Wie kriegt man einen Baumpilz weich?

Violet, (vor 6485 Tagen)

Tja, wie macht ihr das, so ein hartes vertrocknetes Teil oder selbst "Teilchen" so weich zu kriegen, dass das Licht vom Mikroskop durchscheint? Einweichen, klar - und dann? Im Mörser zerstampfen? Gibts da einen Trick?
Oder einfach nur üben-üben-üben?
fragt die übende Ditte

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Re: Wie kriegt man einen Baumpilz weich?

Andreas ⌂, (vor 6485 Tagen) @ Violet

Tja, wie macht ihr das, so ein hartes vertrocknetes Teil oder selbst
"Teilchen" so weich zu kriegen, dass das Licht vom Mikroskop
durchscheint? Einweichen, klar - und dann? Im Mörser zerstampfen? Gibts da
einen Trick?
Oder einfach nur üben-üben-üben?
fragt die übende Ditte

Hallo Ditte,

vergiss es! Der kluge Mensch mikroskopiert Mollisia - zu deutsch "Weichbecherchen". Da braucht man nicht für jeden Schnitt drei Rasierklingen und sieht trotzdem nix! Trotz mehrtägigem Einweichen in konzentrierter Kalilauge oder Schwefelsäure oder was die Porlingsfreaks da alles nehmen.

Aber im Ernst, ich hasse gerade deswegen Porlinge. Man kann eigentlich nur versuchen ein möglichst kleines Stück unter dem Bino auf den Objektträger zu befördern, ihn dann mit zwei Nadeln zu zerzupfen und zwar am besten in verdünnter KOH, dann spülen und färben. Nicht so meine Art zu mikroskopieren, ehrlich gesagt, daher bin ich auch bekennender Porlingsüberseher.
Aber vielleicht haben die Porlingsfreunde ja da noch Tipps, mich würde es jedenfalls auch interessieren ob man von den Teilen überhaupt Schnitte machen kann. Ich meine damit natürlich nicht ne Ceriporia reticulata, sondern wir reden hier schon von Phellinus robustus und solchen Teilen, gell!

beste Grüße,
Andreas

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Re: Wie kriegt man einen Baumpilz weich?

Violet, (vor 6485 Tagen) @ Andreas

Hallo Ditte,
vergiss es! Der kluge Mensch mikroskopiert Mollisia - zu deutsch
"Weichbecherchen". Da braucht man nicht für jeden Schnitt drei
Rasierklingen und sieht trotzdem nix! Trotz mehrtägigem Einweichen in
konzentrierter Kalilauge oder Schwefelsäure oder was die Porlingsfreaks da
alles nehmen.
Aber im Ernst, ich hasse gerade deswegen Porlinge. Man kann eigentlich nur
versuchen ein möglichst kleines Stück unter dem Bino auf den Objektträger
zu befördern, ihn dann mit zwei Nadeln zu zerzupfen und zwar am besten in
verdünnter KOH, dann spülen und färben. Nicht so meine Art zu
mikroskopieren, ehrlich gesagt, daher bin ich auch bekennender
Porlingsüberseher.
Aber vielleicht haben die Porlingsfreunde ja da noch Tipps, mich würde es
jedenfalls auch interessieren ob man von den Teilen überhaupt Schnitte
machen kann. Ich meine damit natürlich nicht ne Ceriporia reticulata,
sondern wir reden hier schon von Phellinus robustus und solchen Teilen,
gell!
beste Grüße,
Andreas

Jetzt mußte ich aber herzlich lachen, Andreas! Ich hatte dich schon fragen wollen, warum du Porlinge hasst, wo sie doch so hübsch sind und neben Schichtpilzen, A. mesenterica und Co. im Winter das einzige, was im kahlen Wald das Auge erfreut Nun weiß ich es! Und bin außerdem froh, dass es keine extradumme Frage war. Mollisias sind klein und dick? (so klingt jedenfalls der Name). Dick ist gut, klein weniger - dann sieht man sie nämlich nicht so gut :)) Und sie haben keinen Keimporus (Schniepel), nein? Morgen schau ich nach, was das eigentlich ist.
Sei lieb gegrüßt!
Ditte

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Re: Wie kriegt man einen Baumpilz weich?

Ingo Wagner, (vor 6485 Tagen) @ Violet

Jetzt mußte ich aber herzlich lachen, Andreas! Ich hatte dich schon fragen
wollen, warum du Porlinge hasst, wo sie doch so hübsch sind und neben
Schichtpilzen, A. mesenterica und Co. im Winter das einzige, was im kahlen
Wald das Auge erfreut Nun weiß ich es! Und bin außerdem froh, dass es
keine extradumme Frage war. Mollisias sind klein und dick? (so klingt
jedenfalls der Name). Dick ist gut, klein weniger - dann sieht man sie
nämlich nicht so gut :)) Und sie haben keinen Keimporus (Schniepel), nein?
Morgen schau ich nach, was das eigentlich ist.
Sei lieb gegrüßt!
Ditte

Hallo Ditte!

So eie Mollisia kannst du dir bei der HoBi-Einstellung ansehen (der Graue).

Ansonsten habe ich Andreas bei seinen Rindenpilz- u. Porlingsmikroskopiertipps eigentlich nichts hinzuzufügen: also so kleine Stückchen herauszupfen oder absäbeln (ein exakter Schnitt ist meist nicht notwendig), das man sie mit dem Deckgläschen zu einer durchschaubaren dünnen Masse drücken kann. Bei besonders harten und widerspenstigen Fällen KOH dosiert (sonst ist einiges aufgelöst) einsetzen.

Mit trockenen und exsikkierten Pilzen kenne ich mich allerdings auch nicht aus, nehme bloß frische Sachen.

VG Ingo W

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Re: Wie kriegt man einen Baumpilz weich?

myco_loco, (vor 6485 Tagen) @ Ingo Wagner

Hallo Ingo,

zupfen und quetschen hat einen großen Nachteil: bei manchen Porlingen, z.B. in der Gattung Oligoporus, können wichtige Merkmale abhanden kommen - z.B. Kristallschöpfe an den Cystiden lösen sich ab...

Hast du per Zufall mal Diplomitoporus lindbladii und gibst vorher KOH dazu, dann hast du keine Skeletthyphen mehr und das Ding sind gallertig monomitisch aus... die Skelettelemente lösen sich nömlich sehr schnell in KOH.

Bei anderen Porlingen quellen Skeletthyphen einfach nur auf und erscheinen dicker als real...

Daher bitte so schonend wie möglich mikroskopieren: schneiden, dann in Wasser (lebende Zellen!) und ggfls. nachher färben/quellen usw.

LG
Christoph

P.S.: gerade Porlinge schneiden sich so gut und dünn - wenn man scharfe, frische Klingen hat (das ist m.E.n. der häufigste Anfängerfehler... mit stumpfen Klingen kann man ne Mollisia spalten, aber keinen dünnen Schnitt von nem Porling anfertigen)

LG
Christoph

Hallo Ditte!
So eie Mollisia kannst du dir bei der HoBi-Einstellung ansehen (der Graue).
Ansonsten habe ich Andreas bei seinen Rindenpilz- u.
Porlingsmikroskopiertipps eigentlich nichts hinzuzufügen: also so kleine
Stückchen herauszupfen oder absäbeln (ein exakter Schnitt ist meist nicht
notwendig), das man sie mit dem Deckgläschen zu einer durchschaubaren
dünnen Masse drücken kann. Bei besonders harten und widerspenstigen Fällen
KOH dosiert (sonst ist einiges aufgelöst) einsetzen.
Mit trockenen und exsikkierten Pilzen kenne ich mich allerdings auch nicht
aus, nehme bloß frische Sachen.
VG Ingo W

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Re: Wie kriegt man einen Baumpilz weich?

Andreas ⌂, (vor 6485 Tagen) @ myco_loco

Hallo Christoph,

mit stumpfen Klingen kann man ne Mollisia spalten

Da müsst ich ja jetzt wohl drauf reagieren, ne?

Aber ich gebe zu, bei wichtigen Präparaten nehm ich tatsächlich ab und an auch mal ne frische Klinge. Nicht dass Du jetzt das Gerücht in die Welt setzt, der Gminder hackt Mollisia-Typen mit dem Küchenmesser in Scheiben ....

beste Grüße,
Andreas

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Re: Wie kriegt man einen Baumpilz weich?

myco_loco, (vor 6485 Tagen) @ Andreas

Hilfe!!! Andreas!!!

Wie kannst du nur??? ;-) (ich glaub, bei meiner Tastatur klemmen ein paar Zeichen........)

Du hast nur mit den Klingen Recht: ein Schnitt und sie ist stumpf...

Aber: nichts kann man so hauchdünn schneiden, wie einen richtig harten Porling. Um so härter das Material, um so dünner kann man schneiden. Phellinus robustus? Super, nur her damit, macht Spaß, perfekt...

Ich weiche gar nicht ein - im Gegenteil. Zähe Fruchtkörper sind extrem nervig. Also: sehr dünnen Schnitt (üben... üben... üben... es gibt Techniken, z.B. ziehen statt drücken, nicht säbeln usw.) machen und in einem Tropfen Wasser mikroskopieren (nicht quetschen, ist nicht nötig, wenn er sehr dünn ist). Ggfls nachträglich KOH dazu, falls das Objekt trocken sein sollte und die generativen Hyphen kollabiert sind. Aber vorher auf Cystiden, Kristalle etc, achten.

Zum Bestimmen ist meist die Einordnung der Hyphensysteme wichtig (mono-, bi-, trimitisch etc.). Daws ist aber in den besseren Porlingsbüchern halbwegs gut erklärt.

Stolperstein: Skeletthyphen vs. skelettisierte Hypphen...

Das alles gibts ned bei dene Mollisien - wie langweilig ;-)

LG
Christopj

Hallo Ditte,
vergiss es! Der kluge Mensch mikroskopiert Mollisia - zu deutsch
"Weichbecherchen". Da braucht man nicht für jeden Schnitt drei
Rasierklingen und sieht trotzdem nix! Trotz mehrtägigem Einweichen in
konzentrierter Kalilauge oder Schwefelsäure oder was die Porlingsfreaks da
alles nehmen.
Aber im Ernst, ich hasse gerade deswegen Porlinge. Man kann eigentlich nur
versuchen ein möglichst kleines Stück unter dem Bino auf den Objektträger
zu befördern, ihn dann mit zwei Nadeln zu zerzupfen und zwar am besten in
verdünnter KOH, dann spülen und färben. Nicht so meine Art zu
mikroskopieren, ehrlich gesagt, daher bin ich auch bekennender
Porlingsüberseher.
Aber vielleicht haben die Porlingsfreunde ja da noch Tipps, mich würde es
jedenfalls auch interessieren ob man von den Teilen überhaupt Schnitte
machen kann. Ich meine damit natürlich nicht ne Ceriporia reticulata,
sondern wir reden hier schon von Phellinus robustus und solchen Teilen,
gell!
beste Grüße,
Andreas

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Re: Wie kriegt man einen Baumpilz weich?

Andreas ⌂, (vor 6485 Tagen) @ myco_loco

Hallo Christoph,

hihihi, das war so ziemlich genau die Reaktion die ich erwartet hab! Wollte Dich (und die anderen Porlingsversteher) ja nur ein bischen ärgern.

O.k., das stimmt schon mit den dünnen Schnitten, so mach ich's ja beim Holz mikroskopieren auch. Ist eigentlich kein Unterschied zur Porlingsmikroskopie, außer dass Holz spannender ist (o.k, o.k., ich nehm's wieder zurück ...).

Die Wahrheit ist, dass ich als ALGII-Empfänger mir nicht leisten kann, zu jeder Porlingsbestimmung nen 10erSatz teure Rasierklingen zu verbraten. Ich komm in der Regel mit einer Klinge ne Saison lang hin und hab die dann noch die nächsten drei Jahre als Ersatzklinge dabei ;-)

Das mit dem Einweichen hab ich aber auch erst auf dem Objektträger gemacht, gell! Dass man nicht VOR dem Schneiden einweicht, weiß sogar ich schon. Nix ist schlimmer als schlammigen Pilz zu schneiden. Wer mal bei nem alten Birkenpilz versucht hat einen vernünftigen Huthautschnitt zu machen, der weiß, dass man den besser vorher trocknet ....

Zum Hyhensystem beobachten nehme ich übrigens gerne Phloxin B, die einzige Daseinsberechtigung die dieses Färbemittel meiner Meinung nach hat.

beste Grüße,
Andreas

Hilfe!!! Andreas!!!
Wie kannst du nur??? ;-) (ich glaub, bei meiner Tastatur klemmen ein paar
Zeichen........)
Du hast nur mit den Klingen Recht: ein Schnitt und sie ist stumpf...
Aber: nichts kann man so hauchdünn schneiden, wie einen richtig harten
Porling. Um so härter das Material, um so dünner kann man schneiden.
Phellinus robustus? Super, nur her damit, macht Spaß, perfekt...
Ich weiche gar nicht ein - im Gegenteil. Zähe Fruchtkörper sind extrem
nervig. Also: sehr dünnen Schnitt (üben... üben... üben... es gibt
Techniken, z.B. ziehen statt drücken, nicht säbeln usw.) machen und in
einem Tropfen Wasser mikroskopieren (nicht quetschen, ist nicht nötig,
wenn er sehr dünn ist). Ggfls nachträglich KOH dazu, falls das Objekt
trocken sein sollte und die generativen Hyphen kollabiert sind. Aber
vorher auf Cystiden, Kristalle etc, achten.
Zum Bestimmen ist meist die Einordnung der Hyphensysteme wichtig (mono-, bi-,
trimitisch etc.). Daws ist aber in den besseren Porlingsbüchern halbwegs
gut erklärt.
Stolperstein: Skeletthyphen vs. skelettisierte Hypphen...
Das alles gibts ned bei dene Mollisien - wie langweilig ;-)
LG
Christopj

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Re: Wie kriegt man einen Baumpilz weich?

myco_loco, (vor 6485 Tagen) @ Andreas

Hi Andreas...

hihihi, das war so ziemlich genau die Reaktion die ich erwartet hab! Wollte
Dich (und die anderen Porlingsversteher) ja nur ein bischen ärgern.

Nichts anderes hatte icha uch von dir erwartet ;-)

Ist eigentlich kein Unterschied zur
Porlingsmikroskopie, außer dass Holz spannender ist (o.k, o.k., ich nehm's
wieder zurück ...).

<-- Banause!

Die Wahrheit ist, dass ich als ALGII-Empfänger mir nicht leisten kann, zu
jeder Porlingsbestimmung nen 10erSatz teure Rasierklingen zu verbraten.
Ich komm in der Regel mit einer Klinge ne Saison lang hin und hab die dann
noch die nächsten drei Jahre als Ersatzklinge dabei ;-)

Im Großhandel/Fachhandel bestellen, dann ists deutlich günstiger... Trotzdem hält ne Klinge nur einen Pilz lang, will man wirklich gut schneiden... ist in der Tat ein Kostenfaktor.

LG
Christoph

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Re: Wie kriegt man einen Baumpilz weich?

MartinB, (vor 6485 Tagen) @ Andreas

Hallo Andreas,

ich wollts gestern schon sagen: wie dankbar ist doch ein Asco unterm Mikroskop und wie widerspenstig ein Porling. Bis man bei einem solchen was Brauchbares gefunden hat ist ein Döschen Deckgläser gesprengt und das Grundwasser chemisch verseucht. ;-)

Viele Grüße, Martin

Hallo Ditte,
vergiss es! Der kluge Mensch mikroskopiert Mollisia - zu deutsch
"Weichbecherchen". Da braucht man nicht für jeden Schnitt drei
Rasierklingen und sieht trotzdem nix! Trotz mehrtägigem Einweichen in
konzentrierter Kalilauge oder Schwefelsäure oder was die Porlingsfreaks da
alles nehmen.
Aber im Ernst, ich hasse gerade deswegen Porlinge. Man kann eigentlich nur
versuchen ein möglichst kleines Stück unter dem Bino auf den Objektträger
zu befördern, ihn dann mit zwei Nadeln zu zerzupfen und zwar am besten in
verdünnter KOH, dann spülen und färben. Nicht so meine Art zu
mikroskopieren, ehrlich gesagt, daher bin ich auch bekennender
Porlingsüberseher.
Aber vielleicht haben die Porlingsfreunde ja da noch Tipps, mich würde es
jedenfalls auch interessieren ob man von den Teilen überhaupt Schnitte
machen kann. Ich meine damit natürlich nicht ne Ceriporia reticulata,
sondern wir reden hier schon von Phellinus robustus und solchen Teilen,
gell!
beste Grüße,
Andreas

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Re: Wie kriegt man einen Baumpilz weich?

Violet, (vor 6485 Tagen) @ Violet

Tja, wie macht ihr das, so ein hartes vertrocknetes Teil oder selbst
"Teilchen" so weich zu kriegen, dass das Licht vom Mikroskop
durchscheint? Einweichen, klar - und dann? Im Mörser zerstampfen? Gibts da
einen Trick?
Oder einfach nur üben-üben-üben?
fragt die übende Ditte

Macht viel Spaß mit euch!!!
Und nun bin ich immerhin ein Stückchen schlauer...
Danke!
Ditte

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Re: Wie kriegt man einen Baumpilz weich? *PIC*

Tomate, (vor 6485 Tagen) @ Violet

Hallo,

Christoph hat Recht, die härtesten Porlinge lassen sich am besten schneiden. Hier ein paar Bilder eines Phellinus trivialis, in Wasser mikroskopiert.

Blick in die Poren, am Porenrand sind die relativ kleinen Setae (braune Pfeilspitzen) erkennbar

[image]

und hier die Setae noch etwas größer

[image]

Alles Gute

Thomas

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Aufhellung *PIC*

Tomate, (vor 6484 Tagen) @ Tomate

Hallo,

wem ein Wasserpräparat zu dunkel ausfällt, der kann mit Chloralhydrat eine starke Aufhellung bewirken (das entspricht dann natürlich nicht mehr den hehren Grundsätzen der Vitaltaxonomie). Der Schnitt wurde einmal in Chloralhydrat aufgekocht und wäre durch Wiederholen der Prozedur noch heller geworden.

Phellinus ferreus, mit deutlichen längeren Setae als P. trivialis:
[image]

Das ganze etwas größer. Hier sieht man deutlich, wie stark die Setae die Fruchtschicht (farblose Ballons) überragen.

[image]

Alles Gute

Thomas

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Super Präparate *oT*

Thomas Pruß, (vor 6484 Tagen) @ Tomate

- kein Text -

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Danke! :-) *oT*

Tomate, (vor 6483 Tagen) @ Thomas Pruß

- kein Text -

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Re: Wie kriegt man einen Baumpilz weich?

Thomas Pruß, (vor 6485 Tagen) @ Violet

Moin Ditte,
bei so Widerspenstigem wie Kork … äh … Baumpilzen hilft nur Masse, um Klasse zu bekommen. Die Übung machts, und du wirst selbst als erfahrene "Schneiderin" nicht drumherum kommen, eine ganze Menge Schnitte zu machen.

Tipp 1: Die Klinge niemals durch das Schnittgut drücken, sondern ziehen.
Tipp 2: Du brauchst nur winzigste Proben. Und je kleiner der Schnitt, desto dünner kannst du ihn ausführen. Ein Handschnitt mit der Rasierklinge kann mit etwas Übung nur 30 µm dick sein! Das reicht in aller Regel aus

Tipp 2: Säbel‘ dein Beobachtungsmaterial nicht direkt vom Pilz, der ist meist zu unhandlich. Schneide dir eine möglichst kleine Probe ab und klemme sie in ein Trägermaterial. Das kann bspw. ein Styroporblöckchen sein oder auch Holundermark.
Mit folgendem Trick kannst du das Material etwas weicher machen: Die Probe wird zuerst entwässert. Dazu führst du sie durch eine Ethanolreihe (Spiritus reicht): Jeweils 15 Minuten kommt die Probe in Ethanol von 60 %, 75 % und 100 % (π mal Auge, denn wenn du die Reihe mit normalem Spiritus herstellst, hast du als Ausggangskonzentration maximal 98,ungrad %).
Nachdem du die Probe so entwässert hast, überführst du sie in flüssiges Paraffin, wo sie für ein paar Stunden bei 60° C (Backofen niedrigste Stufe und verschlossene Tür) bleibt.
Den Paraffinblock mit Probe kannst du nun auf einem passenden Träger fixieren und hauchdünne Schnitt anfertigen.

Ich weiß aber nicht, inwieweit Kristallstrukturen, die zur Bestimmung notwendig sind durch das Etahnol zerstört werden.

Tipp 3: Versuche mal statt Rasierklinge eine Glasscherbe (früher wurden in Mikrotome, das sind Dünnschnittapparaturen, ebenfalls Glasscherben eingesetzt). Ich weiß nicht, ob das heute noch genau so ist oder ob man andere Schneidematerialien verwendet.

Tipp 4: Schau doch mal, ob du an der Uni nicht Zugang zu einem Mikrotom bekommst. Die Kollegen von der Zoologie, Botanik oder Medizin haben so was.

Tipp 5: Wenn du in Wasser mikroskopierst, versetze es mit etwa Ethanol, um die Oberlächenspannung herab zu setzen. Ebenso solltest du die Schnittfläche mit einem Wasser-Ethanol-Gemisch benetzen. Einen Schnitt nimmst du am besten mit einem feinen Pinsel ab und überträgst ihn auch mit dem Pinsel auf den Objektträger.

Aber der wichtigste Tipp ist wirklich: üben, üben, üben!

Grüßlis
Thomas

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Re: Wie kriegt man einen Baumpilz weich?

Andreas ⌂, (vor 6485 Tagen) @ Thomas Pruß

Hallo Thomas,

praktizierst Du das wirklich so? Vor allem diese Entwässerungsreihen und Ethanol ins Wasser und so? Hattest Du mal ne Glasscherbe die zum Schneiden von Mikropräparaten geeignet war und wo hattest Du die her?

beste Grüße,
Andreas

Moin Ditte,
bei so Widerspenstigem wie Kork … äh … Baumpilzen hilft nur Masse, um Klasse
zu bekommen. Die Übung machts, und du wirst selbst als erfahrene
"Schneiderin" nicht drumherum kommen, eine ganze Menge Schnitte
zu machen.
Tipp 1: Die Klinge niemals durch das Schnittgut drücken, sondern ziehen.
Tipp 2: Du brauchst nur winzigste Proben. Und je kleiner der Schnitt, desto
dünner kannst du ihn ausführen. Ein Handschnitt mit der Rasierklinge kann
mit etwas Übung nur 30 µm dick sein! Das reicht in aller Regel aus
Tipp 2 : Säbel‘ dein Beobachtungsmaterial nicht direkt vom Pilz, der ist
meist zu unhandlich. Schneide dir eine möglichst kleine Probe ab und
klemme sie in ein Trägermaterial. Das kann bspw. ein Styroporblöckchen
sein oder auch Holundermark.
Mit folgendem Trick kannst du das Material etwas weicher machen: Die Probe
wird zuerst entwässert. Dazu führst du sie durch eine Ethanolreihe
(Spiritus reicht): Jeweils 15 Minuten kommt die Probe in Ethanol von 60 %,
75 % und 100 % (π mal Auge, denn wenn du die Reihe mit normalem
Spiritus herstellst, hast du als Ausggangskonzentration maximal 98,ungrad
%).
Nachdem du die Probe so entwässert hast, überführst du sie in flüssiges
Paraffin, wo sie für ein paar Stunden bei 60° C (Backofen niedrigste Stufe
und verschlossene Tür) bleibt.
Den Paraffinblock mit Probe kannst du nun auf einem passenden Träger fixieren
und hauchdünne Schnitt anfertigen.
Ich weiß aber nicht, inwieweit Kristallstrukturen, die zur Bestimmung
notwendig sind durch das Etahnol zerstört werden.
Tipp 3 : Versuche mal statt Rasierklinge eine Glasscherbe (früher wurden in
Mikrotome, das sind Dünnschnittapparaturen, ebenfalls Glasscherben
eingesetzt). Ich weiß nicht, ob das heute noch genau so ist oder ob man
andere Schneidematerialien verwendet.
Tipp 4 : Schau doch mal, ob du an der Uni nicht Zugang zu einem Mikrotom
bekommst. Die Kollegen von der Zoologie, Botanik oder Medizin haben so
was.
Tipp 5 : Wenn du in Wasser mikroskopierst, versetze es mit etwa Ethanol, um
die Oberlächenspannung herab zu setzen. Ebenso solltest du die
Schnittfläche mit einem Wasser-Ethanol-Gemisch benetzen. Einen Schnitt
nimmst du am besten mit einem feinen Pinsel ab und überträgst ihn auch mit
dem Pinsel auf den Objektträger.
Aber der wichtigste Tipp ist wirklich: üben, üben, üben!
Grüßlis
Thomas

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Re: Wie kriegt man einen Baumpilz weich?

Violet, (vor 6485 Tagen) @ Thomas Pruß

Mei, lieber Thomas, das war aber sehr ausführlich: ganz herzlichen Dank!
Etliche deiner Tipps kann ich gut beherzigen und mir merken. Das mit den verschiedenen Ethanolen und dem Wachs (davon hatte ich schon gehört) ist natürlich arg zeitaufwendig für eine Ganztagsberufstätige-die-auch-noch-täglich-in-den-Wald-will.
Nach einem Mikrotom aber werd ich mich erkundigen (obwohl die Akademie mit der Uni nix zu tun hat).

Herzliche Grüße in den Norden
Ditte

Moin Ditte,
bei so Widerspenstigem wie Kork … äh … Baumpilzen hilft nur Masse, um Klasse
zu bekommen. Die Übung machts, und du wirst selbst als erfahrene
"Schneiderin" nicht drumherum kommen, eine ganze Menge Schnitte
zu machen.
Tipp 1: Die Klinge niemals durch das Schnittgut drücken, sondern ziehen.
Tipp 2: Du brauchst nur winzigste Proben. Und je kleiner der Schnitt, desto
dünner kannst du ihn ausführen. Ein Handschnitt mit der Rasierklinge kann
mit etwas Übung nur 30 µm dick sein! Das reicht in aller Regel aus
Tipp 2 : Säbel‘ dein Beobachtungsmaterial nicht direkt vom Pilz, der ist
meist zu unhandlich. Schneide dir eine möglichst kleine Probe ab und
klemme sie in ein Trägermaterial. Das kann bspw. ein Styroporblöckchen
sein oder auch Holundermark.
Mit folgendem Trick kannst du das Material etwas weicher machen: Die Probe
wird zuerst entwässert. Dazu führst du sie durch eine Ethanolreihe
(Spiritus reicht): Jeweils 15 Minuten kommt die Probe in Ethanol von 60 %,
75 % und 100 % (π mal Auge, denn wenn du die Reihe mit normalem
Spiritus herstellst, hast du als Ausggangskonzentration maximal 98,ungrad
%).
Nachdem du die Probe so entwässert hast, überführst du sie in flüssiges
Paraffin, wo sie für ein paar Stunden bei 60° C (Backofen niedrigste Stufe
und verschlossene Tür) bleibt.
Den Paraffinblock mit Probe kannst du nun auf einem passenden Träger fixieren
und hauchdünne Schnitt anfertigen.
Ich weiß aber nicht, inwieweit Kristallstrukturen, die zur Bestimmung
notwendig sind durch das Etahnol zerstört werden.
Tipp 3 : Versuche mal statt Rasierklinge eine Glasscherbe (früher wurden in
Mikrotome, das sind Dünnschnittapparaturen, ebenfalls Glasscherben
eingesetzt). Ich weiß nicht, ob das heute noch genau so ist oder ob man
andere Schneidematerialien verwendet.
Tipp 4 : Schau doch mal, ob du an der Uni nicht Zugang zu einem Mikrotom
bekommst. Die Kollegen von der Zoologie, Botanik oder Medizin haben so
was.
Tipp 5 : Wenn du in Wasser mikroskopierst, versetze es mit etwa Ethanol, um
die Oberlächenspannung herab zu setzen. Ebenso solltest du die
Schnittfläche mit einem Wasser-Ethanol-Gemisch benetzen. Einen Schnitt
nimmst du am besten mit einem feinen Pinsel ab und überträgst ihn auch mit
dem Pinsel auf den Objektträger.
Aber der wichtigste Tipp ist wirklich: üben, üben, üben!
Grüßlis
Thomas

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Re: Wie kriegt man einen Baumpilz weich?

Hans Bender, (vor 6484 Tagen) @ Thomas Pruß

Hallo Thomas und alle anderen Porlingszerschneider,

Für größere Teile eines härteren Porlings sauber in kleinere Stücke zu bekommen, scheint mir die Bandsäge am besten geeignet, hat aber nicht jeder.
Satt Glasscherben nehme ich aber schon seit Jahren die 10 cm breiten Rasierklingen der Fensterputzer die sehr robust sind und nicht zerbrechen.
Achtung superscharf!

Beste Grüße
Hans

Tipp 3 : Versuche mal statt Rasierklinge eine Glasscherbe (früher wurden in
Mikrotome, das sind Dünnschnittapparaturen, ebenfalls Glasscherben
eingesetzt). Ich weiß nicht, ob das heute noch genau so ist oder ob man
andere Schneidematerialien verwendet.

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Re: Wie kriegt man einen Baumpilz weich?

Thomas Pruß, (vor 6484 Tagen) @ Hans Bender

Moin Hans,
deine Idee ist sehr gut! Als ich während des Studiums noch als Obertelefonzellenputzer unterwegs war, habe ich diese Schaber auch benutzt. Es stimmt, die sind sehr stabil. Komisch, dass ich selbst nie auf diese Idee gekommen bin, sie als Schneidewerkzeug zu verwenden

Grüßlis
Thomas