1. Champignons

Frank Lemke, (vor 9262 Tagen)

Moin Leute,
bin gerade bei Freunden auf dem Bauernhof, und was soll ich sagen: haben die doch vor ihrer Haustüre einfach so die Champis stehen.Leider schon sehr alt und nicht mehr zu gebrauchen, aber immerhin.
Sollte das dieses Jahr einmal nach langer Zeit wieder welche geben?
Besteht übrigens irgendein Zusammenhang zwischen Champis und Riesenbovisten? Auf den Wiesen, auf denen die Riesenboviste wachsen, fibdet man nur sekr selten Champignons und umgekehrt. Schließen sich die beiden Arten irgendwie aus?
Grüsslis
Thomas

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Frank Lemke ist momentan Thomas Pruß *oT*

Frank Lemke, (vor 9262 Tagen) @ Frank Lemke

- kein Text -

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Re: 1. Champignons

Knud L., (vor 9261 Tagen) @ Frank Lemke

Hi Thomas,

aus eigener Erfahrung kann ich über Champis und Riesenboviste folgendes berichten:
1. Riesenbovist und Champi, schließen sich nicht generell aus, auf einer meiner Champi-Wiesen wachsen Risenboviste direckt in einem Hexenring vom Anis-Ch.

2. Riesenboviste benötigen sehr sehr viel Stickstoff im Boden, die ergiebigsten Risenbovist-Stellen habe ich in 2 Meter hohen Brennesseln gefunden! Und da traut sich wohl niemand so richtig reinzuschauen ;-)
Eine solche Stelle, war z. B. die "Abfall-Halde" von einem Hüner-KZ

3. Auf einer mir bekannten Wiese auf der Riesenboviste wachsen, finde ich keine Champis, dafür andere Bovist-Arten und Massen von Nelkenschwindlingen und im Mai-Juni den Mairitterling in großen Hexenringen.

MfG Knud

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Re: 1. Champignons

Birgit, (vor 9261 Tagen) @ Knud L.

Hi Knud,

3. Auf einer mir bekannten Wiese auf der Riesenboviste wachsen, finde ich
keine Champis, dafür andere Bovist-Arten und Massen von
Nelkenschwindlingen und im Mai-Juni den Mairitterling in großen
Hexenringen.

Ich hab ne Wiese mit Nelkenschwindlingen (bisher aber gerade mal 4 Stück, letztes Jahr um die Zeit gabs schon große Mengen), Wiesen- und Schafchampignons, einmal einem Maipilz, einige Lepista personatas (es wachsen da auch noch andere weniger essbare Dinge wie Krönchenträuschlinge, diverse Ackerlinge undd Feldtrichterlinge). Aber Riesenboviste gibts da leider keine. Kann mir ehrlich gesagt auch gar nicht so ganz vorstellen, daß sich Nelkenschwindlinge an so extrem gedüngten Stellen wohlfühlen.

Birgit

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Re: 1. Champignons

Wolfgang F., (vor 9261 Tagen) @ Knud L.

Hi Thomas,
aus eigener Erfahrung kann ich über Champis und Riesenboviste folgendes
berichten: 1. Riesenbovist und Champi, schließen sich nicht generell aus,
auf einer meiner Champi-Wiesen wachsen Risenboviste direckt in einem
Hexenring vom Anis-Ch.
2. Riesenboviste benötigen sehr sehr viel Stickstoff im Boden, die
ergiebigsten Risenbovist-Stellen habe ich in 2 Meter hohen Brennesseln
gefunden! Und da traut sich wohl niemand so richtig reinzuschauen ;-)
Eine solche Stelle, war z. B. die "Abfall-Halde" von einem Hüner-KZ
3. Auf einer mir bekannten Wiese auf der Riesenboviste wachsen, finde ich
keine Champis, dafür andere Bovist-Arten und Massen von
Nelkenschwindlingen und im Mai-Juni den Mairitterling in großen
Hexenringen.
MfG Knud

Seh' ich genauso.
So richtig in die Gänge gekommen ist die Pilzsoziologie ja noch nicht, aber wenn man Wiesenpilzgesellschaften nach ihren ökologischen Ansprüchen unterteilen will, dann sind auf extrem nährstoffarmen Wiesen Saftlinge, Rötlinge, Wiesenkeulen ... (Saftlingswiesen), auf mittelstark nährstoffhaltigen Wiesen sind Champis , Nelkenschwindlinge, der Glatte Schirmling, Lepistas, ... (Egerlingswiesen).
Dabei haben aber alle Arten eine ökologische Breite, besonders die Nelkenschwindlinge.

Literaturempfehlung z.B.:
ZEHFUSS (2000) in: Beiträge zur Kenntnis der Pilze Mitteleuropas 13.

Riesenboviste kenne ich nur auf Wiesen, auf denen Schweine oder Hühner weiden und stark stickstoffhaltigem Mist sch..... .
Auf Wiesen, die mit Mineraldünger gedüngt werden, gibt's nach meiner Erfahrung keine Pilze.

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Re: 1. Champignons

Christoph Hahn, (vor 9261 Tagen) @ Wolfgang F.

Hallo Wolfgang,

eine Anmerkung zu Deiner Leiteraturempfehlung:
Ich würde mal sagen, dass eines der Standardwerke schlechthin für die Soziologie der Wiesenpilze ist:
Arnolds E. (1981)Ecology and coenology of macrofungi in grasslands and moist heaths in Drenthe, the Netherlands 1. Introduction and Synecology. Cramer, Vaduz.
Arnolds E. (1982) ## gleicher Titel ## 2. Autecology, 3. Taxonomy. Cramer, Vaduz.

Ciao, Christoph

Seh' ich genauso.
So richtig in die Gänge gekommen ist die Pilzsoziologie ja noch nicht, aber
wenn man Wiesenpilzgesellschaften nach ihren ökologischen Ansprüchen
unterteilen will, dann sind auf extrem nährstoffarmen Wiesen Saftlinge,
Rötlinge, Wiesenkeulen ... (Saftlingswiesen), auf mittelstark
nährstoffhaltigen Wiesen sind Champis , Nelkenschwindlinge, der Glatte
Schirmling, Lepistas, ... (Egerlingswiesen).
Dabei haben aber alle Arten eine ökologische Breite, besonders die
Nelkenschwindlinge.
Literaturempfehlung z.B.: ZEHFUSS (2000) in: Beiträge zur Kenntnis der Pilze
Mitteleuropas 13.
Riesenboviste kenne ich nur auf Wiesen, auf denen Schweine oder Hühner weiden
und stark stickstoffhaltigem Mist sch..... .
Auf Wiesen, die mit Mineraldünger gedüngt werden, gibt's nach meiner
Erfahrung keine Pilze.

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Champignons und Riesenboviste

Thomas Pruß, (vor 9261 Tagen) @ Knud L.

Moin Knud,
interessant, was Du da schreibst. Das könnte erklären, warum man auf vielen nordfriesischen Weiden keine Champignons, dafür aber oft Riesenboviste findet. Die Koppeln werden nämlich im Frühjahr mit Gülle überschwemmt. Und speziell die Wiesen, die zur Silageherstellung schon sehr früh und oft gemäht werden (das Gras ist kaum 10 cm hoch), bekommen nach jedem Schnitt entweder erneut die Güllebrause oder werden mit Mineraldünger malträtiert.
So kann man also sagen, dass sich beide Pilzarten nicht unbedingt ausschließen, sondern das Vorkommen zu einem wesnetlichen Teil von der Düngung abhängig ist. Zu dieser These passt auch die Beobachtung, dass auf den Deichen entlang der Nordsee Champignons häufig wachsen. Zum Einen weiden auf den Deichen nur Schafe, zum Anderen werden sie nicht gedüngt, außer durch die Schaflosung.
Grüsslis
Thomas

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Kunstdünger

Birgit, (vor 9261 Tagen) @ Wolfgang F.

Hallo Wolfgang,

Auf Wiesen, die mit Mineraldünger gedüngt werden, gibt's nach meiner
Erfahrung keine Pilze.

Das ist so nicht ganz richtig. Die CHampignonwiese von der ich oben erzählt habe, wird mit Kunstdünger gedüngt. Nicht so extrem oft, vielleicht 2 mal pro Jahr. Erstaunlicherweise mochten die Schafchampignons das sogar sehr gerne und wuchsen zu ziemlich großen Exemplaren heran. Auf der Nebenwiese, die mit Gülle (und Kunstdünger vermutlich) gedüngt wird, gibts keinen einzigen Pilz. Relativ selten wurde meine Champiwiese mit Festmist gedüngt. Eine Kombination von Festmist/Kunstdüngung gibts vermutlich sehr selten, daher fällt das wohl nicht auf. Ich nehme an, daß die Gülle und nicht der Kunstdünger das Hauptproblem für die Pilze ist. Ach was noch dazu kam, die Wiese wurde permanent kurz gehalten, da der Bauer sie für Grünfutter für seine Kühe gemäht hat.

Ciao

Birgit

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Re: 1. Champignons

Wolfgang F., (vor 9261 Tagen) @ Christoph Hahn

Hallo Wolfgang,
eine Anmerkung zu Deiner Leiteraturempfehlung: Ich würde mal sagen, dass
eines der Standardwerke schlechthin für die Soziologie der Wiesenpilze
ist: Arnolds E. (1981)Ecology and coenology of macrofungi in grasslands
and moist heaths in Drenthe, the Netherlands 1. Introduction and
Synecology. Cramer, Vaduz.
Arnolds E. (1982) ## gleicher Titel ## 2. Autecology, 3. Taxonomy. Cramer,
Vaduz.
Ciao, Christoph

Hi Christoph,

noch ein Titel ist

Winterhoff, Fungi in Vegetation Science, Handbook of Vegetation Science Bd. 19,1, Kluwer 1992.

aber ich wollte nicht mit allzu abgedrehten Literaturzitaten aufwarten, wir schreiben hier ja keine Doktorarbeit. Die AMO-Bände sind immerhin noch weit verbreitet und in Deutsch.

Das oben genannte Werk kenne ich auch nur aus Sekundärliteratur in Zitaten.

Aber Danke,

Wolfgang