Pilze vom Wochenende *PIC*

Ingo, (vor 6176 Tagen)

Hallo Forum,

ein Glück, dass es euch gibt. Ansonsten hätte ich mir wohl die Zähne an einem meiner beiden
Wochenendfunde ausgebissen. So wie die Pilze daher kamen, kam ja eigentlich nur Phellodon
in Frage.

[image]

Unten herum ziemlich weiße Stacheln, zusammengewachsene Fruchtkörper und ein deutlich würziger
Geruch. Allerdings, das war mir schon vor Ort klar, konnte es nie im Leben eine bekannte Art aus dieser
Gattung sein. So waren die Hüte flexibel wie bei Crepidotus – Arten, und kein bisschen hart und korkig,
wie bei den Stachelpilzen gewohnt. Außerdem war der Geruch nie im Leben maggiartig.

[image]

Genau genommen rochen die Pilze, schon im frischen Zustand, eher nach etwas medizinischem.
Und zwar, nicht wie hier in einem Thread angegeben, nach Desinfektionsmittel, sondern nach einem
Antiseptikum, welches ich schon länger nicht mehr angetroffen hatte. Irgend so ein braunes Zeugs, was vor
Jahren mal zur Wundbehandlung eingesetzt wurde.

[image]

Meine Frau meinte, es gab früher mal einen Hustensaft, der auch ähnlich duftete. Im Volksmund nannte
der sich Buchenteer.

Egal, die Kenner der Materie haben das Teil sicher erkannt: Sistotrema confluens – der Gestielte Zahnling.
Dank der gestrigen Diskussion ob der Funde meines Namensvetters aus Sonneberg keine Hürde mehr.
Fundort: sandiger Kiefernwald am Wegrand im Moos.

Verfolgt man die Fundmeldungen der letzten Zeit aufmerksam mit, scheint es mit den Bedingungen in unseren
Wäldern wieder aufwärts zu gehen. Sistrotremen, Ritterlinge und andere Arten, vor allem aus sauren
Gegenden, die seit geraumer Zeit die roten Listen bevölkern, scheinen sich endlich wieder zu verbreiten.
Möglicherweise kann man ja ähnliche Effekte auch in der einheimischen Flora beobachten.

Die Zahnlinge scheinen mir auf jeden Fall Vertreter zu sein, welche die letzten Monate des Jahres
bevorzugen.
Der andere Fundpilz tut dies zwar auch, jedoch hatte ich noch nie im Jahr so
spät gute Hallimasch, die mit meinem Schmortopf kuscheln wollten.
Übrigens: es gab einige Büschel mit deutlichen Trockenschäden. Das Ende November!

[image]

Obwohl ich glaube, dass es das nun war. Nächste Woche schaue ich mal nach, ob die Elefantenohren
schon da sind. Die machen sich auch ganz gut.

Grüßlis Ingo

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Re: Pilze vom Wochenende

MartinB, (vor 6176 Tagen) @ Ingo

Hallo Ingo,

Desinfektionsmittel und Antiseptikum sind für mich eigentlich synonym. Klar gibt es da verschiedene, die auch verschieden riechen. Das "braune" wird wohl auf Jodbasis sein, das dir geruchsmäßig von Lugol/Meltzer vertraut sein dürfte.

Aber toller Fund, und immer wieder interessant, wie sich bestimmte Arten im Forum bei ihrer Erscheinungszeit häufen.

Herzlich,

Martin

Hallo Forum,
ein Glück, dass es euch gibt. Ansonsten hätte ich mir wohl die Zähne an einem
meiner beiden
Wochenendfunde ausgebissen. So wie die Pilze daher kamen, kam ja eigentlich
nur Phellodon
in Frage.

Unten herum ziemlich weiße Stacheln, zusammengewachsene Fruchtkörper und ein
deutlich würziger
Geruch. Allerdings, das war mir schon vor Ort klar, konnte es nie im Leben
eine bekannte Art aus dieser
Gattung sein. So waren die Hüte flexibel wie bei Crepidotus – Arten, und kein
bisschen hart und korkig,
wie bei den Stachelpilzen gewohnt. Außerdem war der Geruch nie im Leben
maggiartig.

Genau genommen rochen die Pilze, schon im frischen Zustand, eher nach etwas
medizinischem.
Und zwar, nicht wie hier in einem Thread angegeben, nach Desinfektionsmittel,
sondern nach einem
Antiseptikum, welches ich schon länger nicht mehr angetroffen hatte. Irgend
so ein braunes Zeugs, was vor
Jahren mal zur Wundbehandlung eingesetzt wurde.

Meine Frau meinte, es gab früher mal einen Hustensaft, der auch ähnlich
duftete. Im Volksmund nannte
der sich Buchenteer.
Egal, die Kenner der Materie haben das Teil sicher erkannt: Sistotrema
confluens – der Gestielte Zahnling.
Dank der gestrigen Diskussion ob der Funde meines Namensvetters aus Sonneberg
keine Hürde mehr.
Fundort: sandiger Kiefernwald am Wegrand im Moos.
Verfolgt man die Fundmeldungen der letzten Zeit aufmerksam mit, scheint es
mit den Bedingungen in unseren
Wäldern wieder aufwärts zu gehen. Sistrotremen, Ritterlinge und andere Arten,
vor allem aus sauren
Gegenden, die seit geraumer Zeit die roten Listen bevölkern, scheinen sich
endlich wieder zu verbreiten.
Möglicherweise kann man ja ähnliche Effekte auch in der einheimischen Flora
beobachten.
Die Zahnlinge scheinen mir auf jeden Fall Vertreter zu sein, welche die
letzten Monate des Jahres
bevorzugen.
Der andere Fundpilz tut dies zwar auch, jedoch hatte ich noch nie im Jahr so
spät gute Hallimasch, die mit meinem Schmortopf kuscheln wollten.
Übrigens: es gab einige Büschel mit deutlichen Trockenschäden. Das Ende
November!

Obwohl ich glaube, dass es das nun war. Nächste Woche schaue ich mal nach, ob
die Elefantenohren
schon da sind. Die machen sich auch ganz gut.
Grüßlis Ingo

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Schönen Gruß an Deine Frau

Peter S., (vor 6176 Tagen) @ Ingo

Meine Frau meinte, es gab früher mal einen Hustensaft, der auch ähnlich
duftete. Im Volksmund nannte
der sich Buchenteer.

Hallo Ingo,

dann hat Deine Frau genau die gleichen Kindheitserinnerungen wie ich.
Ich habe schon immer behauptet, dass die Dinger ganz klar nach dem roten, widerlich schmeckenden Hustensaft aus meiner Kinderzeit, genannt "Buchenteer" riechen. Dieser Saft war schuld, dass ich trotz Hustens doch lieber zur Schule ging. Das war allemal besser als diese Medizin runter zu würgen.

Gruß Peter

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Re: Schönen Gruß an Deine Frau

Peter S., (vor 6176 Tagen) @ Peter S.

Habe gerade mal den richtigen Namen dieses "Buchenteers" ergoogelt.
Krefafin hieß das Zeug, später wurde es dann zu Fagusan. Irgendwie steckt da ja dann Fagus drin. Keine Ahnung ob da ein Sägewerk beteiligt ist.

Wird auch heute noch im Osten hergestellt, genau gesagt in Rüdersdorf b. Bln,
Der so riechende Wirkstoff ist Guaifenesin.

Peter

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Re: Schönen Gruß an Deine Frau

Ingo, (vor 6176 Tagen) @ Peter S.

Wird auch heute noch im Osten hergestellt, genau gesagt in Rüdersdorf b. Bln,
Der so riechende Wirkstoff ist Guaifenesin.

Hallo Peter,

schöne Grüße back von meiner besseren Hälfte. Schön zu wissen, dass es diese
Medizin noch gibt. Sie soll auf jeden Fall wirksamer gewesen sein, als manch
anderes Mittelchen von Bayer, Ratiopharm und Co. Geschmack soll ja Nebensache
sein, wenn es denn hilft. ;-))

Grüßis Ingo

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Geruch von Sistotrema

Ulysses, (vor 6176 Tagen) @ Ingo

Hallo,

da beim letzten Fund am Wochenende und diesmal wieder ziemlich viele "Sorten" von Gerüchen genannt werden, mit denen man Sistotrema vergleichen kann, will ich auch mal meinen "Senf" dazugeben. Ich finde, dass die Dinger aus einiger Entfernung (+/- 20 cm) nach Kräuter-Hustenbonbons und aus der direkten Nähe dann eher nach (wie kann es anders sein?) einem Munddesinfektionsmittel riechen: Pyralvex. Was natürliches auf Rhabarberbasis.

Aber man sieht - jeder denkt an irgendein Desinfektionsmittel o.ä. :-)

Grüße, Ulysses

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Re: Geruch von Sistotrema

Ingo, (vor 6175 Tagen) @ Ulysses

Aber man sieht - jeder denkt an irgendein Desinfektionsmittel o.ä. :-)

Hallo Ulysses,

nicht ganz. Hier wurde ja bereits eingeworfen, dass Strünke von Krause Glucke
auch so duften. Wäre das nicht mal ein schönes Bestimmungsmerkmal in Pilzbüchern.
Geruch nach Weidenbohrerraupe....Bleistift....Krause Glucke.
Bei Krause Glucke sollte man vielleicht in Zukunft schreiben: ..schwach nach
sitrotrema confluens ;-))

Ein Schelm, wer...

GRIngo