Kahlschlag droht *PIC*

HARZPILZCHEN, (vor 6388 Tagen)

.. dem "Blauen Bruch". Hier handelt es sich um einen großflächigen Altbuchenbestand auf Diabas. Der Ostharz wird unhaltbar abgeholzt, man steht der Geldgier ohnmächtig gegenüber. Diese Korallenbänke werden wohl Erinnerungsstücke bleiben:

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soll in Kürze "geholzt" werden (Teilstück vom BlauenBruch)

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Ramaria botrytis

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Ramaria sanguinea

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Ramaria spec.

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Ramaria formosa

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Ramaria spec. (spinulosa wird vermutet)

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Ramaria fennica

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Ramaria flavescens

Wenn die Zeit noch "reicht", und Interesse besteht, lade ich so Mitte August zur Exkursion ein. Liebe Pilzfreunde, in Verbindung mit der Naturschutzbehörde werden wir alles mögliche entgegensetzen. Deshalb bitte ich um Anregungen und Hinweise. Stehen vielleicht einige Ramarien unter Schutz?

Vielen Dank Hartmut

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Re: Kahlschlag droht

Lothar, (vor 6388 Tagen) @ HARZPILZCHEN

.. dem "Blauen Bruch". Hier handelt es sich um einen großflächigen
Altbuchenbestand auf Diabas. Der Ostharz wird unhaltbar abgeholzt, man
steht der Geldgier ohnmächtig gegenüber. Diese Korallenbänke werden wohl
Erinnerungsstücke bleiben:
soll in Kürze "geholzt" werden (Teilstück vom BlauenBruch)

........... das ist wirklich eine Schande. Im Zentralharz (Nationalpark) versucht man ja wirklich, ein paar Buchen im Fichtenmeer hochkommen zu lassen. Und dann das .....

Wenn Daumendrücken hilft - das tue ich für Deine Schutzbemühungen.
Liebe Grüße von Lothar

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Re: Kahlschlag droht

Rainer Wald, (vor 6388 Tagen) @ HARZPILZCHEN

Hallo Hartmut,

ich kann Deinen Unmut bezüglich der geplanten Rodungsmaßnahmen verstehen. Hier in der Eifel waren und sind ähnliche Biotope von solch einem Unterfangen bedroht. Zum Glück befinden sich solche Wälder bzw. solche Waldstücke oftmals noch in Privatbesitz und werden von Generation zu Generation weiter vererbt und da spielt dann die Ehre doch noch eine große Rolle. Außerdem spielt das Geld dann nicht eine soooo wichtige Rolle. Hier findet dann meistens noch eine Einzelbaumentnahme statt, die für unsere Pilze noch verträglich,.... ja in manchen Fällen sogar förderlich sein können, insbesondere bei wärmeliebenden Arten. Es gibt in der Eifel Kalkbuchenwälder die nach einer Auslichtung eine deutlich steigende Anzahl von Fruchtkörpern der Gattung Boletus zur Folge hat, wohlgemerkt thermophiele Arten! Bei Staatswäldern sieht die Sache deutlich anders aus. Da rücken auch hier die Harvester an. Im letzten Februar erst bin ich mit eienem Pilzfreund ein wenig über das Land gefahren um nach geeigneten Pilzgebieten zu schauen und da zog es uns in die Gegend zwischen Köln und Aachen. Hier werden gerade die letzten Reste des Jahrhunderte alten Bürgewaldes förmlich abgemäht. Eichen die man mit zwei Personen nicht umfassen kann fallen wie die Fliegen für den Braunkohletagebau. Es treibt einem die Tränen in die Augen. Das schlimme ist es interessiert keinen, oder nur eine verschwindend geringe Anzahl von Don Quichottes die gegen Windmühlen käpfen. Sicherlich muss auch an die Holzwirtschaft gedacht werden, aber ich finde schon das es ein wenig kontrollierter geschehen könnte. Ohne politisieren zu wollen habe ich allerdings auch sehr stark den Eindruck das es hier in NRW vor allem nach dem Zusammenbruch der Rot Grünen Koalition verstärkt zu starken Rodungsmaßnahmen gekommen ist. Wie gesagt, mit einer neutralen Brille gesehen. Außerdem haben viele Holzverarbeiter noch mit dem Rest von Kyrill zu tun. Viele unserer Hölzern vor allem die Buche gehen nach China, die sich bis vor kurzem nach unserer Buche direkt verzehrt haben, mitlerweile aber wohl mehr und mehr auf ein amerikanisches Holz ausweichen. Das kaufen Sie dann unter anderem von der "Entwicklungshilfe" die wir alle schön bezahlen. Na ja, wenn im Fernsehen dramatische Bilder von Brandrodungen von Regenwäldern durch Bauern gezeigt wird schreckt man zusammen, hier passiert das im selben Stil, nur langsamer und vielleicht nicht ganz so dramatisch. Nur die dortigen Bauern tun dies um zu überleben und für etwas zu essen, hier eben für "Gewinne" und Löcher in der Kasse. Beachte nur mal wenn Du in den Baumarkt gehst oder dergl. wie die Leute Gartenmöbel aus Tropenhölzern kaufen. Gut, da steht zar meistens drauf aus kontrolliertem Anbau, aber die Rodung Deines angesprochenen Buchenwaldes ist garantiert auch kontrolliert, nur weg ist er anschließend trotzdem. Gut, das ließt sich jetzt alles furchtbar und mit Sicherheit ist das auch alles etwas schwarz gesehen, aber so in etwa könnte man das doch unterschreiben. Man muß natürlich auch die Gegenseite sehen. Alle wollen wir Geld verdienen und für alles gibt es eine Kehrseite der Medallie. Du , ich, wir alle nehmen am taglich Leben Teil und meistens nehmen wir nun mal als das wir geben. Irgendwann wird das ewige mehr nehmen als geben aber zu Ende sein und die NAtur hohlt sich alles zurück, denn die Natur hat mehr Zeit als wir!
Bezüglich Deines Waldes könnte man sich eventuell mit ein paar Orchideenleuten vereinigen denn Orichideen sollte es dort doch sicher auch geben. Oder Ornithologen, oder Fledermausleute oder dergl.. Da gibt es Sparten die eine etwas größere Lobby haben als wir Mykologen. Ein weitere Vorschlag wäre einen Politiker auf die Seite der Naturschützer zu bringen. Ich könnte mir vorstellen das ein Politiker sich gerne solch einem Thema annimmt der noch eine Karriere vor sich hat.
Ich wünsche Dir jedenfalls viel Glück und drücke Dir die DAumen das die Kettensägen vielleicht doch noch schweigen.

Viele Grüße,

Rainer

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Re: Kahlschlag droht

Saftling, (vor 6387 Tagen) @ HARZPILZCHEN

Hallo Hartmut,

ein Blick in die einschlägige Datenbank WISIA des Bundesamtes für Naturschutz ergibt für Ramarien leider keine Treffer. Vielleicht habt Ihr ja andere, geschützte Arten. Guck mal hier: http://www.wisia.de/FsetWisia1.de.html

Problematisch bei den Pilzen ist, dass zwar ihre Entnahme verboten ist (oder nur in geringen Mengen erlaubt), jedoch nicht die Zerstörung der Lebensräume durch "ordnungsgemäße" Land- oder Forstwirtschaft. Leider stehen keine Pilze auf den FFH-Anhängen. Falls die Gegenseite den Konflikt auf dem Rechtsweg austragen möchte, bringen Euch nur juristisch relevante Fakten weiter. Sehr günstig wäre es, falls das Waldstück den Status eines FFH-Gebiets hat und außerdem genau dort Arten der FFH-Anhänge vorkommen. Da alte Baumbestände nicht in überschaubaren Zeiträumen ersetzbar sind - die für viele FFH-Arten wichtigen Habitatqualitäten sind an ALTE Bäume gebunden (Höhlenbäume als Fledermausquartiere z.B.) und somit nicht durch Nachpflanzen junger Bäume ausgleichbar - ist der Kahlschlag dann nicht FFH-verträglich. Falls dieser Nachweis gelingt, könnten nur noch sog. "übergeordnete Interessen" die Naturschutz-Argumentation schlagen.

Falls sich die gegnerische Seite an die rechtsstaatliche Ordnung hält, bestünden m.E. reelle Chancen, zumindest einen Teilerfolg zu erzielen (z.B. nur Entnahme einzelner Stämme statt Kahlschlag). Allerdings häufen sich in der Bananen-Republik Deutschland in letzter Zeit die Fälle von illegalen, von Behörden geduldeten oder gar veranlassten Eingriffen in die Landschaft. Mir ist kein Fall bekannt, bei dem der Verstoss gegen Naturschutzrecht der Karriere eines Försters geschadet hätte...

Viel Erfolg!
Dieter

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Re: Kahlschlag droht

Der Juergen, (vor 6387 Tagen) @ HARZPILZCHEN

Hallo Hartmut,

Ramarien-Vorkommen deuten noch auf andere, seltene Pilz/Pflanzen-Arten hin. Über Pilze lässt sich da nichts machen, aber vielleicht über Orchideen. Wie ist denn der Kahlschlag begründet?

Grüßle
Juergen

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Re: Kahlschlag droht

Thomas Pruß, (vor 6387 Tagen) @ HARZPILZCHEN

Moin Hartmut,
was heißt "Altbuchenbestand"? Wie alt sind die Buchen? Die Bäume auf deinem Foto schätze ich auch 150 bis 200 Jahre und damit sind sie im fäll-fähigem Alter. Außerdem deucht mich unterhalb des Weges eine Schonung mit Jungbuchen zu wachsen.
Ich will hier keinem Kahlschlag das Wort reden, auch ich denke, dass eine gezielte Einzelentnahme besser wäre, aber aus rein forstwirtschaftlichen Gründen muss man auch die "Gegenseite" verstehen: Unser Wald ist eben in großen Bereichen ein Wirtschaftswald und kein Urwald. Dass man einen Wirtschaftswald aber auch naturnah bewirtschaften kann, zeigt sich an unserem Lehmsiek in Schwabstedt. Aber ob und wie bewirtschaftet wird, hängt immer vom Förster ab. und da befürchte ich, nachdem der alte Förster in den Ruhestand gegangen ist, auch für unseren Wald Übles.
Mein Tipp: sich mit den Ortsgruppen von NABU oder BUND zusammen setzen (auch wenn ich die zu meinen "natürlichen Feinden" rechne ;-)) und über die mit dem Forstamt verhandeln.
Grüßlis
Thomas

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Re: Kahlschlag droht

HARZPILZCHEN, (vor 6387 Tagen) @ Thomas Pruß

Moin Hartmut,
was heißt "Altbuchenbestand"? Wie alt sind die Buchen? Die Bäume
auf deinem Foto schätze ich auch 150 bis 200 Jahre und damit sind sie im
fäll-fähigem Alter. Außerdem deucht mich unterhalb des Weges eine Schonung
mit Jungbuchen zu wachsen.
Ich will hier keinem Kahlschlag das Wort reden, auch ich denke, dass eine
gezielte Einzelentnahme besser wäre, aber aus rein forstwirtschaftlichen
Gründen muss man auch die "Gegenseite" verstehen: Unser Wald ist
eben in großen Bereichen ein Wirtschaftswald und kein Urwald. Dass man
einen Wirtschaftswald aber auch naturnah bewirtschaften kann, zeigt sich
an unserem Lehmsiek in Schwabstedt. Aber ob und wie bewirtschaftet wird,
hängt immer vom Förster ab. und da befürchte ich, nachdem der alte Förster
in den Ruhestand gegangen ist, auch für unseren Wald Übles.
Mein Tipp: sich mit den Ortsgruppen von NABU oder BUND zusammen setzen (auch
wenn ich die zu meinen "natürlichen Feinden" rechne ;-)) und
über die mit dem Forstamt verhandeln.
Grüßlis
Thomas

Hallo Thomas
Danke. Dieses Foto zeigt leider nicht die ganz alten Bestände. Leider wird im Harz Kahlschlag betrieben, und nicht schonende Einzelentnahme. Die Bilder von Harzer Kahlschlägen will ich hier im Forum keinen zumuten. Mit dem Naturschutz ist der Kontakt hergestellt, eine Begehung mit dem Förster soll folgen. Ich denke da wird einiges zu machen sein. LG Hartmut

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Re: Kahlschlag droht

HARZPILZCHEN, (vor 6387 Tagen) @ HARZPILZCHEN

Hallo Jürgen, Lothar, Rainer und Dieter
besten Dank für Eure wertvollen Hinweise. Ich denke mit der Brechstange komme ich nicht an. Heute konnte ich mit dem Naturschutz vereinbahren, daß eine Begehung mit dem Förster erfolgen soll. Und wenn dieser etws Naturliebhaber ist, könnte etwas erreicht werden LG Hartmut