Biscogniauxia granmoi *PIC*

Gernot, (vor 6535 Tagen)

Hallo,

da Lothar und Gelbfieber bei meinem letzten Beitrag gefragt haben, ob ich Biscogniauxia granmoi nicht etwas genauer vorstellen will, werde ich dies hier nachholen. Ich schreibe einen neuen Beitrag weil mein Fund vielleicht auch andere interessiert, die meinen anderen Beitrag mit der nicht besonders viel sagenden Überschrift überlesen haben.

Biscogniauxia granmoi Lar. N. Vassiljeva 1988
(es existiert auch die Schreibweise B. granmo, siehe z.B. Index Fungorum)

Stroma: Aus der Rinde hervorbrechend, diese umrandet die Fruchtkörper, rund bis länglich-zusammenlaufend, dunkelgrau bis schwarz, meist 1 cm groß (bei zusammengewachsenen Fruchtkörpern auch bis 3 cm).
Perithezien: Ovoid bis zylindrisch
Ostiolen: Nicht erhaben, unauffällig bis etwas dunkler schwarz als der Rest der Fruchtkörper.

Asci: Uniseriat, achtsporig, dickwandig, in Lugol mit blauem Apikalapparat.
Sporen: Unreif durchsichtig, bald bräunlich und schließlich dunkelbaun fast schwarz, ohne Inhalt oder mit mehreren Tropfen, Keimspalte über die ganze Sporenlänge. 11-11,95-13 x (4,5)5-5,52-6, Q: 1,83-2,19-2,6.
Paraphysen: Filiform, mit lichtbrechendem Inhalt.

Vorkommen und Verbreitung: Wächst ausschließlich auf Prunus padus. Bisher bekannt aus Österreich, Russland, Polen, Norwegen und Lettland.

Anmerkung: Biscogniauxia granmoi unterscheidet sich von ähnlichen Arten makroskopisch durch den Standort und die flachen, von der aufgesprengten Rinde umgebenen Fruchtkörper. Mikroskopisch sind die relativ schlanken Sporen typisch. In der Literatur wird weiters angegeben, dass B. granmoi braune Sporen haben soll, was ich hier nicht ausschließlich bestätigen kann, denn bei meinem Fund ist die Mehrheit der Sporen ziemlich dunkel bis fast schwarz gefärbt. In wie weit dieses Merkmal also konstant ist, kann ich nicht beurteilen.

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Schöne Grüße
Gernot

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Re: Biscogniauxia granmoi

Hermine1, (vor 6535 Tagen) @ Gernot

Hallo Gernot,

vielen Dank für diesen tollen Beitrag. Ich suche die Art schon längere Zeit, bei uns gibt es in diversen Auwaldresten auch schöne alte Traubenkirschen, hatte aber noch kein Glück. Jetzt weiß ich wenigstens genau, was ich suchen muß. Übrigens hat ein Bekannter aus Süddeutschland die Art wohl auch schon mal in Deutschland gefunden.

http://home.versanet.de/~keck-k-m/asco.htm#B

Gruß Hermine

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Frage *PIC*

Gelbfieber, (vor 6535 Tagen) @ Gernot

Hallo und guten Abend Gernot,

da hast du dir aber Mühe gemacht.

In deiner Sporenbeschreibung ist u. a. zu lesen …..“ Keimspalte über die ganze Sporenlänge.“

In den zahlreichen Sporenbildchen sehe ich diese besagte Keimspalte nicht. Ist deine Aussage über die Keimspalte aus der Literatur übernommen oder hast du sie bei deinem Fund gesehen.

Du hast im übrigen Wort gehalten denn deine Mikrobildchen haben tatsächlich einen Gelbstich.

Eine gute Zeit
Gelbfieber & Co

[image] http://www.naturfoto-kontor.de

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Re: Frage

Gernot, (vor 6535 Tagen) @ Gelbfieber

Hallo Gelbfieber,

die Keimspalte ist nicht bei allen Sporen zu sehen, auf den Fotos sieht man sie auf Bild 3 und 4. Die Daten sind von meinen Funden, außer natürlich der Verbreitung, die hab' ich aus der Literatur.

Schöne Grüße
Gernot

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Re: Frage

Andreas ⌂, (vor 6535 Tagen) @ Gelbfieber

Hallo Uschi,

Du hast im übrigen Wort gehalten denn deine Mikrobildchen haben tatsächlich
einen Gelbstich.

na, da hast Du ja mal wieder dankenswerterweise Dein Photoshop bemüht und sauber das ganze Gelb aus dem Medium von Gernots total gelbstichigem Bild rausgefiltert. Bin ganz toll beeindruckt, wieviel man jetzt mehr sieht als auf dem verhunzten Bild von Gernot.
Ach ja, warum soll man eigentlich ein durch Lugol gelb gefärbtes Präparat unbedingt blau umfärben? Hat sicherlich Gründe, die ich als Nicht-Hypoxylon-Spezialist nicht auf Anhieb verstehe, aber Du wirst es mir bestimmt erklären.

beste Grüße,
Andreas

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Re: Biscogniauxia granmoi

Gernot, (vor 6535 Tagen) @ Hermine1

vielen Dank für diesen tollen Beitrag. Ich suche die Art schon längere Zeit,
bei uns gibt es in diversen Auwaldresten auch schöne alte Traubenkirschen,
hatte aber noch kein Glück. Jetzt weiß ich wenigstens genau, was ich
suchen muß. Übrigens hat ein Bekannter aus Süddeutschland die Art wohl
auch schon mal in Deutschland gefunden.
http://home.versanet.de/~keck-k-m/asco.htm#B
Gruß Hermine

Hallo Hermine,

Danke für den Hinweis, dass es B. granmoi nun auch schon in Deutschland gibt. Hätte mich auch gewundert, wenn diese eigentlich ja weit verbreitete Art gar nicht in Deutschland vorkommen würde.

Schöne Grüße
Gernot

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Re: Frage

Jule, (vor 6535 Tagen) @ Gelbfieber

Gott....

Musst du eigentlich in JEDEM Beitrag immer so einen sarkastisch-eklig-arroganten Ton mitschwelgen lassen? Das ist ja nicht auszuhalten.
Hast du dir mit Gernot jetzt ein Daueropfer gesucht? Würde zu dir passen. Merkst du eigentlich noch was? Nein, du bist mitlerweile schon so abgestumpft...
Es ist sehr interessant, wie du die Bilder immer meinst mit einem Blaustich verhunzen zu müssen. Vor allem, ist es nicht sowas von egal wenn da in LUGOL ein bisschen minimal gelb zu sehen ist? Achja, ich vergaß. Bei dir sieht man in Kongo natürlich keinen Rotstich und in Baumwollblau auch keinen blaustich. Bei dir ist alle reinweiß...jo...aber klar doch.
Man soll das sehen was man sehen soll.
Es geht bei Mikrobilder nicht darum irgendeinen Wettbewerb zu gewinnen, aber das geht ja scheinbar nicht in deinen Schädel rein.
Anstatt andere zu kritisieren solltest du dich lieber um dich selber kümmern. Das wäre mal ne sinnvolle Zeitinvestition. Du bist ja scheinbar nicht "ausgelastet".

"Eine gute Zeit"

Jule

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Re: Frage

Pet, (vor 6535 Tagen) @ Gelbfieber

Hallo und guten Abend Gernot,
da hast du dir aber Mühe gemacht.
In deiner Sporenbeschreibung ist u. a. zu lesen …..“ Keimspalte über die
ganze Sporenlänge.“
In den zahlreichen Sporenbildchen sehe ich diese besagte Keimspalte nicht.
Ist deine Aussage über die Keimspalte aus der Literatur übernommen oder
hast du sie bei deinem Fund gesehen.
Du hast im übrigen Wort gehalten denn deine Mikrobildchen haben tatsächlich
einen Gelbstich.
Eine gute Zeit
Gelbfieber & Co

Hallo Gelbfieber, ich weiß nicht. ob´s an meiem Bildschirm liegt oder an meinen Augen, aber ich sehe auf Gernots Bildern die Keimspalte der Sporen ganz deutlich,
VG Petra

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Re: Biscogniauxia granmoi

Peter W., (vor 6535 Tagen) @ Gernot

Hallo Gernot,

dein Bestimmung dürfte richtig sein. Makroskopische Merkmale,Sporenmaße, Keimspalten und Baumart stimmen.
In der Monographie von Ju, Y.-m.; Rogers, J.D.; San Martín, F.; Granmo, A. The genus Biscogniauxia. Mycotaxon 66. 1-98, heißt die Art noch B. pruni, aber mit nom. prov.
Hier einsehbar: http://www.cybertruffle.org.uk/cyberliber/index.htm
Da die Art aber schon 1988 beschrieben wurde (den Artikel in der Russischen Zeitschrift kenne ich nicht, aber die Herren da oben schon, gehen aber auf die Art mit keinen Wort ein, Seltsam), könnte der Name gültig sein.!? Wo nach hast du denn die Art bestimmt?

Zu den Keimspalten kann ich nur folgendes sagen: Es ist nicht einfach diese bei Xylariacen (Holzkeulenartige) immer richtig zu deuten, insbesonder bei sehr reifen Sporen. Hier muss man am besten halbreife Sporen (dann sind diese hellbraun-gelblich) betrachten. Hier sieht man sie am besten. Ohne solche Sporen ist es immer schwierig, da das Licht im Mikroskop die Sporen nicht mehr richtig durchleuchtet. Dies kennt Nobi und ich nur zu gut von Hypocopra, aber auch von anderen Pyrenomyceten mit Keimspalte wie Sporormiella.

Die Sporenfarbe ist schon braun und es ist normal für diese Gruppe von Pilzen, dass die Sporen in laufe der Entwicklung immer dunkler werden.

Schöne Vorstellung, mach weiter so.

Gruß Peter

Hallo Jule, ich glaube Gelbfieberchen musst du so nehmen wie sie ist, aber schön, dass du mal was dazu gesagt hast.

Gruß Peter

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Re: Frage

coco, (vor 6534 Tagen) @ Gelbfieber

hallo gelbfieber,

erlaube mir bitte zwei persönliche fragen.

1. was ist für dich richtig wichtig im leben?
2. warum bist du so unglücklich?

gruss von coco

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Re: Frage

coco, (vor 6534 Tagen) @ Jule

hallo jule,

peter w. trifft es auf den punkt, trotzdem find ich´s gut, wenn ab und zu jemand aufschreit. danke dafür.

helfen wird´s nicht, deshalb ist mein grundgefühl nicht ärger, sondern mitleid.
ärger mischt sich allerdings dazu, wenn ich an diverse vergraulte mitpilzler denke, deren wertvolle beiträge hier inzwischen fehlen.

lg coco

p.s. ich finde kleine lugolstiche total sexy

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Re: Biscogniauxia granmoi

Gernot, (vor 6534 Tagen) @ Peter W.

Hallo Peter,

dein Bestimmung dürfte richtig sein. Makroskopische Merkmale,Sporenmaße,
Keimspalten und Baumart stimmen.
In der Monographie von Ju, Y.-m.; Rogers, J.D.; San Martín, F.; Granmo, A.
The genus Biscogniauxia. Mycotaxon 66. 1-98, heißt die Art noch B. pruni,
aber mit nom. prov.
Hier einsehbar: http://www.cybertruffle.org.uk/cyberliber/index.htm

Danke für den Hinweis, dass es die Arbeit online gibt.

Da die Art aber schon 1988 beschrieben wurde (den Artikel in der Russischen
Zeitschrift kenne ich nicht, aber die Herren da oben schon, gehen aber auf
die Art mit keinen Wort ein, Seltsam), könnte der Name gültig sein.!? Wo
nach hast du denn die Art bestimmt?

Ich hab' sie mit Hilfe der ÖZP 8 (1999) bestimmt.

Zu den Keimspalten kann ich nur folgendes sagen: Es ist nicht einfach diese
bei Xylariacen (Holzkeulenartige) immer richtig zu deuten, insbesonder bei
sehr reifen Sporen. Hier muss man am besten halbreife Sporen (dann sind
diese hellbraun-gelblich) betrachten. Hier sieht man sie am besten. Ohne
solche Sporen ist es immer schwierig, da das Licht im Mikroskop die Sporen
nicht mehr richtig durchleuchtet. Dies kennt Nobi und ich nur zu gut von
Hypocopra, aber auch von anderen Pyrenomyceten mit Keimspalte wie
Sporormiella.

Ja, das mit der Keimspalte ist schon so eine Sache. Bei meiner Kollektion waren die Sporen schon überwiegend sehr dunkel und die Keimspalte oft dementsprechend schwer zu sehen. Aber mit geduldiger Suche stellt auch das kein Problem dar.

Die Sporenfarbe ist schon braun und es ist normal für diese Gruppe von
Pilzen, dass die Sporen in laufe der Entwicklung immer dunkler werden.

Schon, nur soll die braune Sporenfarbe eben ein Merkmal von B. granmoi darstellen und deshalb ging ich davon aus, dass die Sporen gar nicht dunkler werden sollten. Aber dem ist ja anscheinend nicht so.

Schöne Vorstellung, mach weiter so.

Danke :-).

Schöne Grüße
Gernot

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Unsere Kleine wieder :o) ...RESPEKT *oT*

Thüringer-Holz, (vor 6534 Tagen) @ Jule

- kein Text -

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Re: Biscogniauxia granmoi

Peter W., (vor 6533 Tagen) @ Gernot

Hallo Gernot ,ich hab in der ÖZP 8 nachgeschlagen und siehe da, meine Vermutung wurde bestätigt. B. pruni ist ein Synonym, allerdings hat die Frau die Art in der ersten Arbeit (1988) offenbar auch nicht gültig beschrieben und das erst 1998 in einer andern sehr gängigen Zeitschrift. (der letzte Ansatz ist Ironie und die heutigen Regeln zur Beschreibung einer neuen Art, aus meiner Sicht, sehr überdenkenswert, aber dass ist ein anderes Thema)

Ja, das mit der Keimspalte ist schon so eine Sache. Bei meiner Kollektion
waren die Sporen schon überwiegend sehr dunkel und die Keimspalte oft
dementsprechend schwer zu sehen. Aber mit geduldiger Suche stellt auch das
kein Problem dar.

Ja, mikroskopieren ist nun mal Erfahrungssache.

Schon, nur soll die braune Sporenfarbe eben ein Merkmal von B. granmoi
darstellen und deshalb ging ich davon aus, dass die Sporen gar nicht
dunkler werden sollten. Aber dem ist ja anscheinend nicht so.

In einer Wissenschaft (was ja die Mykologie ist) sollte man nichts als Endgültig betrachten oder als gegeben hinnehmen. Mag sein, dass die Herren die Sporen so gefunden habe, aber wie viel Funde haben sie ausgewertet 20? Um die ganze Bandbreite der Art zu kennen braucht es noch mehr. Dies ist natürlich kein Vorwurf an die Autoren und in vielen Fällen (bei seltenen Arten) auch sehr schwierig oder gar unmöglich. Deswegen sollte aber solche Erkenntisse nicht im stillen Kämmerlein verbleiben, sondern entweder publiziert werden oder einen guten Kenner der Gattung mitgeteilt werden.

Gruß Peter