Schuppige Entoloma sodale und E. brunneoserrulatum *PIC*

interhias ⌂, (vor 6327 Tagen)

Hallo zusammen,

die beiden folgenden Rötlinge stammen wie schon die unten vorgestellte Inocybe vulpinella von einer Münchner Schotterheide.

Entoloma sodale (Montaner Blaustiel-Zärtling) haben wir "klassisch" mit fast glattem Hut gefunden, aber auch diese auffallend schuppige Kollektion:

[image]

[image]

Meine Frage an die Rötlingsfreunde: Darf der das???
Eine Bestimmung als E. poliopus kommt wohl wegen der breiten Cheilozystiden und hellen Farben kaum in Betracht. Und sonst finde ich nix Passendes.

Cheilozystiden:
[image]

Der folgende Rötling gehört wohl in die serrulatum-Gruppe. Wegen der braunen Lamellenschneiden habe ich ihn als E. brunneoserrulatum bestimmt. Einzige Abweichung zur Beschreibung bei Noordeloos sind die etwas breiteren Sporen, die bei meiner Kollektion allerdings von 2-sporigen Basidien stammten.

[image]

[image]

Lamellenschneide vom "serrulatum-Typ":
[image]

Die genauen Beschreibungen zu den Schwammerln und mehr Fotos findet ihr hier (Nr. 1. und 3).

Beste Grüße
Hias

Eintrag gesperrt
11 Aufrufe

Re: Schuppige Entoloma sodale und E. brunneoserrul

KARL, (vor 6325 Tagen) @ interhias

Hallo Matthias

Ich habe das Glück verschiedene Leptonien seit mehreren Jahren, in z.T. großen
Stückzahlen, immer am gleichen Standort, beobachten zu können. Die Schuppigkeit
kann bei der gleichen Art manchmal nur mir der Lupe festgestellt werden und
manchmal ist sie mit bloßem Auge zu sehen. Das scheint mir witterungsabhängig
zu sein.
Das Aquarell von Vello in FE5 zeigt bei E. sodale übrigens ausgesprochen
deutlich abstehende Schuppen.

Abweichungen bei den Sporenmaßen bei E. brunneoserrulatum würden mich nicht stören.
Viele Entolomen sind extrem selten und oft sogar nur von der Typuslokalität bekannt.
Ob es sinnvoll ist, daraus imm er sofort Erstbeschreibungen zu machen, erscheint
mir seit länger Zeit fragwürdig. Die Beschreibungen in der Literatur können die
natürliche Variationsbreite ja gar nicht erfassen.

Die Dokumentation der Funde auf Deiner seite finde ich toll.

LG Karl

Eintrag gesperrt
15 Aufrufe

Re: Schuppige Entoloma sodale und E. brunneoserrul

interhias ⌂, (vor 6324 Tagen) @ KARL

Servus Karl,

danke für deine Einschätzung.

Bei E. sodale könnte ich mir vorstellen, dass der Grad der Hutschuppung von Sippe zu Sippe verschieden ist. Die Witterung konnte in diesem Fall keine Rolle spielen, da wir die "klassische" und die schuppige Form am selben Tag nur ca. 100 Meter voneinander entfernt fanden. Rein makroskopisch hatten wir schon den Eindruck, zwei verschiedene Arten vor uns zu haben, entsprechend überrascht war ich, als ich keine mikroskopischen Unterschiede feststellen konnte (natürlich abgesehen von der HDS-Struktur).

Der Artenreichtum im serrulatum-Komplex ist wirklich irritierend, - je nachdem, wieviel von dem anscheinend instabilen blauen Pigment man findet, landet man bei verschiedenen Arten. Bin gespannt, ob ich am selben Fundort mal eine richtig schön blaue E. serrulatum finde;-)

Gruß aus München
Hias