Hallo Peter,
ein wenig stört mich deine Bemerkung in deiner letzten Replik: „... Peter’s
sonderbare Argumentation ...“
Da ich den schon mal gebrauchten Ausdruck "abwegegig" nicht wiederholen wollte, habe ich hier das Wort "sonderbar" gebraucht.
Ich denke, meine Argumentationen hinreichend begründet und belegt zu haben.
Habe ich auch nicht bezweifelt, halte allerdings eine etymologische Argumentation bei edúlis nach wie vor für völlig überflüssig.
Im übrigen weiß ich aus gesicherter Quelle (Statistik der Lebensversicherer
Deutschlands), dass du Elias Magnus Fries (1794-1878) nicht persönlich
gekannt haben kannst.
Da gebe ich Dir voll und ganz Recht.
Demzufolge sind deine Mutmaßungen über sein Wissen der Herkunft von
edúlis reine Spekulation.
Über sein Wissen zu Herkunft von edúlis habe ich kein einziges Wort geäußert.
Vielleicht war er ja „noch“ schlauer als wir, und beherrschte sogar das
Altgriechische – weiß man’s? Heute noch lebend hätte er dir vor mir als
aktiver Forumsteilnehmer vielleicht geantwortet: „Kommt von griechisch
„edoslis“, ist doch klar!“ Ist aber alles „Banane“, weil in diesem Fall
die korrekte Ausspracheregel der antiken Griechen mit der Vorliebe
ihrer Usurpatoren zusammentreffen (Paenultima!)
Die Vokabel "abwegig" zur Kennzeichnung einer meiner Ausführungen
erscheint mir auch nicht gerade glücklich gewählt, zumal du keine
beweisbare Widerlegung nachschiebst.
"abwegig" scheint mir immer noch der passende Ausdruck zu sein, da Du vom Thema Betonung immer wieder zur Etymologie abweichst. Ich will hier überhaupt nichts widerlegen, halte aber eine etymologische Argumentation bei edúlis für völlig überflüssig und somit abwegig.
Sehr interessant zu erfahren ist, dass du dir die Mühe gemacht hast,
1.248 Pilznamen auf ihre richtige Aussprache hin zu überprüfen.
Ich habe die Namen nicht jetzt auf Ihre Betonung überprüft. Ich habe aktuell lediglich geprüft, zu welchem Prozentsatz man mit den Betonungsregeln und den Hinweisen von RAUSCHERT und dann unter Zuhilfenahme von GENAUST zur richtigen Betonung kommt.
Warum hast du diese intensive, anerkennenswerte Arbeit nicht mal bei
unseren: monatlichen Treffen vorgestellt? Gerade beim Januartreff vor
vier Tagen hätte dies die durch die wenigen gefundenen Fruchtkörper
bedingte „fachliche Pause“ sehr schön füllen können.
Intensiv war die Arbeit nicht. Ich habe nur abgehakt und musste noch nicht mal über 100 zählen, da ich mir dann jeweils einen senkrechten Strich gemacht habe. Bei unserem monatlichen Treffen am 12. Jan. konnte ich leider noch nichts von der Auszählung berichten, denn ich wurde erst am 16. Jan. durch Deinen Beitrag dazu angeregt, zu prüfen, wie weit man mit RAUSCHERT kommt, und welcher Prozentsatz der Namen auf der vorletzten bzw. drittletzten Silbe betont wird.
Deine Vermutung, Erich Gahrau habe mit seinem Artikel im Tintling
Band 57 wohl sein Geltungsbedürfnis befriedigen wollen, irritiert mich
etwas, warst du dir mit mir doch einig, dass er Rauscherts Arbeit in
Hennig-Kreisel, Band III, in Teilen durchaus bereichernd, ergänzt. Es
tut seinen Bemühungen, die m. E lückenhafte Ausarbeitung Rauscherts
zu ergänzen und anders zu ordnen Unrecht.
Mein Urteil bezog sich nicht auf GAHRAUs Artikel, sondern nur auf seine überflüssigen etymologischen Ausführungen zu edulis.
Wie du in einem Deiner vorhergehenden Postings zutreffend postuliert hast,
beton(t)en die Römer Wörter mit mehr als zwei Silben entweder auf der
vorletzten oder auf der drittletzten Silbe. Von beiden Möglichkeiten gibt
es zahlreiche Ausnahmen.
Ich kenne keine einzige Ausnahme. Betonung immer auf der vorletzten oder drittletzten Silbe! Aber wenn man nach den Regeln und den Erläuterungen von RAUSCHERT nach der richtigen Betonung sucht, gibt es einige wenige, aber nicht zahlreiche Ausnahmen, wo eben gerade die andere als die erwartete Silbe betont wird. (RAUSCHERT führt hier nur 12 Namen an.)
Will man schematisch vorgehen, um eine einfache Gebrauchsregel zu
entwickeln, empfiehlt es sich einfach, die eine oder andere Variante zur
Grundregel zu definieren und von dieser aus die Ausnahmen sowie die
Ausnahmen von der Ausnahme aufzulisten. Da selbst deine Auszählung
von weit über 1.200 Arten kein signifikantes Übergewicht ergeben hat
(52% zu 48%) ist es einerlei ob man als Ausgangspunkt festlegt:
Die Betonung liegt grundsätzlich auf der drittletzten Silbe, außer ... ;
oder davon ausgeht: Die Betonung liegt grundsätzlich auf der vorletzten
Silbe, außer ...
Es waren 880 Art- und 366 Gattungsnamen. Bei den letzten sind näturlich viele mit -ius, -ia, -ium dabei, mit Betonung auf der drittletzten Silbe.
Ich habe mich seinerzeit für den ersten Ausgangspunkt entschieden, weil
mir die umfangreichen Ausnahmeregelungen damit einfacher zu fassen
schienen. Dies ist aber durchaus verhandelbar. Es geht also hier nicht um
einen „Glaubenskrieg“, den ich zwischen uns sowieso nicht zulassen möchte,
sondern lediglich um die praktischere Sichtweise, Differenzen in
Einzelfällen und einen kleinen Rest aus Unwissen.
Weder Rauschert, noch Gahrau oder Genaust können für sich berechtigt
in Anspruch nehmen, die „reine Lehre“ zu verbreiten. Deshalb bleibt uns
nichts weiter, als die Fehlerquote bei der Aussprache für all die möglichst
einzudämmen, die das überhaupt interessiert. Und natürlich für uns selbst.
Bisher sind mir nur 6 Namen aufgefallen, bei denen sich RAUSCHERT und GENAUST uneins sind. Da ich GENAUST für den kompetenteren halte, richte ich mich hier nach ihm.
Spätestens beim nächsten Treffen in 3 Wochen können wir alles ausführlich besprechen.
Ich befürchte, dass mir aber erst ALZHEIMER behilflich sein wird, das blöde edoslis zu vergessen.
)
Mit liebem und nix für ungutem Gruß zurück, Peter!
Gruß – Schnuffel
Eine erfreuliche Botschaft für alle:
Wenn der Wille zur Einsicht fehlt, ist alle Liebesmüh' vergebens.
Ich habe daher Peter hier letzmals öffentlich zu diesem Thema geantwortet und werde die Allgemeinheit nicht weiter mit unserer unterschiedlichen Sicht der Dinge langweilen.