Hallo Dirk,
"Phaeohelotium" geogenum habe ich auch schon gefunden, allerdings schon länger nicht mehr. Insofern: herzlichen Glückwunsch zum schönen Fund! 
Nun ja - da muss man anhand des Bildes erst einmal drauf kommen. Mit einem Mikrofoto hätte es eher geklappt 
Was die Ökologie betrifft, ist das wohl eher eine polyphage Art. Bei Eichen-Fruchtschalen hats bei mir jedenfalls nicht geklingelt.
Die Aussage: "es ist ein Hymenoscyphus" auf meine Vermutung fructigenus var. coryli hin hat mich auch eher von der richtigen Lösung abgebracht. Zwar ist Hymenoscyphus/Cudoniella/Phaeohelotium ein Riesen-Komplex, den man als Mega-Gattung ansehen kann; allerdings ist bei etwas splitterischerer Sichtweise Phaeohelotium eben gerade ein Gegenpart zu Hymenoscyphus ss. str. - ich versuche dies kurz zu erklären und keine groben Fehler zu machen:
typische Vertreter von Hymenoscyphus haben: scutuloide (d.h. auf einer Seite abgerundete und auf der anderen Seite zuspitzende) Sporen, die in der Regel recht ölreich sind (viele Tropfen), sehr schön multiguttulate Paraphysen im lebende Zustand (Vakuolen-Guttulen in Hülle und Fülle) und ein Exzipulum oft von textura prismatica.
So z.b. H. scutula (scutuloid!), H. caudatus, H. serotinus oder H. fructigenus s.l.
typische Vertreter von Cudoniella (incl. Phaeohelotium) haben: ciborioie Sporen (mehr oder weniger ellipsoidisch-eiförmig), die in der Regel relativ ölarm sind (wenig bis keine Tropfen), eher inhaltsarme Paraphysen und ein Exzipulum von textura globulosa. Etliche Arten, vor allem die unter Cudoniella klassifizierten, haben auffällig konvexe Hymenien.
So z.B. Cudoniella clavus, Hymenosyphus fagineus oder imberbis.
Natürlich gibt es (kein Wunder aufgrund der irren und erst ansatzweise im Griff befindlichen Formenvielfalt) allerhand Übergänge und Ausnahmen, weshalb die Abgrenzung der Genera (oder Subgenera) ja auch problematisch ist.
Soweit so gut für heute,
Lothar
P.S. Für Cudoniella und Hymenoscyphus gemeinsam typisch ist der Apikal-Apparat vom Hymenoscyphus-Typ (wie so manches auf dem Mist von H.O. Baral gewachsen). Bei dieser Ausprägung (die z.B. bei Calycina mit C. herbarum anders ist), sind in IKI (Lugol) nur recht dünne "Striche" angefärbt (beim Calycina-Typ ist die angefärbe Zone eher "keulenförmig" verdickt").
P.S. Wer sich für all das ernsthaft und mehr interessiert, sollte
a) die CD "In vivo veritas" bei H.O. Baral bestellen (gratis bei zotto@t-online.de) (bitte aber keine Bestellungen bei nicht wirklichem ernsthaftem Interesse) .............. oder gar (Eigenlob)
b) einen meiner Ascomyceten-Kurse bei der Schwarzwälder Pilzlehrschau belegen. Diesen Herbst wieder (Termine siehe z.B. www.pilzkunde.de - Anmeldung bei Walter Pätzold).