Hallo miteinander,
vor einigen Tagen hatte ich hier auch einen vielversprechenden Täubling eingestellt. Stand vorm Waldrand in der Wiese, südexponiert. Jetzt muss ich kleinlaut einräumen, dass es sich auch nur um den schnöden Speisetäubling handelte.
Die Farbe war ausgeblichen und beige.
Die Haare der Huthautsehr gestaucht, ich vermute das das der Einfluss des Sonnenscheins gemacht hat.
Über weite Bereiche war die Huthaut durch die Witterung total abgeschliffen und nur noch die Subkutis vorhanden.
Ohne das reichlich abgegebene weiße Sporenpulver würde ich heute noch in der falschen Sektion rumrätseln. Die Zeit!! die ich da gelassen habe!
Das Telefonat mit Felix ergab, dass er drei Stückchen von dem Hut eines der älteren Frk erhalten hat. Die Huthaut ist möglicherweise durch den exponierten Standort sehr mitgenommen. Sporenpulver reichlich? Ich weiß es nicht.
Fehler sind wiederholbar und dazu gehört es, Bestimmungen an unvollständig aufgenommenen und beschädigten Pilzen vornehmen zu wollen. Mein "Ersthelfer" in Sachen Täublinge, Udo Luhmann, hat grundsätzlich alle Exsikkate abgelehnt, bei denen das Spp fehlte, keine Angaben zu den Reaktionen mit FeSO4, Guajak, SV und Phenol da waren, die Frk erkennbar beschädigt waren. Wichtig ist auf alle Fälle auch, dass die Trocknung rasch erfolgte; andernfalls kollabiert die Huthaut gerne.
Alles Gute, Jochen.
Hallo liebe Pilzfreunde,
Felix war so nett und hat drei meiner Täublings-Exsikkate mikroskopiert und
mir das Ergebnis mitgeteilt.
Dieser hier
hat sich wie erwartet als Russula pectinatoides (Kratzender Kammtäubling)
bestätigt.
Da der nächste Pilz leider nicht genügend Sporenpulver für eine
Farbbestimmung abgab, ließ sich dieser überaus interessante rot
verfärbende Kandidat lediglich eingrenzen:
Wobei meine Vermutung mit Russula pectinatoides (Verblassender
Birkentäubling) ganz am Ende der in Frage kommenden Kandidaten steht.
Und dann hatte ich noch diesen frühen und außergewöhnlichen Fund - von mir
großspurig als 'Täubling des Tages' tituliert
- der rein optisch
Russula foetens (Stinktäubling) ähnlich anmutete:
Jedoch passt hier weder Standort, noch Geruch oder gar der Geschmack.
Und das ockerfarbene Sporenpulver erst recht nicht, wie mir Felix mitteilte.
Ich danke jedenfalls für die aufgebrachte Zeit und die Mühe für das
Mikroskopieren und Dokumentieren meiner Funde!
LG, Gábor