Cortinarius cf. solis-occasus *PIC*

interhias ⌂, (vor 6544 Tagen)

Hallo zusammen,

diesen schönen Schleierling fand ich im September in einem Bergmischwald auf Kalk bei großen Tannen, Fichte und Buche:

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Meine Bestimmungsversuche versanden in der Sektion Lanigeri. Der Standort und die breiten Sporen sprächen für C. solis-occasus, doch fehlen meinem Fund jegliche Violetttöne. Könnte er's trotzdem sein? Oder doch eher C. laniger selbst? Oder ganz war anderes?

Hier noch ein paar weitere Fotos und drunter die Beschreibung:

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Beschreibung:
Funddaten: 11.09.2008; MTB 8337-2-1-3, 950 m, Fischbachau, Aurachtal, im Buchen-Tannen-Fichtenmischwald, bei großer Buche, riesigen Tannen und (weiter entfernt) Fichten; Hut: bis 6 cm breit (nicht aufgeschirmt, Rand noch eingeschlagen), jung vor allem am Scheitel mit grauem Velum überzogen, sonst eingewachsen faserig, trocken (auch befeuchtet weder klebrig noch schleimig), Färbung unter dem graulichen (graubräunlichen) Velum rötlichbraun, fast fuchsig, Hutrand lange eingebogen und durch weißliche Cortina mit dem Stiel verbunden; Stiel: bis 6 x 3,5, dick keulig, auch leicht spindelig verlängert, sehr kräftig, unterhalb der Cortinazone dick mit weißlichgrauem Velum überzogen, das meist einen häutigen Wulst, oder sogar einen häutigen Gürtel hinterlässt und von der Stielbasis her ockerbraun verfärbt; Lamellen: gerade angewachsen oder mit Zähnchen herablaufend, entfernt, jung hellbraun bis zimtbraun, reif rostbraun, schneiden etwas heller und schwach wellig bis schartig; Fleisch: schmutzig weißlich bis schmutzig cremefarben, im Stiel später hellbraun durchwirkt (marmoriert); Geruch: rettichartig; Geschmack: mild; +/- neutral; Chemie: auf Hutfleisch schmutzig graubraun bis olivgrau; auf Huthaut schokoladenbraun; auf Stielvelum schmutzig graubraun bis olivgrau; HDS: Dünne Cutis aus ca. 5-10 µm breiten Hyphen, Pigment intrazellulär; Hypoderm mäßig bis gut ausgeprägt (dickwandige, gedrungene Zellen), Zellbreite ca. 10-20 µm, Zellwände wenig pigmentiert, Zellen ohne inkrustierendes Pigment; Sporen: ellipsoid, im Profil bisw. annähernd apfelkernförmig, dicht und fein bis mäßig grob warzig, keine auffallenden Plageflecken, 9 x 6,5 (8,5-9,5 x 6-7), Q=1,38 (1,3-1,5), 20 Sp. gemessen;

Gruß aus München
Hias

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Re: Cortinarius cf. solis-occasus

Andreas ⌂, (vor 6544 Tagen) @ interhias

Hallo Hias,

ja, das ist meiner Meinung nach C. solis-occasus. Die fehlenden Violetttöne stören mich nicht.
C. laniger hätte keinen so knolligen Stiel und mehr Velum. Er wächst außerdem im Sauren.

beste Grüße,
Andreas

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Re: Cortinarius cf. solis-occasus

Günter Saar, (vor 6542 Tagen) @ interhias

Hallo Ihr 2,

hmmm! ich tippe eher auf Laniger:

1. Die Velumverhältnisse sprechen dafür, so hat s-o nur einen Ring, keine Velumreste darunter und der Hut sollte nicht derartig von Vélum bedeckt sein, wie auf den Fotos zu sehen.
2. Auch ich finde immer die gleichen Sporenmaße bei meinen laniger und solis-occasus-Funden, anders als in der CFP angegeben. Dazu vergleicht mal den neuen Schlüssel in der Funga Nordica: dort steht in Auszügen:

laniger-Sporen: 10-11,5(12)x6-6,5(7), modrately verrucose
solis-occasus: 9,5-10,5(11) x 6-6,5(7), rather strongly verrucose,

danach hätte s-o sogar die kleineren und gröber warzigen Sporen !?

Was sind da Deine Erfahrungen, Andreas??

Grüße
Günter

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Re: Cortinarius cf. solis-occasus

Andreas ⌂, (vor 6542 Tagen) @ Günter Saar

Hallo Günter,

hmmm! ich tippe eher auf Laniger: 1. Die Velumverhältnisse sprechen dafür, so
hat s-o nur einen Ring, keine Velumreste darunter und der Hut sollte nicht
derartig von Vélum bedeckt sein, wie auf den Fotos zu sehen.

Bei dem einen jüngeren Exemplar ist in der Tat ein Ring zu erkennen, wie ich ihn auch eigentlich nur von laniger kenne. Das etwas größere Exemplar ist aber sehr velumarm, besonders auf den unteren Bildern gut zu erkennen. Dort sieht man auch, dass das Velum typisch gespinstartig, fast seidig ist, während das Velum von laniger mehr wattig ausgepärgt ist. Auch bleiben bei lanigwer praktisch immer einzelne wattige Fetzen im Bereich des Hutrandes auf dem Hut leiegen, so dass manchmal der Hutrand fast zahnradartig mit weißen Velumresten besetzt ist.

2. Auch ich finde immer die gleichen Sporenmaße bei meinen laniger und
solis-occasus-Funden, anders als in der CFP angegeben. Dazu vergleicht mal
den neuen Schlüssel in der Funga Nordica: dort steht in Auszügen:
laniger-Sporen: 10-11,5(12)x6-6,5(7), modrately verrucose
solis-occasus: 9,5-10,5(11) x 6-6,5(7), rather strongly verrucose,
danach hätte s-o sogar die kleineren und gröber warzigen Sporen !?
Was sind da Deine Erfahrungen, Andreas??

Da habe ich andere Erfahrungen gemacht, nämlich dass meine solis-occasus Funde eindeutig rundlichere Sporten hatten als die von meinen lanigers.Meine allerdings nur drei laniger Kollektionen hatten allesamt recht schmale Sporen, so etwa im bereich (5)5,5-6,5 µm, während meiner zahlreicheren solis-occasus-Funde nie unter 6 µm Sporenbreite hatten, oft bis 7 oder auch 7,5 µm Breite gingen. Die Länge war allerdings bei beiden gleich, so dass sich tatsächlich für mich ein Unterschied in der Sporenform ergab.

Sollte das wirklich C. laniger sein, dann wäre meine bisherige Auffasung, dass es sich hier um zwei gut trennbare Arten handelt, sehr ins Wanken geraten, denn dann wüßte ich plötzlich keni einziges Merkmal mehr, dass die beiden trennen soll. Violetttöne können bestenfalls sekundär herangezogen werden und die Ökologie ist auch nur dann ein Merkmal, wenn es weitere gibt ....

beste Grüße,
Andreas