Ribiselpilz *PIC*

Biobertl, (vor 6144 Tagen)

Hallo und allen hier ein gutes neues Jahr!

Als fast ausschließlich Mitlesender möchte ich die pilzliche Sauregurkenzeit nützen und mal eine Anfrage posten. Die Sache ist zwar wahrscheinlich banal, aber ich möchte endlich etwas über einen seit langem in meinem Garten lebenden Pilz erfahren. Der Pilz, der für mich wie ein Baumpilz aussieht (Laienmeinung), lebt und gedeiht seit mehr als zehn Jahren an (in?, mit?) einem Ribiselstrauch (Weiße Johannisbeere) ohne dass der Strauch bisher einen Schaden genommen hat (sind denn Pilze wie dieser nicht alle Schmarotzer?), im Gegenteil, der Strauch erfreut mich Jahr für Jahr mit zahlreichen, köstlichen Früchten. Kann es sein, dass es sich um einen baumpilzähnlichen aber symbiontischen Pilz handelt oder ist es eh ein schmarotzender, der den Strauch nur geringfügig, also kaum merkbar schädigt?
Zusätzliche Info: die Siedlung, in der sich der Garten befindet, liegt im nordöstlichen Wienerwald auf ca. 400m üdM. Direkt an den Garten grenzt ein Rotbuchen-Eichen-Mischwald. Im Garten befinden sich nur Obstbäume.

Für eure Antworten herzlichen Dank im Voraus
und Servus aus Wien,

Herbert Berthold

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Ribiselpilz *PIC*

Biobertl, (vor 6144 Tagen) @ Biobertl

Einige weitere Ansichten des Pilzes.

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Unterseite *PIC*

Biobertl, (vor 6144 Tagen) @ Biobertl

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Re: Ribiselpilz

Ingo Wagner, (vor 6144 Tagen) @ Biobertl

Hallo und allen hier ein gutes neues Jahr!
Als fast ausschließlich Mitlesender möchte ich die pilzliche Sauregurkenzeit
nützen und mal eine Anfrage posten. Die Sache ist zwar wahrscheinlich
banal, aber ich möchte endlich etwas über einen seit langem in meinem
Garten lebenden Pilz erfahren. Der Pilz, der für mich wie ein Baumpilz
aussieht (Laienmeinung), lebt und gedeiht seit mehr als zehn Jahren an
(in?, mit?) einem Ribiselstrauch (Weiße Johannisbeere) ohne dass der
Strauch bisher einen Schaden genommen hat (sind denn Pilze wie dieser
nicht alle Schmarotzer?), im Gegenteil, der Strauch erfreut mich Jahr für
Jahr mit zahlreichen, köstlichen Früchten. Kann es sein, dass es sich um
einen baumpilzähnlichen aber symbiontischen Pilz handelt oder ist es eh
ein schmarotzender, der den Strauch nur geringfügig, also kaum merkbar
schädigt?
Zusätzliche Info: die Siedlung, in der sich der Garten befindet, liegt im
nordöstlichen Wienerwald auf ca. 400m üdM. Direkt an den Garten grenzt ein
Rotbuchen-Eichen-Mischwald. Im Garten befinden sich nur Obstbäume.
Für eure Antworten herzlichen Dank im Voraus
und Servus aus Wien,
Herbert Berthold

Hallo Herbert!

Banal ist der nicht. Da hast du was im Garten, was wirklich nicht jeder hat. Der Pilz geht normalerweise an sehr alte Johannis-/Stachelbeersträucher (laut Lit. auch an andere Gehölze), und wo findet man die noch? Ist ziemlich sicher Phellinus ribis (Stachelbeer-Feuerschwamm).

Dass dein Strauch die Anwesenheit des Pilzes nicht übelnimmt, ist schon ungewöhnlich. Kein Symbiont!

VG Ingo W

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Phellinus ribis

Biobertl, (vor 6144 Tagen) @ Ingo Wagner

Danke für die rasche Antwort, Ingo!

LG,
Herbert Berthold

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Re: Phellinus ribis

Till, (vor 6144 Tagen) @ Biobertl

Hallo, Herbert,

das ist wirklich ein sehr fotogenes Vorkommen dieses Pilzes, der neuerdings oft auch in die Gattung Phylloporia gestellt wird. Oft sitzen die Fruchtkörper ganz weit unten und sind mit Gras überwuchert, sodass man sie kaum zu sehen bekommt. Aber in einem gepflegten Garten gibt es halt auch gepflegte Pilze ...

In meinem eigenen (weniger gepflegten) Garten konnte ich über einen Zeitraum von mindestens 15 Jahren von einem befallenen Strauch Beeren ernten, ohne dass eine erkennbare Minderung der Erträge auffiel. Die vom Pilz hervorgerufene Weißfäule ist also nicht besonders aggressiv.

Mit der Seltenheit oder Nicht-Seltenheit ist das so eine Sache. Bei Pilzexkursionen in Auwäldern finden wir die Art hin und wieder mal am Pfaffenhütchen (Euonymus europaeus) - aber die Hauptvorkommen an alten Stachel- und Johannisbeersträuchern liegen eben in Gärten, und die sind meist umzäunt. Insofern muss man von einer ziemlich hohen Dunkelziffer ausgehen, denn der normale Pilzsammler erfährt von solchen Vorkommen meist nur zufällig. Der Porlingsexperte Hermann Jahn aus Detmold war Lehrer und hat einmal seine Schüler aufgefordert, im familiären Garten nach dem Stachelbeerporling Ausschau zu halten. Prompt bekam er 9 verschiedene Fundstellen gemeldet.

Gruß, Till

Danke für die rasche Antwort, Ingo!
LG,
Herbert Berthold

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Re: Phellinus ribis

Werner2, (vor 6143 Tagen) @ Biobertl

Hallo Biobert - ich bin auch seinerzeit der Anregung von Jahn gefolgt und habe die Kleingärten in der Umgebung durchgesucht. Ich kann nur sagen, der Pilz ist und bleibt bei uns im Rhein-Main-Gebiet trotzdem selten.
Gerade mal 2 Fundstellen konnte ich in etwa 2 Jahren ausfindig machen (in Gärten). Inzwischen habe ich nur noch 2 konstante Fundstellen. Alle an
Pfaffenhütchen.
Noch ein paar Fotos findest Du hier:
http://aphyllopower.blogspot.com/2007/03/phellinus-ribis-strauchfeuerschwamm.html
Gruß Werner

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Re: Ribiselpilz

Pilzmann, (vor 6142 Tagen) @ Biobertl

Lieber Herbert,

der Stachelbeer-Feuerschwamm ist ein Parasit. Er wird also irgendwann mal für deine Johannisbeer-Ernte der Terminator sein. Es gibt aber unterschiedliche Arten von Parasiten. Die einen gehen an die Versorgungsleitungen der Pflanzen, um davon zu profitieren, die anderen begnügen sich mit dem im Inneren der Bäume/Sträucher befindlichen Totholz, das sie verzehren. Im letzteren Fall wirst du noch eine Reihe von Jahren Freude an deinen Beeren haben, bevor der Strauch zusammenbricht.

Glück auf, Peter!

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Re: Phellinus ribis *PIC*

Hagen Graebner, (vor 6122 Tagen) @ Werner2

Nachdem Biobert seine Bilder für Wikipedia zur Verfügung gestellt hat, war ich auf den Geschmack gekommen und wollte auch mal bei uns hier bei Ingelheim suchen, vor allem, weil mir ein größeres, recht verwildertes Johannisbeerfeld in Erinnerung war. Nachdem sich die für hiesige Verhältnisse gewaltigen Schneemassen verabschiedet hatten, bin ich heute mal los. Ich konnte das Johannisbeerfeld leider nicht wiederfinden, wahrscheinlich war es gerodet, zumindest sah die Stelle wo ich es gesucht habe so aus. Nach einer größeren Runde hab ich dann mehere Johannisbeersträucher in etwa 100 m Entfernung von meinem Garten gefunden, von denen jeder zweite den Pilz hatte .....Bilder muß ich bei besserem Licht noch mal neue machen.

Gruß

Hagen

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