"Bergmannsbärte" / Pilze in Bergwerken und Höhlen

ralf, (vor 9273 Tagen)

Hallo Pilzfreunde!

Kann mir jemand bezüglich in Bergwerken wachsender Pilze, sogenannte "Bergmannsbärte", weiterhelfen?

Anlässlich eines Besuches des Bergwerks Rammelsberg in Goslar wurde ich darauf aufmerksam. Das Titelbild einer Broschüre aus dem Museumsshop zeigt von der Stollendecke (ob von eingebautem Holz ausgehend oder nicht?) frei in den Raum hängende, an Gardinen erinnnnernde, spinnnenwebartige Vorhänge. Es handele sich dabei um Pilze.

Leider konne mir der Bergwerksführer nichts dazu sagen. Ausser, dass diese schon wissenschaftlich untersucht wurden und sehr empfindlich sind. So seien die "Bergmannsbärte" seit der Öffung von Stollen für den Besucherverkehr durch die geänderte Bewitterung auch an entlegenen Stellen im Bergwerk zurückgegangen.

Um welchen Pilz könnte es sich handeln?

Bei meinen gelegentlichen Besuchen in Bergwerken und Höhlen fand ich übrigens auf (+/- feuchtem) Grubenholz 3x Grünblättrige Schwefelköpfe (2x direkt unter einer Lampe, Fruchtkörper normal gestaltet), und je einmal Rauchblättrige Schwefelköpfe, Rehbrauner Dachpilz, einen Seitling (Art nicht bestimmt). Auf der Holzkonstuktion eines Wasserrades im Rammelsberg wuchsen (wegen schlechter Beleuchtung nicht eindeutig zu identifizierende) konsolenförmige Porlinge. Ich vermute Zunderschwämme.

Literaturhinweise oder Erfahrungsberichte zum Thema "Pilze in Höhlen und Bergwerken" würden mich sehr interessieren.

Gruss Ralf

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Re: "Bergmannsbärte" / Pilze in Bergwerken und Höh

abraxas, (vor 9273 Tagen) @ ralf

Hallo Ralf,
zu den "Bergmannsbärten" kann ich leider nichts sagen, aber da dich auch Literaturhinweise über Pilze in Bergwerken interessieren, etwas über den Hallimasch:

"Dem Forstmann, Obstbaumzüchter, Weinbauer und Bergwerksmann ist er ein gefürchteter Geselle, der manchen langgehegten Wald vernichtet, manche Obst- und Weinernte schmälert, selbst das Balkenwerk in Bergwerken zu Fall bringt und als eine gewisse Sorte von verstopfenden Brunnenzöpfen in hölzernen Wasserleitungen bekannt ist. Manchem leuchtet er auf seinem nächtlichen Heimgang, indem er selbst und das von ihm durchrittene Holz die Lichtwirkung verursacht."

Der Autor empfiehlt übrigens eine Zubereitung "mit Heringen oder Sardellen" :)

Aus "Taschenbuch der Pilze" von Wilhelm Cleff, Verlag von J.F. Schreiber, 1907

Abraxas

Hallo Pilzfreunde!
Kann mir jemand bezüglich in Bergwerken wachsender Pilze, sogenannte
"Bergmannsbärte", weiterhelfen?
Anlässlich eines Besuches des Bergwerks Rammelsberg in Goslar wurde ich
darauf aufmerksam. Das Titelbild einer Broschüre aus dem Museumsshop zeigt
von der Stollendecke (ob von eingebautem Holz ausgehend oder nicht?) frei
in den Raum hängende, an Gardinen erinnnnernde, spinnnenwebartige
Vorhänge. Es handele sich dabei um Pilze.
Leider konne mir der Bergwerksführer nichts dazu sagen. Ausser, dass diese
schon wissenschaftlich untersucht wurden und sehr empfindlich sind. So
seien die "Bergmannsbärte" seit der Öffung von Stollen für den
Besucherverkehr durch die geänderte Bewitterung auch an entlegenen Stellen
im Bergwerk zurückgegangen.
Um welchen Pilz könnte es sich handeln?
Bei meinen gelegentlichen Besuchen in Bergwerken und Höhlen fand ich übrigens
auf (+/- feuchtem) Grubenholz 3x Grünblättrige Schwefelköpfe (2x direkt
unter einer Lampe, Fruchtkörper normal gestaltet), und je einmal
Rauchblättrige Schwefelköpfe, Rehbrauner Dachpilz, einen Seitling (Art
nicht bestimmt). Auf der Holzkonstuktion eines Wasserrades im Rammelsberg
wuchsen (wegen schlechter Beleuchtung nicht eindeutig zu identifizierende)
konsolenförmige Porlinge. Ich vermute Zunderschwämme.
Literaturhinweise oder Erfahrungsberichte zum Thema "Pilze in Höhlen und
Bergwerken" würden mich sehr interessieren.
Gruss Ralf