Mangfallgebirge
auf einer Viehweide mit lockerem Fichtenbestand:

Es dürfte sich ziemlich sicher um C. volvatus Smith (Contr. Univ. Mich. Herb
2, 1939:12) handeln, der in der Moserschen Phlegmacien-Monagrafie und in
dem schon im gestrigen Beitrag über C. caesiogriseus erwähnten
Phlegmacien-Heft von E. Garnweidner beschrieben ist. Ohne einen Tipp des
Letzteren wäre ich auch nie auf die Bestimmung gekommen.
Wie schon bei C. caesiogriseus erhebt sich auch bei diesem Pilz die Frage, ob
er womöglich noch mit anderen Namen durchs Land geistert. In der
Online-Pilzkartierung finde ich zum Beispiel keine Möglichkeit zur
Kartierung. Wer hat ihn schon gefunden? Bitte melden;-)
Hier noch die Beschreibung und ein paar weitere Fotos: Funddaten:
17.09.2008; MTB 8337-2-1-4, 900 m, im lockeren Fichtenbestand auf einer
Viehweide; verges. mit Russula queletii und Hebeloma laterinum; Hut: 4,5
cm breit, ziemlich trocken, befeuchtet schwach klebrig, am Scheitel, jung
auch am Rand mit dickem, grob scholligen ockergrauem Velum bedeckt, das
bisweilen rostocker verfärbt, Hutfärbung violettbraun, Hutrand jung durch
weiße Cortina mit dem Stiel verbunden; Stiel: ca. 3,5 x 1 cm, von oben
nach unten breiter werdend und gerandet knollig, Knolle knapp 2 cm breit,
Stieloberfläche längsfaserig, lila, unterhalb der Cortinazone auch
ockerbräunlich durchzogen, Knollenrand häutig, darunter mit dickem
blassocker bis ockerbräunlichem Velum überzogen; Lamellen: ausgebuchtet
und ziemlich breit angewachsen, mäßig gedrängt, jung lilagrau (Lilastich
beim jungen Exemplar nur am Hutrand zu sehen), später hellbraun; Schneiden
glatt; Fleisch: in der Knolle olivocker bis ockerbraun, im Hut blass
olivockerlich, in der Stielrinde violett, im Stielkern wässerig
ockerbraun; Geruch: typischer, leicht süßlicher Phlegmaciengeruch, nicht
sehr intensiv; Geschmack: -; Chemie: KOH (30%): auf Hutfleisch
haselnussbraun bis rötlichbraun; auf der Huthaut kastanienbraun bis
schwarzbraun; auf dem Velum am Knollenrand ockerbraun; HDS: -; Sporen:
mandelförmig, Enden selten schwach subcitriform ausgezogen, grobwarzig,
Warzen ziemlich hoch, 9,9 x 6,1 (9-10,5 x 5,5-6,5), Q=1,64 (1,5-1,8);

Hallo Hias,

den hatten wir doch schon mal (7.9.2006 Pupplinger Weiher) :-)

Hier handelt es sich um C. subhygrophanus Bidaud, der jung so ein üppiges Velum aufweisen kann, das aber schnell - besonders nach Regen - vergänglich ist. Und dann sieht er aus, wie ihn Bidaud im Atlas des Cortinaires und Karl Soop in Cortinarius in Sweden abbildet: hygrophan und fast ohne Velum!
Vergleiche auch mal mit dem Aquarell von Christian Frund!

lieben Gruß
Günter

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Re: Cortinarius volvatus Smith

Andreas ⌂, (vor 6550 Tagen) @ Günter Saar

Hallo Günter,

also ich hätte den ohne größeres Wimpernzucken als Cortinarius moenne-loccozii angesprochen. Was unterscheidet denn subhygrophanus von moenne-loccozii?

beste Grüße,
Andreas

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Re: Cortinarius volvatus Smith

interhias ⌂, (vor 6550 Tagen) @ Günter Saar

Hallo Hias,
den hatten wir doch schon mal (7.9.2006 Pupplinger Weiher) :-)
Hier handelt es sich um C. subhygrophanus Bidaud, der jung so ein üppiges
Velum aufweisen kann, das aber schnell - besonders nach Regen -
vergänglich ist. Und dann sieht er aus, wie ihn Bidaud im Atlas des
Cortinaires und Karl Soop in Cortinarius in Sweden abbildet: hygrophan und
fast ohne Velum!
Vergleiche auch mal mit dem Aquarell von Christian Frund!
lieben Gruß
Günter

Servus Günter,

auf meiner Internetseite habe ich bei der Bestimmung auch geschrieben, dass mich dieser Fund an C. subhygrophanus erinnert, doch wegen der schmäleren Sporen und vor allem wegen des völlig unterschiedlichen Standorts habe ich nicht so recht daran geglaubt, dass er's wirklich ist.

Was mich noch interessieren würde, ist denn C. volvatus Smith als Synonym zu C. subhygrophanus Bidaud zu sehen?

Beste Grüße
Hias

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Re: Cortinarius volvatus Smith

Andreas ⌂, (vor 6550 Tagen) @ interhias

Servus Günter,
auf meiner Internetseite habe ich bei der Bestimmung auch geschrieben, dass
mich dieser Fund an C. subhygrophanus erinnert, doch wegen der schmäleren
Sporen und vor allem wegen des völlig unterschiedlichen Standorts habe ich
nicht so recht daran geglaubt, dass er's wirklich ist.
Was mich noch interessieren würde, ist denn C. volvatus Smith als Synonym zu
C. subhygrophanus Bidaud zu sehen?
Beste Grüße
Hias

Hallo Hias,

nein, Cortinarius volvatus A.H. Smith ist eine eigenständige, nordamerikanische Art. Das, was BELLÚ hierzulande (also Norditalien) als C. volvatus bestimmt hatte, ist etwas anderes und wird heute Cortinarius moenne-loccozii genannt.

beste Grüße,
Andreas

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Re: Cortinarius volvatus Smith

interhias ⌂, (vor 6550 Tagen) @ Andreas

Hallo Hias,
nein, Cortinarius volvatus A.H. Smith ist eine eigenständige,
nordamerikanische Art. Das, was BELLÚ hierzulande (also Norditalien) als
C. volvatus bestimmt hatte, ist etwas anderes und wird heute Cortinarius
moenne-loccozii genannt.
beste Grüße,
Andreas

Hallo Andreas und Günter

wie sind dann die europäischen Funde von Moser und Garnweidner etc. zu werten, die von diesen als C. volvatus Smith bestimmt wurden? Moser schreibt in seiner Monographie, dass er eine Identifizierung seiner Funde mit C. volvatus Smith anhand von Exsikkat-Vergleichen für gerechtfertigt hält.

Gerade lese ich bei Consiglio - sorry Günter, habe ihn noch immer nicht weggeschmissen;-) - dass die irrtümlich mit der Smithschen Art identifizierten europäischen Funde entweder als C. vaginatopus Bidaud et.al. oder C. moenne-loccozii zu bestimmen seien. Letzterer würde als Laubwaldart für meinen Fund wohl sowieso ausfallen.

Beste Grüße
Hias

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Re: Cortinarius volvatus Smith

Günter Saar, (vor 6550 Tagen) @ Andreas

Hallo Günter,
also ich hätte den ohne größeres Wimpernzucken als Cortinarius
moenne-loccozii angesprochen. Was unterscheidet denn subhygrophanus von
moenne-loccozii?
beste Grüße,
Andreas

Gute Frage, Andreas,

subh. ist nach derzeitigen Wissenstand ein Nadelwaldbegleiter, mo-lo macht Mykorh. mit Laubbäumen. Die Hutfarbe von ML ist eher ein lilaviolett bei sub. eher violett-blau, dazu ist subh. i.G. zu ML eben hygrophan und hat auch deutlich mehr Velum im Jugendzustand, Die Sporen sind schon sehr ähnlich.

Grüße
Günter

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Re: Cortinarius volvatus Smith

Günter Saar, (vor 6550 Tagen) @ interhias

Hallo Andreas und Günter
wie sind dann die europäischen Funde von Moser und Garnweidner etc. zu
werten, die von diesen als C. volvatus Smith bestimmt wurden? Moser
schreibt in seiner Monographie, dass er eine Identifizierung seiner Funde
mit C. volvatus Smith anhand von Exsikkat-Vergleichen für gerechtfertigt
hält.
Gerade lese ich bei Consiglio - sorry Günter, habe ihn noch immer nicht
weggeschmissen;-) - dass die irrtümlich mit der Smithschen Art
identifizierten europäischen Funde entweder als C. vaginatopus Bidaud
et.al. oder C. moenne-loccozii zu bestimmen seien. Letzterer würde als
Laubwaldart für meinen Fund wohl sowieso ausfallen.
Beste Grüße
Hias

Hhm, was C. vaginatopus ist, kann ich nur vermuten: eine eigenständige Art? evtl ein caerulescens oder meridionalis??? Es gibt leider noch keine Sequenz des Typus' zum Vergleich.

Dieses Merkmal "Volva" sollte man nicht überinterpretieren! Arten mit viel Velum wie z.B. auch C. luhmannii kömnnen die Velumreste sowohl auf dem Hut als auch am Knollenrand präsentieren. Wichtig ist, OB eine Art deutliches Universalvelum hat - und dann Vorsicht nach üppigem Regen! Danach eine Art festmachen zu wollen, finde ich überzogen.
Gruß

Günter

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Re: Cortinarius volvatus Smith

Andreas ⌂, (vor 6550 Tagen) @ Günter Saar

Gute Frage, Andreas,
subh. ist nach derzeitigen Wissenstand ein Nadelwaldbegleiter, mo-lo macht
Mykorh. mit Laubbäumen. Die Hutfarbe von ML ist eher ein lilaviolett bei
sub. eher violett-blau, dazu ist subh. i.G. zu ML eben hygrophan und hat
auch deutlich mehr Velum im Jugendzustand, Die Sporen sind schon sehr
ähnlich.
Grüße
Günter

Hallo,

o.k., das mit den Fichten in Hias' Posting hatte ich überlesen.

beste Grüße,
Andreas