Achtung - Tsunami Warnung! *PIC*

Ingo, (vor 6324 Tagen)

Hallo Forum,

da scheint ja wieder ein ziemlich durchwachsenes Wochenende hinter uns zu liegen.
In einigen Regionen ist es wohl zu trocken, und die Pilze sind auf Urlaub.
Anderswo wurde zwar gegossen, aber nach mykologischen Schwerpunkten musste
gesucht werden.
Persönlich hatte ich nicht wirklich was erwartet. Nach vier Tagen Tropenhitze
bot sich auf dem Campingplatz der erwartete Anblick. Dort, wo vor Wochenfrist
noch einige Täublinge verharrten, befanden sich nur noch irgendwelche Resthäufchen
- obwohl der Boden noch sehr feucht war.

Dieses Phänomen wurde hier schon öfters berichtet. Wenn es über 25°C geht,scheinen
die meisten Großpilze das Wachstum einzustellen. Ganz besonders muss das auf
sandige Böden zuzutreffen.
Unsere Freunde verfügen halt über Jahrmillionen angehäufte Erfahrungen.

Darüber konnte auch dies hier nicht hinweg täuschen:

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An mindestens drei Tagen in der vergangenen Woche soll es ordentlich gewässert haben.
Keine Ahnung, wie viel es insgesamt war. Ich müsste irgendwann austesten, wie schnell
das Wasser in solch einem Messbecher bei 30 Graden verdunstet.

Allerdings gab es da einen schwachen Hoffnungsschimmer am Horizont. Versprach
doch die Wetterprognose eine markante Abkühlung für diese Woche, und vielleicht
auch noch etwas Regen am mittlerweile (vergangenen) Sonnabend.

Vereinzelt sollte es in Richtung Oder am Nachmittag Wärmegewitter geben. Und am
späten Abend möglicherweise den Durchzug einer Gewitter-Kaltfront mit Unwetterpotential.
Zumindest bis Berlin solle sie es schaffen.
Na ja, auf so eine Prognose gebe ich schon seit langem nichts mehr. Im Vorjahr
habe ich von diesen "Unwetterfronten" selten eine ins Ziel kommen sehen.
Und die Wärmegewitter? Reine Lotterie!

Bereits gegen 10:00 Vormittags war es an die 30° und nahezu unerträglich schwül.
Der Himmel war blitzeblank und nach Frühstück und der morgendliche Presseschau
würde ich in Kürze zur Abkühlung in den nahe gelegenen See springen müssen.
Pilze gucken? Doch nicht bei dem Wetter!

Soweit zur Theorie. Bis auf einmal ein merkwürdiges Geräusch von Norden her erklang.
Es mag so bei 10:15 gewesen sein und hörte sich an, wie wenn ein Sattelschlepper
eine Fuhre Steine mit Schwung ablädt. Fünf Minuten später das selbe, nur voluminöser.
Sollte es tatsächlich...? Welch ein Glück! Aber wo waren die Wolken? Alles azurblau.
Bis auf ein Stück Himmel Richtung Norden. Ein wenig von Bäumen und einem Hügel
verdeckt, war es da ganz besonders blau. Fast schon tiefdunkelblau.

Genau 8 Stunden später, gegen 18:15 ertönte das letzte dieser Himmelsgeräusche.
Dazwischen gab es keine zehn Minuten, ohne dass von irgendwo ein Grollen ertönte.
Ungelogen – so was hab’ ich noch nie erlebt. Man kennt es eigentlich nur von
Reisebeschreibungen aus den Tropen.

Dabei hatten wir auf dem Campingplatz riesiges Glück. Die Zugbahn der fast
stationären Gewitter streifte uns nur am Rand. Keine 10 km weiter prasselten
nahezu 100 l je qm in zwei Stunden nieder. Bei uns waren es gerade mal 13l/qm
müder Niesel, wie mir mein toller Messbecher offenbarte.
So ganz glücklich war ich während dieser Stunden aber nicht. Vor allem immer
dann, wenn die Kiefern fast den Boden berührten, hegte ich leichte Fluchtgedanken.

Die Bilder aus Presse und TV kennen sicher mittlerweile die meisten. Es sah mancherorts
tatsächlich so aus, wie beim Tsunami in 2004, als die Wassermassen sich ihren
Weg zwischen die Autos bahnten.
Es grenzt fast an ein Wunder, dass das Ganze nahezu ohne Personenschaden
abgegangen ist.

Ein Wort noch zur Wetterprognose: Bei fast jeder Gewitterfront erfolgen seit
einigen Jahren immer wieder Unwetterwarnungen. Allein in diesem Jahr gab es für
unsere Region bestimmt schon deren zehn.
Die meisten davon trafen nicht ein. Das schlimmste Unwetter seit mindestens 1982
vorherzusehen war allerdings Niemand in der Lage. Erst als die Straßen über die
Ufer traten, kamen in lokalen Sendern die ersten Nachrichten dazu.
Übrigens – die Temperatur fiel innert vier Stunden von 30° auf 17°.

Am Sonntag konnte man deshalb sogleich wieder die ersten Früchte des Waldes bestaunen.
Schnellschützen aus der Tintlingsverwandtschaft, frische Knoblauchschwindlinge
und auch Clitocybe gibba.

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Frische Bluttäublinge

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und ein erstes, hoffnungsvolles Erwachen einies Raubtiers,

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was für die kommende Woche ein gutes Omen sein sollte.

Der Schirm der Woche stand schon Freitag da

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und hatte es am Sonntag geschafft, aufzuschirmen. Ich glaub’, die Leute hatte inzwischen andere Sorgen.

Eine schöne Restwoche noch Ingo

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Hallo Ingo *PIC*

Thüringer-Holz, (vor 6323 Tagen) @ Ingo

Am WE habe ich meine erste Blut-Taube für 2009 gesichtet.

Liebe Grüße Felix

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Re: Achtung - Tsunami Warnung!

Thomas Pruß, (vor 6323 Tagen) @ Ingo

Moin Ingo,

" Wenn es über 25°C

geht,scheinen
die meisten Großpilze das Wachstum einzustellen. Ganz besonders muss das auf
sandige Böden zuzutreffen."

Da kann ich dir nur zustimmen. Obwohl wir hier neben den hohen temps auch enorme Regenmengen hatten (mein Regenmesser gurgelte was von 65 l/qm innert eines Tages), der Wald quietschenass ist, war das höchste der Gefühle 3 Rotkappen und 2 Perlpilze.

Vereinzelt sollte es in Richtung Oder am Nachmittag Wärmegewitter geben. Und
am
späten Abend möglicherweise den Durchzug einer Gewitter-Kaltfront mit
Unwetterpotential.
Zumindest bis Berlin solle sie es schaffen.
Na ja, auf so eine Prognose gebe ich schon seit langem nichts mehr. Im
Vorjahr
habe ich von diesen "Unwetterfronten" selten eine ins Ziel kommen
sehen.
Und die Wärmegewitter? Reine Lotterie!

Wärmegewitter sind immer reine Lotterie: Wie oft stand ich schon auf dem Feld in froher Erwartung eines ordentlichen Rumms, aber dann blieb das Gewitter auf der anderen Eiderseite und traute sich nicht rüber!

Ein Wort noch zur Wetterprognose: Bei fast jeder Gewitterfront erfolgen seit
einigen Jahren immer wieder Unwetterwarnungen. Allein in diesem Jahr gab es
für
unsere Region bestimmt schon deren zehn.
Die meisten davon trafen nicht ein.

Der DWD warnt mittlerweile lieber zweimal zuviel als einmal zu wenig. Das Problem ist, dass diese Unwetter oft zu schnell und zu kleinräumig auftreten und daher nicht genau vorher gesagt werden können. Als vor 5 Jahren zwei Tornados durch unser und zwei Nachbardörfer quirlten, waren deren Fronten auch nicht vorhergesagt worden. Ich halte mich seitdem lieber an die Unwetterwarnungen der Unwetterzentrale. Die sind verhältnismäßig kleinräumig aufgelöst - nach Landkreisen und daher genauer. Aber wie gesagt: ein bißchen Glück (wenn man Unwetter fotografieren möchte) oder Pech (wenn dann das Wasser im Keller steht) ist immer dabei. Nur nicht ärgern! ;-)

Ich war gerade noch mal in unserem Truppenübungsgebiet. Pilz-Ergebnis: null, nada, rien. Naja, warten wir aufs Wochenende.
Grüßlis
Thomas

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Re: Achtung - Tsunami Warnung!

Ingo, (vor 6323 Tagen) @ Thomas Pruß

Moin Thomas,

da bekomme ich aber langsam das Staunen. Wenn schon nicht bei Bäumen, so
sollte doch in deinen weitläufigen Fluren was zu finden sein. Keine Champis,
Saftlinge oder andere Wiesenpilze? Hast du vielleicht einen Trupp Lepista
übersehen? Auch Raslinge fühlen sich an allerlei Wegrändern wohl.
Trauen sie vielleicht den Winden nicht?! Suche doch auch mal bei einzelnen
Linden. Ein paar Riesenkremplinge kamen bei uns auch schon ganz ohne Schatten.

Vielleciht am WE. Ich wünsch' dir auf jeden Fall mal viel Erfolg.

GRIngo

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Re: Hallo Ingo

Ingo, (vor 6323 Tagen) @ Thüringer-Holz

Huch, eine Sanguinaria mit Kienappel. Bei dir gibt's wohl doch Kiefern?!
Gekalkt wurde anscheinend auch noch!

LG Ingo

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Re: Achtung - Tsunami Warnung!

Thomas Pruß, (vor 6322 Tagen) @ Ingo

Moin Ingo,
ich staune schon lange, aber es ist wirklich so, dass ich so gut wie nichts finde. Naja, etwas ist schon da: ein paar äußerst fleißige Tintlinge, von denen ich annehme, dass es Hasenpfoten sind, auf einer kleinen Streuobstwiese. und, ja, am letzten WE, als in Friedrichstadt die Rosentage waren fand ich 2 total vergammelte Steinpilze von jeweils ca. 500 g mitten in der Stadt an einer Gracht unter Linden. Aber der Wald ist praktisch pilzleer. Stöckchen drehen mag ich nicht, weil ich dann immer mit der Brille rumhantieren muss. Die weitläufigen Fluren sind tot gegüllt usw.
Nee, ich muss wirklich bis August, September, Oktober usw. warten, dann ploppt es wie wild (hoffe ich). Aber du und die anderen haltet mich ja mit Berichten und Bildern "bei der Stange". ;-)

Vielleicht am WE. Ich wünsch' dir auf jeden Fall mal viel Erfolg.

Vielen Dank!
Grüßlis
Thomas