Kiefernpilzchenfragen *PIC*

Violet, (vor 6430 Tagen)

Liebe Leute, hier auf Ameland (Niederlande) blühen schon die Osterglocken, aber Morcheln hab ich nicht gefunden. Dafür diese hier alle an Kiefer:
Nummer eins dürfte einfach sein:
Der Kiefernzapfenrübling, Strobilurus tenacellus, oder?
[image] http://www.imgbox.de
Nummer 2 halte ich für Peniophora pini...stimmt das?
[image] http://www.imgbox.de
Nun aber gibt es zwei Winzlinge, mit denen ich nichts anfangen kann und da ich kein Mikroskop dabei habe, kann ich auch nichts weiter an Angaben liefern - nur, dass die beiden (ca. 0,5 mm groß) auf jedem dritten Zapfen zu finden waren, woraus ich schließe, dass ihr sie auch kennt, weil sie ja wohl nicht nur Ameländer Zapfen anzapfen dürften.
Wär sehr fein, wenn ihr mir vielleicht wenigstens die Richtung nennen könntet, damit ich dann zu Hause weiter sehen kann...
Einer war flach und weiß:
[image] http://www.imgbox.de
Der andere gelb (wobei dazwischen auch noch was ist):
[image] http://www.imgbox.de

Und schließlich an Eiche diese beiden:
Das erste wohl Peniophora quercina, oder?
[image] http://www.imgbox.de
Tja, und den Süßen könnt ihr wohl auch nicht einfach so bestimmen, nicht wahr?
Egal...
[image] http://www.imgbox.de

Ich wünsch euch einen feinen Abend!
Ditte

Eintrag gesperrt
12 Aufrufe

Re: Kiefernpilzchenfragen

Lothar, (vor 6430 Tagen) @ Violet

Hallo Ditte,
von mir nur so viel: der Strobilurus kann S. tenacellus, aber auch genausogut S. stephancystis sein. Die beiden sind makroskopisch nicht (sicher) unterscheidbar.
LG von Lothar

Eintrag gesperrt
11 Aufrufe

Re: Kiefernpilzchenfragen

Wolfgang P., (vor 6430 Tagen) @ Lothar

Hallo Ditte,
von mir nur so viel: der Strobilurus kann S. tenacellus, aber auch genausogut
S. stephancystis sein. Die beiden sind makroskopisch nicht (sicher)
unterscheidbar.
LG von Lothar

Hallo Lothar,

einen so kräftigen Farbkontrast am Stiel zwischen oben weiß und unten braun habe ich bei stephanocystis (meist +- einheitlich hellbraun) noch nicht gesehen, auch wenn ich in jedem Frühjahr 'mal mit dem Binger Pilzverein beide Arten nebeneinander mikroskopiere.

Zumindest für den Standort Mainz halte ich beide Arten in 95% der Fälle für makroskopisch unterscheidbar.

Grüße,

Wolfgang

Eintrag gesperrt
14 Aufrufe

Re: Kiefernpilzchenfragen

Violet, (vor 6429 Tagen) @ Lothar

Hallo Ditte,
von mir nur so viel: der Strobilurus kann S. tenacellus, aber auch genausogut
S. stephancystis sein. Die beiden sind makroskopisch nicht (sicher)
unterscheidbar.
LG von Lothar

Lieber Lothar, das was Wolfgang sagte, würde ich auch sagen: Oder anders: Mir fiel auf, wie sehr unterschiedlich der Stiel zu dem der Fichtenzapfenrüblinge gefärbt war, die ich zuhaus ja zur Genüge habe. Und alle hier an den Kiefernzapfen hatten diesen Farbwechsel und dieselben Farben...
Liebe grüße
Ditte

Eintrag gesperrt
12 Aufrufe

Re: Kiefernpilzchenfragen

Violet, (vor 6429 Tagen) @ Violet

Lieber Lothar, das was Wolfgang sagte, würde ich auch sagen: Oder anders: Mir
fiel auf, wie sehr unterschiedlich der Stiel zu dem der
Fichtenzapfenrüblinge gefärbt war, die ich zuhaus ja zur Genüge habe. Und
alle hier an den Kiefernzapfen hatten diesen Farbwechsel und dieselben
Farben...
Liebe grüße
Ditte

Ach Sorry, ist ja Unsinn, es geht ja um den Unterschied zu stephanocystis und nicht esculentus - und da kann ich gar nichts sagen...
LG Ditte

Eintrag gesperrt
12 Aufrufe

Re: Kiefernpilzchenfragen

Lothar, (vor 6429 Tagen) @ Violet

Hallo Wolfgang und Ditte,
na ja - 95 % ? Ich würde eher sagen, 70 %. Mein Vater hat da mal eine sehr umfangreiche Untersuchung gemacht, bei der herauskam, dass eine makroskopische Unterscheidung nicht funktioniert. Ich tippe auch oft richtig, aber ab und zu eben auch daneben.
Nun ja - wenn Euch probabilistische Bestimmungen genügen, dann macht das mal ohne Mikroskop.
LG von Lothar

Eintrag gesperrt
12 Aufrufe

Re: Kiefernpilzchenfragen

Violet, (vor 6429 Tagen) @ Lothar

Hallo Wolfgang und Ditte,
na ja - 95 % ? Ich würde eher sagen, 70 %. Mein Vater hat da mal eine sehr
umfangreiche Untersuchung gemacht, bei der herauskam, dass eine
makroskopische Unterscheidung nicht funktioniert. Ich tippe auch oft
richtig, aber ab und zu eben auch daneben.
Nun ja - wenn Euch probabilistische Bestimmungen genügen, dann macht das mal
ohne Mikroskop.
LG von Lothar

Aber nein, Lothar, das tut es bestimmt nicht! Ich hab ja geschrieben, ich nehm ein Pilzchen mit nach Hause. Außerdem hatte ich, wie gesagt, ja an den Unterschied zu esculentus gedacht, nicht an stephanocystis. Gut?
Mißverständnis ausgeräumt?
Liebe Grüße
Ditte

Eintrag gesperrt
12 Aufrufe

Nachtrag Wissenschaftlichkeit

Violet, (vor 6429 Tagen) @ Lothar

Nun ja - wenn Euch probabilistische Bestimmungen genügen, dann macht das mal
ohne Mikroskop.
LG von Lothar

Nur nochmal zur Klärung: Ich bin ja auch Wissenschaftlerin, daher würde ich *nie* einen nicht durch euch *sicher* bestimmten oder bestätigten Pilz unter meiner Vermutung oder dem Arbeitsnamen als *bestimmt* verbuchen. Es gibt natürlich schon ein paar Pilze, die selbst der letzte Depp selbst sicher bestimmen kann, wie etwa Schizophyllum commune, zumal es da ja nur eine einzige Art bei uns gibt (hab ich zumindest gelesen) etc. Aber bei allen anderen, die in der ein oder anderen Hinsicht unsicher sind, schreib ich gar nichts oder eben den Gattungsnamen (falls der sicher ist) und dann eben "spec."
Ich hoffe, nun bin ich rehabilitiert...:)
LG Ditte

Eintrag gesperrt
12 Aufrufe

Re: Nachtrag Wissenschaftlichkeit

Gábor, (vor 6429 Tagen) @ Violet

Nur nochmal zur Klärung: Ich bin ja auch Wissenschaftlerin, daher würde ich
*nie* einen nicht durch euch *sicher* bestimmten oder bestätigten Pilz
unter meiner Vermutung oder dem Arbeitsnamen als *bestimmt* verbuchen. Es
gibt natürlich schon ein paar Pilze, die selbst der letzte Depp selbst
sicher bestimmen kann, wie etwa Schizophyllum commune, zumal es da ja nur
eine einzige Art bei uns gibt (hab ich zumindest gelesen) etc. Aber bei
allen anderen, die in der ein oder anderen Hinsicht unsicher sind, schreib
ich gar nichts oder eben den Gattungsnamen (falls der sicher ist) und dann
eben "spec."
Ich hoffe, nun bin ich rehabilitiert...:)
LG Ditte

Hallo Ditte,

ich bin zwar nicht Lothar und sehe mich auch nicht als Wissenschaftler - auch wenn ich stets eine möglichst exakte und fehlerfreie Bestimmung anstrebe - doch ich kann Dich vielleicht im Namen vieler aus diesem schönen Forum hier beruhigen.
Ganz sicher wird Dir hier niemand eine allzu unbekümmerte und unwissenschaftliche Herangehensweise vorwerfen.
Denn sonst hättest Du wohl kaum hier nachgefragt, oder?

LG, Gábor

Eintrag gesperrt
12 Aufrufe

Re: Nachtrag Wissenschaftlichkeit

Violet, (vor 6429 Tagen) @ Gábor

Hallo Ditte,
ich bin zwar nicht Lothar und sehe mich auch nicht als Wissenschaftler - auch
wenn ich stets eine möglichst exakte und fehlerfreie Bestimmung anstrebe -
doch ich kann Dich vielleicht im Namen vieler aus diesem schönen Forum
hier beruhigen.
Ganz sicher wird Dir hier niemand eine allzu unbekümmerte und
unwissenschaftliche Herangehensweise vorwerfen.
Denn sonst hättest Du wohl kaum hier nachgefragt, oder?
LG, Gábor

Danke, lieber Gábor!
Herzliche Grüße
Ditte

Eintrag gesperrt
12 Aufrufe

Re: Nachtrag Wissenschaftlichkeit

Lothar, (vor 6429 Tagen) @ Violet

Hallo Ditte,

Es gibt natürlich schon ein paar Pilze, die selbst der letzte Depp selbst

sicher bestimmen kann, wie etwa Schizophyllum commune, zumal es da ja nur
eine einzige Art bei uns gibt

.... noch ist das zumindest so. Vielleicht würde ja eine ausgiebige (morphologische, molekularbiologische etc.) Untersuchung ergeben, dass es etliche verschiedene Rassen, Ploidiegrade oder sogar richtig verschiedene Arten in Schizophyllum commune gibt. Hat wahrscheinlich noch niemand versucht ...

Ich hoffe, nun bin ich rehabilitiert...:)

Du warst nie "dehabilitiert". Aber habilitiert bis Du auch nicht (wie ich). Noch ein Geständnis: ich habe schon viele Pilze falsch bestimmt und einige dieser Bestimmungen sogar publiziert. Schockiert?

LG von Lothar

Eintrag gesperrt
12 Aufrufe

Re: Nachtrag Wissenschaftlichkeit

Violet, (vor 6429 Tagen) @ Lothar

Hallo Ditte,

Vielleicht würde ja eine ausgiebige

(morphologische, molekularbiologische etc.) Untersuchung ergeben, dass es
etliche verschiedene Rassen, Ploidiegrade oder sogar richtig verschiedene
Arten in Schizophyllum commune gibt. Hat wahrscheinlich noch niemand
versucht ...

Ja ja schon klar und sicher ist es, wie du sagst, aber man muß ja irgendwo auch noch einen Boden sehen, sonst kann man es wohl gleich lassen, oder?: Ich meinte also nur: Einen gewissen Grad von Sicherheit bieten etliche Pilze doch wohl schon auch dem Augenschein nach - naja verstehst schon, was ich meine. Sonst könntet ihr euch Pilzbücher für die Doofen wie mich ja schließlich ganz sparen...

Schockiert?

Ganz bestimmt nicht!! Ich hab ja jetzt ein kleines bißchen Einblick in die Kompliziertheit der Dinge bei den Pilzen. Es ist eher ein Wunder, dass über ein solches Moor mit unzähligen Löchern, in die man fallen kann, doch auch immer ein Bohlenweg führt, den ihr erkennt.

LG von Lothar

Auch von mir liebe Grüße!
Ditte

Eintrag gesperrt
13 Aufrufe

Re: Nachtrag Wissenschaftlichkeit

Stephan Weißer, (vor 6428 Tagen) @ Violet

Ja ja schon klar und sicher ist es, wie du sagst, aber man muß ja irgendwo
auch noch einen Boden sehen, sonst kann man es wohl gleich lassen, oder?:

Klar gibt es den Boden. Es gibt sogar viele verschiedene Böden untereinander. Boden Nummer 1 sind sicherlich die 50 bis 60 Arten, die in jedem 2-Euro-Pilzbuch stehen. Boden Nummer 2 sind die Arten, die der Pilzsachverständige genau kennen sollte, also alle gefährlichen Giftpilze und alle für Speisezwecke verwendbare Pilze (ca. 300 Arten). Boden Nummer 3 sind die bekanntesten, auffälligen Gattungen, und darin möglichst viele Arten (Täublinge, Milchlinge, Dickröhrlinge, Ritterlinge, Schleierlinge, Saftlinge...). Und Boden Nummer 4 könnten einige wenige zusammenhängende, der breiten Masse unbekannte Spezialgattungen sein, in denen man noch im Grundlagenforschungsstadium steckt.

Ich meinte also nur: Einen gewissen Grad von Sicherheit bieten etliche
Pilze doch wohl schon auch dem Augenschein nach - naja verstehst schon,
was ich meine. Sonst könntet ihr euch Pilzbücher für die Doofen wie mich
ja schließlich ganz sparen...

Klar, auch das! Es gibt jede Menge schöner guter, leicht bestimmbarer Arten... selbst an denen können Anfänger fünf, manchmal zehn Jahre herumknabbern.

Schockiert?

Nun, ein bisschen irritiert vielleicht. Denn du, die du dich ja als Anfängerin bezeichnest, steigst schon bei den Gattungen und Arten zwischen Boden 3 und Boden 4 ein. Dass dir dort dann alles ein bisschen "hoch" erscheint, ist wohl so zu erwarten.

Freundliche Grüße und bleib am Ball!

Eintrag gesperrt
12 Aufrufe

Re: Nachtrag Wissenschaftlichkeit

Violet, (vor 6428 Tagen) @ Stephan Weißer

Nun, ein bisschen irritiert vielleicht. Denn du, die du dich ja als
Anfängerin bezeichnest, steigst schon bei den Gattungen und Arten zwischen
Boden 3 und Boden 4 ein. Dass dir dort dann alles ein bisschen
"hoch" erscheint, ist wohl so zu erwarten.

Lieber Stephan, danke für deine langen informativen Mails. Aber eins hab ich nicht verstanden: Das "Schockiert" stammt nicht von mir, sondern von Lothar (siehe weiter oben). Da du aber dachtest, es sei von mir und dazu geantwortet hast, dass du "ein bisschen irritiert" seist: Sag mir doch bitte, was dich an dem, was ich schrieb, irritiert hat? Oder ist es, dass ich versuche, Pilze zu bestimmen, die zu hoch für mich sind? Woher weiß man denn im vorhinein, was zu hoch für einen ist? Auch das muß man doch wohl erst einmal irgendwie lernen, nicht wahr? Ich bin ein bisschen verwirrt...
und grüße herzlich!
Ditte (und bitte bitte nenn mich doch Ditte, "Violet" war einfach ein Arbeitsname und steht auf einer französischen Bonbondose)

Eintrag gesperrt
12 Aufrufe

Re: Nachtrag Wissenschaftlichkeit

Stephan Weißer, (vor 6426 Tagen) @ Violet

Lieber Stephan, danke für deine langen informativen Mails. Aber eins hab ich
nicht verstanden: Das "Schockiert" stammt nicht von mir, sondern
von Lothar (siehe weiter oben). Da du aber dachtest, es sei von mir und
dazu geantwortet hast, dass du "ein bisschen irritiert" seist:
Sag mir doch bitte, was dich an dem, was ich schrieb, irritiert hat? Oder
ist es, dass ich versuche, Pilze zu bestimmen, die zu hoch für mich sind?
Woher weiß man denn im vorhinein, was zu hoch für einen ist? Auch das muß
man doch wohl erst einmal irgendwie lernen, nicht wahr? Ich bin ein
bisschen verwirrt...
und grüße herzlich!
Ditte (und bitte bitte nenn mich doch Ditte, "Violet" war einfach
ein Arbeitsname und steht auf einer französischen Bonbondose)

Liebe Ditte,

so ist das, wenn in einem Forum die Editiermöglichkeit fehlt. "Irritiert" ist sicherlich nicht genau das Wort, das ich verwenden wollte; ich hätte es beim nachträglichen Lesen vermutlich noch in "nachdenklich" geändert. Bei Lothars Zitat fehlte das sonst übliche vorangestellte ":", so kam es zu dem Missverständnis.

Ich selber habe das Problem mit dem Ausdruck "bestimmen" bzw. "Pilzbestimmung". Was heißt das genau? 99,99%ige Sicherheit über das Vorliegen einer speziellen Art? 95%ige Sicherheit? 50,1%ige Sicherheit? Wissenschaftler würden nun sagen: ist ja klar, natürlich nur die 99,99%ige Sicherheit kann, ja darf maßgeblich sein. Aber so ist es leider bei der Pilz-"Bestimmung" in der Praxis nicht. Du hast geschrieben, selbst ein Depp könne ein Schizophyllum commune "bestimmen". Ich möchte dagegen behaupten, ein Depp kann überhaupt keinen Pilz "bestimmen", auch der Normalbegabt-Unerfahrene kann keinen Pilz "bestimmen" im Sinne der 99,99 %. Was z. B., wenn du den Pilz auf den ersten Blick makroskopisch als Schizophyllum commune erkennst? Hast du ihn dann "bestimmt"? Leg ein zerfranstes Scheibchen davon unters Glas, und du siehst vielleicht keine Schnallen an den Hyphensepten. Und nun? Neue Art, oder vielleicht nur nicht gut genug hingeschaut, oder präpariert, oder...

Ich denke, zum "Bestimmen" im Sinne der 99,99 % sind vielleicht in ganz Deutschland 100 Leute in der Lage. Bei allen anderen bewegt es sich zwischen 50,1 und 95 %. Und deswegen sollte es dich auch nicht unruhig machen, wenn du hier im Forum lauter Leute triffst, die zu den erwähnten 100 gehören, und die dir aufzeigen, welche Abgründe sich beim Pilzbestimmen mit seriösem, wissenschaftlichen Anspruch auftun. Mit denen fachlich mitzuhalten, kann man sich rundweg abschminken. Aber von ihnen lernen, das kann man, und genau das solltest du tun, wenn du in die Pilzmaterie tiefer einsteigen willst. Ich finde es selber auch immer wieder erstaunlich, was ich von diesen Leuten schon alles über die Pilze habe dazulernen können.

Im übrigen bewundere ich dich sehr dafür, dass du dich mit einem so hohen Einsatz auf diesem Gebiet engagierst, noch dazu in Pilzarten, die auf mich selbst einen uninteressanten Eindruck machen.

Gruß nach Baden
Stephan

Eintrag gesperrt
12 Aufrufe

Re: Nachtrag Wissenschaftlichkeit

Violet, (vor 6426 Tagen) @ Stephan Weißer

Aber von ihnen
lernen, das kann man, und genau das solltest du tun, wenn du in die
Pilzmaterie tiefer einsteigen willst. Ich finde es selber auch immer
wieder erstaunlich, was ich von diesen Leuten schon alles über die Pilze
habe dazulernen können.

Lieber Stephan, über deine Antwort habe ich mich aus mehreren Gründen gefreut: Zum einen sagst du Ditte :), zum anderen verstehn wir uns endlich (zumindest hab ich den Eindruck, dass ich nun verstehe, worauf du rauswillst) und drittens, weil du was Nettes sagtest.
Also dazu noch folgendes:
1. Ich hoffe, ich hab in diesem Forum nicht den Eindruck erweckt, als würde ich anstreben, zu diesen 100 Leuten zu gehören oder aber als würde nicht von diesen 100 lernen wollen oder ständig lernen. Ich hoffe doch wirklich sehr, dass das Gegenteil rüberkam! Ich glaube, ich habe in den letzten paar Monaten mehr oder wenigstens auf andere Art gelernt als in etlichen Jahren zuvor und reiße buchstäblich immer noch und permanent die Augen auf, wenn ich neue Pilzchen genau betrachte und eure Mails im Forum lese.
2. Was den "letzten Depp" angeht, so verzeih mir die Wortwahl: Ich meine nicht, dass der letzte Depp imstande ist, einen Pilz bis in den innersten Kern zu *bestimmen* im wissenschaftlichen Sinn. Was ich meinte war schlicht, dass man durch den Wald geht und "erkennt" , dass das da Schizophyllum commune ist (beim jetzigen Stand der Wissenschaft, die nur eine Art kennt, und bei *oberflächlicher Betrachtung*) oder das da der Birkenporling etc.
3. Die naturwissenschaftlicher Wissenschaftlichkeit ist in vielen Punkten eine viel exaktere und weniger schwammige als in meinem Fach und erst recht bei meinem Job - und davor zieh ich den Hut, zumal ich erstmals damit Bekanntschaft mache! Zumal etliche dasselbe tun dem anderen auf die Finger schauen, wenn er einen Pilz bestimmt. Ich kann bei meinen Felsbildern im Prinzip behaupten, was ich will, denn keiner kann mir letztlich das Gegenteil beweisen. Und selbst bei Sprachen wie Sanskrit ist vieles bei Übersetzungen fraglich zumal, wenn es um Vögel oder andere Tiere und Pflanzen geht, also das, was mich in erster Linie interessiert. Der eine übresetzt Kranich, der andere Reiher, der dritte Brachvogel usw. Der langen Rede kurzer Sinn: ICH ZIEHE VOR ALLEN PILZWEISEN WIRKLICH DEN HUT!
4. Was *ich* letztlich mit den Pilzen will: Lernen! Und *sehen* - auf eine ganz andere Art als bisher, viel bewußter. Und: Mich daran freuen. Und zwar an jedem einzelnen, daher auch die vier verschiedenen Böden, die ich, wqie du sagst, gleichzeitig angehe, Stephan - also keineswegs aus Anmaßung, sondern weil ich einfach jeden aufsammel, anschaue und versuche zu bestimmen, so einfach ist das.
Lange Antwort mit sehr herzlichem Gruß an dich!
Ditte

Eintrag gesperrt
12 Aufrufe

Re: Nachtrag Wissenschaftlichkeit

Gábor, (vor 6426 Tagen) @ Violet

Hallo Ditte,

mit Schizophyllum commune oder auch nur dem Birkenporling halten sich Anfänger (der"letzte Depp" is schon a bisserl hart, gell :-)) erfahrungsgemäß gar nicht erst auf.
Aber den Champignon, ja den können sie alle bestimmen!
Und da kenne ich nun aber auch etliche erfahrenere Pilzfreunde, die sich mich mit der Fam. Agaricaceae bisweilen schon ganz schön schwer tun.
Jetzt mal von den rel. einfach anzusprechenden Arten abgesehen...

LG, Gábor

Eintrag gesperrt
12 Aufrufe

Re: Nachtrag Wissenschaftlichkeit

Violet, (vor 6426 Tagen) @ Gábor

Hallo Ditte,
mit Schizophyllum commune oder auch nur dem Birkenporling halten sich
Anfänger (der"letzte Depp" is schon a bisserl hart, gell :-))
erfahrungsgemäß gar nicht erst auf.
Aber den Champignon, ja den können sie alle bestimmen!
Und da kenne ich nun aber auch etliche erfahrenere Pilzfreunde, die sich mich
mit der Fam. Agaricaceae bisweilen schon ganz schön schwer tun.
Jetzt mal von den rel. einfach anzusprechenden Arten abgesehen...
LG, Gábor

Ja,ja Gábor, ich sags ja auch NIE WIEDER das mit dem Depp ...:)
Aber ehrlich, nie ist mir der wunderbare Spruch: *Wenige wissen wieviel man wissen muss, um zu wissen, wie wenig man weiß* so wahr vorgekommen wie in Bezug auf die Pilzerei, und da ist der Champignon, den jeder kennt, ein wunderbares Beispiel.
Aber übrigens auch bei den Muscheln, denn jeder kennt, wenn überhaupt eine Muschel, dann *die* Herzmuschel - und wenn man näher hinschaut gibts einen ganzen Haufen davon, teilweise total schwer an Innenbuchtlinien usw. unterscheidbar.
LG Ditte

Eintrag gesperrt
12 Aufrufe

Super - genau das ist's!

Stephan Weißer, (vor 6425 Tagen) @ Violet

Und *sehen* - auf eine
ganz andere Art als bisher, viel bewußter. Und: Mich daran freuen. Und
zwar an jedem einzelnen, daher auch die vier verschiedenen Böden, die ich,
wqie du sagst, gleichzeitig angehe, Stephan - also keineswegs aus
Anmaßung, sondern weil ich einfach jeden aufsammel, anschaue und versuche
zu bestimmen, so einfach ist das.

Genau darum kann es meiner Meinung nach bei einem nicht kommerziell betriebenen Hobby auch nur gehen. Sich daran freuen, was man sieht. Manch einer freut sich beim Blick durch ein Mikroskop, wenn er ein- oder mehrfach septierte Hyphen sieht, oder etwa die verschiedenen Huthautschichten eines Milchlings untereinander. Manch einen Anderen erfreut es mehr, an einem dampfenden Oktobermorgen bei aufsteigender Sonne unter einer Laubdecke hervorspitzende Phlegmacien zu fotografieren. Und wieder Andere erfreut es, einen Waschkorb voll frischer knackiger Maronen nach Hause zu tragen und diesen dann kulinarisch zu verwerten. Alle sind auf ihre spezielle Weise Teil der Pilzgemeinde, und keiner setzt sich unter Erfolgs- oder Leistungsdruck.

Wenn du also, wie du schreibst, jeden aufsammelst, anschaust und versuchst zu bestimmen, dann darf halt auch mal der eine oder andere unbestimmt bleiben. Ich selbst kann auch ein Liedchen davon singen, denn ich habe auch noch viele "Restposten" im Archiv: Pilze, die wirklich ein auffälliges Äußeres haben und von denen ich meine, dass sie doch einigermaßen leicht anzusprechen sein müssten, die sich allerdings bisher hartnäckig jedem Benennungsversuch widersetzen. Aber ich weiß auch, dass ich warten kann (z. B. auf den "Band 5" ;-)), dann geht's den Cortinarien aber sowas von an den Kragen...

Eintrag gesperrt
11 Aufrufe

Re: Super - genau das ist's!

Violet, (vor 6425 Tagen) @ Stephan Weißer

und keiner setzt sich

unter Erfolgs- oder Leistungsdruck.

Was mich betrifft, hab ich meinen Teil an Erfolgs- und Leistungsdruck hinter mir und erreicht, was ich wollte. Die Pilze sind für mich das, was der Inder als Sat-Cid-Ananda bezeichnen würde: "Sein-Bewußtsein-reines Entzücken".

Wenn du also, wie du schreibst, jeden aufsammelst, anschaust und versuchst zu
bestimmen, dann darf halt auch mal der eine oder andere unbestimmt
bleiben.

Ja, klar, ganz deiner Meinung!
Ditte

Eintrag gesperrt
12 Aufrufe

Re: Nachtrag Wissenschaftlichkeit

Ingo Wagner, (vor 6429 Tagen) @ Lothar

Hallo Lothar!

Noch ein Geständnis: ich habe schon viele Pilze falsch bestimmt
und einige dieser Bestimmungen sogar publiziert. Schockiert?
LG von Lothar

Ich glaube, Fehler schleichen sich immer irgendwie ein, und gerade die, die es sich getrauen etwas zu publizieren, tragen natürlich ein ungleich höheres Risiko.

Perfekt finde ich es, wenn solche aufgedeckten Fehlerchen irgendwo publik gemacht werden, denn dann ist doch alles wieder in Ordnung. Z.B. ist "Pilze der Schweiz" nach wie vor gut zu gebrauchen, wenn man nur erst mal weiß, was heutzutage anders gesehen wird oder wo sich die Autoren irrten.

VG Ingo W

Eintrag gesperrt
13 Aufrufe

Re: Nachtrag Wissenschaftlichkeit

Stephan Weißer, (vor 6428 Tagen) @ Violet

Hallo Violet!

Man darf natürlich nicht erwarten, dass man nun gleich zum "Großen Pilzbestimmer" wird, wenn man sich mit umfangreichem, elaboriertem Hilfsgerät und teurer fachwissenschaftlicher Literatur ausstattet. Wer einmal an einem mikroskopischen Pilzbestimmungsseminar teilgenommen hat, weiß vermutlich wovon ich rede. Da wird schon einmal nach mehrstündigem Mikroskopieren auf einem 1000-Euro-Gerät ein orangehütiger Täubling, der auf Sulfovanillin nicht blaugrau reagiert, als Russula lepida bezeichnet. Oder ein geruchloser falbbräunlicher Trichterling geht als Clitocybe fragrans durch.

Dass auch das Bestimmen nach mikroskopischen Merkmalen verblüffend schwierig ist und langjährige Erfahrung und regelmäßige Übung erfordert, kann der erahnen, der erstmals versucht hat, ein geeignetes Mikropräparat anzufertigen (der Punkt, an dem es zumindest bei mir oft scheitert). Dann kommen noch die typischen Interpretationsprobleme dazu, die man hat, wenn man alleine vor einem Mikrobild sitzt, das man in dieser Form noch nie gesehen hat. Zu erahnen, wie etwas auszusehen hat, wenn man das Ganze nur aus der Literatur kennt, ist wahrscheinlich genau so schwierig, wie einen persönlichen Erstfund eines Pilzes einzuordnen, von dem man nur Literaturbeschreibungen und ein Aquarell kennt.

Dazu stellt sich immer wieder die Frage: welche Ambitionen und Zielvorstellungen habe ich? Alle in Deutschland vertretenen Pilzarten mikro- und makroskopisch auswendig zu kennen, ist sicherlich utopisch. Selbst die besten Pilzkenner haben ihre "Heim-Gattungen" und ihre "Blinden Flecken". Daher ist es absolut legitim zu sagen: bei der und der Gattung reicht mir es, wenn ich weiß, dass es ein Trichterling (oder Gabeltrichterling oder Scheintrichterling) "spec." ist.

Überhaupt ist bei manchen unauffälligen Gattungen die Taxonomie überhaupt noch nicht hinreichend geklärt. Befasst man sich als Anfänger nun mit solchen Gattungen, stellt sich zumeist dass Problem, dass man bei der Bestimmungsarbeit auch mit perfektem Hilfsgerät nicht weiterkommt, weil z. B. geeignete Literatur oder ein wirklich praktikabler Bestimmungsschlüssel fehlt.

Freundliche Grüße
Stephan

Eintrag gesperrt
12 Aufrufe

Re: Kiefernpilzchenfragen

DirkW, (vor 6429 Tagen) @ Lothar

hallo lothar,

hat nicht eine der beiden arten eine leicht bewimperte lamellenschneide? an farbunterschiede glaube ich aber auch nicht.
viele grüße
dirk

Eintrag gesperrt
14 Aufrufe

Re: Kiefernpilzchenfragen

Ingo Wagner, (vor 6430 Tagen) @ Violet

Hallo Ditte!

Nummer 2 halte ich für Peniophora pini...stimmt das?

Irgendwie fehlen heute bei dir die Substratangaben! Nicht zufällig ein Eichenast?
-------

Nun aber gibt es zwei Winzlinge, mit denen ich nichts anfangen kann und da
ich kein Mikroskop dabei habe, kann ich auch nichts weiter an Angaben
liefern - nur, dass die beiden (ca. 0,5 mm groß) auf jedem dritten Zapfen
zu finden waren, woraus ich schließe, dass ihr sie auch kennt, weil sie ja
wohl nicht nur Ameländer Zapfen anzapfen dürften.

Wenn´s ein Fichtenzapfen ist, hätte ich eine Idee.
--------

Der andere gelb (wobei dazwischen auch noch was ist):

Wenn´s ein Kiefernzapfen oder Kiefernholz ist?
---------

Und schließlich an Eiche diese beiden: Das erste wohl Peniophora quercina,
oder?

Glaube ich nicht. Der hier läuft auf dem nackten Holz zu dünn aus. Denke da mehr an Peniophora cinerea (Aschgrauer Zystidenrindenpilz), vielleicht auch was ganz anderes.
----------

Tja, und den Süßen könnt ihr wohl auch nicht einfach so bestimmen, nicht
wahr?

Tja, wenn er ja vielleicht auf den Blütenständen von Weide gewachsen wäre und sehr klein ist...?

VG Ingo W

Eintrag gesperrt
12 Aufrufe

Re: Kiefernpilzchenfragen

Ingo Wagner, (vor 6430 Tagen) @ Ingo Wagner

Hallo Ditte!

Ich sehe gerade, dass ich die Überschrift unterbewertet habe. Also die ersten auf Kiefern, die letzten zwei auf Eiche.

1. Beim Strobilurus (Nagelschwamm) haben sich, zumindest bei mir, eventuelle makroskopische Unterschiede immer wieder als nicht haltbar bewahrheitet, soll heißen, ich kann tenacellus von stephanocystis makroskopisch nicht unterscheiden.
------
2. Nicht zufällig ein Eichenast? Wenn doch Kiefer, weiß ich´s nicht.
-------
3. Sicherlich was in Richtung Psilocistella/ Hamatocanthoscypha.
--------
4. Das dürfte die schon öfter diskutierte Anamorphe sein, die eigentlich recht häufig ist, in gewissen Phasen einer Orbilia recht ähnlich sieht und keinen neuzeitlichen Namen hat. Der letzte offizielle Name stammt wohl aus dem 19.Jrh. und lautet Peziza/Orbilia crocina, hat aber natürlich aus heutiger Sicht nichts mit diesen Gattungen zu tun.
---------
5. Glaube ich nicht. Der hier läuft auf dem nackten Holz zu dünn aus. Denke da
mehr an Peniophora cinerea (Aschgrauer Zystidenrindenpilz), vielleicht
auch was ganz anderes.
----------
6. Also scheinbar auf Eichenholz? Da kommt natürlich einiges in Frage, am wahrscheinlichsten ist Hyaloscypha, aber auch Cistella oder andere Gattungen sind möglich.

VG Ingo W

Eintrag gesperrt
12 Aufrufe

Re: Kiefernpilzchenfragen

Violet, (vor 6429 Tagen) @ Ingo Wagner

Hallo Ditte!
Ich sehe gerade, dass ich die Überschrift unterbewertet habe. Also die ersten
auf Kiefern, die letzten zwei auf Eiche.
1. Beim Strobilurus (Nagelschwamm) haben sich, zumindest bei mir, eventuelle
makroskopische Unterschiede immer wieder als nicht haltbar bewahrheitet,
soll heißen, ich kann tenacellus von stephanocystis makroskopisch nicht
unterscheiden.
------
2. Nicht zufällig ein Eichenast? Wenn doch Kiefer, weiß ich´s nicht.
-------
3. Sicherlich was in Richtung Psilocistella/ Hamatocanthoscypha.
--------
4. Das dürfte die schon öfter diskutierte Anamorphe sein, die eigentlich
recht häufig ist, in gewissen Phasen einer Orbilia recht ähnlich sieht und
keinen neuzeitlichen Namen hat. Der letzte offizielle Name stammt wohl aus
dem 19.Jrh. und lautet Peziza/Orbilia crocina, hat aber natürlich aus
heutiger Sicht nichts mit diesen Gattungen zu tun.
---------
5. Glaube ich nicht. Der hier läuft auf dem nackten Holz zu dünn aus. Denke
da
mehr an Peniophora cinerea (Aschgrauer Zystidenrindenpilz), vielleicht
auch was ganz anderes.
----------
6. Also scheinbar auf Eichenholz? Da kommt natürlich einiges in Frage, am
wahrscheinlichsten ist Hyaloscypha, aber auch Cistella oder andere
Gattungen sind möglich.
VG Ingo W

Ich dank dir herzlich, Ingo!
Ja, ich bin beim Suchen (bezüglich Nummer 4) auch auf diesen Thread gekommen, wo ihr darüber gesprochen habt. Was die beiden Arbeitstitel-Peniophoras angeht, so nehm ich sie mit und auch die Zapfen hab ich eingetütet. Was Nummer 1 betrifft: ich schrieb ja grad an Lothar, dass die Stiele hier so einheitlich anders aussehen als bei stephanocystis, aber wenn es so ist, wie ihr sagt, dass das also nichts bedeutet, nehm ich auch einen mit heim.
Liebe Grüße
Ditte

Eintrag gesperrt
12 Aufrufe

Re: Kiefernpilzchenfragen

Violet, (vor 6429 Tagen) @ Ingo Wagner

Auch hier: Sorry, ich hatte an esculentus gedacht...
LG Ditte