Halloween im Unterholz *PIC*

Ingo, (vor 6204 Tagen)

Hallo Leute,

angesichts der hier in den vergangenen Tagen gezeigten Hammerfunde überkommen mich gerade
leichte Zweifel, ob ich mit meinem banalen Zeugs noch irgendwen hinterm Ofen hervor locken kann.

Wer von uns wohnt schon alles in exponierten Kalkgebieten, zusammen mit grünen, violetten und gelben
Klumpfüssen?! Mich für meinen Teil würde es allerdings etwas überfordern. Hatte ich übrigens schon
mal erwähnt, dass mir bisher auch noch nie ein leibhaftiger Saftling begegnet ist?

Da bleibt einem wohl oder übel nur die "Hausmannskost", auf die man so in der Brandenburgischen
Streusandbüchse trifft. Das erhöht allerdings die Chancen, daß es hier ein paar Leute gibt, die sich damit
etwas auskennen.

An Pilzen mangelt es im Moment nämlich nicht. In meinem Wandlitzer Buchenrevier traf ich welche an, die
laut Literatur zu Tausenden auftreten können. Obwohl ich dort seit knapp 20 Jahren regelmäßig aufkreuzte,
hatte ich bisher noch nie das Vergnügen:

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Auf den ersten Blick sah es aus, als würden irgendwelche Gräser keimen. Allerdings wuchsen die
grazilen Fruchtkörper direkt auf dem Buchenlaub. Tausende war auf jeden Fall stark untertrieben.
Es sollte sich wohl, mangels Alternativen, um Macrotyphula filiformis, die Binsen-Röhrenkeule handeln.

Mit dem nachfolgenden Fund könnte es Kummer geben, denn ich habe ihn im Wald gelassen.
Ganz bestimmt der ungesicherte Erstfund der berühmten, goldgelben Helmlingskoralle.

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Bislang hatte ich dort immer nur Ramaria stricta gefunden. Da der Fruchtkörper recht jung war,
konnte ich manches Detail erst auf dem heimischen Computer erkennen. Wohl eher was anderes
als R. stricta. Eventuell Verwandtschaft von R. aurea. Kann da eine was mit saurem Buchenwald?

Ebenfalls von dort und in Massen:

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Welcher der Beiden ist es denn nun? Vom Biotop her sollte Stropharia caerulea eher auf kalkhaltigen
Böden zu finden sein. Leider habe ich nicht daran gedacht, ein Bild von den Lamellen anzufertigen.

Etwas einfacher ist es hier:

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andeutungsweise zu erkennen – der rötliche Hutrand. Der Herbstrotfuß ist eigentlich der
einzige seiner Art in dem Revier. Bis auf den einen Rubellus, den ich in 2006 dort mal fand.

Leider sehr rar in diesem Jahr – das einzige, kulinarisch verwertbare Büschel Hallimasch.

[image]

Vor drei Jahren standen sie dort etwa so zahlreich wie die Röhrenkeulen. Kommen die nun noch, oder
kann ich sie als Beinahe – Totalausfall verbuchen? Immerhin gab es noch ein gutes Pfund LILA (Lepista nuda)
zur Entschädigung. Die Bilder davon stehen noch im Pilzbuch.

Eine Begegnung der dritten Art gab es doch noch.

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Nicht der kleine Becher, sondern die gelben Mini Lampions. So was habe ich bisher weder in Natura,
noch hier im Forum gesehen. Die fühlten sich recht robust an.

Ein kleiner, etwas unscharf geratener Bildausschnitt zeigt,

[image]

daß die Teile sogar schwarze Stielchen hatten. Moose, Schleimpilze oder doch nur ein verspäteter
Helloweenumzug am 1. November? Kann mir da wer weiter helfen? Der Becher dürfte wohl wieder
aus dem Umfeld von Peziza varia stammen.

Vielen Dank schon mal und LG Ingo

p.s. von Saftlingen darf ich wohl noch weiter träumen

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Re: Halloween im Unterholz

Lothar, (vor 6204 Tagen) @ Ingo

Hallo Ingo,

Moose, Schleimpilze oder doch nur ein verspäteter

Helloweenumzug am 1. November?

... das ist auf jeden Fall ein "Schleimpilz". Leider ist die Kollektion mit Sicherheit noch unreif, so dass ich Dir nicht sagen kann, welche Art eventuell dabei herauskommt.
LG, Lothar

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Re: Halloween im Unterholz

Ingo Wagner, (vor 6204 Tagen) @ Ingo

Hallo Namensvetter!

Beim Träuschling geht die Tendenz deutlich zu caerulea wegen des fehlenden Ringes. Eine Unterscheidung aufgrund des Bodensäuregehaltes habe ich noch nicht gehört, dann schon eher aufgrund des Nährstoffangebots.

VG Ingo W

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Re: Halloween im Unterholz

Peter S., (vor 6204 Tagen) @ Ingo

laut Literatur zu Tausenden auftreten können. Obwohl ich dort seit knapp 20
Jahren regelmäßig aufkreuzte,
hatte ich bisher noch nie das Vergnügen:
Auf den ersten Blick sah es aus, als würden irgendwelche Gräser keimen.
Allerdings wuchsen die
grazilen Fruchtkörper direkt auf dem Buchenlaub. Tausende war auf jeden Fall
stark untertrieben.
Es sollte sich wohl, mangels Alternativen, um Macrotyphula filiformis, die
Binsen-Röhrenkeule handeln.

Hallo Ingo,

irgendwie müssen Pilze ein Fernkommunikationssystem haben und sich verabreden, wann sie an die Oberfläche treten.
Da gehst Du täglich den gleichen Waldweg lang und an irgendeinem verabredten Tag steht eine Art plötzlich an allen möglichen Stellen.
Auch in meinem Dünen - Hauswald mit Kiefern, Robinien, Eichen und Birken habe ich die Binsen - Röhrenkeule seit 12 Jahren erstmalig gefunden.

Und da ich die Streusandbüchse Brandenburg ja auch gut kenne - ich komme eigentlich von da - versuch doch mal Dein saftlingsloses bisheriges Leben in einer alten Kiesgrube in ein conicaschongesehenes Leben umzuwandeln. Ich bin da jedenfalls öfter mal fündig geworden.

Gruß Peter

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Re: Halloween im Unterholz

Ingo, (vor 6204 Tagen) @ Lothar

... das ist auf jeden Fall ein "Schleimpilz". Leider ist die
Kollektion mit Sicherheit noch unreif, so dass ich Dir nicht sagen kann,
welche Art eventuell dabei herauskommt.

Hallo Lothar, vielen Dank.
Das es Myxos sein sollten, war mir nicht 100%-ig klar, Die Teile hatten sich
tatsächlich ein wenig wie Plastik angefühlt. Also eher wie irgendwelche
Pflanzenkapseln. Schade, dass man sie oftmals nur registriert, wenn man
eigentlich etwas Anderem auf der Spur ist.

Grüßlis Ingo.

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Re: Halloween im Unterholz

Ingo, (vor 6204 Tagen) @ Ingo Wagner

Hallo Namensvetter!
Beim Träuschling geht die Tendenz deutlich zu caerulea wegen des fehlenden
Ringes. Eine Unterscheidung aufgrund des Bodensäuregehaltes habe ich noch
nicht gehört, dann schon eher aufgrund des Nährstoffangebots.

Call back,

ich hatte mich da an den Standortangaben im BW Band 4 orientiert. Grünspan sauer,
caerulea eher auf kalkhaltigem Grund. Vermutlich ist es tatsächlich eher eine
Frage des Nährstoffangebotes. In diesem Buchenwald findet man auschließlich
die Art mit dem kaum wahrnehmbaren Ring. Die mit den deutlichen Ringen stehen
momentan bei uns im sandigen Kiefernwald. Da es sich um Folgezersetzer handelt,
dürfte der Nährstoffgehalt der Böden Standortpriorität haben.

*ggg* und vielen Dank - Ingo K

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Re: Halloween im Unterholz

Ingo, (vor 6204 Tagen) @ Peter S.

eigentlich von da - versuch doch mal Dein saftlingsloses bisheriges Leben
in einer alten Kiesgrube in ein conicaschongesehenes Leben umzuwandeln.

Grüßlis Peter,
ganz so ernst war das von mir nicht gemeint. Ich mache es eher wie du, und warte
ab, bis sich die Saflinge mal auf meiner Standarttour blicken lassen.
Selbst, wenn das noch 12 Jahre dauern sollte. ;o))

LG Ingo