Neue Folge: Täubling der Woche #34 *PIC*

Thüringer-Holz, (vor 6528 Tagen)

heute:

Russula violeipes Quélet 1898 - Pfirsich-Täubling

inklusive
Russula violeipes fo. citrina (Quél.) Romagnesi 1942 - Pfirsich-Täubling (grüngelbe Form)

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Liebe Freunde, so kurz vor Weihnachten gibt es heute etwas leichtere Kost auf den Bildschirm, ein doch allzeit
bekannter, leicht zu identifizierender Täubling aus der Untersektion "Virescentinae" oder folgt
man SARNARI "Amonenula".

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Die Form citrina mit einheitlich gelben Hut und nur leicht violett überhauchtem Stiel ist meiner Erfahrung nach
weitaus häufiger als die Standardform mit gelbgrün-violett oder olivefarbener Hutfarbe und deutlich
purpurnem Stiel.

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Kennzeichen: milder sehr festfleischiger Täubling, Hut schwefelgelb, so bleibend oder später mit violettlichen,
purpurlichen und grünlichen Tönen und mehr oder weniger purpurlila oder violettrotem Stiel.

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Hut: 3-9 cm breit, in den Farben sehr variabel, erst hell- oder schwefelgelb, feinmehlig bestäubt, in der Form
citrina auch im Alter so bleibend, sonst mehr mit grünen-violetten/purpurnen und schmutzigen oliv Tönen
(gelbgrün-lila) umschlagend, lange Zeit gewölbt (Rand wie eingerollt), dann abgeflacht, Mitte niedergedrückt,
selten schwach rissig, fest und selbst hart, Rand nicht gerieft, Huthaut zäh, wie fein samtig

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Lamellen: gedrängt, weiß bis schwach cremefarben

Stiel: feinmehlig, weiß, so bleibend oder mit violettem Überzug, lang, an der Basis zugespitzt,
hart, auf Druck gelblich bräunend

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Fleisch: weiß, sehr fest

Geruch: laut Literatur mehr oder weniger Krabben/Krebs- oder Heringsartig (was ich persönlich noch nicht
wahrgenommen habe)

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Geschmack: mild

Wert: durch das feste milde Fleisch > sehr guter Speisepilz

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Vorkommen: Juni bis September vorwiegend im Laub- und Nadelwald, besonders unter Rotbuche, auf
Mergel- und Kalkböden, doch auch auf Silikatgestein, sauren Böden und Sandstein, die Form citrina scheint
besonders gen Norden im Flachland vorherrschend zu sein.

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Sporenstaub: creme (IIa)

Sporen nach EINHELLINGER: 6,5-9 x 6,6-8µm

Mikroskopische Besonderheiten: an den Lamellenschneiden große herausragende
spindel- oder flaschenförmige Zystiden und auffällige HDS - Struktur (siehe Bild):

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Bis zum nächsten mal
Euer Felix

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Re: Neue Folge: Täubling der Woche #34

Matthias, (vor 6528 Tagen) @ Thüringer-Holz

Hallo Felix,
da hast du ja für Dezember wirklich noch viele Täublinge gefunden ;o))
Mit dem Speisewert hast du wirklich recht im Vergleich zu manchen Schlauchpilzen im Frühjahr die doch recht viel Dill als Geschmacksverstärker brauchen ;o)
viele Grüsse
Matthias

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Re: Neue Folge: Täubling der Woche #34

Ingo Wagner, (vor 6528 Tagen) @ Thüringer-Holz

Hallo Felix!

Wie immer --> ganz starker Beitrag.

Auf der anderen Seite machst du mich noch kaputt mit diesen undankbaren Sprödblättlern: nicht, dass letztens der turci mit seinen Farben jede Mollisia schlägt, jetzt gibt´s auch noch den Pfirsichtäubling mit grünem Hut und Violetttönen.....

VG Ingo W

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Re: Neue Folge: Täubling der Woche #34

Andreas ⌂, (vor 6527 Tagen) @ Thüringer-Holz

Hallo Felix,

wie immer tolle Darstellung!
Aber zu Bild 3 hätte ich doch reichlich Bedenken, den noch in die Variationsbreite von violeipes zu pressen. Das scheint mir eher amoena zu sein. So stark pigmentierte Hüte, dazuhin noch mit Olivton und dann keinerlei violett am Stiel - das passt nicht mehr in mein violeipes-Konzept.

beste Grüße,
Andreas

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Re: Neue Folge: Täubling der Woche #34

phragmobasidie, (vor 6527 Tagen) @ Andreas

Hallo Andreas,

der Fund ist von mir und nur mit Vorbehalt violeipes gewesen.
Ich hatte es allerdings schon aufgegeben, mal amoena zu finden.
Inzwischen habe ich den (im Schwarzwald) gehabt und dachte auch, dieser hier könnte wohl amoena sein.
Aber leider, wie so oft wenns spannend wird... Fund nicht untersucht :-(
Das Bild ist im ziemlichen Dämmerungslicht gemacht und daher nicht 100% astrein, m.E. aber schon die Farbtöne,
die auch violeipes haben kann, zugegebener Maßen in den umgekehrten Mengenanteilen.
Summa summarum: Könnte wohl auch amoena sein.
Fundort war übrigens Eichenwald, ich denke, Kalk-Eichenwald

schöne Grüße
Robin

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Re: Neue Folge: Täubling der Woche #34

Gábor, (vor 6527 Tagen) @ Thüringer-Holz

Hallo Felix,

vielen Dank für das Zeigen meines Lieblingstäublings :-)
Dieses Jahr gab es zumindest hier in der kölner Gegend bemerkenswert viele R. violeipes.

Die allermeisten waren var. citrina, jedoch fand ich einmal auf Lehmboden unter Buchen im Königsforst auch die auf Deinem Bild Nr.5 dargestellten Exemplare mit olivgrünen Hüten und deutlich purpurfarbenen Stielen - und davon gleich ein halbes Dutzend.

Die Gerüche werden in der Tat recht individuell interpretiert.
Für die einen ist der Geruch eher fruchtig, für die anderen eher fischig.

Tatsächlich habe sämtliche irgendwie fischig riechenden Exemplare vor Ort untersucht und siehe da - ich habe stets irgendwo eine bräunliche Stelle gefunden, an der scheinbar schon Zersetzung stattfand.
Für meinen Gusto riechen junge und noch frische Exemplare immer ganz klar nach grünen Walnüssen. Aber vermutlich muss man diesen Geruch so wie ich, schon in der Kindheit für sich abgespeichert haben.

Und eins ist mir bei R. violeipes auch stets aufgefallen: durch das Anfassen der feinsamtigen Frkp. hat man anschließend so ein Wachs-ähnliches Gefühl in der Hand...

LG, Gábor

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Re: Neue Folge: Täubling der Woche #34

Ingo, (vor 6527 Tagen) @ Matthias

Mit dem Speisewert hast du wirklich recht im Vergleich zu manchen
Schlauchpilzen im Frühjahr die doch recht viel Dill als
Geschmacksverstärker brauchen ;o)

Hallo Matze,

die Vorfreude hat dich eindeutig im Griff. War da nicht auch ein toller Täublingsbeitrag?!

p.s. hast du es eigentlich schon mal mit Speck an Stelle von Dill versucht?
Noch besser kommt das Aroma raus, wenn man die Teile mit (frostkonservierten)
Hallimasch mischt. Das schmeckt so richtig rassig. Obwohl - wenn man die Morcheln
weg lässt, tut es das auch! ;-))

*ggg* Ingo

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Als ob du es gerochen hast,

Thüringer-Holz, (vor 6527 Tagen) @ Matthias

gab es heute bei Robin meinen vorletzten tiefgefrorenen Beutel mit Morcheln (natürlich ohne Beutel) von
der Biogasanlage im Frühjahr. Vorweihnachtsessen sozusagen.
Frei nach Elfis Rezept "Morcheln in Sahnesoße" mit Spätzle,
Broccoli und Putenschnitzel und das alles ohne Dill.....

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Re: So kann man sich irren!

Ingo, (vor 6524 Tagen) @ Thüringer-Holz

Link ab

Ich glaube, mehr als ein Kilo bekomme ich pro Jahr gar nicht verbraucht.
Sonst hängen sie mir noch zum Hals raus. ;-))

GRingo