Haasiella venustissima *PIC*

Peter S., (vor 6316 Tagen)

Gleich noch mal Hallo,

die schwüle Witterung bringt hier bei mir in Magdeburg und Umgebung zunächst nur kleine Pilzlein.
Erstaunt war ich heute, im Westerhüser Park auf Eschenästchen den Zweisporigen Goldnabeling oder auch Duftenden Orangenabeling zu finden. Lt. Literatur sollte der eigentlich das Winterhalbjahr bevorzugen.
Jedenfalls war das Wachstum auf Holz, der deutliche seifig, parfümierte Geruch, das makroskopische Erscheinungsbild und auch die Sterigmenanzahl (2)und die Sporengröße passend, so dass ich zu diser Bestimmung gekommen bin.
Hatte den schon mal jemand im Sommer?

Gruß an alle - Peter

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Re: Haasiella venustissima

Till, (vor 6316 Tagen) @ Peter S.

Hallo, Peter,

also, wenn das Bild die Farben nicht grob verfälscht, kann das nicht Haasiella venustissima sein. Es fehlen ja sämtliche Orangetöne - abgesehen von der Erscheinungszeit, die in der Tat sehr ungewöhnlich wäre. Ich kenne H. v. recht gut aus unseren Auwäldern (habe leider noch kein gutes Digitalfoto, aber da kann vielleicht jemand anders aushelfen).

Schöne Grüße
Till

Gleich noch mal Hallo,

die schwüle Witterung bringt hier bei mir in Magdeburg und Umgebung zunächst
nur kleine Pilzlein.
Erstaunt war ich heute, im Westerhüser Park auf Eschenästchen den
Zweisporigen Goldnabeling oder auch Duftenden Orangenabeling zu finden.
Lt. Literatur sollte der eigentlich das Winterhalbjahr bevorzugen.
Jedenfalls war das Wachstum auf Holz, der deutliche seifig, parfümierte
Geruch, das makroskopische Erscheinungsbild und auch die Sterigmenanzahl
(2)und die Sporengröße passend, so dass ich zu diser Bestimmung gekommen
bin.
Hatte den schon mal jemand im Sommer?
Gruß an alle - Peter

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Re: Haasiella venustissima

Lothar, (vor 6316 Tagen) @ Till

Hallo Till und Peter,
ich vermisse auch das Orange und kann in dem Bild nicht die Art wiedererkennen, die ich als 11jähriger (ca.) einmal in meinem Leben sah - leuchtend orange wie weggeworfene Mandarinenschalen, im dichten Schneetreiben im februarlichen (ca.) Schwäbisch Gmünd.
Würde ich gerne mal wiederfinden ...
LG, Lothar

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Re: Haasiella venustissima *PIC*

Peter W., (vor 6316 Tagen) @ Till

Hallo, Peter,
also, wenn das Bild die Farben nicht grob verfälscht, kann das nicht
Haasiella venustissima sein. Es fehlen ja sämtliche Orangetöne - abgesehen
von der Erscheinungszeit, die in der Tat sehr ungewöhnlich wäre. Ich kenne
H. v. recht gut aus unseren Auwäldern (habe leider noch kein gutes
Digitalfoto, aber da kann vielleicht jemand anders aushelfen).
Schöne Grüße
Till
Gleich noch mal Hallo,

Ich habe die Art zwar noch nicht gesehen, aber Ludwig malt auch eine blasse Form.

Ich kann nur mit einem Bild des Goltblättrigen Nabling dienen.

Gruß Peter

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Re: Haasiella venustissima

Peter S., (vor 6315 Tagen) @ Peter W.

Hallo Till, Lothar und Peter,

zunächst auch hier Danke für Kritik und Zweifel.
Hier habe ich die Zweifel zwar auch und auch lange Überlegt, ob ich das Bild und die Meldung überhaupt reinstelle.
Zunächst erst mal: Meine Vorstellungen vom "Gold"nabeling waren eigentlich vorher auch andere. Bis ich Ludwigs Bildband vor Jahren in der Hand hatte.
Er zeichnet und beschreibt "feucht safranfarben bis kräftig orange, orangebraun, dann verblassend und zuletzt hellgelblich".
Seine Zeichnung des blasseren FRk. entspricht meinem Fund auch in der Farbe.

Allerdings gibt es auch bei Ludwig einen Mangel - es ist einer der wenigen Pilze, den er selbst noch nicht gefunden hat und es deshalb nach anderen Abbildungen nachmalen musste.

Für meine Bestimmung spricht: Vorkommen auf Holz, Größe und Form des Frk. (Trichterlingshabitus), Lamellenfarbe und Stielfarbe wie Hutdfarbe; Stiel mit kurzen Rhizoiden und fasrig übersponnen (beim liegenden Frk. gut zu sehen), der auffallende parfümiert seifige Geruch (angegeben werden in der Lit. Mirabellengeruch, Aprikoseng., Seifeng., Parfümg.,Zedernholzg. wie auch Mehlgeruch); und die konstante Zweisporigkeit (ich habe wirklich viele zweisporige Basidien im Mikro sehen können und keine einzige andere) (vgl. hierzu Ludwigs Anmerkungen zu var. splendissima und zu Singers Aussage von konstanter - 4 - Sporigkeit).

Gegen meine Bestimung spricht eindeutig die falsche Jahreszeit und
schöner wärs, die Frk. wären wirklich orange.
Ersteres erscheint mir zwar außergewöhnlich aber durchaus vorstellbar, letzteres zwar makelhaft aber eben, wie Ludwig eben auch zeichnet, möglich.
Und vermadeleit ist, dass die Dinger auch über Nacht noch nichts von ihrem angeblich gelb bis hellocker oder sogar rosa SPP hergegeben haben.
Wäre dem so, dann wäre ich mir ganzb sicher - so bleibt auch bei mir ein Zweifel.

Was ich aber überhauopt nicht weiß, was könnte es denn sonst sein, was trichterlingsähnlich daher kommt, auf Holz wächst, einheitlich in Hutfarbem, Stielfarbe und Lamellenfarbe brünlich - orange Töne hat und konstant zweisporig ist?

Was ich beim Rumgoogeln festgestellt habe, dass nicht wenige web - Seiten tatsächlich die hier von Peter gezeigte Omphalina chrysophylla unter dem Namen von Omphalina venustissima zeigen.

Beste Grüße - Peter

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Re: Haasiella venustissima

Andreas ⌂, (vor 6312 Tagen) @ Peter S.

Hallo Peter,

nur ganz kurz, da sehr in Eile - heute abend hoffentlich noch ein Nachtrag.

Dein Pilz ist mit Sicherheit nicht Haasiella venustissima, die ich gut kenne von relativ vielen Funden im Ludwigsburger Raum in den 90er Jahren. Deine Pilze zeigen Farben, die Haasiella niemals bekommt und die Fruchtkörper sind auch zu robust, vor allem im Stiel, sein Habitus ist eindeutig Nabelingsartig. Haasiella hätte zudem feine gelifizierte Schüppchen an der Stielspitze und auf dem Hut.
Mikroskopisch fällt Haasiella durch metachromatische Sporen auf, ähnlich wie das bei Macrolepiota ja der Fall ist. Kannst Du ja mal testen, mit Brilliantkresylblau wenn Du das zur Hand hast. Es solten aber glaube ich reife Sporen vorliegen, ich weiß nicht sicher ob Metachromasie bei unreifen Sporen überhaupt funktioniert

Es gibt zweisporige Clitocyben, ich glaube lituus ist so eine Art. Das aber ohne Gewähr nur aus dem Gedächtnis. Deinen Pilz halte ich jedenfalls für eine Clitocybe.

beste grüße,
Andreas

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Re: Haasiella venustissima

Peter S., (vor 6312 Tagen) @ Andreas

nur ganz kurz, da sehr in Eile - heute abend hoffentlich noch ein Nachtrag.

Hallo Andreas,

danke für Deine Darstellung.
Dein angekündigter Nachtrag wäre mir sehr willkommen und wenn Du Zeit hast wäre es schön, Du würdest noch schreiben, was Du noch weist.
Die angesprochene Clitocybe lituus hat für mich immer noch keine richtigen Konturen - ich weiß nicht so richtig was das ist. Zu unterschiedlich erscheinen mir die Beschreibungen und Darstellungen von Ricken, Consiglio und in MHK, als dass sie wirklich alle ein und denselben Pilz darstellen könnten.
Zudem soll sie geruchlos sein - das waren meine Pilze mit Sicherheit nicht.
Die ebenfalls 2 - sporige C. pruniodora soll hingegen obstartig riechen, mediterran verbreitet sein und lt. Horak synonym sein.

Aber ihr alle habt mich inzwischen überzeugt - für H. venustissima muss ich doch noch ein bischen weitersuchen.

Interessieren würde mich natürlich schon was ich da im Westerhüser Park gefunden habe.

Beste Grüße - Peter

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Re: Haasiella venustissima

Klaus, (vor 6309 Tagen) @ Peter S.

Hallo Peter,
ich sehe Deinen Beitrag mit ziemlicher Verspätung. Clitocyben überspringe ich ja meist, wie ich gestehen muss. Aber wenn ich von diesem merkwürdigen Geruch lese, wird es ja doch interessant. Das meiste habt Ihr bereits erläutert. Meine Anmerkung: Ich hatte vor zig Jahren im Schwäbisch-Fränkischen Wald mal eine kleine Clitocybe, die ähnlich aussah und die ich nur näher untersucht habe, weil sie einen deraRT auffälligen Geruch aufwies. Der Pilze ließ sich ziemlich eindeutig als Clitocybe osmophora bestimmen. An eine Zweisporigkeit kann ich mich allerdings nicht mehr erinnern. Nun schreibt Erhard in seinem Kompendium (Band 1: 321 f.), dass diese Art zwar überwiegend, jedoch nicht ausschließlich viersporig sei. Im Gegensatz zu dem, was Horak schreibt. Dessen Synonymisierung von pruniodora mit lituus halte ich im übrigen für recht abenteuerlich. In irgendeiner alten ZfP gab es mal was von Helmut Schwöbel über osmophora. Da müsste ich aber erstmal nachblättern. Erhard kombiniert die Art übrigens zu Lyophyllum um. Aber wer achtet schon auf die siderophile Granulation der Basidien ...
Herzliche Grüße
Klaus

Hallo Andreas,
danke für Deine Darstellung.
Dein angekündigter Nachtrag wäre mir sehr willkommen und wenn Du Zeit hast
wäre es schön, Du würdest noch schreiben, was Du noch weist.
Die angesprochene Clitocybe lituus hat für mich immer noch keine richtigen
Konturen - ich weiß nicht so richtig was das ist. Zu unterschiedlich
erscheinen mir die Beschreibungen und Darstellungen von Ricken, Consiglio
und in MHK, als dass sie wirklich alle ein und denselben Pilz darstellen
könnten.
Zudem soll sie geruchlos sein - das waren meine Pilze mit Sicherheit nicht.
Die ebenfalls 2 - sporige C. pruniodora soll hingegen obstartig riechen,
mediterran verbreitet sein und lt. Horak synonym sein.
Aber ihr alle habt mich inzwischen überzeugt - für H. venustissima muss ich
doch noch ein bischen weitersuchen.
Interessieren würde mich natürlich schon was ich da im Westerhüser Park
gefunden habe.
Beste Grüße - Peter

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Re: Haasiella venustissima

Peter S., (vor 6309 Tagen) @ Klaus

Hallo Klaus,

das ist doch mal ne Spur!
Ich danke Dir ausdrücklich.
Auf den Gedanken war ich noch gar nicht gekommen.
Ich hab mir grad mal das Portrait von Contu aus den FND Nr. 9 über diese Art geholt.
Ich melde mich noch mal dazu.

Gruß Peter

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@Klaus

Peter S., (vor 6309 Tagen) @ Klaus

Hallo nochmal,

ich habe mir eben mal den Beitrag von Schwöbel ZfP 35 (1969)S. 93/94 durchgelesen. C. osmophora ist danach tellerig - flach und grundsätzlich 4 - sporig mit Sporen von 4 - 5 x 2,5 - 3 µm.
Ich stelle mir den Pilz so vor (auch nach Einblick in Ludwigs Tafeln und nach einer Abb. aus Fungi Arctica) wie den den Rudi hier vorgestellt hatte.

Beitrag 151086

(bitte in Browser kopieren)

Aber Schwölbel gibt eindeutige Hinweise auf die 2 - sporige C. pruniodora - und da muss ich wohl noch ein bischen suchen.

Also vielen Dank für Deine Hinweise.

Beste Grüße - Peter

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Re: @Klaus

Rudi, (vor 6309 Tagen) @ Peter S.

Hallo Peter

bin zwar nicht Klaus, aber jetzt doch sehr interessiert- kannst du evtl. den Artikel mir irgendwie zukommen lassen???
Das wär doch prima, wenn du mir das Schwammerl bestimmt hast!

LG Rudi

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Re: @Klaus

Peter W., (vor 6309 Tagen) @ Rudi

Hallo Peter
bin zwar nicht Klaus, aber jetzt doch sehr interessiert- kannst du evtl. den
Artikel mir irgendwie zukommen lassen???
Das wär doch prima, wenn du mir das Schwammerl bestimmt hast!
LG Rudi

Sende ich dir, dass mein scanen einen Sinn hatte.

Gruß Peter Welt

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Re: @Klaus

Peter S., (vor 6309 Tagen) @ Peter W.

Sende ich dir, dass mein scanen einen Sinn hatte.
Gruß Peter Welt

Danke Namensvetter - wollt schon grad zum Kopierer laufen und es an Rudis Praxis faxen - so gehts natürlich einfacher wenn Dus schon als Scan hast.

Gruß Peter Specht

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Re: @Klaus

Peter W., (vor 6309 Tagen) @ Peter S.

Danke Namensvetter - wollt schon grad zum Kopierer laufen und es an Rudis
Praxis faxen - so gehts natürlich einfacher wenn Dus schon als Scan hast.
Gruß Peter Specht

Ja Peter, den Scan wollte ich dir eigentlich senden, da ich nicht wusste ob du die Zeitschrift hast. So hat er aber noch seinen Sinn erfühlt.

Gruß Peter

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@Rudi

Peter S., (vor 6308 Tagen) @ Rudi

Das wär doch prima, wenn du mir das Schwammerl bestimmt hast!

Hallo Rudi,

davon kannst Du mitnichten ausgehen.

Zu unterschiedlich ist, was in der Literatur über C. osmophora geschrieben steht. Contu beschreibt und zeigt in FND IX einen von Deinem Pilz vollständig abweichenden Pilz, der auch was völlig anderes ist, als das was Gulden und Ludwig darunter verstehen.

Es tummeln sich in der Gattung Clitocybe so viele Namen und völlig unterschiedliche, teilweise absolut gegensätzliche Ansichten zu vielen Arten.
Und das allerschlimmste ist, dass es nicht einmal eine vernünftige und umfassende Arbeit über die europäischen Arten gibt, bei der sich abgeschriebene Fehler und Irrtümer nicht fortsetzen würden.
Schade dass Clitocyben nicht so eine Lobby wie Russula, Cortinarius oder Boletus haben und von vielen eben mangels vernünftiger Schlüssel und Abbildungen gleich im Wald oder auf der Wiese gelassen werden. Europaweit gibt es wohl keinen einzigen Experten, der sich dieser Gattung (mit Ampulloclitocybe und Infundibuliformis und der allgemein nicht anerkannten Gattung Singerocybe sind es ja schon mehrere)widmet.
Wenn Du Deine Cocos - Clitocybe wiederfindest wäre ich jedenfalls sehr interessiert - sag dann mal bitte Bescheid.

LG Peter

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Re: @Rudi

Rudi, (vor 6308 Tagen) @ Peter S.

Hallo Peter,

davon kannst Du mitnichten ausgehen.

ich habs schon befürchtet..

Wenn Du Deine Cocos - Clitocybe wiederfindest wäre ich jedenfalls sehr
interessiert - sag dann mal bitte Bescheid.

na klar, es wird wohl aber noch ein paar Tage dauern...

LG Rudi