Grüngefelderter Täubling

Johann, (vor 9206 Tagen)

Hallo!

Ich bin Hobbysammler und finde regelmäßig grüngefelderte Täublinge (nehme ich an). Ich kenne aber niemanden, der sie sicher bestimmt und esse sie daher nicht. Kann mir jemand einen Tipp zur sicheren Bestimmung und zu ev. Verwechslungen geben?

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Re: Grüngefelderter Täubling

Wolfgang F., (vor 9206 Tagen) @ Johann

Hallo!
Ich bin Hobbysammler und finde regelmäßig grüngefelderte Täublinge (nehme ich
an). Ich kenne aber niemanden, der sie sicher bestimmt und esse sie daher
nicht. Kann mir jemand einen Tipp zur sicheren Bestimmung und zu ev.
Verwechslungen geben?

wenn der Pilz zwischen den Lamellen keine Zwischenlamellen hat(die also den Stiel nicht erreichen), und der Stiel nicht fasert, dann hast Du die Gattung Täubling schonmal sicher. (So Dinge wie kein Ring und weißes Sporenpulver setze ich mal voraus!!) Dann muß er nur noch mild schmecken und dann kannst Du Ihn getrost essen.

Allerdings ist die Unterscheidung zu anderen grünen Täublingen, z.B. der grünen Form des Frauentäublings oder zum Grasgrünen Täubling nicht immer einfach. Ist für den Speisepilzsammler egal, aber wenn's Dich wirklich interessiert, dann hole doch in der Apotheke mal ein paar Krümel Eisensulfat, löse sie in wenig Wasser und tropfe das auf das Fleisch und die angekratzte Stielrinde. Wenn's rosa-rosabraun (nicht orange) wird, dann hast Du Russula virescens.

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Re: Grüngefelderter Täubling

Wolfgang Barina ⌂, (vor 9205 Tagen) @ Wolfgang F.

Leider gibt es diese Art Täublinge bei uns hier in Hessen so gut wie gar nicht
(??). Ich hab nur mal im Bayerwald einen gefunden und vor ein paar Wochen in
Budapest ein Häufchen auf dem Markt gesehen, sauber getrennt übrigens von den
anderen Sorten Täublingen (vorwiegend Frauent.), die werden schon wissen warum,
soll ja ein ganz delikater Speisepilz sein.

Die wenigen Male, wo ich den Grüngefelderten Täubling gesehen habe, war ich mir
aber eigentlich immer spontan sicher, dass er es war. Die namesgebende
Felderung ist m.E. ziemlich unverwechselbar.

WB

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Re: Grüngefelderter Täubling

Piwo, (vor 9205 Tagen) @ Wolfgang Barina

Leider gibt es diese Art Täublinge bei uns hier in Hessen so gut wie gar
nicht
(??).

Hallo Namensvetter,

Hessen ist groß. Im Großraum Gießen-Wetzlar-Marburg finde ich den Grüngefelderten Täubling fast alljährlich (2001 bis jetzt 2x). Es sind allerdings meist Einzelexemplare.

Gruß Piwo

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Re: Grüngefelderter Täubling

Wolfgang F., (vor 9205 Tagen) @ Wolfgang Barina

Die wenigen Male, wo ich den Grüngefelderten Täubling gesehen habe, war ich
mir
aber eigentlich immer spontan sicher, dass er es war. Die namesgebende
Felderung ist m.E. ziemlich unverwechselbar.

Dann schau' Dir mal das Bild im "Sarnari" von Russula cyanoxantha forma cutefracta, der grünen Variante des Frauentäublings mit rissiger Huthaut an, oder von Russula monspeliensis var. sejuncta (der hat glaub' ich keinen deutschen Namen)!

Wenn Du jeden grünen Pilz mit rissiger Huthaut "spontan sicher" als Grüngefelderten Täubling bestimmst und dann nicht nachmikroskopierst, wirst Du natürlich nie von Zweifeln befallen. Das ist natürlich meist gar nicht anders machbar (tu' ich auch so), aber manchmal eben falsch. So haben sich zahlreiche Dauerfehlbestimmungen über hundert Jahre in der Literatur festgefressen.

Ich kann nur jedem raten, gelegentlich einen "trivialen" Pilz sauber durchzubestimmen. Und dazu gehört bei Täublingen die Eisensulfat-Probe.

Beim Steinpilz wurde solange von verschiedenen namhaften Autoren behauptet, er wäre viersporig, ohne daß je einer den Steinpilz unter's Mikroskop gelegt hat, bis eine Varietät "var. trispora" beschrieben wurde. Aber siehe da, der Steinpilz ist immer dreisporig - oder habt Ihr schonmal einen viersporigen unter der Linse gehabt?

Gruß

Wolfgang

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Re: Grüngefelderter Täubling

Andreas ⌂, (vor 9205 Tagen) @ Wolfgang F.

- oder habt Ihr schonmal einen viersporigen unter der Linse gehabt?

Gruß
Wolfgang

Ja.

Gruß,
Andreas

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Re: Grüngefelderter Täubling

Johann, (vor 9204 Tagen) @ Wolfgang F.

Dann schau' Dir mal das Bild im "Sarnari" von Russula cyanoxantha
forma cutefracta, der grünen Variante des Frauentäublings mit rissiger
Huthaut an, oder von Russula monspeliensis var. sejuncta (der hat glaub'
ich keinen deutschen Namen)!
Wenn Du jeden grünen Pilz mit rissiger Huthaut "spontan sicher" als
Grüngefelderten Täubling bestimmst und dann nicht nachmikroskopierst,
wirst Du natürlich nie von Zweifeln befallen. Das ist natürlich meist gar
nicht anders machbar (tu' ich auch so), aber manchmal eben falsch. So
haben sich zahlreiche Dauerfehlbestimmungen über hundert Jahre in der
Literatur festgefressen.
Ich kann nur jedem raten, gelegentlich einen "trivialen" Pilz
sauber durchzubestimmen. Und dazu gehört bei Täublingen die
Eisensulfat-Probe.
Beim Steinpilz wurde solange von verschiedenen namhaften Autoren behauptet,
er wäre viersporig, ohne daß je einer den Steinpilz unter's Mikroskop
gelegt hat, bis eine Varietät "var. trispora" beschrieben wurde.
Aber siehe da, der Steinpilz ist immer dreisporig - oder habt Ihr schonmal
einen viersporigen unter der Linse gehabt?
Gruß
Wolfgang

Besten Dank für die Infos, welche Literatur gibt es eigentlich zu chemischen Reaktionen und mikroskopischen Eigenschaften von Täublingen?

Gruß, Johann

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Re: Grüngefelderter Täubling

Wolfgang F., (vor 9204 Tagen) @ Johann

Besten Dank für die Infos, welche Literatur gibt es eigentlich zu chemischen
Reaktionen und mikroskopischen Eigenschaften von Täublingen?
Gruß, Johann

Ich empfehle als Einstieg von der Arbeitsgemeinschaft Mykologie Ostwürttemberg (AMO), Beiträge zur Kenntniss der Pilze Mitteleuropas:

Seibt: Mikroskopische Bestimmung von Täublingen, AMO 2 (1986) 85 - 97

Jurkeit, Krauch: Erfahrungen bei der Bestimmung von Täublingen, AMO 13 (2000) 59-71

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Re: Grüngefelderter Täubling

abraxas, (vor 9204 Tagen) @ Wolfgang F.

wenn der Pilz zwischen den Lamellen keine Zwischenlamellen hat(die also den
Stiel nicht erreichen), und der Stiel nicht fasert, dann hast Du die
Gattung Täubling schonmal sicher. (So Dinge wie kein Ring und weißes
Sporenpulver setze ich mal voraus!!) Dann muß er nur noch mild schmecken
und dann kannst Du Ihn getrost essen.

Man kann also wirklich jeden milden Täubling essen? Obwohl ich sie optisch sehr ansprechend finde, habe ich mich bisher nie an Täublinge rangetraut. Einfach weil es so unüberschaubar viele gibt. Wie sieht's mit dem Frauentäubling aus, der soll ja auch recht gut sein, aber ausgerechnet dieser kommt wohl in allen möglichen Farben vor. Gibt's ein einfaches, sicheres Unterscheidungsmerkmal?

Abraxas

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Re: Grüngefelderter Täubling

Wolfgang F., (vor 9204 Tagen) @ abraxas

Man kann also wirklich jeden milden Täubling essen? Obwohl ich sie optisch
sehr ansprechend finde, habe ich mich bisher nie an Täublinge rangetraut.
Einfach weil es so unüberschaubar viele gibt. Wie sieht's mit dem
Frauentäubling aus, der soll ja auch recht gut sein, aber ausgerechnet
dieser kommt wohl in allen möglichen Farben vor. Gibt's ein einfaches,
sicheres Unterscheidungsmerkmal?
Abraxas

Hi Abraxas,

die einzige Einschränkung ist: GUT Durchgebraten/gekocht! In den letzten Tagen gab es hier im Forum Postings zu Vergiftungen mit dem Rotstieligen Ledertäubling, vermutlich weil unzureichend erhitzt.

Der Frauentäubling kommt keineswegs in "allen möglichen" Farben vor, sondern bildet grüne und violette Farbstoffe in variabler Menge, Mischung und Verteilung. Meist sieht man aber Andeutungen beider Farben, seltener rein grüne Exemplare.

Wer einen Täubling als Täubling SICHER erkennt, hat einen großen Zuwachs auf dem Speisezettel besonders an warmen Augustwochenenden, an denen sonst nichts wächst. Allerdings muß man jedes einzelne Exemplar probieren (Geschmacksprobe ausspucken, da roh!).

Tip: bei roten Täublingen mit weißen Lamellen verbrennt man sich am häufigsten und heftigsten die Zunge, die sollte man meiden.

Wolfgang

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Re: Grüngefelderter Täubling

Moise, (vor 9204 Tagen) @ Wolfgang F.

Hi Abraxas,
die einzige Einschränkung ist: GUT Durchgebraten/gekocht! In den letzten
Tagen gab es hier im Forum Postings zu Vergiftungen mit dem Rotstieligen
Ledertäubling, vermutlich weil unzureichend erhitzt.
Der Frauentäubling kommt keineswegs in "allen möglichen" Farben
vor, sondern bildet grüne und violette Farbstoffe in variabler Menge,
Mischung und Verteilung. Meist sieht man aber Andeutungen beider Farben,
seltener rein grüne Exemplare.
Wer einen Täubling als Täubling SICHER erkennt, hat einen großen Zuwachs auf
dem Speisezettel besonders an warmen Augustwochenenden, an denen sonst
nichts wächst. Allerdings muß man jedes einzelne Exemplar probieren
(Geschmacksprobe ausspucken, da roh!).
Tip: bei roten Täublingen mit weißen Lamellen verbrennt man sich am
häufigsten und heftigsten die Zunge, die sollte man meiden.
Wolfgang

Aus eigener unangenehmer Erfahrung darf ich hinzufügen, auch braune Täublinge könnens in sich haben (nachhaltig gallebitter - wääh!)
Gruß Moise

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Täublinge allerorten

abraxas, (vor 9203 Tagen) @ abraxas

Hi Wolfgang,

danke für den Tipp! War heute nachmittag im Wald und habe es gleich ausprobiert. Ich habe diverse Täublingsarten gesammelt, dem Geruch nach waren es hauptsächlich Heringstäublinge. Keiner davon war bitter (die signalroten habe ich erst gar nicht erst probiert). Die grünen waren leider alle zu madig, habe ich stehenlassen. Zusammen mit dem Parasol, den meine Frau gefunden hat, ergab das ein gutes Pilzgericht. Die Täublinge waren etwas trocken aber wohlschmeckend, definitiv des Mitnehmens würdig.

Sonst ist mir aufgefallen daß der Artenreichtum seit dem letzten Wochenende enorm zugenommen hat, es gab massenhaft Rotfußröhrlinge, Rote Gallerttrichter, ein paar Judasohren (zu wenig zum Sammeln), die üblichen Stinkmorcheln (eines Tages trau' ich mich und probier die Hexeneier), Kahle- und Samtfußkremplinge und jede Menge Zeug das ich nicht kenne. Der September naht, langsam scheint es wirklich loszugehen.

Abraxas

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der o.g. Beitrag ist Antwort an Wolfgang F. *oT*

abraxas, (vor 9203 Tagen) @ abraxas

- kein Text -

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Re: Täublinge allerorten

Wolfgang F., (vor 9202 Tagen) @ abraxas

Hi Wolfgang,
danke für den Tipp! War heute nachmittag im Wald und habe es gleich
ausprobiert. Ich habe diverse Täublingsarten gesammelt, dem Geruch nach
waren es hauptsächlich Heringstäublinge. Keiner davon war bitter (die
signalroten habe ich erst gar nicht erst probiert). Die grünen waren
leider alle zu madig, habe ich stehenlassen. Zusammen mit dem Parasol, den
meine Frau gefunden hat, ergab das ein gutes Pilzgericht. Die Täublinge
waren etwas trocken aber wohlschmeckend, definitiv des Mitnehmens würdig.
Sonst ist mir aufgefallen daß der Artenreichtum seit dem letzten Wochenende
enorm zugenommen hat, es gab massenhaft Rotfußröhrlinge, Rote
Gallerttrichter, ein paar Judasohren (zu wenig zum Sammeln), die üblichen
Stinkmorcheln (eines Tages trau' ich mich und probier die Hexeneier),
Kahle- und Samtfußkremplinge und jede Menge Zeug das ich nicht kenne. Der
September naht, langsam scheint es wirklich loszugehen.
Abraxas

nicht nur Heringstäublinge riechen nach Hering, sondern z.B. auch R. violeipes, den es hier derzeit in Massen gibt. Als Unterscheidung dient die Eisensulfat-Probe (nur Heringstäublinge werden grün)

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Re: Grüngefelderter Täubling

Mine-O, (vor 9205 Tagen) @ Johann

Hallo!
Ich bin Hobbysammler und finde regelmäßig grüngefelderte Täublinge (nehme ich
an). Ich kenne aber niemanden, der sie sicher bestimmt und esse sie daher
nicht. Kann mir jemand einen Tipp zur sicheren Bestimmung und zu ev.
Verwechslungen geben?

Ich finde der grüngefelderte Täubling ist nicht zu verwechseln. Die Huthaut ist eigentlich immer landkartenähnlich aufgerissen. Der Pilz ist hart und fest -fast bröckelig- und sehr sehr lecker. (Weil er ja keinen roten oder rosa Stiel hat, kannst Du auch gerne eine Geschmacksprobe von den Lamellen machen) ;-)
(Keine Verwechslungsgefahr mit dem rotstieligen Ledertäubling.)

Gruß Meino