zaphod999 *PIC*

Klaas, (vor 6305 Tagen)

Hallo zusammen,

mit Prognosen wie "Jetzt gehts endlich los" bin ich zurückhaltend geworden, das hatte ich schon zu oft gedacht und mir am nächsten Tag die Hacken wund gelaufen, nur um 2 oder 3 Allerweltspilzchen zu finden.
Meine ersten Sommersteinis, "es geht los, juhu" - wochenlang nichts. Dann ein paar Pfifferlinge, Tauben, Amaniten und zerstreut ein paar weitere Röhrlinge - und wieder mehrere Wochenenden gähnende Leere.
Also nun ganz vorsichtig gesagt: die letzten Wochenenden bin ich manchmal und zufällig wohl zur richtigen Zeit am passenden Ort. Um WI herum schießen die Hainbuchen-Raufüße wie "Unkraut" aus dem Boden. Weitere Röhlinge, Täublinge, Milchlinge, Risspilze und einiges Andere gesellt sich zaghaft hinzu, es fängt langsam an, wieder Spaß zu machen. Das Dumme an der Sache: mit den Pilzen fängt wohl auch meine Fragerei wieder an...

Ich leg dann mal los. Heute in der Kiefern-Eichen-Steppe bei Mainz gab es so Manches. Die schönen Teppiche vom Blutroten Storchschnabel sind nur noch Erinnerung, dafür endlich Pilziges. Am Wegrand überall Risspilze, da bin ich zu blöd für, aber auch für die folgenden Pilze.
Den Grubigen kenne ich nicht, aber der passt mir hierfür nicht. Oder doch?
Milch nicht sehr reichlich (Wetter heiß und trocken), erst nach längerer Zeit gilbend, scharf. Vll. auch L. zonarius? Oder ganz andere Baustelle?

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Bei denen hier hatte ich spontan an einen Tellerling gedacht, so riesig kenne ich aber noch keine. Hut locker über 20 cm, Stiel bis 5 cm, Geruch süßlich, leicht mehlig. Auffällig fand ich die grünlich-gelben Lamellen bei den jungen (kommt auf dem Bild nicht so richtig, das Grün). Wahrscheinlich hau ich mit Rhodocybe voll daneben...

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Die Sternchen kann ich auch nicht zuordnen, dummerweise hab ich nur den Kleinsten eingepackt:

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Und noch eine Entoloma - wie viele schwarz-gesägtblättrige gibts davon? Sicher zu viele für mich...

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Ansonsten gabs noch ein paar alte Bekannte, aber nix Besonderes.
Schon mal danke für die möglichen Tipps und viele Grüße,
Klaas

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Upps, Betreff vergessen->S.O.S Bestimmungshilfe ;) *oT*

Klaas, (vor 6305 Tagen) @ Klaas

- kein Text -

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Re: zaphod999

HARZPILZCHEN, (vor 6305 Tagen) @ Klaas

Den Grubigen kenne ich nicht, aber der passt mir hierfür nicht. Oder doch?
Milch nicht sehr reichlich (Wetter heiß und trocken), erst nach längerer Zeit
gilbend, scharf. Vll. auch L. zonarius? Oder ganz andere Baustelle?

Meine Vermutung wäre auch Lactarius zonarius, oder sind die Blätter etwa queradrig verbunden?

Bei denen hier hatte ich spontan an einen Tellerling gedacht, so riesig kenne
ich aber noch keine. Hut locker über 20 cm, Stiel bis 5 cm, Geruch
süßlich, leicht mehlig. Auffällig fand ich die grünlich-gelben Lamellen
bei den jungen (kommt auf dem Bild nicht so richtig, das Grün).
Wahrscheinlich hau ich mit Rhodocybe voll daneben...

wahrscheinlich Leucopaxillus tricolor

Die Sternchen kann ich auch nicht zuordnen, dummerweise hab ich nur den
Kleinsten eingepackt:

sehen sehr interessat aus, sehr schwer...

Und noch eine Entoloma - wie viele schwarz-gesägtblättrige gibts davon?
Sicher zu viele für mich...

und noch schwerer!!

LG Hartmut

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Nr.2 toller Fund...

Christoph G, (vor 6305 Tagen) @ Klaas

...das ist Lecopaxillus compactus der dreifarbiger Krempenritterling, wohl wirklich eine Rarität.
Der Milchling sieht auch interessant aus...
Schöne Funde...:-))

LG Christoph

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Re: Nr.2 toller Fund...

Klaas, (vor 6305 Tagen) @ Christoph G

Hallo Hartmut und Christoph,

danke sehr! Nach etwa 5 Kilo Papier auf dem Tisch (mehr wirds leider nicht) und ohne Adleraugen denke ich auch, das könnte dieser Leucopaxillus sein. Falls jemand Interesse fürs Mikro hat, ich hätte was abzugeben.
Zum Milchling: nein, da ist nichts Queradriges zu finden. Dann wäre das ggf. die var. scrobipes?
Bei den Sternen und der Entoloma habe ich Derartiges wohl schon zurecht befürchtet.
Erschreckend, kaum sind Pilze da und schon hat sich meinerseits völlige Unsicherheit eingestellt. Hoffentlich ändert sich das nicht so schnell...
Schöne Grüße,
Klaas

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Re: Nr.2 toller Fund...

Christoph G, (vor 6305 Tagen) @ Klaas

Hallo Klaas,

das IST dieser Leucopaxillus (compactus).Es gibt m.M. wenige Raritäten, die schon nach Bild auch ohne Mikros so eindeutig einfach anzusprechen sind.Ich hab das Glück gehabt, die schon recht oft zu finden, da sie offensichtlich in BW bei uns im Bodenseegebiet ihren Verbereitungsschwerpunkt hat. Die Art ist in vielen Teilen Deutschlands wohl wirklich sehr selten oft auch fehlend. Prüf mal, ob die bei Euch in der Mainzer Gegend uebrhaupt schon nachgewiesen ist, oder ob Dein Fund ein Erstfund ist.

Lg Christoph

Hallo Hartmut und Christoph,
danke sehr! Nach etwa 5 Kilo Papier auf dem Tisch (mehr wirds leider nicht)
und ohne Adleraugen denke ich auch, das könnte dieser Leucopaxillus sein.
Falls jemand Interesse fürs Mikro hat, ich hätte was abzugeben.
Zum Milchling: nein, da ist nichts Queradriges zu finden. Dann wäre das ggf.
die var. scrobipes?
Bei den Sternen und der Entoloma habe ich Derartiges wohl schon zurecht
befürchtet.
Erschreckend, kaum sind Pilze da und schon hat sich meinerseits völlige
Unsicherheit eingestellt. Hoffentlich ändert sich das nicht so schnell...
Schöne Grüße,
Klaas

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Re: Nr.2 toller Fund...

Klaas, (vor 6305 Tagen) @ Christoph G

Hallo Christoph,
bitte verzeih meine Ungläubigkeit=Unsicherheit! Bin inzwischen darauf programmiert, dass Vieles nur noch nach Mikromerkmalen sicher bestimmbar ist. Das bringt etwas Unruhe in mein Tun ohne Mikroskop. Anfangs dachte ich, das IST der und der, nach meinen lächerlichen 2 Jahren dabei bin ich makroskopisch vielleicht zu sehr oder völlig zurecht verunsichert, besonders bei meinen Erstfunden. Meine Deutung in Richtung Tellerling spricht wohl Bände. Ich verneige mich (noch immer etwas unsicher/ungläubig) vor Wissen, welches ich hoffentlich auch einmal in ferner Zukunft erreichen werde. Ohne blöden Scherz diesmal.
Allerdings glaube ich nicht an einen "Erstfund", den Wald dort gibts schon durchaus länger als mich, in solchen Mengen (großflächig müssten es etwa 40 gewesen sein) dürfte er bereits irgendwem zuvor aufgefallen sein. In einem solchem Gebiet ist doch sicher noch wer anders unterwegs, oder nicht?
Ich versuche, zu prüfen...
Danke Christoph!
Klaas

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betr. Leucopaxillus

Till, (vor 6304 Tagen) @ Klaas

HAllo,

der Dreifarbige ist auch im südostbayerischen Alpenvorland keine Seltenheit (mehr). Auf unserer Exkursion am vergangenen Samstag wurde er gleich von zwei Teilnehmern aus ihrem jeweiligen Hauswald mitgebracht (einer davon aus dem angrenzenden Oberösterreich); insgesamt sind uns jetzt ca. ein Dutzend Standorte bekannt. Interessanterweise wächst er bei uns nicht nur in Kalkbuchenwäldern, sondern auch in Birkenmooren, wo er manchmal sogar zwischen den Heidelbeeren vorkommt. Ich wäre sehr daran interessiert, ob vergleichbare Beobachtungen auch in anderen Gegenden gemacht wurden.In der Literatur konnte ich darüber bis jetzt nichts finden.

Schöne Grüße
Till

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Re: betr. Leucopaxillus

Klaas, (vor 6303 Tagen) @ Till

Hallo Till,

zur Verbreitung kann ich natürlich nichts sagen, nur nochmal zum Standort meiner Funde: ein ehemaliger Truppenübungsplatz, trocken und glühend heiß, Sandboden, zwischendrin grasige Hügel mit Eichen (und Kiefern), auf die sich die Pilze retten. Buchen oder andere Bäume sind mir dort noch nicht aufgefallen. Wenn ich es auf der Karte richtig deute, müsste das dort der Übergang zwischen dem "Großen Sand" und dem "Lennebergwald" mit seinen Eichen und Kiefern sein.
Viele Grüße,
Klaas

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Re: betr. Leucopaxillus

Till, (vor 6302 Tagen) @ Klaas

Hallo, Klaas,

das spricht auf jeden Fall dafür, dass er wärmeliebend ist, wobei wir wieder mal bei der Klimaerwärmung wären. Und normalerweise sind Sandböden eher sauer bzw. kalkhaltige Sandböden die Ausnahme. Irgendwann müssen sich halt mal die Veränderungen u. neuere Beobachtungen auch in der Fachliteratur niederschlagen.

Schöne Grüße
Till

Hallo Till,

zur Verbreitung kann ich natürlich nichts sagen, nur nochmal zum Standort
meiner Funde: ein ehemaliger Truppenübungsplatz, trocken und glühend heiß,
Sandboden, zwischendrin grasige Hügel mit Eichen (und Kiefern), auf die
sich die Pilze retten. Buchen oder andere Bäume sind mir dort noch nicht
aufgefallen. Wenn ich es auf der Karte richtig deute, müsste das dort der
Übergang zwischen dem "Großen Sand" und dem
"Lennebergwald" mit seinen Eichen und Kiefern sein.
Viele Grüße,
Klaas

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Re: betr. Leucopaxillus

Klaas, (vor 6302 Tagen) @ Till

Hallo Till,

ich kenne die Gegend nicht besonders, da ich dort recht neu bin. Nachdem was ich gelesen habe, scheint es dort aber schon immer ordentlich trocken und warm gewesen zu sein (was nicht von einer Klimaerwärmung ablenken soll). Beim Kalkgehalt bin ich unsicher, zumindest ist es das bisher einzige Gebiet um Wiesbaden herum auf meiner Liste, in dem ich auf weitere Funde von kalkholden Pilzen hoffe. Der Boden dort stammt wohl aus Flugsand vom Rheintal, so manche Pflanze spräche auch für Kalk, insofern bin ich noch Guter Dinge... ;)

Viele Grüße,
Klaas