Anfrage technisches Problem Mikroskop *PIC*

Harald Andres Schmid, (vor 6369 Tagen)

Hallo, zusammen

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Ich habe letzthin vermehrt ein Problem mit dem Immersionsöl-Objektiv.
Es drückt zu stark auf das Deckggläschen.
Unabhängig davon, ob Immersionsöl zugegeben ist oder nicht.
Man sieht das schon beim Einschwenken des Objektivs, es bewirkt meist, dass das Deckgläschen etwas rutscht.
Beim Fokussieren bewirkt das, dass der Druck sich verändert, dass das Präparat unter dem Deckgläschen herumrutscht und ein vernünftiges Messen kaum mehr möglich ist.
Der untere Teil des Objektivs, neben der Linse, ist ja beweglich, lässt sich etwas hineindrücken, vielleicht ist das verhockt und geht zu streng? Ich habe nicht den Eindruck...

Vielleicht ist beim Transport des Mikroskops ja mal was passiert, es hat sich etwas verschoben, verbogen und das Mikroskop muss in die Revision... :-(

Meine grosse Hoffnung ist, dass dies nicht so ist, dass jemand das Problem kennt und mir eine Antwort hat im Sinne von:
"Ah, dass kenne ich, kein Problem, Du musst einfach darauf achten, dass..." :-)

Danke im Voraus für Infos!
Euer besorgter Harald Andres

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Re: Anfrage technisches Problem Mikroskop

AK_CCM, (vor 6369 Tagen) @ Harald Andres Schmid

Hallo Harald Andres,

dieses Problem kenne ich nur bei (zu) dicken Präparaten bzw. wenn sich zwischen Objektträger und Deckglas zu viel Wasser befindet. Vermutlich fallen dadurch die Adhäsionskräfte kleiner aus, weshalb beim Einschwenken oder Bewegen des Ölimmersionsobjektivs das Ganze eine Eigendynamik entwickelt. Also am besten so dünne Schnitte als möglich und so wenig Wasser wie nötig - lieber im Laufe der Untersuchung noch vor dem Austrocknen einen Tropfen am Deckglasrand nachlegen.

Gruß, Andreas

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Re: Anfrage technisches Problem Mikroskop

Andreas ⌂, (vor 6369 Tagen) @ Harald Andres Schmid

Hallo Harald Andres,

ich würde wie auch Andreas auf zuviel Untersuchungsflüssigkeit unterm Deckgläschchen tippen.
Eine zweite Möglichkeit wäre, dass Du ein anderes Immersionsöl verwendest, das etwas zäher ist und daher etwas mehr auf dem Deckgläschen klebt.

Ersteres kannst Du durch weniger Flüssigkeit beheben, zweiteres entweder durch ein anderes Öl oder durch besonders langsames Einschwenken des Objektivs.

beste Grüße,
Andreas

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Frage

Gelbfieber, (vor 6369 Tagen) @ Harald Andres Schmid

Hallo und guten Tag Harald Andres,

hast du diese Schwierigkeiten auch beim mikroskopieren von Sporen die du durch einen Sporenabwurf gewonnen hast?

Eine gute Zeit
Gelbfieber & Co

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Danke! :-)

Harald Andres Schmid, (vor 6369 Tagen) @ Harald Andres Schmid

Hallo, Andreas, Andreas und Uschi

Danke!
Mir fällt ein Stein vom Herzen, bzw. eine ganze Geröllhalde.
Ich hatte alles versucht, mehr Oel, weniger Oel, dünnere Präparate...

Dass es daran liegt, dass das Deckgläschen "davonschwimmt", das hatte ich nicht gedacht.
*schäm*

Ja, es war auch bei Sporenabwurfpräparaten, bei dünnen wie bei dicken Objekten, aber mit offensichtlich immer zu viel Wasser.

Ich habe vorhin kurz die Ränder des Deckgläschens etwas abgetupft und - voila!
Schon konnte ich die Sporen meines Dachpilzes messen.

Dass mir das Messen in diesem speziellen Falle nichts nützt, (da bei 8 x 6 Tausendstel der Schlüsselschritt: Sporenlänge kleiner oder grösser als 8 Tausendstel nutzlos ist), -
das ist mir jetzt grad so was von wurscht!

Denn:
Mein Mikroskop ist in Ordnung! *freu*!

Danke Euch!

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absaugen

Markus Wilhelm ⌂, (vor 6369 Tagen) @ Harald Andres Schmid

Hallo Harald Andres,

man sollte sowieso nach eingeben des Reagens und dem setzen des Deckgläschens mit einem Papier (ich nehme Papernastücher) etwas abpressen und die überflüssige Flüssigkeit absaugen. Damit erhälst Du transparentere Sicht und bessere Strukturen. Nachteil: immer wenns am schönsten wird, kommt die Luftblase angerauscht....

Viele Grüsse, Markus

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Re: absaugen

Thüringer-Holz, (vor 6369 Tagen) @ Markus Wilhelm

Hey Markus,

genau die pöse ;o) Luftblase die - kenne ich nur zu gut!!

Liebe Grüße

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Re: absaugen

Harald Andres Schmid, (vor 6369 Tagen) @ Thüringer-Holz

Hey Markus,
genau die pöse ;o) Luftblase die - kenne ich nur zu gut!!
Liebe Grüße

Die kommt bei mir immer dann, wenn ich ein besonders wichtiges Detail fotografieren möchte. Dann hängt sie sich dekorativ oben an die entsprechende Zystide oder so..
Ich glaube manchmal, diese Luftblasen denken mit.. :-)
Gruss, Harald Andres

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Re: absaugen

phragmobasidie, (vor 6369 Tagen) @ Markus Wilhelm

Hallo Markus,

Nachteil: immer wenns am schönsten wird, kommt die
Luftblase angerauscht....

...sehr treffend ausgedrückt :)

schöne Grüße
Robin

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Re: absaugen

42, (vor 6369 Tagen) @ Harald Andres Schmid

Ich glaube manchmal, diese Luftblasen denken mit.. :-)

Kein Wunder - das sind bekanntermaßen telepathisch begabte Lebewesen aus M42,
die für ihren kruden Humor in der ganzen Galaxis berühmt sind!

Beste Grüße
Thomas '42' Wallner

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Wassermengen *PIC*

Gelbfieber, (vor 6368 Tagen) @ Harald Andres Schmid

Hallo und guten Tag Harald Andres,

Dass es daran liegt, dass das Deckgläschen "davonschwimmt", das hatte ich nicht gedacht.
*schäm* Ja, es war auch bei Sporenabwurfpräparaten, bei dünnen wie bei dicken Objekten, aber mit offensichtlich immer zu viel Wasser. Ich habe vorhin kurz die Ränder des Deckgläschens etwas abgetupft und - voila! Schon konnte ich die Sporen meines Dachpilzes messen.

meine Versuche haben ergeben das ein „davonschwimmen“ des Deckgläschens nicht an zuviel Wasser zwischen Objektträger und Deckgläschen liegen kann.

Von Vorteil ist natürlich nicht zuviel Wasser anzugeben, da beim auflegen bzw. andrücken des Deckgläschens bei zuviel Wasser mikroskopische Details ausgeschwemmt werden können. Bei Sporenpräparaten werden die Sporen bei zuviel Wasser unter dem kompletten Deckgläschen verteilt und sind, gerade bei 1000facher Vergrößerung teils nur einzeln zu sehen bzw. zu knipsen. Bei geringem Wassereinsatz können die Sporen in der Deckgläschenmitte „gehalten“ werden und sind so auch bei 1000facher Vergrößerung einzeln sowie auch geballt zu finden.
Die Wassermengen habe ich im Bild festgehalten.
Beide Wassermengen habe ich bei einen Sporenabwurfpräparat aufgegeben und nicht gequetscht. Bei beiden Präparaten war fokussieren, justieren und messen problemlos möglich. Das Deckgläschen hat sich nicht verschoben geschweige ist „davongeschwommen“! Einzig bleibt zu erwähnen das das Präparat mit zuviel Wasser sehr empfindlich auf Erschütterung reagiert hat wie z. B. das auslösen eine Fotoapparates auf dem Mikroskop. Bilder füge ich an.

Aus meiner Sicht haftet das Deckgläschen auch bei „großer“ Wassermenge durch die Kapillarwirkung so stark am Wasser/Objektträger das das Objektiv im Oel geschmeidig und „fast ohne Kontakt“ über das Deckgläschen gleiten kann und es nicht verschiebt. So meine laienhafte Ausführung.

Eine gute Zeit
Gelbfieber & Co

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Re: Wassermengen

Harald Andres Schmid, (vor 6365 Tagen) @ Gelbfieber

Hallo, -

Ganz, ganz vielen Dank für diese umfangreiche Doku - inkl. Beispielbilder - zu meiner Anfrage!

Ich werde das alles genauestens austesten.

Um mein Problem wirklich mit Deinen Erfahrung verbinden zu können, müssten wir allerdings Dein und mein Mirkoskop nebeneinanderstellen und Deine und meine Präparate in der Wirkung vergleichen.

Weil:
Du hast sicher ein besseres Mik als ich und präparierst viel sauberer.
So ist es schwierig, zu wissen, ob das, was Du sagst, auf meine Situation übertragbar ist.
Ich habe mit den in den obigen Antworten gegebenen Tipps zum Teil eine Lösung für mein Problem gefunden.
Mit weniger Wasser und nicht zu dicken Präparaten tritt das Phänomen nicht mehr auf.
Konkret:
Ich präpariere "schwimmbadmässig" und das Problem tritt auf, - ich ziehe das "zuviel" an Wasser ab, und das Problem ist gelöst.
Schwierig wird es bei Präparaten, wie heute, bei einer recht "fetten" Lamelle, bei der ich die Cheilozystiden sehen wollte.
Das kleine Lamellenfragment "trägt recht dick auf" und - was soll ich nun tun?
Die Dicke der Lamelle kann ich ja mit möglichst "feinem" Präparieren nicht beeinflussen.
Ich gebe seitlich nachträglich genug Wasser zu, um Luftblasen zu vermeiden - in der Oelimersion ist das ganze dann aber zu dick.
Das heisst, dass ich jetzt nicht soweit quetsche oder nicht quetsche, wie ich möchte, um ein optimales Bild zu erhalten, sondern dass ich einfach unter Umständen viel zu sehr quetschen muss, um eine optimale Dicke zu erhalten...
Das ist das Hauptproblem, dass ich momentan noch habe.
Falls Du dazu noch einen Tipp hast, bin ich natürlich sehr dankbar...
Dein Harald Andres

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Re: Wassermengen

phragmobasidie, (vor 6364 Tagen) @ Harald Andres Schmid

Hallo Harald Andres,

vielleicht sind da manchmal getrocknete Lamellen besser zu handhaben, weil nicht mehr so dick?
Man sollte dann wohl vergleichen mit der frischen L. (wie mich gerade ein freundlicher Herr A.G. drauf aufmerksam machte),
ob sich da Abmessungsunterschiede ergeben, aber vielleicht kann man das bei der frischen L. mit 400-facher Vergrößerung überschlagen.
Das fällt mir als einziges spontan dazu ein, aber ich bin ja nur ein Laie...

Darüberhinaus: ein dankbarer Thread für mich, denn ich hatte auch desöfteren ein Problem mit der Immersion und ahne jetzt,
dass es mindesten zum Teil ebenfalls nur an zu dicken Präparaten oder / und zuviel Flüssigkeit gelegen haben könnte.

schöne Grüße
Robin

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Re: Wassermengen

Gelbfieber, (vor 6364 Tagen) @ Harald Andres Schmid

Hallo und guten Abend Harald Andres,

Schwierig wird es bei Präparaten, wie heute, bei einer recht "fetten" Lamelle, bei der ich die Cheilozystiden sehen wollte. Das kleine Lamellenfragment "trägt recht dick auf" und - was soll ich nun tun?

ehe ich auf deine Beitrag näher eingehe, möchte ich dich bitten ein Foto zu machen auf dem ich nachvollziehen kann wie „dick“ das Fragment aufträgt. Auf diesem Foto sollte der Objektträger und ein Deckgläschen zu sehen sein. Darauf (nicht dazwischen) das Fragment des Pilzes - ohne Wasser! Bitte direkt von oben knipsen.

Eine gute Zeit
Gelbfieber & Co

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Re: Wassermengen

Andreas ⌂, (vor 6363 Tagen) @ Harald Andres Schmid

Hallo Harald,

ein Lamellenschnitt, der in der Tat oft recht dick ist, macht man ja meist um festzustellen, ob Pleurozystiden vorhanden sind, oder um die Lamellentrama anzuschauen. Für beides reicht da 400-fache Vergrößerung zur Beurteilung. Wenn Du dann anschließend Zystiden, Basidien und ähnliche Element genauer sehen und vermessen willst, dann musst Du Dein Präparat eh quetschen - und dann ist es auch nicht mehr zu dick für's 1000er.

beste Grüße,
Andreas