Milchling mit gilbender Milch *PIC*

Frank 61, (vor 6481 Tagen)

Hallo Forum,
nach nun über zwei Jahren Mitlesen habe ich mich entschlossen auch Beiträge einzustellen.
Als erstes möchte ich einen Milchling aus der Verwandschaft von L. citriolens, Fransenmilchling zur Diskusion stellen.
Er stammt von einer mit Eichen (30J.) bepflanzten Kippe des Braunkohleabbaus; Birken stehen überall dazwischen.
Nach den mir zur Verfügung stehenden Schlüsseln (Basso und Heilmann-Clausen) komme ich auf L. aquizonatus die aber eher eine nordische Art ist.
Auch das Bild im Ryman / Holmasen würde passen.
Als Unterscheidungsmerkmale gegenüber citriolens werden genannt:
Hut mit wässrigen Zonen, Haare am Hutrand glutinös (ich denke, daß bezeichnet die nassen, verklebten Haare) sowie Sporen weniger als 5,5µ breit was ja alles zutrifft (Sp. waren etwa 5,0-5,5 µ breit).
Was meint Ihr also zum "Wässriggezonten Milchling"?

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aquizonatus

Helmut, (vor 6480 Tagen) @ Frank 61

Servus Frank,

meine Kollektionen aus Bayern sahen auch so aus. Wenn alles passt (z. B. klebrige Haare, bei citriolens trocken), was soll es denn sonst sein?

Gruß

Helmut

Hallo Forum,
nach nun über zwei Jahren Mitlesen habe ich mich entschlossen auch Beiträge
einzustellen.
Als erstes möchte ich einen Milchling aus der Verwandschaft von L.
citriolens, Fransenmilchling zur Diskusion stellen.
Er stammt von einer mit Eichen (30J.) bepflanzten Kippe des Braunkohleabbaus;
Birken stehen überall dazwischen.
Nach den mir zur Verfügung stehenden Schlüsseln (Basso und Heilmann-Clausen)
komme ich auf L. aquizonatus die aber eher eine nordische Art ist.
Auch das Bild im Ryman / Holmasen würde passen.
Als Unterscheidungsmerkmale gegenüber citriolens werden genannt: Hut mit
wässrigen Zonen, Haare am Hutrand glutinös (ich denke, daß bezeichnet die
nassen, verklebten Haare) sowie Sporen weniger als 5,5µ breit was ja alles
zutrifft (Sp. waren etwa 5,0-5,5 µ breit).
Was meint Ihr also zum "Wässriggezonten Milchling"?

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Re: aquizonatus

Frank 61, (vor 6480 Tagen) @ Helmut

Servus Frank,
meine Kollektionen aus Bayern sahen auch so aus. Wenn alles passt (z. B.
klebrige Haare, bei citriolens trocken), was soll es denn sonst sein?
Gruß
Helmut

Hallo Helmut, danke für Deine Antwort,
ich denke schon das mein Pilz L. aquizonatus ist, aber ich finde die Unterschiede zu dem ebenfalls hier im Altenburger Land an zwei Stellen vorkommenden L. citriolens doch gering.

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Re: aquizonatus

myco_loco, (vor 6480 Tagen) @ Frank 61

Hallo Frank,

L. citriolens hat meist einen praktisch glatten Stiel ohne Wassergruben, hat mehr Gelbtöne im Hut und riecht kräftig nach Zitronenmelisse (zumindest entwickelt sich der Geruch im Laufe der Zeit nach dem Sammeln!). Die verklebten Randhaare sind zudem ein sehr gutes Merkmal.

L. aquizonatus sollte auch keine bis wenige Wassergruben haben. Dein Exemplar zeigt hier doch einen recht grubigen Stiel. Das ost das Einzige, was mich ein bisserl stört. Es sind aber viele kleine Grübchen und L. aquizonatus kann einen ziemlich rauen Stiel haben, weshalb das für mich noch im Bereich der Variabilität liegt.

LG
Christoph

Hallo Helmut, danke für Deine Antwort,
ich denke schon das mein Pilz L. aquizonatus ist, aber ich finde die
Unterschiede zu dem ebenfalls hier im Altenburger Land an zwei Stellen
vorkommenden L. citriolens doch gering.

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Re: aquizonatus *PIC*

Frank 61, (vor 6480 Tagen) @ myco_loco

Hallo Frank,
L. citriolens hat meist einen praktisch glatten Stiel ohne Wassergruben, hat
mehr Gelbtöne im Hut und riecht kräftig nach Zitronenmelisse (zumindest
entwickelt sich der Geruch im Laufe der Zeit nach dem Sammeln!). Die
verklebten Randhaare sind zudem ein sehr gutes Merkmal.
L. aquizonatus sollte auch keine bis wenige Wassergruben haben. Dein Exemplar
zeigt hier doch einen recht grubigen Stiel. Das ost das Einzige, was mich
ein bisserl stört. Es sind aber viele kleine Grübchen und L. aquizonatus
kann einen ziemlich rauen Stiel haben, weshalb das für mich noch im
Bereich der Variabilität liegt.
LG
Christoph

Hallo Christoph,
also der Stiel war sehr unterschiedlich ausgebildet. Neben einem völlig glattem Stiel (dieses Foto) gab es Exemplare mit deutlichen Grübchen (Foto 2)oder mit nur kleinen, angedeuteten (Foto3).Ich habe natürlich nicht alle der ca. 50 Pilze umgedreht. Leider erscheinen diese Milchlinge sehr unstet, also einmal in Mengen an der Fundstelle und dann viele Jahre nicht mehr. (die Fundstelle eines nicht dokumentierten resimus kontrolliere ich seit Jahren wöchentlich erfolglos). Die Stielfotos sind einen Tag später zuhause aufgenommen.

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Re: aquizonatus *PIC*

Frank 61, (vor 6480 Tagen) @ Frank 61

Foto2

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Re: aquizonatus *PIC*

Frank 61, (vor 6480 Tagen) @ Frank 61

Foto3

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Re: aquizonatus

myco_loco, (vor 6479 Tagen) @ Frank 61

Hallo Frank,

ich hatte auch deine Sporenbreiten überlesen. So ist es eh klar: L. aquizonatus! Hat die schmalsten Sporen in der Gruppe. Was man jetzt auch sehen kann, ist ein recht typisches, weiteres Merkmal: die Lamellen ziegen diesen typischen Lachsfarbton. Das hat L. citriolens auch nicht.

Der Stiel ist ja dagegen richtig krass. Dass die Grubigkeit variieren kann, ist klar, aber so extrem?! Wirklich krass. Danke für die Bilder! So lernt man immer wieder was dazu.

LG
Christoph

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Re: Milchling mit gilbender Milch

MartinB, (vor 6480 Tagen) @ Frank 61

Hallo Frank,

ich kenne mich bei dieser Sorte Milchlingen gar nicht aus, aber ich kann beisteuern, daß Foera/Lazzarini/Snabl/Tani in Funghi lattari für citriolens eine Sporengröße von 6,5-8,5 x 5-6,5 angeben. Da würdest Du drinliegen, oder?

Viele Grüße, Martin

Hallo Forum,
nach nun über zwei Jahren Mitlesen habe ich mich entschlossen auch Beiträge
einzustellen.
Als erstes möchte ich einen Milchling aus der Verwandschaft von L.
citriolens, Fransenmilchling zur Diskusion stellen.
Er stammt von einer mit Eichen (30J.) bepflanzten Kippe des Braunkohleabbaus;
Birken stehen überall dazwischen.
Nach den mir zur Verfügung stehenden Schlüsseln (Basso und Heilmann-Clausen)
komme ich auf L. aquizonatus die aber eher eine nordische Art ist.
Auch das Bild im Ryman / Holmasen würde passen.
Als Unterscheidungsmerkmale gegenüber citriolens werden genannt: Hut mit
wässrigen Zonen, Haare am Hutrand glutinös (ich denke, daß bezeichnet die
nassen, verklebten Haare) sowie Sporen weniger als 5,5µ breit was ja alles
zutrifft (Sp. waren etwa 5,0-5,5 µ breit).
Was meint Ihr also zum "Wässriggezonten Milchling"?

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Re: Milchling mit gilbender Milch

Frank 61, (vor 6479 Tagen) @ MartinB

Hallo Frank,
ich kenne mich bei dieser Sorte Milchlingen gar nicht aus, aber ich kann
beisteuern, daß Foera/Lazzarini/Snabl/Tani in Funghi lattari für
citriolens eine Sporengröße von 6,5-8,5 x 5-6,5 angeben. Da würdest Du
drinliegen, oder?
Viele Grüße, Martin

Hallo Martin,
auch wenn in Schlüsseln die Sporenbreite vom mehr oder weniger 5,5µ abgefragt wird liegt die von mir gemessene Durchschnittsbreite (Abwurf)von 5,1 oder 5,2 gerade noch im Bereich von citriolens. Auch der Habitus meines Findes entspricht ja citriolens. Was mich eben aufmerksam gemacht hat war die wässrige Zonierung und die verklebte Haare. Fundort und Wetter sind/waren übrigens trocken.

Viele Grüße Frank

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Re: Milchling mit gilbender Milch

MartinB, (vor 6479 Tagen) @ Frank 61

Hallo Frank,

nochmal: ich hab keine Ahnung davon! Ich zitiere jetzt mal Moser (4. Aufl., S. 449) für citriolens: "oft sparrig-schuppig verklebten Haarschuppen, oft gezont". Wie rochen übrigens Deine? citriolens soll ja schon deutlich nach Zitronen-schale (-melisse) riechen.

Viele Grüße, Martin

Hallo Martin,
auch wenn in Schlüsseln die Sporenbreite vom mehr oder weniger 5,5µ abgefragt
wird liegt die von mir gemessene Durchschnittsbreite (Abwurf)von 5,1 oder
5,2 gerade noch im Bereich von citriolens. Auch der Habitus meines Findes
entspricht ja citriolens. Was mich eben aufmerksam gemacht hat war die
wässrige Zonierung und die verklebte Haare. Fundort und Wetter sind/waren
übrigens trocken.
Viele Grüße Frank

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Re: Milchling mit gilbender Milch

MartinB, (vor 6479 Tagen) @ MartinB

PS: ich häng mich da so rein, weil Milchlinge sind genau das, was ich mir für die kommende Saison vorgenommen habe... ;-)

Viele Grüße, Martin

Hallo Frank,
nochmal: ich hab keine Ahnung davon! Ich zitiere jetzt mal Moser (4. Aufl.,
S. 449) für citriolens: "oft sparrig-schuppig verklebten
Haarschuppen, oft gezont". Wie rochen übrigens Deine? citriolens soll
ja schon deutlich nach Zitronen-schale (-melisse) riechen.
Viele Grüße, Martin

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Re: Milchling mit gilbender Milch

Frank 61, (vor 6479 Tagen) @ MartinB

PS: ich häng mich da so rein, weil Milchlinge sind genau das, was ich mir für
die kommende Saison vorgenommen habe... ;-)
Viele Grüße, Martin

Guten Abend, Martin
also aquizonatus (und zwei weitere in der Sektion) ist erst 1984 von einem gewissem Kytövuori beschrieben wurden. Zu Zeiten von Mosers Schlüssel wurden alle unter citriolens zusammengefasst. Ob aquazonites eine dauerhafte Artberechtigung hat vermag ich nicht zu beurteilen. Im INDEX FUNGORUM und in der Deutschlandkartierung ist er jedenfalls anerkannt.

Die Lactarius Schlüssel habe ich mir übrigens unter www.pilzeonline.ch/keys/lactarius.rtf heruntergeladen (oder einfach "Die Gatting Lactarius" eingebeben).

Ein besonderer Geruch ist mir nicht aufgefallen.
Lactarius-Kenner bin ich auch nicht aber an sooo schönen und großen Pilzen kann man ja nicht einfach vorbeigehen.
Und ein (dieses) Forum ist ja nicht nur zur Unterhaltung da sondern man lernt hier einiges. Sehr gut finde ich, daß sich in diesem Forum viele wirkliche Fachleute beteiligen.

mit den Milchlingen wünsche ich Dir viel Erfolg
Frank

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Re: Milchling mit gilbender Milch

MartinB, (vor 6479 Tagen) @ Frank 61

Hallo Frank,

Vielen Dank für den schönen Schlüssel und die Hintergrundserklärung!
Ich freue mich auch täglich, wieviel man in diesem netten Forum, voller Profis, dazulernen kann!

Viele Grüße, Martin

Guten Abend, Martin
also aquizonatus (und zwei weitere in der Sektion) ist erst 1984 von einem
gewissem Kytövuori beschrieben wurden. Zu Zeiten von Mosers Schlüssel
wurden alle unter citriolens zusammengefasst. Ob aquazonites eine
dauerhafte Artberechtigung hat vermag ich nicht zu beurteilen. Im INDEX
FUNGORUM und in der Deutschlandkartierung ist er jedenfalls anerkannt.
Die Lactarius Schlüssel habe ich mir übrigens unter
www.pilzeonline.ch/keys/lactarius.rtf heruntergeladen (oder einfach
"Die Gatting Lactarius" eingebeben).
Ein besonderer Geruch ist mir nicht aufgefallen.
Lactarius-Kenner bin ich auch nicht aber an sooo schönen und großen Pilzen
kann man ja nicht einfach vorbeigehen.
Und ein (dieses) Forum ist ja nicht nur zur Unterhaltung da sondern man lernt
hier einiges. Sehr gut finde ich, daß sich in diesem Forum viele wirkliche
Fachleute beteiligen.
mit den Milchlingen wünsche ich Dir viel Erfolg
Frank