Apropos Französisch ...

Till, (vor 6168 Tagen)

Hallo, Gemeinde,

Werner ist kürzlich im Galerina-Thread kurz auf das französische Forum eingegangen. Ich beteilige mich da auch manchmal, weil es viele gute Informationen enthält. Aber vor ca. 10 Tagen, als der Moderator, Jacques Melot, einen Italiener, der sich zum ersten Mal beteiligte, in äußerst rüder Form abkanzelte, weil dem ein paar englische Brocken unterlaufen waren - der arme Kerl hat wahrscheinlich ein für alle mal genug von den Pilzen -, ging mir dann doch der Hut hoch.

Ich raffte mich - wie vor Jahren schon mal - zu einem kleinen Protest auf - ein einfaches Beispiel ohne Polemik. Übersetzt klang er ungefähr so:

"Ein Este und ein Tscheche sprechen beide ihre Muttersprache und als Fremdsprache Englisch. Diese beiden Europäer können und dürfen überall auf der Welt miteinander kommunizieren, nur nicht in diesem Forum, das das Adjektiv "Europaea" im Namen führt.

Im Forum "Ascofrance" (wo englische Beiträge erlaubt sind) las ich das Profil einer Teilnehmerin aus Finnland. Sprachen: Finnisch, Englisch, Schwedisch.
Im Forum Mycologia Europaea darf diese Teilnehmerin nur auf Finnisch teilnehmen, weil ihr Englisch auf dem Index steht.

Lasst uns alle Finnisch lernen!"

Dieser Beitrag wurde vom Moderator zensiert, d. h. er erreichte das Forum nicht.

Soll man da noch mitmachen? Wie gesagt, ich schätze die Informationen sehr und glaube, dass man auf das Fachwissen der vielen hochkarätigen Teilnehmer fast nicht verzichten kann, aber langsam habe ich das Gefühl, es reicht.

Sorry, ich musste mal Dampf ablassen.

Till

PS: Für alle, die die Regeln bei Mycologia europaea nicht kennen: Man darf dort nur auf Französisch und in seiner jeweiligen Muttersprache kommunizieren. Dahinter steckt die Ideologie, dass das Englische Teil einer langfristig angelegten, gnadenlosen angelsächsischen Welteroberungsstrategie und eines Sprachimperialismus zu Lasten aller anderen Sprachen ist. Sie wird im übrigen von einigen Teilnehmern am Forum durchaus geteilt (und nicht nur solchen aus Frankreich). Andererseits gibt es viele Franzosen, die JMs "Anglophonophobie" nur akzeptieren, weil ihnen nichts anderes übrig bleibt, wenn sie weiter von dem ansonsten beispielhaften Forum profitieren wollen. JM ist also nicht "die Franzosen" (@ Werner...).

Ich frag mich halt, ob ausgerechnet wir Mykologen die europäische Kulturen und Sprachen retten müssen, indem wir den aktuellen Ideenaustausch mit Kollegen in anderen Sprachgebieten (z. B. Osteuropas) aus rein ideologischen Gründen so erschweren.

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Re: Apropos Französisch ...

Andreas ⌂, (vor 6168 Tagen) @ Till

Hallo Till,

Dieser Beitrag wurde vom Moderator zensiert, d. h. er erreichte das Forum
nicht.

das stimmt so nicht, denn zufällig habe ich mit Jacques Melot gemailt und er sagte mir (ebenfalls zufällig), dass er unter anderem noch einen Beitrag von Dir "auf Halde liegen" habe, den er aber erst dann abschicken will, wenn er selber Zeit hat direkt darauf zu antworten. Und grad hat er sehr wenig Zeit.
Ich glaube ihm das in der Tat. Ich denke also, Dein Beitrag wird unzensiert das Firom erreichen, aber eben erst dann wenn Jacques eine Reaktion von ihm selbst zeitlich direkt danach posten kann.

Ich bin auch nicht sehr begeistert von der Anglophobie, aber gerade im von Dir geschilderten Fall kann ich nun die Intervention doch verstehen, denn den thread-Titel ohne Not von italienisch auf englisch uz ändern muss ja wie eine Provokation wirken in diesem Forum ....

Der arme Claudio wandte sich übrigens an mich per Mail, er wußte gar nicht wie ihm geschieht, er kann nämlich kein Französisch ....

beste Grüße,
Andreas

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Re: Apropos Französisch ...

UweL, (vor 6168 Tagen) @ Till

Hallo Till,
ich finde die Anglophobie in diesem Forum auch ziemlich schräg und habe mir deswegen (bei meinem ersten und letzten Beitrag in diesem Forum, natürlich auf Englisch, damit mich viele verstehen können, denn die "Regeln" hatte ich mir natürlich vorher nicht so genau angeschaut) auch schon eine heftige Rüge von J. Melot eingefangen. Glücklicherweise hatte mich Andreas (Gminder) darauf "vorbereitet". Das hat das dann etwas gemildert.
Insgesamt kann ich Dir, lieber Till, nur voll zustimmen bei Deiner Kritik!
Beste Grüße Uwe

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Re: Apropos Französisch ...

AK_CCM, (vor 6168 Tagen) @ Till

Hallo Till,

das Thema wurde u.a. von Harald, Andreas und Christoph zum Jahresbeginn im Rahmen der Tremella-aurantia-Diskussion schon einmal diskutiert.

Nach wie vor bin ich der Meinung, dass solch ein übersteigertes Sprachwertgefühl fehl am Platz ist, wenn man unter europäischer Flagge segelt. Das blockiert nur den Informationsaustausch, der egtl. im Mittelpunkt stehen sollte, ist also völlig kontraproduktiv.

Für mich bedeutet das, dass ich mich an dem E-Mail-Verteiler nicht beteiligen kann, da ich der frz. Sprache nicht mächtig bin. Und in dt. kann ich direkt in Erics und Georgs Foren kommunizieren.

Gruß, Andreas

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Re: Apropos Französisch ...

MartinB, (vor 6168 Tagen) @ Till

Hallo Till,

diesen "Dampf" kann ich gut verstehen. Ich habe mich kürzlich auch in Herrn Melots Forum angemeldet. Es galt dabei "Verträge" zu unterschreiben, deren Länge die Kapazität einer email überschritten und deshalb stufenweise nachgereicht wurden. Selbstverständlich habe ich diesen Kram nicht komplett durchgelesen, da ich eh nur "Zuschauer" bzw. "Mitleser" werden wollte, einfach deshalb, weil da hochkarätige Mykologen dabei sind.
Meine Erwartungen wurden jedoch gerade durch die von dir zitierten Ereignisse enttäuscht. Mißverständnisse, sinnloses Eingreifen eines militärischen "Moderators"....
Falls Herr Melot das hier liest und er versteht mit Sicherheit Deutsch, bin ich ab morgen gesperrt! ;-)
Und wie du sagst, in Ascofrance redet jeder, wie ihm der Schnabel gewachsen ist: englisch, französisch, spanisch, italienisch und manchmal auch deutsch. Sozusagen so, wie man kann, oder im Hinblick darauf, welche Leute man erreichen will. Niemand beschwert sich, es funktioniert einfach, weil das gemeinsame Interesse das Verbindende ist und keine Äußerlichkeiten. Wenn dort jemand einen für mich interessanten Pilz mit einer Beschreibung in Suaheli einstellen würde, würde ich auch versuchen, der Beschreibung z.B. mit dem Google-Übersetzer zu folgen und wenn ich was dazu zu sagen hätte, ihm auch auf diesem Wege zu antworten.
Bei Ascofrance ist sogar eine Online-Übersetzungsfunktion eingerichtet, die allerdings auch schon zu lustigen Ergebnissen geführt hat. ;-)

Englisch in seinen Grundfunktionen (wer kann schon "wirkliches" Englisch?) ist doch heutzutage nix anderes als Esperanto für Jedermann... Und auch ein Herr Melot wird daran nix ändern können.

Jetzt verplaudere ich mich aber.

Mit besten Grüßen,

Martin

Hallo, Gemeinde,
Werner ist kürzlich im Galerina-Thread kurz auf das französische Forum
eingegangen. Ich beteilige mich da auch manchmal, weil es viele gute
Informationen enthält. Aber vor ca. 10 Tagen, als der Moderator, Jacques
Melot, einen Italiener, der sich zum ersten Mal beteiligte, in äußerst
rüder Form abkanzelte, weil dem ein paar englische Brocken unterlaufen
waren - der arme Kerl hat wahrscheinlich ein für alle mal genug von den
Pilzen -, ging mir dann doch der Hut hoch.
Ich raffte mich - wie vor Jahren schon mal - zu einem kleinen Protest auf -
ein einfaches Beispiel ohne Polemik. Übersetzt klang er ungefähr so:
"Ein Este und ein Tscheche sprechen beide ihre Muttersprache und als
Fremdsprache Englisch. Diese beiden Europäer können und dürfen überall auf
der Welt miteinander kommunizieren, nur nicht in diesem Forum, das das
Adjektiv "Europaea" im Namen führt.
Im Forum "Ascofrance" (wo englische Beiträge erlaubt sind) las ich
das Profil einer Teilnehmerin aus Finnland. Sprachen: Finnisch, Englisch,
Schwedisch.
Im Forum Mycologia Europaea darf diese Teilnehmerin nur auf Finnisch
teilnehmen, weil ihr Englisch auf dem Index steht.
Lasst uns alle Finnisch lernen!"
Dieser Beitrag wurde vom Moderator zensiert, d. h. er erreichte das Forum
nicht.
Soll man da noch mitmachen? Wie gesagt, ich schätze die Informationen sehr
und glaube, dass man auf das Fachwissen der vielen hochkarätigen
Teilnehmer fast nicht verzichten kann, aber langsam habe ich das Gefühl,
es reicht.
Sorry, ich musste mal Dampf ablassen.
Till
PS: Für alle, die die Regeln bei Mycologia europaea nicht kennen: Man darf
dort nur auf Französisch und in seiner jeweiligen Muttersprache
kommunizieren. Dahinter steckt die Ideologie, dass das Englische Teil
einer langfristig angelegten, gnadenlosen angelsächsischen
Welteroberungsstrategie und eines Sprachimperialismus zu Lasten aller
anderen Sprachen ist. Sie wird im übrigen von einigen Teilnehmern am Forum
durchaus geteilt (und nicht nur solchen aus Frankreich). Andererseits gibt
es viele Franzosen, die JMs "Anglophonophobie" nur akzeptieren,
weil ihnen nichts anderes übrig bleibt, wenn sie weiter von dem ansonsten
beispielhaften Forum profitieren wollen. JM ist also nicht "die
Franzosen" (@ Werner...).
Ich frag mich halt, ob ausgerechnet wir Mykologen die europäische Kulturen
und Sprachen retten müssen, indem wir den aktuellen Ideenaustausch mit
Kollegen in anderen Sprachgebieten (z. B. Osteuropas) aus rein
ideologischen Gründen so erschweren.

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Lob an Georg

Violet, (vor 6168 Tagen) @ Till

Liebe Leute,
wenn in einem Forum ein *sehr* höflicher Italiener (der leider die drei! Seiten, oft rot unterlegten, Regeln nicht richtig gelesen oder verstanden hat) mit einer bescheidenen Frage vom Moderator mit der Überschrift AVERTISSEMENT ("WARNUNG") und einem Text in Rotschrift in einer Weise abgekanzelt wird, wie in meinem Leben vermutlich nie jemand mit mir gesprochen hat - dann sträuben sich mir alle Nackenhaare!! Und was ich sonst noch gern dazu sagen würde, schluck ich hier besser runter ...
Ich hatte eigentlich vor, Georg privat ne Mail zu schicken und ihm zu sagen, wie toll ich es im Vergleich dazu finde, dass dieses Forum hier so super funktioniert, ohne dass (solange ich dabei bin) JEMALS von seiner Seite eingegriffen wurde. Nun kriegt er das Lob übers Forum!
Einen schönen Sonntag wünscht euch allen
die Ditte

P.S. Ein Franzose meinte ja zu mir, J.M. müsse deutsche Wurzeln haben, Franzosen seien nicht so - ich aber schiebs immer noch auf die langen dunklen Nächte in Island. Da muss man einfach ein wenig wunderlich werden. Und privat soll er ja nett sein, haben mir zwei von euch gesagt.

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Die Botschaft hör ich wohl ...

Till, (vor 6167 Tagen) @ Andreas

Hallo Till,
das stimmt so nicht .... Ich denke also, Dein Beitrag wird unzensiert
das Firom erreichen, aber eben erst dann wenn Jacques eine Reaktion von
ihm selbst zeitlich direkt danach posten kann.

Hallo, Andreas,

... allein mit fehlt der Glaube ...

Schöne Grüße
Till

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Re: Apropos Französisch ...

Wolfgang D. ⌂, (vor 6167 Tagen) @ Till

Lieber Till,

natürlich kann auch ich deine Aufgeregtheit speziell zu diesem Fall und deine Argumente nachvollziehen und in den Unterstützungschor zu deinem Posting einstimmen, zumal ich - im Gegensatz zu dir - nur sehr notdürftig Französisch verstehe.
Ich möchte als Anregung aber doch einen anderen Diskussionspunkt einbringen. Ich weiß nicht genau, wer das französische Forum nun offiziell betreibt, ob es die rein persönliche Initiative von JM ist, oder eine Institution dahintersteht. Jedenfalls ist - soviel ich weiß - dieses Internet-Forum, wie viele andere auch, für die Forumsteilnehmer weder eine Verpflichtung noch ein Recht, sondern ein - noch dazu kostenloses - Angebot und Service. Es ist das gute Recht des Betreibers, Bedingungen und Richtlinien für die Teilnahme festzulegen. Diese Richtlinien gibt es. Über den Umfang und den Inhalt dieser Richtlinien kann man - so wie ich auch - den Kopf schütteln und die Hände über dem Kopf zusammenschlagen, aber sie sind zu akzeptieren, wenn man daran teilnehmen möchte. Es zwingt einem ja niemand zur Teilname bei diesem Forum, und ich kenne auch keinen Rechtsanspruch darauf, der sich aus irgendeiner Mitgliedschaft oder Beitragsleistung oder einem sonstigen Umstand ableitet.
Wem das nicht gefällt und es anders haben möchte, der kann ja gerne selber ein Forum einrichten und betreiben, das ist heute weder finanziell noch technisch ein grundsätzliches Problem, oder sich mit diesem Ansinnen an eine Institution wenden, die es vielleicht besser macht (hat z. B. die EMA ein Forum?).
Verzeih meine harten Worte und nüchterne Sichtweise, aber ich finde, man sollte bei aller berechtigter Kritik diesen Aspekt nicht aus den Augen verlieren.

Einen schönen Sonntag,
Wolfgang

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Re: Apropos Französisch ...

AK_CCM, (vor 6167 Tagen) @ Wolfgang D.

Lieber Wolfgang,

diesen Aspekt hatte ich seinerzeit auch verkürzt in Erics Forum angeführt: "Wer zahlt, schafft an". In dem Fall dürfte Herr Melot der Betreiber/ Zahler sein und dementsprechend definiert er die Teilnahmebedingungen. Einen Rechtsanspruch auf Sprachfreiheit gibt es deshalb freilich nicht. Entweder man akzeptiert die Regeln oder verzichtet auf ein Abo der Mailinglist.

Deine Idee mit einem europäischen Pilzforum liest sich spannend. Zwar ist es heute kein immenser finanzieller Aufwand mehr, die entsprechende Infrastruktur zur Verfügung zu stellen - Kosten fürs Webhosting z.B. bei HostEurope weniger als 40 Euro im Jahr inkl. 2 MySQL-Datenbanken, gute Foren-Software wie z.B. phpBB oder SMF ist kostenlos erhältlich. Aber damit ist es nicht getan: Man müsste eine solche Diskussionsplattform erst bewerben und dann über einen Zeitraum von ein paar Jahren kontinuierlich durch interessante Diskussionen in Schwung bringen. Das kostet richtig Manpower. Erschwerend kommt hinzu, dass bereits mit der Mailinglist von Herrn Melot eine starke Konkurrenz existiert.

Man bräuchte also eine Hand voll enthusiastischer Mykologen und einen möglichst renommierten Betreiber, wenn ein solches Projekt initiiert werden und vor allem langfristig Erfolg haben soll.

Gruß, Andreas

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Re: Apropos Französisch ...

Wolfgang D. ⌂, (vor 6167 Tagen) @ AK_CCM

Lieber Andreas,

Aber
damit ist es nicht getan: Man müsste eine solche Diskussionsplattform erst
bewerben und dann über einen Zeitraum von ein paar Jahren kontinuierlich
durch interessante Diskussionen in Schwung bringen. Das kostet richtig
Manpower.

Völlig klar, darum größten Respekt für alle erfolgreichen Forums-Administratoren, inkl. Jacques Melot und Georg Müller :-)

Mein etwas provokant formulierter Vorschlag zur Errichtung eines "eigenen Forums" zielte aber eher darauf ab, in dem ungemein dynamischen und flexiblen Medium Internet manche Dinge etwas gelassener zu sehen und dafür vielleicht die eigenen Gestaltungsmöglichkeiten zu suchen und zu nutzen.

LG,
Wolfgang

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Re: Apropos Französisch ...

Werner, (vor 6167 Tagen) @ Till

Hallo Till, hallo Gemeinde,

Werner ist kürzlich im Galerina-Thread kurz auf das französische Forum
eingegangen. Ich beteilige mich da auch manchmal, weil es viele gute
Informationen enthält. Aber vor ca. 10 Tagen, als der Moderator, Jacques
Melot, einen Italiener, der sich zum ersten Mal beteiligte, in äußerst
rüder Form abkanzelte, weil dem ein paar englische Brocken unterlaufen
waren - der arme Kerl hat wahrscheinlich ein für alle mal genug von den
Pilzen -, ging mir dann doch der Hut hoch.

So mir auch. Auch vor ein paar Jahren war mal ein besonders krasser Fall (dazwischen sicher auch so einiges, was ich nicht mitgekriegt habe, weil ich oft nicht mitlese): Ein Niederländer gab eine Anschrift weiter, in der P.O.Box Nr. soundsoviel einer Adresse in NL stand. Daraufhin kam ein großer Rüffel des unsäglichen Oberlokalpatrioten, daß so etwas Boite postale heißen müsse, da die Post eh "von den Franzosen erfunden wurde" (etwas schlampig zusammengefasst :-)

Ich raffte mich - wie vor Jahren schon mal - zu einem kleinen Protest auf -
ein einfaches Beispiel ohne Polemik. Übersetzt klang er ungefähr so:
"Ein Este und ein Tscheche sprechen beide ihre Muttersprache und als
Fremdsprache Englisch. Diese beiden Europäer können und dürfen überall auf
der Welt miteinander kommunizieren, nur nicht in diesem Forum, das das
Adjektiv "Europaea" im Namen führt.

Genau meine Meinung. Leider hatten wir diese Diskussion im m-e-Forum schon oft, ohne irgendeine vernünftige Reaktion. Es läuft immer darauf raus, daß der Este doch estnisch oder französisch schreiben könne - wobei es glaube ich mal eine "Aufweichung" gab, daß extrem "unbekannte" Sprachen auch in Englisch zusätzlich schreiben dürfen (weiß aber jetzt nicht, ob ich das mißverstanden habe).

Ich habe auch mal vor Jahren angeregt, eine Abstimmung unter den Forenteilnehmern durchzuführen - bzgl. der erweiterten Nutzung von Englisch z.B. als Zweitsprache (ich regte an, z.B. als Deutscher eine Frage auf Deutsch stellen zu müssen, dafür aber eine englische Übersetzung anfügen zu können, damit ich möglichst viele Leute erreiche und als Konzession an JM, da ja Deutsch immer noch "oben" stünde und Englisch somit auf den 2. Platz verbannt wäre). Das war natürlich auch nicht mal der Diskussion durch "Monsieur le Dictateur" wert.

Was die Argumentation angeht, daß ein JM natürlich machen und bestimmen kann, was er will - das ist leider richtig. Traurig daran ist nur, daß das Forum eine sehr hohe Qualität an Teilnehmern hat und sich Europaea nennt. Und daß sehr viele Spitzenleute nicht teilnehmen können, weil sie des Französischen nicht mächtig sind und ihre eigene Sprache (sei es nun Deutsch, Italienisch, Spanisch oder gar Tschechisch etc.) nur ungenügend von den Mitlesern verstanden wird. Und Babelfish etc. liefern halt oft auch nur recht lächerliche Übersetzungen, die einiges an Zeit zum kompletten Verstehen erfordern.

Dieser Beitrag wurde vom Moderator zensiert, d. h. er erreichte das Forum
nicht.

Das ist ein dicker Hund. Nun ist ja schon einige Zeit vergangen und ich glaube nicht dran, daß der Beitrag noch kommt. Ich wußte gar nicht, daß die Beiträge tatsächlich erst mal "zensiert" werden. Ein weiterer Grund, dieses Forum nicht besonders zu schätzen - leider völlig im Gegensatz zu seinen hervorragenden Inhalten.

Soll man da noch mitmachen? Wie gesagt, ich schätze die Informationen sehr
und glaube, dass man auf das Fachwissen der vielen hochkarätigen
Teilnehmer fast nicht verzichten kann, aber langsam habe ich das Gefühl,
es reicht.

Ich überlege das auch immer wieder und halte mich deshalb auch sehr zurück. Mein letzter Beitrag da drin ist ein paar Jahre her. Gut, ich bin sicher keine mykologische Bereicherung und sehr verzichtbar in m-e. Trotzdem, es geht bestimmt auch "Kapazitäten" ähnlich und um die ist es schade. Vielleicht sollte man sich ernsthaft mal überlegen, ob man nicht eine Mailing-Liste ohne Sprachbarrieren startet. Die Charta müßte man sich natürlich überlegen, damit es für hochkarätige Mykologen attraktiv bleibt. Deswegen sollten m.E. Steinpilze und Co. eher hier und in lokalen Foren verbleiben, interessante taxonomische, mikroskopische und sonstige mykologische Diskussionen in so einer Mailing List diskutiert werden - so wie in m-e. Wie man das dann in eine Charta bringt, ohne jemanden zu sehr auszugrenzen aber auch ohne die echten Mykologen abzuschrecken ist natürlich schwierig - insbesondere in der Anfangsphase.

JM ist also nicht "die
Franzosen" (@ Werner...).

Sorry, wenn ich das schlampig verallgemeinernd formuliert habe. Leider ist es aber doch recht weit verbreitet gerade unter Franzosen (auch in anderen Sparten als der Mykologie). Ich habe derartige Anglophobie weder bei Italienern, Spaniern, Südamerikanern oder sonstwo in diesem Umfang auch nur annähernd erlebt. Das Gegenteil - extrem mit Anglizismen (die oft auch noch falsch verwendet werden) versetzte Sprache unter z.B. nur Deutschen finde ich allerdings mindestens genauso daneben. Aber das, was in Frankreich doch häufig anzutreffen ist - Anglophobie - ist in der JM-Version doch arg abstossend und ich möchte nicht wissen, was man einem Deutschen, der das in Deutsch durchzöge, vorwerfen würde. Einem Amerikaner/Engländer etc. würde man Sprach- oder Kulturimperialismus vorwerfen.

Mal so ganz unter uns: ich denke - nach früheren Diskussionen mit Franzosen über dieses Thema - das Ganze kommt von der Erkenntnis, daß "La Grande Nation" spätestens seit dem 2. Weltkrieg nicht mehr der Nabel der Welt ist und laufend an Bedeutung verliert. Dies ist für viele Franzosen offensichtlich sehr schwer zu verdauen. Und da wehrt man sich mit derart kindischen Reaktionen. Ich habe mir früher von Franzosen oft anhören müssen, daß Französisch eine Weltsprache mit weiterer Verbreitung als Englisch wäre (man verwies auf die ganzen Kolonien und liess in der komischen Berechnung natürlich nur Länder zu, die entweder Englisch oder Französisch als 1. oder 2. Staatsprache zuliessen). Auch eine Form, wie man sich den Fakt schönreden kann, daß halt heute ein ukrainischer Wissenschafter mit einem Japaner normalerweise Englisch spricht, nicht aber Französisch. Deshalb versucht man auch großzügigerweise uns Deutschen, den Italienern und Spaniern etc. immer wieder schmackhaft zu machen, unsere eigenen Sprachen verstärkt zu nutzen und uns ansonsten den Untergang unserer Kulturen prophezeit. Das tut man natürlich nur deswegen, weil man weiß, daß außer den Spaniern keiner auch nur an die Verbreitung des Französischen heran"riechen" kann und da irrsinnigerweise eine Front gegen das de facto-Esperanto-Englisch sich erhofft mit einem Wiederaufstieg des Französischen als "Erste Weltsprache" oder zumindest Mitbewerber um den "Titel".

27 Jahre als selbstfahrender Taxiunternehmer (jetzt nicht mehr) haben mir aber oft eines gezeigt - die allerwenigsten Franzosen fragen einen deutschen Taxifahrer (hier in München), ob er ihrer Sprache mächtig ist und plaudern einfach "volle Kanne" auf Französisch los - selbst wenn sie Englisch oder Deutsch können. Selbst Amerikaner, Australier und Engländer fragen öfter "do you speak English?" als Franzosen. Obwohl es doch um einiges wahrscheinlicher ist, daß ein Taxifahrer Englisch spricht. Ich muß ganz ehrlich sagen - ich war da sehr ekelhaft und konnte kein Wort Französisch mehr, wenn ich so angesprochen wurde. Ist vielleicht auch albern, aber ich erwarte eine gewisse Höflichkeit. Ich finde es ebenso daneben, wenn Deutsche in NL usw. einfach auf deutsch "losbabbeln", ohne höflicherweise zu fragen.

Ich frag mich halt, ob ausgerechnet wir Mykologen die europäische Kulturen
und Sprachen retten müssen, indem wir den aktuellen Ideenaustausch mit
Kollegen in anderen Sprachgebieten (z. B. Osteuropas) aus rein
ideologischen Gründen so erschweren.

Ganz genau. Sprache ist ein Mittel zur Kommunikation und zwischen Leuten verschiedener Herkunft sollte immer die Sprache genutzt werden können, die dem Informationsaustausch beider Seiten am besten dient.

Viele Grüße,

Werner

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Eigenes europäisches Forum ohne Sprachbarriere

Werner, (vor 6167 Tagen) @ AK_CCM

Hallo Andreas, Wolfgang und Gemeinde,

Deine Idee mit einem europäischen Pilzforum liest sich spannend. Zwar ist es
heute kein immenser finanzieller Aufwand mehr, die entsprechende
Infrastruktur zur Verfügung zu stellen - Kosten fürs Webhosting z.B. bei
HostEurope weniger als 40 Euro im Jahr inkl. 2 MySQL-Datenbanken, gute
Foren-Software wie z.B. phpBB oder SMF ist kostenlos erhältlich. Aber
damit ist es nicht getan: Man müsste eine solche Diskussionsplattform erst
bewerben und dann über einen Zeitraum von ein paar Jahren kontinuierlich
durch interessante Diskussionen in Schwung bringen. Das kostet richtig
Manpower. Erschwerend kommt hinzu, dass bereits mit der Mailinglist von
Herrn Melot eine starke Konkurrenz existiert.

Ich möchte widersprechen - ein Forum halte ich für den falschen Weg. Eine Mailing-Liste ist viel besser. Warum?

Erstens gibt es diverse Foren, siehe DGfM, die einen Anspruch ähnlich m-e haben. Die laufen aber nur sehr beschränkt so gut wie m-e. Es ist auch so, daß etwas wie m-e, das Spitzenmykologen anziehen soll, sicherlich etwas eingeschränkt werden sollte, was die zu diskutierenden Themen angeht - siehe mein anderes Posting (Steinpilze etc.). Wenn man dies nicht tut, wird man kaum ein der m-e ähnliches Niveau erreichen können. Ein Forum ist auch insofern nicht so gut wie eine Emailliste, weil es sicher Leute gibt, die lieber in etwas abgeschotteterem Kreis diskutieren und die z.B. ihre hochwertigen Fotos nicht der ganzen Welt zur Verfügung stellen wollen. Oder auch ihre vielleicht sich später als falsch herausstellenden Meinungen etc. Wie auch immer.

Eine Mailingliste lässt sich komplett kostenlos betreiben - im Unterschied zu einem Forum. Der einzige Faktor, den man einberechnen muß ist Zeit. Also Aufwand für Fragen bei der Registrierung, Sperrung von Spammern etc., geringfügige Moderation (um das Niveau nicht abgleiten zu lassen - Stichwort Psilos, reine Speiseanfragen usw.). Diese Moderation sollte idealerweise von einem Team von z.B. 5+ Leuten gemacht werden, auch um einen "Dictateur" etwas besser zu verhindern und nicht zuletzt wegen der Arbeitsteilung.

Man bräuchte also eine Hand voll enthusiastischer Mykologen und einen
möglichst renommierten Betreiber, wenn ein solches Projekt initiiert
werden und vor allem langfristig Erfolg haben soll.

Richtig. Ich wäre da durchaus im Rahmen meiner Möglichkeiten dabei - allerdings nur als "Arbeitstier", um die Mailingliste einzurichten z.B. An renommierten Teilnehmern könnte ich mir schon ein paar vorstellen, z.B. Andreas (Gminder), Till, Christoph Hahn, Machiel Noordeloos, Prof. Bresinsky usw. Diese Leute müßte man vielleicht mal kurz per Mail kontaktieren, wenn man sowas auf den Weg bringt.

Wenn es jemand wirklich machen will (und auch tatkräftig mithelfen), gerne auch Kontakt per Mail.

Gruß,

Werner

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Re: Eigenes europäisches Forum ohne Sprachbarriere

AK_CCM, (vor 6167 Tagen) @ Werner

Hallo Werner,

es gibt sicher gute Gründe für eine Mailinglist, genauso wie für ein Forum. Mit ersterem kann ich mich jedoch nicht anfreunden, bei den vielen E-Mail, die ich als Journalist jeden Tag bewältigen muss. Mit modernen Foren kann man übrigens problemlos Bereiche abschotten, wenn man das mag, oder für unregistrierte Besucher die Anzeige von geposteten Bildern deaktivieren. Ich komme jedenfalls damit besser zurecht, wenn die Diskussionen strukturiert und übersichtlich visualisiert werden. Das kann keine Mailinglist leisten.

Gruß, Andreas

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Re: Apropos Französisch ...

AK_CCM, (vor 6167 Tagen) @ Wolfgang D.

Lieber Wolfgang,

Völlig klar, darum größten Respekt für alle erfolgreichen
Forums-Administratoren, inkl. Jacques Melot und Georg Müller :-)

dem möchte ich mich anschließen. Das gilt auch für die anderen Betreiber deutschsprachiger Pilzforen und den vielen engagierten Pilzfreunde mit ihren Beiträgen.

Mein etwas provokant formulierter Vorschlag zur Errichtung eines
"eigenen Forums" zielte aber eher darauf ab, in dem ungemein
dynamischen und flexiblen Medium Internet manche Dinge etwas gelassener zu
sehen und dafür vielleicht die eigenen Gestaltungsmöglichkeiten zu suchen
und zu nutzen.

Hoffentlich war meine Reaktion auf Deinen Beitrag nicht zu harsch formuliert - war nicht so gemeint. Ich fand es sehr gut, dass Du alternative Möglichkeiten aufgezeigt hast. Wollte lediglich auch vor Augen führen, dass die bloße Infrastruktur nicht ausreicht, um eine erfolgreiche Diskussionsplattform im Internet zu positionieren.

Gruß, Andreas

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Re: Eigenes europäisches Forum ohne Sprachbarriere

Matthias, (vor 6167 Tagen) @ AK_CCM

; Mit modernen Foren kann

man übrigens problemlos Bereiche abschotten, wenn man das mag, oder für
unregistrierte Besucher die Anzeige von geposteten Bildern deaktivieren.

Servus Andreas,
das ist zwar eine Möglichkeit aber die sagt mir persönlich gar nicht zu, das hat für mich den faden Beigeschmack nur einen elitären Kreis zu bedienen. Mir fehlt oft die Zeit alle deutschsprachigen Pilzforen durchzusehen und mit solch einem Manko werden einige eher nur einen kleinen Leserkreis haben,
viele Grüsse
Matthias

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Re: Eigenes europäisches Forum ohne Sprachbarriere

AK_CCM, (vor 6167 Tagen) @ Werner

Hallo nochmals,

z.B. An renommierten Teilnehmern könnte ich mir schon ein
paar vorstellen, z.B. Andreas (Gminder), Till, Christoph Hahn, Machiel
Noordeloos, Prof. Bresinsky usw. Diese Leute müßte man vielleicht mal kurz
per Mail kontaktieren, wenn man sowas auf den Weg bringt.

vorstellen kann man sich viel, die Frage ist, ob die genannten Personen das überhaupt wollen und falls ja, ob sie entsprechend Zeit dafür haben. Aber wer weiß: Vlt. kann sich der ein oder andere Profi mit dem Vorhaben anfreunden.

Diesbezüglich finde ich Wolfgangs Hinweis mit der EMA Interessant: Das wäre doch ein lohnendes Projekt für eine europäische Gesellschaft?

Wie auch immer: Ich bleibe weiterhin in den dt. Foren unterwegs. Zum Glück gibt es z.B. mit Andreas und Eric engagierte Leute, die in einigen Fällen für mich eine Frage in der Mailinglist stellen und mich mit Inforamtionen versorgen, sodass ich nicht völlig vom Informationsfluß abgeschnitten bin. Dafür möchte ich mich an dieser Stelle einfach mal bedanken.

Gruß, Andreas

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Re: Eigenes europäisches Forum ohne Sprachbarriere

Andreas ⌂, (vor 6167 Tagen) @ AK_CCM

Hallo Werner,
es gibt sicher gute Gründe für eine Mailinglist, genauso wie für ein Forum.
Mit ersterem kann ich mich jedoch nicht anfreunden, bei den vielen E-Mail,
die ich als Journalist jeden Tag bewältigen muss. Mit modernen Foren kann
man übrigens problemlos Bereiche abschotten, wenn man das mag, oder für
unregistrierte Besucher die Anzeige von geposteten Bildern deaktivieren.
Ich komme jedenfalls damit besser zurecht, wenn die Diskussionen
strukturiert und übersichtlich visualisiert werden. Das kann keine
Mailinglist leisten.
Gruß, Andreas

Hallo,

mycologia-europaea hat ein Archiv und man kann sich die Threads genauso gut im Archiv anschauen, schön in Bäumchen-Struktur. Es besteht keine Notwendigkeit, sich die ganzen Beiträge schicken zu lassen. Gleiches gilt meines Wissens auch für TAXACOM.

beste Grüße,
Andreas

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Re: Eigenes europäisches Forum ohne Sprachbarriere

AK_CCM, (vor 6167 Tagen) @ Andreas

Danke für die Info, Andreas.

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Re: Eigenes europäisches Forum ohne Sprachbarriere

Werner, (vor 6167 Tagen) @ AK_CCM

Hallo Andreas,

es gibt sicher gute Gründe für eine Mailinglist, genauso wie für ein Forum.

Der Haken an Foren sind meiner Meinung nach:

1. Kosten
2. Verantwortlichkeit (deutlich höher - siehe momentane Probleme im DSLR-Forum)
3. z.B. Bilder einstellen ist für manche Leute ein Hindernis - einen Emailanhang kriegen deutlich mehr Leute gebacken - ansonsten kann der Betreiber des Forums zwar die Möglichkeit zum Bilder hochladen bereitstellen, dies ist aber mit weiteren Kosten für den Betreiber verbunden sowie meist mit Einschränkungen für den Nutzer.
4. Ein Forum ist zu "einsehbar" - abgeschottete Teile unbeliebt.
5. in manchen Ländern ist der Onlinezugang immer noch zeitabhängig teuer und langsamer als DSL und manche Leute formulieren halt generell lieber "offline"
6. ein weiterer Vorteil ist, daß ich alle Diskussionen zuhause auf dem Computer habe, auch wenn ich z.B. offline in der Bahn mit Laptop sitze. Platz nimmt das nicht mehr viel weg (in Zeiten, wo selbst auf Laptops 500 Gb-Festplatten Standard sind) und bei einem Forumsserverabsturz oder der Aufgabe eines Forums sind die wertvollen Beiträge nicht unwiederbringlich verloren.
7. ich kann viel besser kontrollieren, wer Zugang erhält - zumindest ist der Aufwand für die Kontrolle schon deswegen geringer, weil die "Aufnahmeanträge" von der Zahl her geringer ausfallen. Bei einem Forum ist entweder eine automatische Aufnahme normal oder durch die öffentliche Verfügbarkeit der Beiträge die Anzahl von "Aufnahmeanträgen" viel größer, weil jeder, der mal was Interessantes "ergooglet" hat, einen stellt. (OK, abgesperrte Bereiche würden das verhindern, aber da wäre ich vehement dagegen - Matthias hat das ja gut erläutert).

Der einzige Haken, der m.E. gegen Mailinglisten (in diesem Fall) spricht:

Eine Baumstruktur von Threads ist nicht möglich. Dadurch kann es etwas unübersichtlich werden.

Allerdings zeigt sich sehr gut am Forum m-e, daß das kein großes Problem darstellt, weil ja wirklich nur "Hardcore-Mykologisches" diskutiert wird. Wenn ich mir die "Steinpilz- oder Morchelsaison" auf Pilzepilze dagegen natürlich als Mailinglist vorstelle, gebe ich Dir recht - das würde ich auch nicht wollen. Dafür eignet sich ein Forum deutlich besser.

Nicht gültig ist aber Dein Argument, daß Du viele andere Emails bekommst. Es ist nichts leichter, als z.B. eine Email-Regel zu schreiben, die alle über m-e abgesendeten Emails automatisch in einen eigens dafür geschaffenen Ordner verschiebt. Und schon hat man wieder die geliebte Ordnung - mit Ausnahme der Baumstruktur.

Mit ersterem kann ich mich jedoch nicht anfreunden, bei den vielen E-Mail,
die ich als Journalist jeden Tag bewältigen muss.

Wie gesagt, die Lösung steht oben. Und vor dem Bildschirm sitzt Du so oder so - ob Du den Beitrag nun als Email liest oder in einem Forum. Nur kannst Du Emails gesammelt z.B. im Hotelzimmer runterladen und dann z.B. im Zug bearbeiten/lesen, was Du mit Forumsbeiträgen ohne Internetzugang (oder mit einem überteuerten) nicht so ohne weiteres kannst.

Mit modernen Foren kann
man übrigens problemlos Bereiche abschotten, wenn man das mag, oder für
unregistrierte Besucher die Anzeige von geposteten Bildern deaktivieren.

Die Anzeige von Bildern zu deaktivieren führt zu eben dem, was ich oben ausführte - einer Fülle von Aufnahmeanträgen, die z.B. bloß wg. eines Bildes gestellt werden. Auch halte ich es nicht für sinnvoll, viele Aufnahmeanträge zu sammeln und dann etliche dieser potentiellen Nutzer wieder dadurch zu verprellen, daß man ihre Beiträge nicht haben will (Speisepilze, Psilos, banalste Fragen). Besser ist eine Form wie m-e, das zwar intern sehr wohl gefunden und anerkannt wird, jedoch nicht einfach dauernd zufällig "ergooglet" wird. Um ein Diskussionsforum dieser Qualität zu erreichen braucht man eine gewisse "Werbelosigkeit" oder erschwerte Erreichbarkeit. Denn genau dann kann man eine erkleckliche Anzahl mykologischer Schwergewichte auch vom Beitritt überzeugen, nicht jedoch wenn zu viel "Masse statt Klasse" stattfindet. Ebenso ist es ja auch der Fall, daß z.B. in m-e aufgrund der Qualtität der Diskussionen und Teilnehmer Leute wie ich (neben meiner Abneigung wg. der Anglophobie) nicht jede banale und anderswo zu beantwortende Frage einfach unbedacht einstellen.

Genau das macht m.E. den Erfolg von m-e aus, trotz der Tatsache, daß JM alles dafür tut, daß es für viele Europäer dort eher ungemütlich ist.

Ich komme jedenfalls damit besser zurecht, wenn die Diskussionen
strukturiert und übersichtlich visualisiert werden. Das kann keine
Mailinglist leisten.

Wie gesagt - das einzige, was man da nicht hinkriegt ist die Thread-/Baumstruktur. Dafür ist alles chronologisch geordnet und auch nach Jahren noch durch eine einfache Suchfunktion auf dem eigenen Computer abrufbar, selbst wenn die Mailinglist inzwischen schon durch das Zeitliche gesegnet wurde.

Ich war auch in anderen Bereichen früher Mitglied einiger Mailinglisten und muß sagen, daß anspruchvollste Diskussionen meist auf MLs stattfanden, gefolgt von Foren und am Ende Chats (denen konnte ich noch nie was abgewinnen). Auch wenn man sich in andere wissenschaftliche Bereiche tiefer einliest, wird man die wirklich tiefgründigen Diskussionen mit hochkarätigen Teilnehmern eher auf MLs finden - es gibt z.B. sehr viele MLs von US-Universitäten, die eben diese Tiefe aufweisen - im Unterschied zu Foren oder Usenetgroups gleichen Inhalts. Man kann sich aber auch z.B. auf dem Hoster von m-e mal umsehen https://listes.cru.fr/sympa, allerdings wollen da viele der "besseren" MLs wohl nicht offen gelistet werden, eben weil ein Zugang zwar für die Allgemeinheit meistens möglich ist, aber nicht beworben werden soll.

Gruß,

Werner

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Re: Eigenes europäisches Forum ohne Sprachbarriere

Werner, (vor 6167 Tagen) @ Andreas

Hallo,

mycologia-europaea hat ein Archiv und man kann sich die Threads genauso gut
im Archiv anschauen, schön in Bäumchen-Struktur. Es besteht keine
Notwendigkeit, sich die ganzen Beiträge schicken zu lassen. Gleiches gilt
meines Wissens auch für TAXACOM.

Ui, das habe ich ganz vergessen, obwohl ich es mal vor vielen Jahren genutzt habe.

Gruß,

Werner

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Re: Eigenes europäisches Forum ohne Sprachbarriere

AK_CCM, (vor 6167 Tagen) @ Werner

Hallo Werner,

im Endeffekt ließe sich das problemlos mit einer Forums-Software lösen: Man erstelle einfach ein unsichtbares Forum. Dann bekommen Außenstehende gar nicht mit, dass ein Board existiert. Man könnte zudem nur den Link zum Registrierungsformular anbieten und die Webadresse erst nach Freischaltung per E-Mail verschicken. Moderne Foren ermöglichen es ihren Tln. Boards zu abonnieren, d.h. sie werden über jeden Beitrag per E-Mail informiert. Weiter lassen sich diese Benachrichtigungen so konfigurieren, dass der Inhalt des Beitrags vollständig zitiert wird.

So hätte man beides: Ein strukturiertes Forum und quasi eine Mailinglist.

So what?

Gruß, Andreas

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Re: Eigenes europäisches Forum ohne Sprachbarriere

Werner, (vor 6167 Tagen) @ AK_CCM

Hallo Andreas,

im Endeffekt ließe sich das problemlos mit einer Forums-Software lösen: Man
erstelle einfach ein unsichtbares Forum. Dann bekommen Außenstehende gar
nicht mit, dass ein Board existiert. Man könnte zudem nur den Link zum
Registrierungsformular anbieten und die Webadresse erst nach Freischaltung
per E-Mail verschicken. Moderne Foren ermöglichen es ihren Tln. Boards zu
abonnieren, d.h. sie werden über jeden Beitrag per E-Mail informiert.
Weiter lassen sich diese Benachrichtigungen so konfigurieren, dass der
Inhalt des Beitrags vollständig zitiert wird.

Bleibt immer noch der Fakt, daß das Geld kostet - je nach Traffic sogar richtig Geld. Damit wiederum ein berechtigtes Interesse der Eigner, dies entweder gegenzufinanzieren (Werbung, Mitgliedsbeiträge usw.) oder aber ggf. zu dominieren (weil man ja zahlt).

Nicht zuletzt gibt es gerade in den "gehobenen Wissenskreisen" sehr viele Vorbehalte gegenüber Web-Foren - seien diese nun begründet oder nicht.

Ich fände aus vielen Gründen eine kostenfrei aufzusetzende ML, die von mehreren Admins, Moderatoren o.ä. gemeinsam geführt wird wesentlich besser. Aber bitte, ist Geschmackssache.

Welche Meinung haben denn andere dazu? Forum oder Mailing Liste? Sollte man sowas überhaupt andenken oder ist es illusorisch?

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Re: Eigenes europäisches Forum ohne Sprachbarriere

zuehli ⌂, (vor 6167 Tagen) @ Werner

Welche Meinung haben denn andere dazu? Forum oder Mailing Liste? Sollte man
sowas überhaupt andenken oder ist es illusorisch?

Deutsche Pilzforen haben wir mehr als genug, da brauchts nicht noch eins mehr. Wenn überhaupt wäre eine zusätzliche (deutsche) Mailing-List die attraktivere Geschichte - kommt allerdings darauf an, wer mitmacht. Ob die dann das Niveau von ME erreichen kann, wage ich zu bezweifeln.

Gruß Harald

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Re: Eigenes europäisches Forum ohne Sprachbarriere

AK_CCM, (vor 6167 Tagen) @ Werner

Hallo Werner,

Bleibt immer noch der Fakt, daß das Geld kostet - je nach Traffic sogar
richtig Geld. Damit wiederum ein berechtigtes Interesse der Eigner, dies
entweder gegenzufinanzieren (Werbung, Mitgliedsbeiträge usw.) oder aber
ggf. zu dominieren (weil man ja zahlt).

bei beiden Kommunikationsmöglichkeiten werden Daten durchs Netz geschaufelt und dementsprechend entstehen auch Kosten - die Frage ist nur, wer am Schluss die Rechnung zahlt. Beim Betrieb eines Forums ist der Fall klar: Der Webhoster schickt seinem Kunden eine Rechnung und dieser löhnt.

Bei einer Mailinglist ist mir das nicht so ganz klar. Ich meine, dass ein sog. List-Server gehostet werden muss, der die Mailings verteilt. Dafür schickt der Webhoster wiederum eine Rg. an den Kunden, der sie bezahlen muss. Für die E-Mails selbst fallen jedoch keine Kosten an, meine ich. Das ist eine generelle Frage, die ich mir schon länger stelle: Wer finanziert die ganzen Mail-Server im Internet? Die Kosten dürften inzwischen riesig sein, denn immer mehr verschicken Dateien als Anhang, nicht selten mit einer Größe von mehreren Megabytes. Wie auch immer: Wenn der List-Server noch ein Archiv zum Nachlesen führt, kommt das unterm Strich fast das Gleiche zusammen wie bei einem Forum.

Der Trafic, also die Datenmenge, die zwischen den Teilnehmern einer Mailinglist oder eines Forums hin- und hergeschoben wird, hängt maßgeblich davon ab, wie abgeschottet das Ganze ist. Hier wollte ich nur aufzeigen, dass man Foren genauso abschotten kann wie Mailinglisten.

Dass Mailinglisten so rege im Gebrauch sind, heißt noch lange nicht, dass sie entsprechend beliebt sind. Die Technik gibt es schlicht länger als Foren. Von Chats halte ich übrigens auch nicht viel, weil die dort geäußerten Infos nur eine kurze Haltbarkeit haben. Und wer klaubt sich schon Infos aus ellenlangen Protokollen heraus? Also ich zumindest nicht - was natürlich nichts heißen muss. ;-)

Gruß, Andreas

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Re: Eigenes europäisches Forum ohne Sprachbarriere

AK_CCM, (vor 6167 Tagen) @ zuehli

Moment Harald,

es geht doch um eine europäische Diskussionsplattform (mit Sprachfreiheit) - oder habe ich da etwas falsch verstanden? Dt. Foren haben wir wirklich genug, da stimme ich Dir zu.

Gruß, Andreas

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Re: Eigenes europäisches Forum ohne Sprachbarriere

zuehli ⌂, (vor 6167 Tagen) @ AK_CCM

es geht doch um eine europäische Diskussionsplattform (mit Sprachfreiheit) -

Ja gut, dann ist es mir persönlich eigentlich wurscht. Die Frage ist nur wie man die gewählte Plattform für die Koryphäen interessant und schmackhaft macht. Ob sich da einige der Leute einklinken, die auch bei ME unterwegs sind?
Nun, wenn man es nicht versucht, wird man es nicht erfahren...

Beste Grüße
Harald

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Re: Eigenes europäisches Forum ohne Sprachbarriere

Werner, (vor 6167 Tagen) @ AK_CCM

Hallo Werner,
bei beiden Kommunikationsmöglichkeiten werden Daten durchs Netz geschaufelt
und dementsprechend entstehen auch Kosten - die Frage ist nur, wer am
Schluss die Rechnung zahlt. Beim Betrieb eines Forums ist der Fall klar:
Der Webhoster schickt seinem Kunden eine Rechnung und dieser löhnt.
Bei einer Mailinglist ist mir das nicht so ganz klar. Ich meine, dass ein
sog. List-Server gehostet werden muss, der die Mailings verteilt. Dafür
schickt der Webhoster wiederum eine Rg. an den Kunden, der sie bezahlen
muss. Für die E-Mails selbst fallen jedoch keine Kosten an, meine ich.

Nun, Mailing Listserver gibt es von vielen Universitäten, öffentlichen Institutionen usw. So war ich Mitglied einer Mailing Liste, die an einer Kanadischen Uni gehostet wurde, von 2 Listen, die von US-Unis zur Verfügung gestellt wurden und eben m-e. Die m-e wurde hier https://listes.cru.fr/sympa gehostet - dies wurde 2009 von dieser Organisation https://federation.renater.fr/ übernommen, wodurch sich aber nichts in der Operation etc. der Mailing List geändert hat.

Wie gesagt, es gibt sehr viele Mailing List Server, die unterschiedliche Bedingungen zur Nutzung haben. Ein Vorhaben, wie eine wissenschaftlich orientierte mykologische ML hätte sicher keine Schwierigkeiten, auch bei renommierteren Uni- bzw. Education-Mailservern aufgenommen zu werden. Es gäbe natürlich noch einiges an Bedingungen zu klären (vor vielen Jahren habe ich das mal für eine nicht-wissenschaftliche Liste gemacht - da gab es tlw. erhebliche Unterschiede im erlaubten Traffic, max. Grösse der Emails usw.).

Wenn ernsthaft ein solches Vorhaben von mehreren Personen unterstützt würde, würde ich diese Fakten gerne wieder auskundschaften. Möglicherweise könnte man sogar bei einer bekannten mykologischen Institution gehostet werden - ich denke da z.B. an die Uni Regensburg (nur so mal als Beispiel, wo man anfragen könnte). Da dies aber doch mindestens einige Stunden an Arbeit erfordern würde, will ich das sicher nicht für ein "Luftprojekt" investieren.

Das
ist eine generelle Frage, die ich mir schon länger stelle: Wer finanziert
die ganzen Mail-Server im Internet? Die Kosten dürften inzwischen riesig
sein, denn immer mehr verschicken Dateien als Anhang, nicht selten mit
einer Größe von mehreren Megabytes. Wie auch immer: Wenn der List-Server
noch ein Archiv zum Nachlesen führt, kommt das unterm Strich fast das
Gleiche zusammen wie bei einem Forum.

Moment - ein normaler Email-Server ist ein anderes Thema. Hat erst mal nichts mit einem Host für Mailing Listen zu tun, obwohl die Hardware ähnlich bzw. gleich ist. Emailserver werden von Providern (z.B. T-online.de), Firmen mit Werbeinteressen (GMX, Web.de etc.) und insbesondere von welchen, die über die kostenlosen Angebote indirekt die Bezahlangebote fördern - willst Du also mehr Mailadressen, mehr Traffic, einen Webauftritt usw., finanzierst Du die Einsteiger-Emails mit. Das hat aber - wie gesagt - nichts mit MLs zu tun.

Mailing Listen sind auch heute sicher nicht mehr so verbreitet wie Foren (abgesehen von firmeninternen, rein kommerziellen Mailing Listen etc.). Deswegen dürfte der Traffic solcher rein wissenschaftlichen oder recreationellen verschwindend gering im Vergleich zu z.B. Bilderhosts (Bsp. Imageshack, Fotocommunity etc.) oder auch Foren sein.

Der Trafic, also die Datenmenge, die zwischen den Teilnehmern einer
Mailinglist oder eines Forums hin- und hergeschoben wird, hängt maßgeblich
davon ab, wie abgeschottet das Ganze ist. Hier wollte ich nur aufzeigen,
dass man Foren genauso abschotten kann wie Mailinglisten.

Sicher kann man ein Forum abschotten. Aber man muß dann wiederum - m.W. teurere - Serverprotokolle zukaufen, die z.B. passwortgeschützten Zugang ermöglichen, ansonsten tauchen die "geheimen Foren" auch wieder irgendwann in Google und Konsorten auf.

Dass Mailinglisten so rege im Gebrauch sind, heißt noch lange nicht, dass sie
entsprechend beliebt sind. Die Technik gibt es schlicht länger als Foren.

Ob sie beliebt sind, spielt auch keine Rolle. Ich denke, bei der "Jugend" sind sie nicht so beliebt, weil keine flashy-dashy-emoticons, Avatare und ähnliches Zeug möglich bzw. geduldet sind. Außerdem gelten sie in diesen Kreisen als altmodisch. (Auch die hiesige Forensoftware zählt ja zu den altmodischen, trotzdem dürfte pilzepilze wohl das "beliebteste" Pilzforum in D sein.) Genau das macht sie aber wiederum bei der von uns favorisierten Zielgruppe "beliebter". Wie gesagt, ich kann nur von den Mailinglisten, denen ich in der Vergangenheit angehörte berichten. Aber die waren jedenfalls alle im Niveau deutlich über normalen Foren sowohl im Web als auch im Usenet (dort ist zumindest im de.*-Usenet nur noch Kindergarten und gegenseitige Beleidigungen). Die meisten MLs unterscheiden sich so stark von Webforen wie diese von Chats.

Wobei ich z.B. Pilzepilze für ein hervorragendes Forum sowohl im Umgang miteinander als auch in der Vielfalt der angebotenen Themen betrachte und damit auch eine Ausnahme im positiven Sinne in der Web-Forenwelt. Aber wir sprechen ja jetzt von einer anderen Zielgruppe.

Von Chats halte ich übrigens auch nicht viel, weil die dort geäußerten
Infos nur eine kurze Haltbarkeit haben. Und wer klaubt sich schon Infos
aus ellenlangen Protokollen heraus? Also ich zumindest nicht - was
natürlich nichts heißen muss. ;-)

Dazu kommt, daß ich aus den wenigen bisherigen Chatbesuchen (vor ca. 3 Jahren komplett eingestellt) nur mitgekriegt habe, daß die Diskussion zwar nicht unfreundlich, aber absolut nichtssagend in aller Regel war - a la:

-hallo , seid ihr da?
-yo, johnny is hier. Trinke Bier.
- oh, welche marke?
- 2 Bier xy rüberreich ....

usw. Das mag nett sein, wenn man niemanden hat, mit dem man sich austauschen kann und auch sonst wenig zu tun - mich hat es jedenfalls ... nicht überzeugt, um es mal milde auszudrücken.

Gruß,

Werner

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Re: Eigenes europäisches Forum ohne Sprachbarriere

Andreas ⌂, (vor 6167 Tagen) @ Werner

Hallo,

Wenn es jemand wirklich machen will (und auch tatkräftig mithelfen), gerne
auch Kontakt per Mail.

in irgendeiner mir machbaren Forum mitmachen würde ich da auf jeden Fall. Bin selbst technisch aber ein Zweilinkehändehaber, aber irgendwas wirds schon zu tun geben für den Fall des Falles.
Nicht das mir so eine ML oder Forum nun sehr auf den Nägeln brennt, ich fühle mich trotz allem im M.E. Forum gut aufgehoben, aber natürlich wäre ich immer dabei wenn sowas zustande käme. Bis die allerdings richtig angenommen ist werden viele Monate ins Land gehen, das ist sicherlich jedem klar, oder?

beste Grüße,
Andreas

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Re: Eigenes europäisches Forum ohne Sprachbarriere

Werner, (vor 6167 Tagen) @ Andreas

Hallo Andreas,

in irgendeiner mir machbaren Forum mitmachen würde ich da auf jeden Fall. Bin
selbst technisch aber ein Zweilinkehändehaber, aber irgendwas wirds schon
zu tun geben für den Fall des Falles.
Nicht das mir so eine ML oder Forum nun sehr auf den Nägeln brennt, ich fühle
mich trotz allem im M.E. Forum gut aufgehoben, aber natürlich wäre ich
immer dabei wenn sowas zustande käme. Bis die allerdings richtig
angenommen ist werden viele Monate ins Land gehen, das ist sicherlich
jedem klar, oder?

Nun, daß sowas nicht mit einem Fingerschnipp geht ist sowieso klar. Auch Andreas' (Kunze) Vorschlag mit den Europäischen Mykologen würde ich gerne in so einem Fall aufgreifen und die vorab mal kontaktieren - denn da wäre schon mal eine nicht unerhebliche Basis an internationalen Fachleuten vorhanden. Wie gesagt, etwas mehr Elan von ein paar mehr Leuten und ich hänge mich gerne etwas rein.

Allerdings möchte ich persönlich kein Forum aufbauen, sondern eine Mailing Liste. Ganz einfach deswegen, weil ich nicht zusätzlich noch unbekannte finanzielle Risiken einbringen bzw. mich um die dauerhafte Finanzierung eines solchen Projektes kümmern will.

Ich würde mir im Idealfall ein Hosting über die EMA vorstellen, allerdings mit der Vorgabe daß in der Mailingliste nicht Englisch kommuniziert werden MUSS. Denn sonst hätten wir wieder das Gleiche wie in m-e, bloß mit anderen Vorzeichen. Genauso wäre es wünschenswert, sich vorab über die Modalitäten einer solchen Liste mit denen zu einigen - um diese möglichst liberal, aber doch spammer-unfreundlich und mit einem vernünftigen Mass an Moderation auszustatten - also sollte auch der Ausschluss von möglichen "Störenfrieden" vorab geregelt werden und in der Hand eines zu bestimmenden Moderatorenteams bleiben.

Kommt noch mehr positive Resonanz bzw. Bemerkungen dazu? Wenn nur einer hier im Forum ein bisserl dafür ist, halte ich den Aufwand für zu gross ...

Viele Grüße,

Werner

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Re: Eigenes europäisches Forum ohne Sprachbarriere

MartinB, (vor 6167 Tagen) @ Werner

Hallo,

Wenn ihr ein Forum mit "professioneller" Teilnehmerschaft haben wollt, dann muß das auch so attraktiv sein, daß es deutliche Vorteile gegenüber z.B. M-E bietet. Das kann nicht nur die Sprachfreizügigkeit sein. Man müßte die Leutchen ja "abwerben". Deren Zeit ist ja beschränkt und dann noch ein Forum? Das muß dann schon ganz was bsonderes sein...
M-E ist als Mailliste ja eigentlich völlig unstrukturiert. Daher ist Herr Melot ja auch so hinterher, daß jaaaa niemand den Betreff eines Threads ändert, damit nix durcheinanderkommt (es gibt dort nämlich dafür auch gleich ne Abmahnung!).
Ich könnte mir vorstellen, daß ein Angebot mit Spezialforen: Cortinarien, Gasteromyceten, Aphyllophorales etc. Interesse wecken könnte. Dann wären die jeweiligen Spezis unter sich und müßten nicht immer den ganzen anderen Kram durchsieben. Und wers trotzdem alles lesen mag, kanns tun. Ich rede hier wohlgemerkt nicht von geschlossenen Gesellschaften, sondern von Unterabteilungen.
Dieses Modell ist aber wohl nur über ein Forum und nicht einer Mailliste zu realisieren.
Es gibt da auch noch die Variante Yahoo-Groups: dort muß man sich anmelden (es gibt verschiedene Stufen der "von außen Einsehbarkeit". Eigentlich ist es nur eine Mailliste hat aber den Vorteil, daß man Webspace für Dokumente/Bilderdatenbanken etc. hat. Mitglieder können sich aussuchen, ob sie neu eingegangene Beiträge gleich, oder täglich/wöchentlich als Paket oder gar nicht per email empfangen mögen. Wer sich dort einloggt kann die Threads im Archiv (wie bei M-E) nachverfolgen.

Nur so als Anstoß..

Grüße,

Martin

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Re: Eigenes europäisches Forum ohne Sprachbarriere

Werner, (vor 6167 Tagen) @ MartinB

Hallo,

Wenn ihr ein Forum mit "professioneller" Teilnehmerschaft haben
wollt, dann muß das auch so attraktiv sein, daß es deutliche Vorteile
gegenüber z.B. M-E bietet. Das kann nicht nur die Sprachfreizügigkeit
sein. Man müßte die Leutchen ja "abwerben". Deren Zeit ist ja
beschränkt und dann noch ein Forum? Das muß dann schon ganz was bsonderes
sein...

Nunja, abwerben muß man nicht unbedingt. Es gibt ja viele, die in m-e nicht aktiv sind, aufgrund der Sprachbarriere. Denn es gibt ja unheimlich viele Mykologen, die kein oder höchstens allzu unzureichendes Französisch sprechen - z.B. faktisch der gesamte Osten mit wenigen Ausnahmen. Es wäre ja auch nicht so, daß ich deswegen m-e abbestellen würde - nur die Prioritäten würden sich deutlich verschieben - insbesondere was eigene Posts angeht.

M-E ist als Mailliste ja eigentlich völlig unstrukturiert. Daher ist Herr
Melot ja auch so hinterher, daß jaaaa niemand den Betreff eines Threads
ändert, damit nix durcheinanderkommt (es gibt dort nämlich dafür auch
gleich ne Abmahnung!).

Das ist aber sehr unterschiedlich. Er legt zwar Wert drauf, daß Themen nicht UNNÖTIG abgeändert werden und wenn man das dann auch noch in Richtung Englisch tut gibt es richtig Haue ... aber das kann man ja noch einigermassen verstehen.

Ich könnte mir vorstellen, daß ein Angebot mit Spezialforen: Cortinarien,
Gasteromyceten, Aphyllophorales etc. Interesse wecken könnte. Dann wären
die jeweiligen Spezis unter sich und müßten nicht immer den ganzen anderen
Kram durchsieben. Und wers trotzdem alles lesen mag, kanns tun. Ich rede
hier wohlgemerkt nicht von geschlossenen Gesellschaften, sondern von
Unterabteilungen.

Genau davon halte ich nicht so viel. Das DGfM-Forum hat das anfangs versucht, man schuf eine Vielzahl von Unterforen. Es gibt durchaus Interessierte, die gerne eine Übersicht über alle Themen haben und spontan entscheiden wollen, wo sie antworten und wo nicht. Immerhin soll ein solches Forum ja nicht durch eine Vielzahl von Postings sondern mehr von Qualität leben. Da käme dann u.U. in einem Unterforum Cortinarien ein Posting alle 2 Wochen, in Aphyllos vielleicht eines alle 6 Wochen usw. Da schaut insbesondere in ein Webforum eine "Kapazität" 3 oder 4x rein - aha, da rührt sich praktisch nichts - und tschüß!

Eine MailingList mit allen "Unterforen" wie m-e dagegen schafft genug Traffic, um nicht schon bald in der Versenkung zu verschwinden. Und ich brauche mich nicht aktiv drum kümmern, dort einloggen und dann dort posten. Grade für Leute mit wenig Zeit ein enormer Vorteil.

Dieses Modell ist aber wohl nur über ein Forum und nicht einer Mailliste zu
realisieren.

Klar, das Unterforen-Forum sicher. Aber das halte ich für eine vorherbestimmte Totgeburt. Foren gibt es reichlich, warum sollte ich jetzt gerade in mein neu aus dem Nichts entstandenes Forum Kapazitäten bringen. Insbesondere, wenn sie sich dort jedesmal neu einloggen müssen (vielbeschäftigte Wissenschaftler verschmeissen schon mal das Passwort usw. - die machen sich sicher nicht die Mühe, dort noch mal einzuloggen). Und dann sind sie vielleicht noch an 3 Unterforen interessiert und müssen jedesmal alle 3 nachlesen ... das tun wir Freaks hier vielleicht, ein Uniprofessor oder bücherschreibender Mykologe eher nicht - auch wenn es löbliche Ausnahmen gibt (wie Andreas Gminder). Warum hat selbst das DGfM-Forum so wenige wirkliche Kapazitäten jenseits des eigenen Vorstands als regelmässig postende Mitglieder? (Mal ganz abgesehen von dem unheimlichen Blödsinn, daß man fast alle alten Mitglieder damals bei der unsäglichen Namensgeschichte - Antrag Peter Reil - rausgeschmissen hat, weil irgendetwas nicht genau genug angegeben war. Ich habe mich seitdem nicht mehr eingetragen und ich bin mir sicher, daß eine "Kapazität mit Zeitmangel" das noch viel weniger getan hat - von Ausnahmen abgesehen).

Es gibt da auch noch die Variante Yahoo-Groups: dort muß man sich anmelden
(es gibt verschiedene Stufen der "von außen Einsehbarkeit".

Also, wenn ich das Wort Yahoo höre, kriege ich schon die Krätze. Das bedeutet Spam, Werbung, Popups und wer weiß was. Nö, da schaut man mal rein und dann nie wieder. Nix für ungut, aber damit holt man wichtige Mykologen sicher nicht hinter dem Ofen hervor - da ist schon der Name Yahoo ein Hindernis.

Ihr könnt sowas aber gerne machen, nur mir persönlich ist jetzt meine Zeit dafür zu schade, das alles aufzusetzen nur um ein weiteres "schwächelndes" Forum im Netz zu sehen - das zu allem Überfluss auch noch ggf. von hier und den bereits existierenden guten Foren (insbesondere Erics) "normale" Postings abzieht. Denn am Anfang müsste man in so einem mit Unterforen überzogenen Forum ja mit Gewalt Postings erstellen, damit sich überhaupt was rührt und nicht lauter Unterforen mit einem Posting in 2-6 Wochen rumgammeln. Bei einer Mailingliste a la m-e würden leicht 3-10 Postings pro Woche anfangs reichen (wahrscheinlich auch weniger, denn wo sich nichts rührt, trägt sich auch keiner aus, wo er aber hingehen muß nur um zu sehen, daß sich nichts rührt, kommt er einfach nicht wieder). Ausserdem bekommen die Abonnenten die Emails auch später noch, selbst wenn sich mal nichts mehr rührt. In einem Webforum muß ich aber als User vorbeischauen oder ich müßte zwangsweise eine Emailinfo bei jedem Posting in jedem Unterforum, in das ich mich eingetragen habe, empfangen. Und das ist wiederum in einem Forum nicht Usus (zumindest müsste es abschaltbar sein) und damit m.E. auch nicht praktikabel.

Gruß,

Werner