saurer Boden / saurer Regen?

Martl, (vor 9275 Tagen)

Hallo liebe Pilzomanen und Pilzomaninnen,

verzeiht mir bitte die blöden Fragen...:

1) Ich les' zwar immer, von bestimmten Böden, die bestimmte Pilze bevorzugen, aber woran erkenn' ich ob das ein saurer Boden ist oder ein kalkhaltiger Boden?

2)Wird es zukünftig wegen des sauren Regens mehr saure Böden geben?

3) Wachsen Pilze eher in Wäldern, wo kein Kraut den Boden bedeckt oder findet man sie da nur viel schwerer, so daß es einem so vorkommt, als würden da keine Pilze wachsen?

Vielen Dank für Hilfe & Geduld,
Martl

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Re: saurer Boden / saurer Regen?

Gerd, (vor 9275 Tagen) @ Martl

Hallo liebe Pilzomanen und Pilzomaninnen,
verzeiht mir bitte die blöden Fragen...: 1) Ich les' zwar immer, von
bestimmten Böden, die bestimmte Pilze bevorzugen, aber woran erkenn' ich
ob das ein saurer Boden ist oder ein kalkhaltiger Boden?
2)Wird es zukünftig wegen des sauren Regens mehr saure Böden geben?
3) Wachsen Pilze eher in Wäldern, wo kein Kraut den Boden bedeckt oder findet
man sie da nur viel schwerer, so daß es einem so vorkommt, als würden da
keine Pilze wachsen?
Vielen Dank für Hilfe & Geduld,
Martl

Hallo,
das ist auch eine Frage, die ich mir schon länger stelle. Ich wüsste auch gern mal, ob man dazu mit Lackmuspapier und aqua dest. durch den Wald streifen muss, oder ob das anhand des Bewuchses oder wie auch immer festgestellt wird.

wäre also echt froh über ein paar Tipps
vielen Dank im Voraus

Gerd

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Zeigerpflanzen

Birgit, (vor 9275 Tagen) @ Martl

Hallo Martl,

verzeiht mir bitte die blöden Fragen...: 1) Ich les' zwar immer, von
bestimmten Böden, die bestimmte Pilze bevorzugen, aber woran erkenn' ich
ob das ein saurer Boden ist oder ein kalkhaltiger Boden?

Es gibt keine blöden Fragen ;-). Also richtig saure Böden erkennt man z.B. häufig an Heidelbeeren, Fingerhut (selten). Zumindestens oberflächlich versauert ists, wenn viel Moos wächst.

Basische, kalkhaltige Böden z.B.folgende Pflanzen: Tollkirsche, Brombeeren, Seidelbast, Leberblümchen, hier bei uns: weiße Segge (da muß man aber schon einiges von Botanik verstehen um die zu identifizieren), Rauhes Veilchen (Viola hirta), Graslilie (selten), Bärlauch (feucht in Auwäldern) und sicher noch einiges mehr

Neutral: z.B. Maiglöckchen, wachsen aber auch teilweise auf unserem kalkhaltigem Boden

Bei uns in Oberbayern kann man eigentlich (bis auf Gebirgsregionen) bei den allermeisten Böden von kalkhaltigen Böden ausgehen. Daher fällt mir zu sauren Zeigerpflanzen auch nicht so viel ein.

3) Wachsen Pilze eher in Wäldern, wo kein Kraut den Boden bedeckt oder findet
man sie da nur viel schwerer, so daß es einem so vorkommt, als würden da
keine Pilze wachsen?

Also Morcheln können im dichtesten Unkraut stehen.... In der Tat findet man Pilze im dichten Unterwuchs meist einfach nicht (oder ich zumidestens nicht), also bleibt die Frage wohl einfach unbeantwortet.... Allerdings hatten wir auch schon Massenfunde von Maronen im relativ hohen Gras. Andererseits findet man manchmal Massen von Pilzen in den scheußlichsten Fichtenstangenwäldern.

Gruß

Birgit

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Antwort Anfang

Thomas Pruß, (vor 9275 Tagen) @ Martl

Moin Martl,
es gibt keine blöden Fragen, sondern nur blöde Antworten…

Zu den Zeigerpflanzen hat Birgit ja schon was geschrieben.
Du kannst Dich, was den Boden angeht, auch bei den Bauern und Förstern in der Umgebung erkundigen. Die wissen schon ziemlich genau, wie es um ihre Böden steht. Ansonsten ist das Erkennen der einzelnen Bodenarten ein eigenes Studium wert und würde den Rahmen hier gewaltig sprengen.

Zur Frage 2:
Naja, mehr saure Böden wird es wohl nicht geben, denn die Pufferqualität von Kalk- und sonstigen basischen Böden ist doch extrem hoch (bis die Schwäbische Alb versauert, hat sich die Menschheit längst selbst aufgelöst). Allerdings werden Böden, die ohnehin schon sauer sind, noch weiter versauern.

Zur Frage 3:
Hier schließe ich mich auch Birgit an. Ich hasse es, im hohen Gras nach Pilzen zu suchen, es sei denn, ich falle über Maronen, Parasole (die machen es einem wenigstens einfach) oder sonstige Leckereien.
Grüsslis
Thomas

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Reinhard, (vor 9275 Tagen) @ Martl

schau mal da

Gruß Reinhard

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Re: Antwort Anfang

Martl, (vor 9275 Tagen) @ Thomas Pruß

Moin Martl,
es gibt keine blöden Fragen, sondern nur blöde Antworten…
Zu den Zeigerpflanzen hat Birgit ja schon was geschrieben.
Du kannst Dich, was den Boden angeht, auch bei den Bauern und Förstern in der
Umgebung erkundigen. Die wissen schon ziemlich genau, wie es um ihre Böden
steht. Ansonsten ist das Erkennen der einzelnen Bodenarten ein eigenes
Studium wert und würde den Rahmen hier gewaltig sprengen.
Zur Frage 2: Naja, mehr saure Böden wird es wohl nicht geben, denn die
Pufferqualität von Kalk- und sonstigen basischen Böden ist doch extrem
hoch (bis die Schwäbische Alb versauert, hat sich die Menschheit längst
selbst aufgelöst). Allerdings werden Böden, die ohnehin schon sauer sind,
noch weiter versauern.
Zur Frage 3: Hier schließe ich mich auch Birgit an. Ich hasse es, im hohen
Gras nach Pilzen zu suchen, es sei denn, ich falle über Maronen, Parasole
(die machen es einem wenigstens einfach) oder sonstige Leckereien.
Grüsslis
Thomas

Merci Thomas,

gute Idee mit den Förstern!! Ich kenn einige Förster hier in Freiburg, die werd ich mal anhauen... Vielleicht gibt's auch Karten über Waldbestände und Bodenbeschaffenheit... Aber das macht's vielleicht wieder zu einfach, wobei ich glaube, daß da wo eine bestimmte Pilzart gedeihen könnte noch lange kein Pilz zu finden sein muß! So bleibt es spannend! Und das ist gut so, sonst würde es uns allen doch viel weniger Spaß mache, rauszugehen, oder?

Ciao,
Martl

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sauerer regen !!!!!!! haha

aleman, (vor 9275 Tagen) @ Thomas Pruß

liebe leute
das mit dem saueren regen ist alles nur politische
verarschung ( um die menschen zu beunruhigen)
da ich orchideen kultiviere und die saueres wasser lieben
messe ich oft den PH-wert des wassers
ich hab noch nie!!!!!!!!!!!!!!!!! in 10 jahren
abnormale PH-werte gemessen obwohl ich in einer industrieregion
lebe
mir ist es bis heute rätselhaft woher die märe vom saueren regen kommt
offenbar wissen die alle nicht ,daß man PH-meter vor der messung eichen muß
zum spaß möge mal jeder der interesse hat ananassaft 1 zu 20 verdünnt
mit dem PH -meter messen
haha
euch fällt die schublade runter PH 2,5 !!!!!!!!!1
ich muß jedenfalls meinen regenwasser immer mit schwefelsäure
sauer machen
gruß aleman

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Re: Zeigerpflanzen

Martl, (vor 9275 Tagen) @ Birgit

Bei uns in Oberbayern kann man eigentlich (bis auf Gebirgsregionen) bei den
allermeisten Böden von kalkhaltigen Böden ausgehen. Daher fällt mir zu
sauren Zeigerpflanzen auch nicht so viel ein.
Gruß
Birgit

Hi Birgit,

woher aus Oberbayern kommst Du denn?
Ich bin ein gebürtiger Rosenheimer. den's vor 5 Jahren nach Freiburg verschlagen hat.

Oiso na,
pfiaddi

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Re: saurer Boden / saurer Regen?

Ulm-Olli, (vor 9274 Tagen) @ Gerd

Hallo,
das ist auch eine Frage, die ich mir schon länger stelle. Ich wüsste auch
gern mal, ob man dazu mit Lackmuspapier und aqua dest. durch den Wald
streifen muss, oder ob das anhand des Bewuchses oder wie auch immer
festgestellt wird.
wäre also echt froh über ein paar Tipps
vielen Dank im Voraus
Gerd

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Hai, muss auch mal unqualifiziertes Wissen loswerden ;)

Also sauerer Boden wird auf kalkigem Untergrund kaum auftauchen, dazu muss man sich aber fragen, wie tief ist denn der Boden und wo??
In Tannenwäldern ist in der Regel die oberste Schicht für uns von Bedeutung, in der das Mycel wächst, in der es aber keinen Kalk gibt (weil nicht regelmäßig umgepflügt, es sei denn, der Förster hat per Hubschrauber gekalkt), egal welcher Untergrund. Durch die Tannennadeln wird diese Schicht "sauer" (Huminsäuren etc.) Zu erkennen ist dass allgemein an dem schlechten "Verrottungszustand" der meist dicken AH (Humusschicht).

Betroffen sind hauptsächlich die Mittelgebirge (wie Hunsrück, WW, Taunus, Schwarzwald), wo zum generellen Kalkmangel auch noch die geringe Bodentiefe bis zum "Felsen" dazu kommt und der wenige vorhandene Kalk aus dem Löß stammt (Flugsand der letzten Eiszeit).
Dort ist die Pufferwirkung gegen Humin-Säuren (und sauren Regen) geringer und ein ehemals "normaler" Boden kippt schnell um (besonderes nach Aufforstung mit Nadelbäumen).

Als sauer gilt also Nadelwald und Moor, Hochmoor, Haide in Norddeutschland, gegüllte Wiesen (besonders bei sandigem Untergrund kippt hier der PH schnell um!) etc.

PH neutral ist schwerer zu erkennen!

Aber in der Regel sind das eher Laub- und Mischwälder, Wiesen ohne Gülle etc.
Auch an der scheinbar dünneren Humusdecke, die stärker von Kleinstlebewesen in den Untergrund eingearbeitet ist, zu erkenne.

Bei näheren Fragen zu eurem Untergrund, her damit, habe da so verschiedene Literatur und schaue gerne mal nach!

Grüßlis Ulm-Olli

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Re: sauerer regen !!!!!!! oh doch

Thomas Pruß, (vor 9274 Tagen) @ aleman

Moin aleman,
wär’s doch nur politische Verarsche – was wär das schön!!!
Leider Gottes aber ist der Saure Regen sehr real. Das Regenwasser an sich ist eigentlich von Natur aus schon etwas sauer (pH wenig unter 7) aber das war nie ein Problem, weil die Böden – auch die sauren – immer noch abpuffern konnten. Durch die gestiegenen Emmissionen ist er aber noch saurer geworden (pH > 6 und noch darunter). Extremes Beispiel für die Auswirkungen findest Du z. B. im Schwarzwald. Hier sind die Böden kaum in der Lage zu puffern, weshalb du dort Bäche findest, die einen pH < 3 haben. Man schmeckt es nicht, denn sauer ist hier ja die chemische Definition und nicht die geschmackliche. Aber die Versauerung führt dazu, dass z. B. Aluminium aus dem Boden gelöst und in die Bäche geschwemmt wird, was wiederum die Entwicklung von Fischen und deren Nährtieren nachhaltig beeinflusst. So sind etliche kleine Schwarzwaldbäche fischfrei. Und dass die Versauerung die Pflanzen- und Pilzgesellschaften des Schwarzwaldes nachhaltig gestört hat, ist auch ein Faktum.
Du wohnst in einem Ballungsgebiet, und nur, weil du dort keine Hinweise auf sauren Regen findest, heißt das noch lange nicht, dass er dort nicht existiert, bzw. entsteht. Deine Argumentation erinnert mich an etwas: Der Vater eines ehem. Kommilitonen meinte angesichts üppig wuchernder Bäume entlang der Autobahn auch, dass es mit dem sauren Regen nicht weit her sein kann, wenn die Bäume an der Autiobahn, wo doch so viele Abgase entstehen, so toll wachsen.
Tja, es dauert aber eben seine Zeit, bis die Ursache ihre Wirkung zeigt, denn die Abgase müssen ja erst mal in die Athmosphäre gelangen und dort chemisch reagieren, bevor sie ihre schädliche Wirkung entfalten können. Und das dauert. Beispiel: Das Ozonloch tritt nicht dort auf, wo die Kühlschränke und Spraydosen rumgasen, sondern über der (Ant-) Arktis. Warum? Rund um die Pole – speziell die ANtarktis – existiert eine Höhenströmung, die wie ein Staubsauger die FCKWs und andere Abgase ansaugt und über dem Kontinent „konserviert“ – sozusagen eine „athmosphärische Müllhalde“. Nur ist diese „Müllhalde“ jetzt „voll“, die Abgase verteilen sich jetzt auch über den Rest der Athmosphäre und dünnen auch hier die Ozonschicht aus. Das ist zwar jetzt sehr bildlich gesprochen, aber im Großen und Ganzen kommt’s so hin.
Aber zurück zum Sauren Regen: Wo wohnst Du denn, und hast Du dir schon mal überlegt, ob die Böden bei Euch nicht eine sehr hohe Pufferkapazität haben?
Dein politisches Misstrauen in allen Ehren, aber wenn es um die Verbreitung schlechter Nachrichten geht, haben Politiker meistens Recht ;-)
Grüsslis
Thomas

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Re: Antwort Anfang

Thomas Pruß, (vor 9274 Tagen) @ Martl

Vielleicht gibt's auch Karten über Waldbestände

und Bodenbeschaffenheit

MM (Moin Martl),
So wie es Gewässergütekarten gibt, gibt es auch ein Waldkataster, das man auf den Forstämtern einsehen kann. Du kannst Dir solche Karten auch über die Umweltministerien bestellen (für dich: Ministerium für d. ländlichen Raum, Kernerplatz 10, 70182 Stuttgart, Tel. 0711/126-0).
Aber zu einfach macht es das auch nicht, denn es ist immer wieder interessant, die kartierten Bereiche selbst aufzusuchen und dort rum zu „forschen“. Man hat dann Anhaltspunkte und kann diese überprüfen. Macht Spaß! Ich hab das früher mit Gewässern gemacht.
Grüsslis
Thomas

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Re: sauerer regen !!!!!!! haha

Wolfgang F., (vor 9274 Tagen) @ aleman

liebe leute
das mit dem saueren regen ist alles nur politische
verarschung ( um die menschen zu beunruhigen)
da ich orchideen kultiviere und die saueres wasser lieben
messe ich oft den PH-wert des wassers
ich hab noch nie!!!!!!!!!!!!!!!!! in 10 jahren
abnormale PH-werte gemessen obwohl ich in einer industrieregion
lebe
mir ist es bis heute rätselhaft woher die märe vom saueren regen kommt
offenbar wissen die alle nicht ,daß man PH-meter vor der messung eichen muß
zum spaß möge mal jeder der interesse hat ananassaft 1 zu 20 verdünnt
mit dem PH -meter messen
haha
euch fällt die schublade runter PH 2,5 !!!!!!!!!1
ich muß jedenfalls meinen regenwasser immer mit schwefelsäure
sauer machen
gruß aleman

Hi Aleman,

die Spitzenzeit des Saure-Regen-Themas war in den frühen Achzigern, und da hat man noch bei weitem nicht so viel entschwefelt wie heute. Das hat beim pH schon einiges gebracht. Damals hatte Regen sehr wohl runter bis zu pH3, und das konnte ich damals ohne pH-Meter mit dem Indikatorpapier sehen (sollte ich das auch eichen?).

Das neue Thema der 90er und der 2000er heißt eher nitrathaltiger Regen, da die Industrieabgase gefiltert werden müssen und die Autoabgase im wesentlichen zur NOx-Belastung beitragen. Das sieht man z.B. an den sich rasant verbreitenden Brombeeren als Wald-Unterwuchs. Da die meisten Mykorrhiza-Pilze nitrophob sind, zeigen diese Arten eine Rückgangstendenz, während Spreuzersetzer zunehmen.

Die "hohe-Schornstein-Politik" in den 60ern/70ern hatte übrigens dazu geführt, daß die Abgase meist einige hundert Kilometer westlich des Verursachers abregnen.

In der fränkischen Schweiz konnte ich damals häufig Säurezeiger auf reinem Muschelkalk finden, weil die natürliche Pufferwirkung in den obersten Bodenschichten bei weitem nicht gereicht hat, besonders wenn noch Fichten-Nadeln den Säure-Eintrag verstärkt haben.

Wolfgang