Vergiftung durch C. archeri (Tintenfischpilz)

fiebiger, (vor 6196 Tagen)

Hallo zusammen,

ich denke, folgenden Fall sollte ich euch schildern:

Vor ca. zwei Wochen sagte mir ein Arbeitskollege, dass er viele "komische" Pilze auf seiner Wiese gefunden hätte. Nach einigen Erklärungen war klar, dies ist der Tintenfischpilz.
Auf die obligatorische Frage ist der giftig ? antwortete ich mit "nein, nur ungenießbar".
Diese Woche sprach er mich entrüstet an und sagte: "der Pilz ist doch giftig".

Was war passiert ?

Mein Kollege ist ein begeisterter Hundehalter und hat 10 Greyhounds zu Hause. Diese lässt er auf der besagten, eingezäunten Wiese (ca. 2.000 m²) frei laufen. Einer der Hunde hatte plötzlich sehr wässrigen, bläulichen Durchfall und zeigte ein unübliches Verhalten. Der Tierarzt diagnostizierte dann auch noch Magenbeschwerden, welche er durch Abtasten der Magen-Darm-Gegend feststellen konnte. Nach Verabreichen einiger Medikamente, ging es dem Hund sehr schnell besser. Allerdings durfte der arme Hund nicht mit den anderen auf die Wiese.
Als er dann wieder auf der Wiese laufen durfte, aber noch unter Beobachtung war, lief er sofort zu den Pilzen und verschlang gierig alles was noch an Pilzen da war. Nachdem dann die oben genannten Symtome wieder auftraten war klar wer der Verursacher war - der Tintenfischpilz.
Der aasartige Geruch muss wohl unwiderstehlich gewesen sein. Auf die Frage wie er die Pilze auf seiner Wiese loswerden kann, wollte ich ihm erstmal keine Antwort geben. Er hätte mir wahrscheinlich auch nicht geglaubt, wenn ich sage er solle die Wiese 30 cm tief abtragen und ob es hilft ist ja auch nicht klar. Er hat dann alle Pilze abgelesen und entsorgt, aber natürlich ist die Nase eines Hundes besser geeignet um die Pilze zu finden als das Auge meines Kollegen. Das sagte ich ihm dann doch noch. Unklar ist mir und ihm warum nur einer seiner 10 Hunde den Pilz unwiderstehlich findet. Na, ja nächstes Jahr wachsen sie ja wieder.

Gruß
Ralf

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Re: Vergiftung durch C. archeri (Tintenfischpilz)

Hermine1, (vor 6196 Tagen) @ fiebiger

Hallo Ralf,

das ist ja ziemlich interessant! Was mich allerdings nicht wundert, ist die Tatsache, dass nur einer der Hunde das eklige Zeug gefressen hat. Diesen Hundetyp gibts durchaus, die lesen auch auf der Straße alles Stinkende auf und haben dann zu Hundehalters Freude Durchfall und Bauchweh. Dass der Hund viel rohen Pilz mit Chitin nicht verdauen konnte, wundert mich ebenfalls nicht.

Gruß Hermine

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Lustige Geschichte...:-))) *oT*

Christoph G, (vor 6196 Tagen) @ fiebiger

- kein Text -

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Re: Vergiftung durch C. archeri (Tintenfischpilz)

Peter S., (vor 6196 Tagen) @ fiebiger

Hallo,
mal für mich ne Gelegenheit als Hundehalter und Hobbyzüchter
http://www.loewe-vom-kieferngrund.com
was dazu zu sagen.

Hunde sind wie wir Menschen, dem einen schmeckt das, dem andern jenes.
Bei Hunden hast Du manchmal einen dabei, der nimmt jede menschliche Hinterlassenschaft, die der im Wald findet, auf, dass Dir beim bloßen Gedanken daran übel wird. Es gibt welche, die finden jeden Kadaver im Wald und legen Dir was vor die Füße und es gibt welche, die rühren beides nicht an.
Man kann es ihnen aber auch abtrainieren und erst recht sollte das bei nach Aas stinkenden Pilzen funktionieren. Wiese abgraben ist nicht - mit wenigen Stunden Arbeit mit dem Hund sollte das Abgewöhnen erledigt sein.
Die Wiese abgraben und einen Erdaustausch machen, dürfte wesentlich aufwendiger sein.
Und zur Übelkeit, zum Erbrechen und Durchfall: würde ich sicher auch bekommen, wenn ich 20 rohe Tintenfischpilze vertilge. Viele Hunde reagieren auf jegliche Futterumstellung sofort erst mal mit Durchfall.

Gruß Peter