Mollisia cf. pyrenopezizoides *PIC*

Ingo Wagner, (vor 6404 Tagen)

Hallo!

Die hat mich jetzt 3 Abende beschäftigt, Ergebnis ist meiner Meinung nach Mollisia cf. pyrenopezizoides spec. prov. Gminder .

Da mich das cf. aber für meine, sagen wir mal 90%-ige Bestimmung, schon ein bisschen stört, hoffe ich jetzt mal darauf, dass Andreas was dazu sagen kann.

Fundort war die Unterseite eines feuchtliegenden, kleinen morschen Aststückes von Eiche (wie auch der mutmaßliche Fund vom letzten Jahr). Die Apothezien waren so dunkel, dass sie auf dem ebenfalls dunklen Holz auf den ersten Blick kaum wahrzunehmen waren:
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Fruchtschicht feucht dunkelgrau, Außenseite fast bis zum Rand braun, meist aber ein dünner weißer Rand unter´m Stereo zu sehen. Bei Tageslicht mit lila Reflex am Hymenium-Randbereich.
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Ap. sitzen einem feucht schwarzen Subikulum auf und sind auch größer nicht wellig-blumig gefaltet.
Kleine Spielerei am Rande, hat nichts speziell mit der Art zu tun: das weiße auf dem einen Apothezium ist frisch herausgeschabte Fruchtschicht (nur, um mal zu demonstrieren, dass die sichtbare Fruchtschichtfarbe auch mit dem Untergrund zusammenhängt):
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Mikro:
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Für Andreas, manchmal helfen ja solche Eindrücke, obwohl sie sich bei nächsten Fund als nicht haltbar herausstellen können:

-Sporen sehr oft einseitig zugespitz oder zumindest auffällig auf einer Polseite verschmälert, auch schon bei unreifen Sporen
-Asci-Porus sehr blau
-Paraphysen-Vakuolen vital sehr lang, nicht unterbrochen, fast gesamte Paraphyse ausfüllend
-Paraphysen mit KOH mittelstark positiv, Reaktion mittellang anhaltend (Maßstab ist hier für mich immer M. fusca)
- bei wenigen Paraphysen tritt der mit KOH gelbe Inhalt nicht ins Medium
- Exc. unterm Mikro auffallend gelbbraun, mit KOH oliv (auch nichts besonderes)
- Endzellen in Margonähe bleiben auch nach stärkerem Drücken im Verbund (im Präparat)

Jetzt die zwei Unsicherheiten, die fehlenden 10%:
1. hat farblich scheinbar nichts mit den Ap. in PdS zu tun (als ligni). Natürlich weiß ich, wie farbwandlerisch Mollisien sein können.

2. du schreibst für die rev. Kränzlin-ligni (=pyrenopezizoides) u.a. für die Randhaare "klein und unauffällig...", kannst du mal schauen, ob die in diese Kategorie fallen? Oder vielleicht hast du ja auch neuere Erkenntnisse?
Bei dieser Mollisia bestehen sie oft aus bis zu 3 Zellen und waren eigentlich nicht unauffällig.

VG Ingo W

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Re: Mollisia cf. pyrenopezizoides

Andreas ⌂, (vor 6404 Tagen) @ Ingo Wagner

Hallo Ingo,

Die hat mich jetzt 3 Abende beschäftigt, Ergebnis ist meiner Meinung nach
Mollisia cf. pyrenopezizoides spec. prov. Gminder .

Meiner Meinung nach auch, da wäre ich recht sicher.

Da mich das cf. aber für meine, sagen wir mal 90%-ige Bestimmung, schon ein
bisschen stört, hoffe ich jetzt mal darauf, dass Andreas was dazu sagen
kann.
Fundort war die Unterseite eines feuchtliegenden, kleinen morschen Aststückes
von Eiche (wie auch der mutmaßliche Fund vom letzten Jahr). Die Apothezien
waren so dunkel, dass sie auf dem ebenfalls dunklen Holz auf den ersten
Blick kaum wahrzunehmen waren:

Das sind sie zwar nicht immer, aber sehr oft. Daher wählte ich damals auch den Arbeitsnamen "pyrenopezizoides", weil die eben optisch eher nach ner Pyrenopeziza aussehen als nach einer Mollisia

Mikro:

Sporen sehr oft
einseitig zugespitz oder zumindest auffällig auf einer Polseite
verschmälert, auch schon bei unreifen Sporen

Die Sporenform passt gut, nicht regelmäßig elliptisch wie bei amenticola zumeist, auch nicht regelmäßig einseitig zugespitzt wie in revincta, sondern angedeutet bumerangartig, wenn auch nciht so deutlich wie in lividofusca. Dass die Sporen einseitig schmäler zulaufen ist mir bisher nicht aufgefallen, aber ich ahbe nicht genug darauf geachtet. Gezeichnet habe ich die teilweise so, mehrheitlich aber eher mit gleich dicken Polen.

-Asci-Porus sehr blau

Kommt vielleicht daher, dass Du eine sehr vitale Aufsammlung hast. Mir ist jedenfalls nie was von einer auffallend stärker blauen Reaktion als bei anderen Arten aufgefallen.

-Paraphysen-Vakuolen vital sehr lang, nicht unterbrochen, fast gesamte
Paraphyse ausfüllend

Ein zeichen für Vitalität. Je schlapper die Kollektion wird, desto eher sind die Vakuolen unterbrochen, schrumpfen teils schon etwas und werden unregelmäßig.

-Paraphysen mit KOH mittelstark positiv, Reaktion mittellang anhaltend
(Maßstab ist hier für mich immer M. fusca)

Passt perfekt.

- bei wenigen Paraphysen tritt der mit KOH gelbe Inhalt nicht ins Medium
- Exc. unterm Mikro auffallend gelbbraun, mit KOH oliv (auch nichts
besonderes)

Das kommt immer mal vor. Ich dachte eigentlich, dass das eine Alterserscheinung ist, weil ich es besonders häufig bei Exsikkaten beobachtet habe. Das würde dann aber der postulierten Vitalität widersprechen ...

- Endzellen in Margonähe bleiben auch nach stärkerem Drücken im Verbund (im
Präparat)

Kann ich nix zu sagen.

Jetzt die zwei Unsicherheiten, die fehlenden 10%: 1. hat farblich scheinbar
nichts mit den Ap. in PdS zu tun (als ligni). Natürlich weiß ich, wie
farbwandlerisch Mollisien sein können.

So weit weg ist das nicht. Deine sind sehr feucht, da sind die fast schwarz im Hymenium. Blaugrau ist aber auch nicht selten der Fall. Der weiße Rand ist meist auffällig, und auch dass die Apothezien zumeist rund bleiben und nicht lappig werden.

2. du schreibst für die rev. Kränzlin-ligni (=pyrenopezizoides) u.a. für die
Randhaare "klein und unauffällig...", kannst du mal schauen, ob
die in diese Kategorie fallen? Oder vielleicht hast du ja auch neuere
Erkenntnisse?
Bei dieser Mollisia bestehen sie oft aus bis zu 3 Zellen und waren eigentlich
nicht unauffällig.

Das ist das einzige, was ein klein wenig stört. So richtig auffällig sind die bei Dir ja auch nicht, aber "unauffällig" wäre sicherlich auch nicht das richtige Wort dafür. Wären die ein oder zwei Zellen unterhalb der Endzellen nun nicht zylindrisch, sondern rundlich, dann würde man aber sehr wohl von unauffälligen Randzellen sprechen. So wirken sie nun mehrzellig und dadurch auffallend. So deutlich ahbe ich sie nicht in Erinnerung bei meinen Funden, aber da sonst wirklich alles passt wäre ich mir der Bestimmung dann doch 99,9% sicher.

beste Grüße,
Andreas

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Re: Mollisia cf. pyrenopezizoides

Ingo Wagner, (vor 6403 Tagen) @ Andreas

Hallo Ingo,
Meiner Meinung nach auch, da wäre ich recht sicher.
Das sind sie zwar nicht immer, aber sehr oft. Daher wählte ich damals auch
den Arbeitsnamen "pyrenopezizoides", weil die eben optisch eher
nach ner Pyrenopeziza aussehen als nach einer Mollisia
Die Sporenform passt gut, nicht regelmäßig elliptisch wie bei amenticola
zumeist, auch nicht regelmäßig einseitig zugespitzt wie in revincta,
sondern angedeutet bumerangartig, wenn auch nciht so deutlich wie in
lividofusca. Dass die Sporen einseitig schmäler zulaufen ist mir bisher
nicht aufgefallen, aber ich ahbe nicht genug darauf geachtet. Gezeichnet
habe ich die teilweise so, mehrheitlich aber eher mit gleich dicken Polen.
Kommt vielleicht daher, dass Du eine sehr vitale Aufsammlung hast. Mir ist
jedenfalls nie was von einer auffallend stärker blauen Reaktion als bei
anderen Arten aufgefallen.
Ein zeichen für Vitalität. Je schlapper die Kollektion wird, desto eher sind
die Vakuolen unterbrochen, schrumpfen teils schon etwas und werden
unregelmäßig.
Passt perfekt.
Das kommt immer mal vor. Ich dachte eigentlich, dass das eine
Alterserscheinung ist, weil ich es besonders häufig bei Exsikkaten
beobachtet habe. Das würde dann aber der postulierten Vitalität
widersprechen ...
Kann ich nix zu sagen.
So weit weg ist das nicht. Deine sind sehr feucht, da sind die fast schwarz
im Hymenium. Blaugrau ist aber auch nicht selten der Fall. Der weiße Rand
ist meist auffällig, und auch dass die Apothezien zumeist rund bleiben und
nicht lappig werden.
Das ist das einzige, was ein klein wenig stört. So richtig auffällig sind die
bei Dir ja auch nicht, aber "unauffällig" wäre sicherlich auch
nicht das richtige Wort dafür. Wären die ein oder zwei Zellen unterhalb
der Endzellen nun nicht zylindrisch, sondern rundlich, dann würde man aber
sehr wohl von unauffälligen Randzellen sprechen. So wirken sie nun
mehrzellig und dadurch auffallend. So deutlich ahbe ich sie nicht in
Erinnerung bei meinen Funden, aber da sonst wirklich alles passt wäre ich
mir der Bestimmung dann doch 99,9% sicher.
beste Grüße,
Andreas

Hallo Andreas!

Danke für die Rückmeldung. Dann streich ich mal das cf., natürlich immer mit einem wachsamen Auge auf die nächste Kollektion.

Dass die gelben, nicht geplatzten Vakuolen in den Paraphysen mit wenig lebendigen Material zusammenhängen, kann sehr gut sein, denn die Mikroaufnahmen stammen von ziemlich vielen, verschiedenen Apothezien, und es waren sehr viele äußerlich scheinbar gut erhaltene, aber mikroskopisch mit Anzeichen von wenig Vitalität (geschrumpelte Paraphyseninhalte, fehlender Turgor in den Asci usw.)
vorhanden.

Sind natürlich bei meiner Beschreibung auch etliche subjektive Eindrücke, die sich manchmal schneller als man denkt, wieder ins Gegenteil verwandeln können. Die Sporenform erinnerte mich aber merkwürdigerweise gleich an den Fund vom letzten Jahr, obwohl das Problem der ersten drei untersuchten Apothezien zu schmale Sporen war. Tja, so fix geht´s, und man landet woanders.

VG Ingo W