Vergessene Pholiota vom WE *PIC*

Klaas, (vor 6196 Tagen)

Hallo zusammen,
als ich gerade nach Hause kam und die Trockenpilze anguckte, fiel mir auf, dass ich da welche vom verregneten Samstag vergessen hatte.
Lamellen und Sporenpulver inzwischen rostbraun, um den noch recht frischen Ast auf dem sie wuchsen, zu erkennen, war/bin ich zu blöd. Einen besondenderen Geruch konnte ich nicht feststellen, lag vielleicht am Regen. Der erste Gedanke aus Erinnerung an Bücher ging zu Pholiota alnicola (kenn ich nicht in natura), zu Hause fiel mir aber auch nix besseres ein. Mache ich wieder Äpfel aus Birnen, oder könnte das hinkommen?

[image]

Die Folgenden in der Umgebung nur, weil ich sie so schön fand (M. filiformis). Aus der Ferne wie ein etwa 30 qm großer, gelblicher, grasartiger Teppich - faszinierend, in welchen Mengen die wachsen können. Dieses Jahr sind sie mir schon mehrmals (in weitaus geringerer Anzahl), in den vergangenen Jahren noch nie aufgefallen.

[image]

Wiedermal danke für eure Hilfe und Grüße,
Klaas

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Re: Vergessene Pholiota vom WE

Ingo Wagner, (vor 6196 Tagen) @ Klaas

Hallo Klaas!

Pholiota alnicola ist das nicht, der ist kleiner und ordentlich gelb.
Ich würde eher in die Ecke Pholiota lenta (Tonfalber Schleimschüppling) oder Pholiota lubrica oder sowas denken.
Der Ast lag doch sicherlich?

VG Ingo W

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Re: Vergessene Pholiota vom WE

Klaas, (vor 6196 Tagen) @ Ingo Wagner

Hallo Ingo!

Immerhin habe ich wohl die Äpfel/Pholiotas getroffen, das beruhigt mich schonmal... ;)

Ja, der Ast lag in einer matschigen Schneise, umrahmt von hohem Gebüsch, wenn ich mich nur mal mit Bäumen auskennen würde. Bei "tonfalb", orange oder braun habe ich irgendwie Bauchschmerzen, das etwas grünliche Gelb der Pilze aus der Erinnerung vor Ort hat in meiner Vorstellung damit nix zu tun. Die Bilder, die ich zu lenta und lubrica finde, gefallen mir auch nicht, obwohl doch leider sonst einiges passt. Die Einwüchse im Hut haben vermutlich nichts zu bedeuten?
(Ich weiß gar nicht, womit ich mich sonst so befasse, wenn ich schon keine Ahnung von Schüpplingen, Risspilzen, Cortinarien, Schirmpilzen, Röhrlingen uvm. habe, erschreckend...)
Danke sehr!
Klaas

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Re: Vergessene Pholiota vom WE

Ingo Wagner, (vor 6196 Tagen) @ Klaas

Hallo Klaas!

(Ich weiß gar nicht, womit ich mich sonst so befasse, wenn ich schon keine
Ahnung von Schüpplingen, Risspilzen, Cortinarien, Schirmpilzen, Röhrlingen
uvm. habe, erschreckend...)

Die Gefühlswelt kenne ich. Wie du siehst, war mein Vorschlag auch nicht gut.

Hallo Klaas,
der gehört in die Gruppe Pholiota tuberculosa-lucifera. Die roten Stielbasen sind charakteristisch.

beste Grüße,
Andreas

VG Ingo W

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Re: Vergessene Pholiota vom WE

Andreas ⌂, (vor 6196 Tagen) @ Klaas

Hallo Klaas,

der gehört in die Gruppe Pholiota tuberculosa-lucifera. Die roten Stielbasen sind charakteristisch.

beste Grüße,
Andreas

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Re: Vergessene Pholiota vom WE

Klaas, (vor 6196 Tagen) @ Andreas

Hallo Andreas und Ingo,

auch in der Gruppe wäre ich nicht fündig geworden, das Rot in der Stielbasis war aber auffällig, das merk ich mir künftig.
(Nebenbei: wie so oft habe ich gerade durchaus das Bedürfnis, ein paar Bücher in die Tonne zu treten. Und seltsam, je mehr Bücher im Regal zusammenkommen, umso mehr gingen in solchem Zustand auf die Reise...)
Vielen Dank!
Klaas

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Re: Vergessene Pholiota vom WE

Ingo, (vor 6196 Tagen) @ Klaas

Dieses Jahr sind sie mir schon mehrmals (in weitaus geringerer Anzahl), in
den vergangenen Jahren noch nie aufgefallen.

Hallo Klaas,

das könnte auch daher rühren, dass sie in den vergangenen Jahren einfach nicht da
waren. Peter S. hatte es ja auch berichtet. Vielleicht kommen die Teile nur alle
Jubeljahre. Wären sie sonst da gewesen, hätte ich sie sicher auch bemerkt.

*ggg* Ingo

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Macrotyphula filiformis oder Typhula phacorrhiza?

Andreas ⌂, (vor 6196 Tagen) @ Klaas

Hallo Klaas,

ich hätte eher optisch an Typhula phacorrhiza gedacht.
Frage an alle: Wie unterscheidet man denn eigentlich diese Typhula (die ja sehr häufig ist) von Macrotyphula filiformis. Makroskopisch, meine ich, und abgesehen vom vorhandenen bzw. fehlenden Sklerotium.

beste Grüße,
Andreas

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Re: Macrotyphula filiformis oder Typhula phacorrhi

Klaas, (vor 6195 Tagen) @ Andreas

ich hätte eher optisch an Typhula phacorrhiza gedacht.

Frage an alle: Wie unterscheidet man denn eigentlich diese Typhula (die ja
sehr häufig ist) von Macrotyphula filiformis. Makroskopisch, meine ich,
und abgesehen vom vorhandenen bzw. fehlenden Sklerotium.

Hallo Andreas,

bei meinen vermeintlichen Macrotyphulas ist mir noch kein Sklerotium aufgefallen.
Ich muss aber meine Leichtfertigkeit gestehen, in der ich nach der 5. Fundstelle an zwei WE die darauffolgenden 2 Funde nicht mehr so genau angeschaut habe... sahen halt auf den ersten Blick schon genau so aus, wie die vorangegangenen, so etwa 8 cm oberhalb der Laubschicht, unter dem Laub filzig, aber gleichfarben nochmal ein paar cm liegend dran. Die Abbildungen, die ich von Typhula phacorrhiza kenne, sehen irgendwie steifer, dünner und im unteren Stielbereich dunkler aus.
Wenn ich am Samstag nochmal dort hingehe, finde ich bei den gezeigten also doch wider Erwarten Sklerotien - verrätst Du mir auch noch, warum das schon auf dem Bild erkennbar ist (wenn sich sonst niemand mehr meldet)?

Viele Grüße,
klaas

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Re: Macrotyphula filiformis oder Typhula phacorrhi

Klaus, (vor 6195 Tagen) @ Andreas

Hallo Andreas,
ich muss gestehen, dass ich damit rein makroskopisch Probleme hätte. Vom Bild her sowieso. Die Sklerotien sind immer noch das beste makroskopische Unterscheidungsmerkmal. Die Höhe der Fruchtkörper tut sich so gut wie nichts, lediglich bei der Dicke kann man sagen, dass phacorrhiza sicher dünner ist. Maximal 0,5mm. Deshalb findet man die Frkp. auch bei weitem nicht immer so schön in die Höhe ragend wie auf den meisten Abbildungen, besonders bei Nässe. Bei M. juncea liegt der Keulendurchmesser meist eher bei einem Millimeter. Deshalb sind die auch irgendwie stabiler.
Wobei mir gerade aufgefallen ist, dass im Index M. juncea schön als gültiges Taxon aufgeführt wird, M. filiformis allerdings nicht als Synonym sondern als eigenständiges weiteres Taxon, allerdings in blauer Schrift. Vielleicht ist mal jemand so nett und kann mir erklären, was ich da verpasst habe? Das sind ja wohl kaum zwei Arten...??
Schöne Grüße
Klaus

Hallo Klaas,
ich hätte eher optisch an Typhula phacorrhiza gedacht.
Frage an alle: Wie unterscheidet man denn eigentlich diese Typhula (die ja
sehr häufig ist) von Macrotyphula filiformis. Makroskopisch, meine ich,
und abgesehen vom vorhandenen bzw. fehlenden Sklerotium.
beste Grüße,
Andreas

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Nachtrag Macrotyphula

Klaas, (vor 6193 Tagen) @ Andreas

Hallo Klaas,
ich hätte eher optisch an Typhula phacorrhiza gedacht.
Frage an alle: Wie unterscheidet man denn eigentlich diese Typhula (die ja
sehr häufig ist) von Macrotyphula filiformis. Makroskopisch, meine ich,
und abgesehen vom vorhandenen bzw. fehlenden Sklerotium.
beste Grüße,
Andreas

Hallo Andreas,

ich war heute nochmal dort, das hat mir natürlich keine Ruhe gelassen.
Die FK waren teils schon etwas windschief und aufgeweicht, von den großen nicht mehr ganz soviele, dafür viele kleine neue Fädchen auf dem Gemisch aus Buchen- und Birkenblättern.
An 10 Stellen nachgeschaut, an keinem der (teils fast büscheligen wachsenden) Pilze etwas entdeckt, was für mich irgendwie sklerotienartig aussah. Die ich in der Hand hatte, wuchsen direkt auf den dickeren Blattadern. So grobmotorisch und blind kann ich doch hoffentlich nicht sein - oder doch?
VG Klaas

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Pholiota gummosa? *PIC*

Helmut, (vor 6195 Tagen) @ Klaas

Servus Klaas,

sieht aus, als wären die Fruchtkörper neben dem Ast gewachsen. In diesem Fall - und weil mich das Bild auch an diese Art erinnert - sollte Pholiota gummosa in Erwägung gezogen werden (siehe Foto). Der hat diese rote Stielbasis typischerweise, die Hutflöckchen können vom Regen abgewaschen sein.

Gruß

Helmut

Hallo zusammen,
als ich gerade nach Hause kam und die Trockenpilze anguckte, fiel mir auf,
dass ich da welche vom verregneten Samstag vergessen hatte.
Lamellen und Sporenpulver inzwischen rostbraun, um den noch recht frischen
Ast auf dem sie wuchsen, zu erkennen, war/bin ich zu blöd. Einen
besondenderen Geruch konnte ich nicht feststellen, lag vielleicht am
Regen. Der erste Gedanke aus Erinnerung an Bücher ging zu Pholiota
alnicola (kenn ich nicht in natura), zu Hause fiel mir aber auch nix
besseres ein. Mache ich wieder Äpfel aus Birnen, oder könnte das
hinkommen?

Die Folgenden in der Umgebung nur, weil ich sie so schön fand (M.
filiformis). Aus der Ferne wie ein etwa 30 qm großer, gelblicher,
grasartiger Teppich - faszinierend, in welchen Mengen die wachsen können.
Dieses Jahr sind sie mir schon mehrmals (in weitaus geringerer Anzahl), in
den vergangenen Jahren noch nie aufgefallen.

Wiedermal danke für eure Hilfe und Grüße,
Klaas

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Re: Pholiota gummosa?

Klaas, (vor 6195 Tagen) @ Helmut

Servus Klaas,
sieht aus, als wären die Fruchtkörper neben dem Ast gewachsen. In diesem Fall
- und weil mich das Bild auch an diese Art erinnert - sollte Pholiota
gummosa in Erwägung gezogen werden (siehe Foto). Der hat diese rote
Stielbasis typischerweise, die Hutflöckchen können vom Regen abgewaschen
sein.
Gruß
Helmut

Hallo Helmut!
Nein, die waren schon direkt am Ast, auch obendrauf. Vom Bild her könnte das natürlich auch passen.
Und gummosa wächst doch auch auf Holz, laut eines gerade am Platz liegenden kleinen Büchleins zwar an morschem, aber naja. Wenn ich jetzt nicht alles durcheinanderbringe, hat meine reizende Begleitung auf einer kürzlichen Tour einen Schüppling, der an der Schnittfläche eines dicken und ich meine, nicht morschen, Buchenstamms wuchs, mikroskopisch als P. gummosa bestimmt. Kann aber auch gut sein, dass ich inzwischen mehr als verwirrt bin.
Besser, ich setze Schüpplinge auf meine Finger-weg-Liste - mal sehen, ob auf der Liste noch ein freies Plätzchen zu finden ist...
Vielen Dank!
Klaas