Eisenboviste

MartinB, (vor 6435 Tagen)

Hallo,

ich habe gerade eine Anfrage von einem Kollegen bekommen, die ich gerne an Euch weiterleiten würde:

In der archäologischen Prospektion wird seit langem die Messung des Geomagnetismus eingesetzt. Durch rasterartiges Messen einer Fläche werden so unterirdisch verborgene Strukturen (Mauern, Gruben, Gräben etc.) sichtbar. Nun wurde beobachtet, daß auf einem Gelände, wo offenbar an verschiedenen Stellen Hasenboviste auftraten, die magnetischen Werte an deren Standorten höher lagen. Dies wurde durch gezieltes Nachmessen bestätigt.
Ist es denkbar, daß die Boviste (auch andere Pilze?) so viel Eisen/Mangan/Magnetit produzieren, daß der Bodengehalt davon verändert wird?

Viele Grüße, Martin

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Re: Eisenboviste

Rudi, (vor 6435 Tagen) @ MartinB

Hallo Martin ,

Also, produzieren werden die Schwammerl sicher keine Metalle, aber vielleicht wachsen sie gern an derartig angereicherten Stellen?
Ahnung hab ich davon aber auch keine...

LG Rudi

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Re: Eisenboviste

MartinB, (vor 6435 Tagen) @ Rudi

Hallo Rudi,

das ist, wie ich finde, ein interessanter Ansatz! Wo ist die Henne und wo das Ei? Irgendwo hab ich gelesen, daß einige Pilze schneller mit als ohne Eisen wachsen. Also warum nicht?

Viele Grüße, Martin

Hallo Martin ,
Also, produzieren werden die Schwammerl sicher keine Metalle, aber vielleicht
wachsen sie gern an derartig angereicherten Stellen?
Ahnung hab ich davon aber auch keine...
LG Rudi

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Re: Eisenboviste

Schnuffel, (vor 6428 Tagen) @ MartinB

Hallo,
ich habe gerade eine Anfrage von einem Kollegen bekommen, die ich gerne an
Euch weiterleiten würde: In der archäologischen Prospektion wird seit
langem die Messung des Geomagnetismus eingesetzt. Durch rasterartiges
Messen einer Fläche werden so unterirdisch verborgene Strukturen (Mauern,
Gruben, Gräben etc.) sichtbar. Nun wurde beobachtet, daß auf einem
Gelände, wo offenbar an verschiedenen Stellen Hasenboviste auftraten, die
magnetischen Werte an deren Standorten höher lagen. Dies wurde durch
gezieltes Nachmessen bestätigt.
Ist es denkbar, daß die Boviste (auch andere Pilze?) so viel
Eisen/Mangan/Magnetit produzieren, daß der Bodengehalt davon verändert
wird?
Viele Grüße, Martin

Hallo Martin,

mit seiner Aussage, dass Schwammerl keine Metalle produzieren, liegt Rudi sicher richtig. Das heißt jedoch nicht unbedingt, dass sie keine magnetischen Eisenverbindungen, z. B. Magnetit bilden und anreichern könnten, wie dies bei anderen Organismen, wie z. B. den magnetotaktischen Bakterien und den magnetosensorischen Organen der Tauben auch der Fall ist.
Wie von Rudi vermutet wäre es auch möglich, dass der Hasenstäubling bevorzugt auf mit Eisenverbindungen (d. h. mit Magnetit) angereicherten Böden wächst.
Ich glaube aber, dass das beobachtete Phänomen eher auf die Bodenansprüche des Hasenstäublings zurückzuführen ist. Seine Standorte liegen vor allem auf nährstoffarmen Standorten, wie Weiden, Triften und Magerrasen. Ich kann mir daher gut vorstellen, dass sich seine Mycelien besonders gerne dort entwickeln, wo die Bodenkrume über dem darunter liegenden Gestein relativ dünn ist. So liegen fast alle mir bekannten Standorte des Hasenstäublings auf ehemaligen Weidegebieten über Diabasgestein, in dem Magnetit enthalten ist. Das gilt jedoch nicht zwangsläufig auch für Standorte des Hasenstäublings über Kalkgestein.

Gruß – Schnuffel

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Re: Eisenboviste

MartinB, (vor 6428 Tagen) @ Schnuffel

Hallo Gerhard,

Rudis dialektischer Ansatz, daß die da wachsen WEIL da Eisen im Boden ist hat mir auch gefallen. Ich habe aber irgendwo (such ich heute aber nicht mehr raus ;-) ) gelesen, daß Pilze (bzw. die Fruchtkörper) Eisen mögen, d.h. es beschleunigt das Wachstum. Da das Mycel ja einen wesentlich größeren Einzugsbereich haben kann als nur der Standort der Fruchtkörper, könnte sich dort bei "standorttreuen" Arten durch das fortwährende Erscheinen und Vergehen der Fruchtkörper der Mineral-(Eisen/Mangan und sonstwas)gehalt des Bodens anreichern. Einfach weil das Mycel die bevorzugten Stoffe aus einem größeren Umkreis "zusammenzieht".
Alles zusammengesponnen, hier müssten Profis was sagen...

Viele Grüße,

Martin

Hallo Martin,
mit seiner Aussage, dass Schwammerl keine Metalle produzieren, liegt Rudi
sicher richtig. Das heißt jedoch nicht unbedingt, dass sie keine
magnetischen Eisenverbindungen, z. B. Magnetit bilden und anreichern
könnten, wie dies bei anderen Organismen, wie z. B. den magnetotaktischen
Bakterien und den magnetosensorischen Organen der Tauben auch der Fall
ist.
Wie von Rudi vermutet wäre es auch möglich, dass der Hasenstäubling bevorzugt
auf mit Eisenverbindungen (d. h. mit Magnetit) angereicherten Böden
wächst.
Ich glaube aber, dass das beobachtete Phänomen eher auf die Bodenansprüche
des Hasenstäublings zurückzuführen ist. Seine Standorte liegen vor allem
auf nährstoffarmen Standorten, wie Weiden, Triften und Magerrasen. Ich
kann mir daher gut vorstellen, dass sich seine Mycelien besonders gerne
dort entwickeln, wo die Bodenkrume über dem darunter liegenden Gestein
relativ dünn ist. So liegen fast alle mir bekannten Standorte des
Hasenstäublings auf ehemaligen Weidegebieten über Diabasgestein, in dem
Magnetit enthalten ist. Das gilt jedoch nicht zwangsläufig auch für
Standorte des Hasenstäublings über Kalkgestein.
Gruß – Schnuffel