Pilze zur Unzeit *PIC*

Ingo, (vor 6197 Tagen)

Hallo Forum,

schon merkwürdig. Da schaute ich gestern im Zweiten fern und wartete auf das Journal. Statt dessen gab
es eine Portion Geschichtsbewältigung. Als die vorbei war, hatte ich vollkommen die Zeit verpeilt.
Unnötig zu erwähnen, dass die Ascofraktion hier im Forum sofort zur Stelle war. Gut so! ;o)

Ich bin mir nicht ganz schlüssig, ob ich mit ebensolchen kontern sollte. Obwohl – die welche ich unter Ascos’
verstehe, werden von den Stöckchendrehern gemeinhin gar nicht als solche wahrgenommen.
Dabei können sie mitunter ein merkwürdiges Verhalten an den Tag legen. Dazu vielleicht später mehr.

Zuerst möchte ich euch mit banalen Pilzbildern quälen. Wider Erwarten hatten Nachtfrost und Dauerregen
es nicht geschafft, den Herbstpilzen Einhalt zu bieten. Vielmehr scheint es nun bei einigen Arten erst richtig
los zu gehen. Einen Grund zum Abgesang der Pilzsaison sehe ich auch nicht, da momentan einige
Wetterprognosen auf eine Wiederholung der “Wintersaison“ 2006 hindeuten. Ich wär’ nicht traurig.

So war ich erfreut, noch einmal zwei frische Halsbandritterlinge anzutreffen. Damit es nicht langweilig wird,
gibt es eben ein paar andere Ritterlinge zu sehen.
[image]
Manchmal verstehe ich das Artkonzept nicht ganz, aber für mich laufen die immer unter T. terreum.

Weil sich Ritterlinge hier immer größerer Beliebtheit erfreuen, hier noch ein paar ganz schicke:
[image]
Ihr (Seifen) Duft machte diesmal tatsächlich ihrem Namen alle Ehre.

Einige Arten trafen etwa 4 Wochen später ein, als im Vorjahr. Ausreißer ausgenommen.
[image]
Getropfte Ritterlinge unter Kulturpappeln.

Auch die nähere Verwandtschaft ließ sich nicht lumpen. Der Hauptschub scheint in diesem Jahr
mal wieder erst Mitte November zu kommen. Wie in 2006!
[image]
Zu jung zum sterben...;-)

Die weitläufige Verwandtschaft mit den hypotetischen Wachsblättern brachte erste frostharte Vertreter:
[image]

während sich bei nahezu jeder zweiten Birke mit genügend Kräutern im Umfeld Hedrich’s Schnecklinge
breit machen.
[image]

Selten hier gezeigt, jedoch nichts Außergewöhnliches an Kiefernstümpfen:
[image]
Muschelkremplinge (Tapinella panunoides)...

...und zu Hunderten an allen Wegrändern diese gigantischen Ramarien:
[image]
Zumindest im Makromodus. In Natura sind sie maximal zwei Zentimeter hoch und nur wenig breiter.
Wer meine Reviere kennt, sollte einen Tipp wagen können.

Ich fürchte, die Schlauchpilze bleiben für Heute im Zwinger. Statt dessen kann ich noch etwas Rotes anbieten.
[image]

Für Amaniten war es ein extrem schlechtes Jahr. Amanitopsis fand überhaupt nicht statt. Nach Ende der
Dürre im September gab es auch keine pantherina, phalloides, rubescens und gemmata mehr.
Nur ein paar citrinas. Hatte ich Übrigen erwähnt, dass auch die Speiseröhrlinge nahezu total ausgefallen
waren? In anderen Jahren gab es bei diesen Bedingungen schon mal eine Maronenschwemme
(nein – keine Kastanien), die es ja gerne mal kühler mögen. Das letzte bessere Steinpilzjahr liegt auch
schon vier Jahre zurück. Allerdings – wenn es so mild bleibt, könnten die Maronen schon noch kommen.

Grüßlis Ingo

Eintrag gesperrt
11 Aufrufe

Re: Pilze zur Unzeit

Kattugla, (vor 6197 Tagen) @ Ingo

...da machst Du mir aber Mut. Jetzt brauche ich nur noch Feierabend so gegen 13:00, dann habe ich sogar was vom erwarteten Pilzsegen. Oder ich geh klassisch mit Kerze und die Sauen nach 18:00 erschrecken... falls mich dann einer fragt, suche ich Totentrompeten. :-)))

Die Ziegenbärte kenne ich noch aus meiner Kinderzeit in der Lausitzer Kieferneinöde. Ich kann mich sogar erinnern, die (Ziegenbärte!) mal in einer Suppe gehabt zu haben. Ohne schlimme Folgen. Die waren aber allesamt größer als 2cm.
Nichtsdestotrotz kann ich auch vermutlich heute noch nicht zwischen eumorpha und gracilis unterscheiden, daher lass ichs lieber und überlasse das Feld den Kundigen.

herzliche Grüße durch die Nacht
die um die Zeit immer wache (und manchmal Gelbfüsse bratende)
Kattugla

Eintrag gesperrt
11 Aufrufe

Re: Pilze zur Unzeit

Ingo, (vor 6196 Tagen) @ Kattugla

Die Ziegenbärte kenne ich noch aus meiner Kinderzeit in der Lausitzer
Kieferneinöde. Ich kann mich sogar erinnern, die (Ziegenbärte!) mal in
einer Suppe gehabt zu haben. Ohne schlimme Folgen. Die waren aber allesamt
größer als 2cm.
Nichtsdestotrotz kann ich auch vermutlich heute noch nicht zwischen eumorpha
und gracilis unterscheiden, daher lass ichs lieber und überlasse das Feld
den Kundigen.

Hallo Kattugla,

`wäre wirklich interessant, was du seinerzeit im Lausitzer Kiefernwald für Ziegen
gebärtet hast. Bis auf einige seltene Funde von grünspitzigen und den gezeigten
ist mir noch keine andere Ramaria begegnet.
Unter Buchen hatte ich zwar schon R. botrytis. Das ist aber eine andere Geschichte.

Für dich hoffe ich jedenfalls, daß du dieses Jahr noch reichlich Gelbfüße braten
kannst. Bei uns ist C. rutilus allerdings schon durch. Obwohl, die Trompeten sind
ja auch nicht schlecht. Hast du mal geschaut, ob die im Dunklen fluoriszieren?
Dann kanns't du dir die Lampe sparen. ;-)

LG Ingo

Eintrag gesperrt
10 Aufrufe

Ziegenbärte und Beleuchtung

Kattugla, (vor 6196 Tagen) @ Ingo

Hallo Kattugla,
`wäre wirklich interessant, was du seinerzeit im Lausitzer Kiefernwald für
Ziegen
gebärtet hast. Bis auf einige seltene Funde von grünspitzigen und den
gezeigten
ist mir noch keine andere Ramaria begegnet.
Unter Buchen hatte ich zwar schon R. botrytis. Das ist aber eine andere
Geschichte.

Da fragst Du mich was. Ich war wohl 9 oder 10 und meine Mutter experimentierfreudig.
Dann wirds wohl keine Ramaria gewesen sein, wohl eher eine Clavulina. Grau war sie nämlich, und nicht sonderlich lecker.

Obwohl, die Trompeten sind
ja auch nicht schlecht. Hast du mal geschaut, ob die im Dunklen
fluoriszieren?
Dann kanns't du dir die Lampe sparen. ;-)
LG Ingo

*lach*
Bei so viel Hallimasch(myzel) im Wald könnts auch ohne selbstleuchtende Trompeten gehen - und ohne Kerze. ;-)

liebe Grüße bäck
Kattugla

Eintrag gesperrt
10 Aufrufe

Reaktion zur Unzeit *PIC*

Thüringer-Holz, (vor 6195 Tagen) @ Ingo

Hallo Ingo,

warum bitte müssen deine Pappelritter so schön getropft sein,
diese FK entsprechen für mich T.pessundatum, bzw. sollte ich solche mal
ohne Pappel finden, wären sie das wohl.

Die Ramaria könnte wohl Ramaria myceliosa sein.
Zugegeben ich habe erst gerade 3 gelbe Kollektionen aus dem
Hannover-Nord-Sand-Kiefer-Büchsenwald an Josef geschickt,
die kleinen gelben sehen doch alle gleich aus. Meine kurzum:
Makroskopisch könnte ich die nicht trennen.
Es existieren weitere kleine gelbe isoliert spitzstachelige
Marias im sandigen Kiefernwald.

Werfe dich bitte nicht vor den Zug, aber mit Fußball
hattest du es ja eh noch nie. ;o(

Ramaria spec.

[image]

Eintrag gesperrt
10 Aufrufe

Re: Reaktion zur Unzeit

Ingo, (vor 6195 Tagen) @ Thüringer-Holz

warum bitte müssen deine Pappelritter so schön getropft sein,
diese FK entsprechen für mich T.pessundatum, bzw. sollte ich solche mal
ohne Pappel finden, wären sie das wohl.

Hallo Felix,

dann solltest du dir das hier mal ansehen.

Die Ramaria könnte wohl Ramaria myceliosa sein.

Hattest du nicht im vergangenen Jahr welche mitgenommen? Vor zwei Jahren
hatte ich sie jedenfalls auch schon mal zu Josef geschickt.
Es sind mit großer Wahrscheinlichkeit R. myceliosa. Aber du kennst das ja
von den Täublingen. Dazwischen könnte auch immer eine identisch auusehende,
andere Marie herumstehen. Was mir allerdings egal ist.

*ggg* Ingo